Nichts aufgedeckt!

Krassen Fällen von Steuerverschwendung will die Sendung auf den Zahn fühlen, unter dem Motto  „Mario Barth deckt auf“ (Foto: RTL). Dabei kommt eine eigenartige Mischung aus Comedy-Show und Polit-Magazin heraus, und das auf unterstem Niveau. Warum die Delfinlagune des Nürnberger Tiergartens darin auftauchte, bleibt für den Zuschauer, der nicht das ganze Vorgeplänkel mitbekommen hat, nach der Sendung ein Rätsel. Denn um Steuerverschwendung bei der Lagune ging es gar nicht – konnte es ja auch nicht, weil es die eben nicht gibt. Und so hatte sich auch der Bund der Steuerzahler, der mit seinem Präsidenten Reiner Holznagel regelmäßig bei Mario Barth zu Gast ist, vorab via Facebook auf die Frage eines Users folgendermaßen geäußert: „Einige Fälle von Steuergeldverschwendung, die bei ‚Mario Barth deckt auf‘ gezeigt werden, stammen aus dem alljährlichen Schwarzbuch von uns. Dieser nicht.“

Der inhaltlich mehr als dünne Beitrag über die Lagune brachte keine neuen Erkenntnisse. Darüber konnten auch die prall sitzenden Glitzer-Shorts von Moderatorin Nina Heinemann nicht hinwegtäuschen, die dem „5-Sterne-Wasserpark“ Lagune am Ende alle Sterne aberkannte. Das ist sie von ihren Hotel-Tests her so gewöhnt. Viel mehr als ein paar Fragen zu rückläufigen Besucherzahlen im Tiergarten seit Eröffnung der Lagune  (die aber mittlerweile ja wieder im Steigen begriffen sind) fiel ihr nicht ein. Mussten also die sattsam bekannten Baumängel herhalten, die ja keiner bestreitet, für die aber die Stadt bzw. der Tiergarten nichts kann. Und weil auch dieses Thema nicht genug hergab, kam zum gefühlt millionsten Mal die Gabe von „Beruhigungspillen“ an die Großen Tümmler aufs Tapet.

Wohl um den wenig eindrucksvollen Fakten ein wenig mehr Gewicht zu verleihen, wurde ein Video zugespielt, in dem der ehemalige Flipper-Trainer und heutige Delfinariengegner Ric O´Barry die Menschen aufforderte, Delfinarien nicht zu besuchen und die Tiere lieber in eine „delfinwürdige Bucht“ zu entlassen. Und dann wurde noch ein wenig Werbung gemacht für das „Dolphin Care“-Projekt des Wal- und Delfinschutzforums WDSF. Der kurze Auftritt von dessen Vertreter Jürgen Ortmüller blieb so blass, dass er gar nicht weiter erwähnenswert ist.

Insgesamt war das viel Vorab-Lärm um nichts. Würde die Sendung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen laufen, würde ich mal nachfragen wollen, wie viel dafür von unseren Steuergeldern verschwendet wird.

16 Kommentare in “Nichts aufgedeckt!

  1. Wenn die Delfinariengegner nicht mehr zu bieten haben als ein Blondchen mit engen Shorts, dann brauchen wir uns vor denen nicht mehr zu fürchten. Mit seinen geplanten und beworbenen „Dolphin Care“ wird der Steuerberater ohnehin sein Waterloo erleben. Die Zeit ist reif.

  2. Zu der Sendung als solchiges kann man auch maximal q.e.d sagen…was also zu erwarten war.

    Zumal bis heute niemand erklärt hat, wo eigentlich der Unterschied zwischen einer betreuten Delfinbucht und einem Delfinarium liegen soll. Auch in der betreuten Bucht wird es Tierärzte und Fütterungen geben, nur die ach so bösen Shows wird es nicht mehr geben und wie man dann die Tiere artgerecht beschäftigen will? Ach darüber nachzudenken ist mir echt zu müßig und auch wenn das Ende des Abendlandes ob dieses Beitrages schon oft herhalten müsste bin ich mir in der einen Tatsache sicher: Es wird und bleibt ein Sturm im Wasserglas. Und das ist auch gut so.

    Die viel bessere Alternative: Aljoscha und Volodya beim toben zusehen 😀

  3. BTW. Laut dem Vize-Chef des Tiergarten hat es übrigens Delphinshows in Nürnberg ohnehin nie gegeben 😉 Nur merkwürdig, dass ich noch Aufnahmen davon auf meiner Festplatte habe und im Betriebshof einige Zeit entsprechende ausrangierte Gerätschaften rumlagen, die ich beim Tiergartentag und einem „Blick hinter die Kulissen“ gesehen habe.

    Wie dem auch sei.

    Die Alternative der selbsternannten Delphinschützer die Tiere von der Nürnberger Lagune in ein Art „betreutes Wohnen“ für Delphine zu verfrachten kann auch nur ein schlechter Witz sein. Den Leuten wird suggeriert sie kämen in „Freiheit“.

    Und was ist bitte mit den anderen Tieren. Sind die weniger wert, darf man die im „Tierknast“ halten? Das alles zeigt, um was es den so genannten Tierschützern wirklich geht. PR, neue Mitglieder und damit Mitgliedsbeiträge und Spenden. Generiert durch das schwere Schicksal der ach so süßen Delphine. Offen kommuniziert wird das nicht.

    Dafür versucht man die Zoos und Tiergärten zu diskreditieren. Schäbig nenne ich das. Die haben schon mehr für den Naturschutz getan als alle dieser so genannten radikalen Tierschützer zusammen. Deswegen arbeiten auch seriöse Tier- und Naturschutzorganisationen mit den Zoos zusammen anstatt sie zu bekämpfen.

  4. Wer RTL schaut ist selber schuld.
    Schlecht bis gar nicht recherchiert
    Hauptsache man hat irgendwas gesagt und heizt die Stimmung an
    RTL ist die BILD des Fernsehens
    Man kann nur eins dazu sagen:
    Es sin(g)kt für Sie: Das Niveau

  5. Konnte den Part der Sendung betreffend Lagune heute als Filmfragment sehen. Ich frage mich, ob die gesammte Format immer so gestaltet ist. Wirkt eben schnell zusammengehauen. Preiwert. Glaubwürdigkeit nur für gutglaubende Menschen mit hohem Naivitätspotential. Propaganda auf dem Rucken von Tieren mit allgemein bekannten Pauschalbehauptungen. Keine davon mit real Background. Schlimm noch den Flipper-Menschen hinzuzuschalten, der aufgrund schlechtes Gewissen und Einbildungen in seinem Kopf ( heute weiß jeder, wo will, was die Todesursache ’seiner‘ Delfine war, nix mit Selbsthinrichtung!) Meinung zu machen sucht, das auf seiner subjectiven psychischen Belastung basiert. Und Eilat als Musterbeispiel .Sonst hat dasselbe Profil diese Einrichtung kritisiert. Der Part im Barth- Format war lächerlich zuwenigst fur die, die etwas Background-Wissen haben. Ist alles im Barth-Format so ‚recherchiert‘? Dannn muss sich dieses Format selbst abschaffen, reinste Geldverschwendung.

  6. Hallo!
    Ich habe mir den Bericht auch angesehen und war zu tiefst entsetzt.
    Steuergelderverschwendung= Im Leben nicht!
    Total Sch…. recherchiert. Die Behauptung mit den 30 toten Delphinen kann ja wahr sein, aber kein Wort seit wann.
    Der Tiergarten Nürnberg züchtet seit Jahren erfolgreich. Nicht nur bei den Delphinen.
    Ich finde es sowieso seltsam.
    Sich aufzuregen wegen der Lagune, aber es werden immer noch Tausende von Delphinen geschlachtet im Japanischen Meer.
    Hätten wir nicht den Tiergarten, wüßten unsere Kinder nicht einmal wie wilde Tiere aussehen.
    In freier Natur sterben sie bald, weil „dumme“ Menschen Tiere erschiessen, nur als Freizeitgestaltung!!!!

  7. Wie zu erwarten war es eine äusserst schlecht recherchierte Sendung.
    Typische Phrasen von selbsternannten Facebook Sofa „Tierschützern“ wurden ausgepackt, das passiert wenn fachfremde wie Steuerberater oder Hoteltester versuchen etwas über Delfine zu berichten, da kann nix anderes kommen ausser MÜLL!
    Nürnberg steht zu seinem Tiergarten und natürlich zur Lagune!

  8. Unsere Kinder brauchen eine Zukunft!

    In 30 Jahren will ich und ich hoffe es muss auch kein Kind auf diese hässliche Betonbunkeranlage sehen, in der Delfine sinnlose Kunststücke aufführen.

    Wir wollen alle eine Zukunft für die Tiere.
    „Artgerecht ist nur das Meer“ für die Delfine.

    Jetzt wäre die Chance da, noch diese Zukunft zu gestalten. Aber dazu müsste vor allem der Tiergarten Nürnberg über seinen Schatten springen.

  9. Und dann wundert sich RTL, warum seit einiger Zeit immer wieder der Vorwurf der Lügenpresse auftaucht….

  10. ‚Artgerecht ist nur die Freiheit‘ … schön wäre es. Da wird auf einen Verlust von angeb. 30Delfinen in einem Zoo propagandamäßig herumgedrüst.Ohne dabei den Zeitraum von Jahrzehnten zu berücksichtigen und die Tatsache, dass gerade in den Anfängen durch Unwissenheit viel schief lief. Ich schätze mal, soviele Delfine sterben stündlich in den Meeren. Als Beifang, an Plastikmüll u.s.w. Welcher Zynismus, sich als Tierschützer zu bezeichnen, aber nicht so viel Wertschätzung für due Tiere zu erübrigen, wenigstens korrekt zu recherchieren. Kein Konzept, eine Lagune als Beispiel, in der schon einiges durch die Netze passierte, wo Leute mit den Delfinen schwimmen ( vorher angeprangert, plötzlich gutes Beispiel! Wie das Fähnchen auf dem Turme!). Nur peinlich, nicht nur wegen der Doppelzüngigkeit dessen, der hinter diesem schlampigen Beitrag steckt. Ein Schlag ins Gesicht des echten Journalismus! *Fremdschäm*

  11. ORTMÜLLER HAT DIE NAMEN ETLICHER PROMINENTER FÜR SEINE „SACHE“ OFFENBAR MISSBRAUCHT

    Ortmüller schreibt in seiner heutigen Pressemitteilung (Fassung heute früh!!!! Screenshot liegt vor)

    (http://www.mynewsdesk.com/…/mario-barth-deckt-auf…)

    u.a.:

    „Sämtliche Promis mit Nina Heinemann, Dieter Nuhr, Ingo Appelt, Christopher Posch, Joachim Llambi, Franz Obst, Florian Schroeder, Annett Möller und Sportmoderatorin Laura Wontorra forderten mit Mario Barth unter dem tosenden Beifall der Studiobesucher „Freiheit für Flipper“.“

    Joachim Llambi, von dem ich sehr viel halte, war also explizit aufgeführt.

    Ich habe Herrn Llambi daraufhin angeschrieben und um Stellungnahme gebeten. In seiner Antwort schreibt er mir:

    „Sehr geehrter Herr ******, leider liegen sie falsch und haben nicht richtig zugehört. Insbesondere zu dem Thema „Freiheit für Flipper „habe ich mich bewusst nicht geäußert. In dem Einspielfilm kam ich auch nicht vor. Mit besten Grüßen, Joachim Llambi

    Ich habe ihm (Llambi) daraufhin empfohlen, eine Gegendarstellung zu erwirken. Die kam zwar nicht, aber jetzt (Pressemitteilung, Fassung von 14:36 Uhr) sieht der Text in Ortmüllers Pressemitteilung so aus:

    „Nina Heinemann, Christopher Posch, Nina Moghaddam, Hugo Egon Balder, Annett Möller, Florian König und die vielen anderen Prominenten forderten mit Mario Barth unter dem tosenden Beifall der Studiobesucher“Freiheit für Flipper“.

    „Sämtliche“ fehlt, „Dieter Nuhr“ fehlt, „Ingo Appel“ fehlt, mein Freund „Joachim Llambi“ fehlt, „Franz Obst“ fehlt, „Florian Schroeder“ fehlt und „Laura Wontorra“ fehlt. Stattdessen sind jetzt Unbekannte Größen wie „Nina Moghaddam“ und „Florian König“ nachgerückt, damit die Liste nicht gar zu nackig aussieht.

    Ortmüller hat also auch hier zum wiederholten Mal die Wahrheit so hingedreht, wie er sich einen Vorteil davon versprach. Er hat meiner Ansicht nach die wirklich prominenten für seine Zwecke ausgenutzt. Nach Kritik hat er keine Gegendarstellung gebracht, sondern den Originaltext heimlich still und leise verändert. So kennen wir das von ihm!

  12. Artgerecht ist nur die Freiheit – eine großartige Theorie.
    Ähnlich wie Geld für alle oder nie wieder krank sein.

    Der eine oder andere sollte mal seinen Planeten näher inspizieren.
    Hier wird alles zubetoniert, abgeholzt und auch das letzte Naturschutzgebiet nach Rohstoffen untersucht. Letztendlich wird jedes Gesetz den Bedürfnissen der Industrie unterworfen unter dem Deckmäntelchen, der Sicherung der Arbeitsplätze.

    Natürlich ist das Meer da völlig anders.
    Überfischung, Schadstoffe, treibende Plastikmüllfelder, Schiffslärm, Wilderei sind eine wahre Wohltat für einen befreiten Delfin aus der Nürnberger Lagune. Denen macht sowas nichts aus.

Kommentarfunktion geschlossen.