Rettungspläne für den König der Tiere

LöwenIch habe hier schon vor fast zwei Jahren darüber geschrieben, nun gibt es neue Erkenntnisse in Form einer aktuellen Studie – niederschmetternde Erkenntnisse, muss man leider sagen: In einer ganzen Reihe von afrikanischen Regionen sind Löwen vom Aussterben bedroht. Es gibt nur einen winzigen Hoffnungsschimmer: In Schutzgebieten im südlichen Afrika steigt die Zahl der Tiere. Das hat eine internationale Forschergruppe um Hans Bauer von der Universität Oxford herausgefunden.

Die Wissenschaftler haben Studien aus 47 verschiedenen Regionen Afrikas aus den letzten 25 Jahren verglichen und festgestellt, dass  es große regionale Unterschiede gibt. Alarmierend ist – wie in meinem Beitrag vom Januar letzten Jahres schon beschrieben – die Situation in West- und Zentralafrika. Die Forscher gehen davon aus, dass dort in den nächsten 20 Jahren die Hälfte der Löwen verschwunden sein wird. Schlimm sieht es außerdem in Ostafrika aus, wo die Löwenpopulationen ebenfalls abnehmen.

Immerhin: In Botsuana, Namibia, Südafrika und Simbabwe verzeichnen die Forscher eine steigende Zahl der Raubkatzen. Allerdings leben die Löwen dort in eingezäunten Schutzgebieten. Was zumindest zeigt, dass Reservate unverzichtbar sind, um den Bestand dieser Tiere zu retten.

Die Wissenschaftler um Hans Bauer kommen auch zu der Erkenntnis, dass der beängstigend schnelle Rückgang der Raubkatzen in großen Teilen Afrikas auf eine deutliche ökologische Verschiebung hinweise: Löwen spielen demnach nicht mehr die Schlüsselrolle des obersten Räubers.

Der WWF Deutschland beklagt, dass Löwen unter dem zunehmenden Verlust ihrer Lebensräume durch den Menschen leiden und die Konflikte mit Siedlern und Bauern dem Bestand schaden. Außerdem führe die menschliche Jagd dazu, dass es immer weniger Beutetiere für die Löwen gibt. Und der Handel mit Körperteilen von Löwen für medizinische Zwecke gibt dem „König der Tiere“ dann den Rest. Der WWF setzt sich deshalb dafür ein, die Beutetiere der Löwen zu schützen und Schutzgebiete durch Wildtier-Korridore miteinander zu verbinden.

9 Kommentare in “Rettungspläne für den König der Tiere

  1. Wer hätte das gedacht Frau Wolf!
    Also haben hier doch wieder einmal die Zoos versagt.
    Artenschutz hat nur vor Ort einen Sinn.
    Zoos und Tiergärten haben jahrelang zugesehen, wie erst der asiatische Löwe ausstirbt und nun geht es dem afrikanischen Löwen an die „Mähne“.

  2. Haben mal wieder die Zoos versagt? Warum eigentlich Frau Meyer? Fällt Ihnen in Ihrer stereotypen Argumentation wider nichts ein?

    Sind es nicht die Zoos, die Hilfsprogramme vor Ort unterstützen? Klären die Zoos nicht auf? Versuchen die Zoos nicht zu sensibilisieren?

    Sehen Sie das nicht? Oder wollen Sie das nicht sehen?

  3. Kaum ein Zoo klärt Leute aktiv über Artenschutz von Löwen auf.
    Fragen sie doch einmal die Zoobesucher wo der Löwe im Tiergarten Nürnberg in der Natur vorkommt?
    Ich habe das einmal für 1 Stunde gemacht. Erstaunlicherweise waren 95 % der Ansicht, dass der asiatische Löwe aus Afrika kommt.
    Hier scheint der Bildungsauftrag nicht sehr erfolgsverwöhnt zu sein.
    Wobei sind wir doch mal ehrlich! Asiatischer Löwe!
    … meines Wissens sind alle Asiatischen Löwen größtentteils Mixlöwen oder aus Inzucht. Weil es genug davon in Zoos gibt, tötet man sie inzwischen in einigen Zoos in Europa. In Dänemark können sie dann in den Eingeweiden herumwühlen Herr oder Frau Brummbär!

  4. @Heike M. Meyer
    Tut mir leid, ich verstehe den Zusammenhang, den Sie zwischen Zoos und den aussterbenden Löwen in Afrika herstellen, nicht.

  5. Frau Wolf, werben Zoos nicht dafür, dass sie Artenschutz betreiben.
    Mir scheint es oft so, als wollten sie gar nicht verstehen. Sie sehen nur ihre Interessen als Mensch und Journalistin.
    Ich dagegen vertrete die Tiere, versuche mich in ihre Situation hineinzuversetzen.
    Der einzige Zoo, der meines Erachtens noch einigermaßen glaubhaft ist, was den Artenschutz von (Zoo)-Löwen ist, ist der Leipziger Zoo.

    Dort stellen sich die Tierpfleger noch vor die Leute und klären tagtäglich die Leute vor Ort auf.

    Ihnen ist sicherlich auch bekannt, dass der Asiatische Löwe so gut wie ausgestorben ist. Leider haben da die Zoos tatenlos zugesehen. Erst als es fast zu spät war, hat man erkannt das es nur vor Ort Sinn macht, dem Artensterben entgegen zu wirken.

    In einem Vortrag im Tiergarten Nürnberg von Herrn Mägdefrau musste ich mir sogar anhören, dass man mit der Jagd auf Tieren in den sogenannten „Farmen“ in Afrika „Artenschutz finanziere“.

    Ganz ehrlich! In ein paar Jahren wird man auch den Afrikanischen Löwen auf die „rote Liste“ der gefährdeten Arten setzen.

    2015 wurden bereits mehrere Löwen aus schlechter Zoohaltung in Asien gerettet und in bessere Haltungen vermittelt. Warum nimmt kein deutscher Zoo solche Tiere auf?

  6. Sie versuchen sich in ein Tier hineinzuversetzen? Das ist sportlich und abenteuerlich und psychologisch sehr interessant.

    Wenn 95% bei einem Zoobesuch nicht wissen wo der asiatische Löwe herkommt, dann haben 95% die Beschilderung nicht gelesen. Es kann natürlich auch sein, dass diese Menschen einfach Fakten ignorieren und nicht wahrhaben wollen. Sieht man ja auch tagtäglich in Zoos und in den Medien. Dann der der Zoo Fakten präsentieren soviel er will. Ich denke da nur an die Medikamentengabe an die Tiere oder die Fußverletzung bei einem Gorilla.

    Warum geben Sie denn offensichtlich alleine den Zoos die Schuld? Es gibt dutzende Tierrechts- und Tierschutzvereine, die seit vielen Jahren auch auf dieses Thema Artenschutz hinweisen. Dann haben diese Vereine, trotz Millionen an Spenden, offensichtlich auch versagt? Mir ist übrigens kein Tierrechtsverein bekannt, der auch nur einen müden Euro in den aktiven Schutz vor Ort ausgegeben hätte. (naja VierPfoten versucht es wenigstens)

  7. Ja die Situation der Löwen in Afrika ist kritisch , warum Jagd auf Löwen immer noch erlaubt ist, ist eigentlich Wahnsinn .

    Dagegen die Zahlen der Asiatusche Löwen steigt . Die letzten Zahlen aus 2015 waren schon über 500 Exemplare . 2005 waren Wanze 309. Warum hier Zoos versagen sollten ist – Entschuldigung – Blödsinn ! Es gibt auch eep für Asiatische Löwen , also kann sich hier auch nicht um Mischlinge handeln.

  8. Jedenfalls unterhalte ich mich nicht mit Brummbären, die scheinbar von nichts eine Ahnung haben.

    Frau Mirus, warum fahren Sie eigentlich nicht einmal nach Sibirien und fotografieren dort Tiger? Nein, das tun sie nicht. Sie beißen lieber nicht in die Hand, die sie mit Fotos für ihr Buch füttert.

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