Für die Störche war es ein durchwachsenes Jahr

Stoerche

Der NABU hat ein neues Blog, und als Bloggerin möchte ich mich natürlich solidarisch zeigen und darauf hinweisen. Also: In dem Blog analysiert und kommentiert der NABU-Storchenexperte Kai-Michael Thomsen unter dem Titel „Störche auf Reisen“ den Zug der Störche Richtung Süden. Denn in diesen Tagen ist es ja so weit: Der diesjährige Storchennachwuchs tritt seine erste Reise in die südlichen Winterquartiere an. Die Eltern der Jungstörche starten dann ein paar Tage später. Der NABU hat einige Tiere mit Sendern ausgestattet, und so kann mit Hilfe der Satelliten-Telemetrie der Storchenzug auf einer interaktiven Karte verfolgt werden

Die Storchenschützer des NABU nehmen den Beginn des Storchenzugs zum Anlass, Bilanz über das Storchenjahr 2015 zu ziehen. Die Bestände dieser Vögel haben sich demnach, wie in den vergangenen Jahren auch schon, in Ost- und Westdeutschland unterschiedlich entwickelt: In den westlichen Bundesländern gab es eine Zunahme, in den Hauptverbreitungsgebieten des Weißstorches östlich der Elbe hingegen sind leichte Rückgänge zu verzeichnen.

Die Brutsaison hatte bundesweit ganz gut begonnen. Die Störche, die in Spanien überwinterten, kehrten in diesem Jahr sehr zeitig in ihre Brutgebiete zurück. Tiere, die auf der Ostroute nach Deutschland zurückkehrten, trafen schon Anfang April wieder in ihren ostdeutschen Brutgebieten ein. Weißstörche, die danach noch unterwegs waren, hatten allerdings Pech: Das schlechte Wetter auf ihrer Reise führte dazu, dass viele mit Verspätung zu ihren Nesten zurückkamen. Da war es schon zu spät, um noch mit einer erfolgreichen Brut zu beginnen. In Brandenburg haben die Storchenpaare durchschnittlich weniger als zwei Nachkommen großgezogen. Das bedeutet für das storchenreichste deutsche Bundesland, dass der Bestand heuer nicht erhalten werden konnte. Außerdem hat sich die Ausweitung des großflächigen Mais-, Raps- und Sonnenblumenanbaus in Brandenburg ungünstig auf den Lebensraum der Weißstörche ausgwirkt.

In Westdeutschland hingegen wirkte sich die Witterung gut auf die Entwicklung der Störche aus. Obendrein war das ein echtes Mäusejahr, das Meister Adebar viel Futter bescherte. Im Westen wuchsen deshalb überdurchschnittlich viele Jungstörche heran. Die endgültigen Zahlen will NABU zum Jahresende vorlegen. Sicher ist aber jetzt schon, dass die Zahlen von 2014 heuer nicht erreicht werden.