Der Kuss des Spinnenmännchens

Spinnen: Diese Tiere faszinieren mich immer wieder – auch wenn ich sie wie viele andere Menschen schon ein wenig unheimlich finde. Besonders gruselig ist für mich zum Beispiel das Phänomen, dass die Schwarze Witwe während der Kopulation das Männchen oft durch einen Biss tötet. Was da genau dahinter steckt, kann man hier nachlesen. Nun wurde eine neue Spinnengattung entdeckt, die auf Bisse beim Liebesspiel zu stehen scheint: Peter Jäger vom Senckenberg Forschungsinstitut in Frankfurt kam der bislang unbekannten Gattung aus der Familie der Riesenkrabbenspinnen auf die Spur (Foto: Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung/John Leroy/dpa). An den Vorderkörpern der weiblichen Spinnen entdeckte er paarweise Bissspuren. Der Forscher geht davon aus, dass diese Verletzungen bei der Paarung entstanden sind. Bei den Männchen fand er keine solchen Bissspuren. Er vermutet nun, dass die Männchen bei der Paarung gegenüber den Weibchen etwas rabiater vorgehen.

Lebensraum der neu entdeckten Spinnenart ist der Sand in der südafrikanischen Wüste. Es handelt sich um nachtaktive Tiere, denen der Wissenschaftler den Namen „May bruno“ gab. Außer den Bissen sind bei diesen Spinnen Borstenbüschel an den Fußspitzen auffallend. Die haben wohl den Zweck zu verhindern, dass die Tiere in den Sand einsinken. Die Viecher sind auch nicht gerade klein: Ihre Beinspannweite wird mit acht bis zehn Zentimeter angegeben.