Kein Zoff um Delfine!

Delfinarium2Auch wenn es eine andere Nürnberger Tageszeitung heute auf ihrer Seite eins meldet: Es gibt nicht schon „wieder Zoff um Delfine“ im Nürnberger Tiergarten! Es gab gestern lediglich eine Sitzung des Bauausschusses des Stadtrats. Dort wurde beschlossen, für 1,2 Millionen Euro das ehemalige Delfinarium II so weit instand zu setzen, dass es während der Ausbesserungsarbeiten an der Lagune als Ausweichquartier dienen kann. Diese Pläne sind seit Sommer bekannt.

Das war Ende der 1980er Jahre schon einmal der Fall. Damals diente die ungefähr 20 mal 30 Meter große Holzhalle mit zwei Rundbecken (siehe Foto), die sich über zwei Schleusen verbinden oder trennen lassen, als vorübergehende Behausung für Meeressäuger wähernd der Renovierung des alten, 1971 eröffneten Delfinariums. Später fanden dort Geburten von Delfinbabys und deren Aufzucht statt, außerdem konnte man einzelne Tiere bei Krankheit oder Streit kurzzeitig unterbringen, wenn es im alten Delfinarium zu eng wurde. Spätestens seit Eröffnung der Lagune war die Halle überflüssig.

Wenn sie während der Ausbesserung der Lagune wieder benutzt werden soll, benötigt sie ein neues Dach mit Wämedämmung. Große Tümmler könnten vorübergehend dort beherbergt werden, falls der Baulärm in der Lagune zu groß wird. Damit die Stadt die 1,2 Millionen nicht nur für diesen Notfall ausgeben muss, soll die Halle künftig auch anderweitig genutzt werden: zum Beispiel für  Kalifornische Seelöwen oder Pelikane während der Wintersaison.

12 Kommentare in “Kein Zoff um Delfine!

  1. Stadträtin Monika Krannich ist es wohl entgangen, dass es sich hier um eine „besondere“ Situation handelt. Das von ihr zitierte Säugetiergutaschten beschreibt den Regelbetrieb! Wenn die Delfine vorübergehend in das kleine Ausweichquartier müssen, ist es allemal besser, als wenn sie in den maroden (was der TG NICHT ZU VERANTWORTEN HAT!!!!) und vom Baulärm beeinträchtigten Lagunen-Becken bleiben.

    Frau Krannich ist dann sicher so eine, die – falls sie mal einen Notfall hat und einen Krankenwagen braucht (was ich ihr nicht wünsche!!!) dass sie dann sagt, der entspricht nicht ihrer gewohnten Größe und außerdem mache die Sirene auch n och tatü-tataa.

    Die Frau hat offensichtlich die Realität vollends aus den Augen verloren.

    Welche (REALISIERBARE!!!!) Alternative bietet sie denn an? Das „Lagunen“-Luftschloss einer sogenannten Delfinschutz-Organisation? Seien Sie versichert: Diese Lagune wird es niemals gegen, da deren DUAERHAFTE Nutzung gegen sämtliche Vorschriften verstoßen würde.

    Das Ausweichbecken ist ein AUSWEICH-Becken in einer Situation, die der Tiergarten NICHT zu verantworten hat.

  2. Über die „Zoff-Schlagzeile“ hab ich mich auch geärgert!
    Leider ist es so, dass manche TiGaBerichte in der genannten Tageszeitung manchmal die nötige Objektivität vermissen lassen

  3. In dem Säugetiergutachten ist leider Keine Rede von einem Regelbetrieb, Herr Hengel. Auch wenn Sie es gerne so hätten. Zum Raumbedarf steht im aktuellen Säugetiergutachten folgendes:“Für eine sozial intakte Gruppe von bis zu 5 erwachsenen Großen Tümmlern gelten folgende Mindestmaße: Die frei zugängliche und von den Tieren voll nutzbare Gesamtfläche des Mehrbeckensystems muss mindestens 600 m² mit einem Wasservolumen von mindestens 2.200 m³ betragen. Für jedes weitere Tier ist zusätzlich eine Wasserfläche von 75 m² mit einem Wasservolumen von 300 m³ erforderlich.“
    Da sich die Instandsetzungsarbeiten der Lagune nicht nur über einige Tage hinziehen werden, sondern vielmehr über ein bis zwei Jahre andauern werden,finde ich den Einwand von Monika Krannich absolut nachvollziehbar.

  4. @Rüdiger Hengl
    Tut mir leid – da reagieren die Kollegen leider empfindlich, wie ich erfahren musste, als ich sie letztes Mal genannt habe.
    Ich konnte auch nicht auf den Artikel verlinken, weil online auf „nordbayern.de“ eine andere Fassung als in der Zeitung stand.

  5. Frau Wolf, sie schreiben
    “ … später fanden dort Geburten von Delfinbabys und deren Aufzucht statt, außerdem konnte man einzelne Tiere bei Krankheit oder Streit kurzzeitig unterbringen, wenn es im alten Delfinarium zu eng wurde. Spätestens seit Eröffnung der Lagune war die Halle überflüssig.“

    Warum veröffentlichen Sie nicht die Zahlen in ihrem Bericht, wie viele Delfine in diesem Becken starben?

    Selbst als Winterquartier für Pelikane ist dieses Becken ungeeignet. Zudem nehme ich doch an, dass die Wasserqualität dort bei Weitem nicht an die in der Lagune heranreicht.
    Ist dann zu befürchten, dass Chemikalien zum Einsatz kommen?

  6. Herr Hengl kann die Wahrheit einfach nicht ertragen und dreht sich alles so zurecht, wie es ihm grad passt. Das Säugetiergutachten spricht in kleinster Weise von einem Regelbetrieb und Fakten lassen sich nun mal nicht weg diskutieren. Herr Hengl reagiert da leider immer sehr unvernünftig und ich frage mich, ob er Frau Krannich wohl auch aus lauter Frust schon mit Schläge gedroht hat, wie er es bei mir während einer Diskussion gemacht hat. Leider finden solche Menschen immer wieder Plattformen auf denen sie sich austoben können, andere beleidigen können und mit Gewalt drohen können! Screen der Drohung durch Hengl ist natürlich vorhanden.

  7. Herr Hengl ereifert sich mal wieder.

    Sie diskretieren die Stadträtin! Ihr Benehmen betrachte ich dem Tiergarten abträglich. Ihre Bildungssituation sollte eigentlich dermaßen ausgereift sein, daß Sie, Herr Hengl, auf wirklich
    nicht passende Vergleiche verzichten sollten!
    Von welchen Prämissen ist denn der Tiergarten ausgegangen? Ein immer und ewig währendes
    dichtes Becken? Das kann doch gar nicht Ihr Ernst sein!
    Entweder ignorieren Sie Fakten oder leugnen Fakten weg, das ist wohl klar.
    Vergessen Sie bitte niemals, das dss der Steuerzahler für all diese Dinge geradestehen muß!
    Da sollten Sie auch ihre Wortwahl klar darstellen können!
    Eine besondere Situation ist wiederholt die Auffälligkeit Ihres Benehmens – das wird sicherlich Gegenstand sein – ob Sie als Vertreter des Tiergartens solche Äußerungen überhaupt tätigen sollten – oder klar darstellen – „persönliche Meinung“ nicht offiziell nutzbar!

  8. Natürlich ist in diesem Gutachten ( ist übrigens kein Gesetz, sondern nur eine Hilfestellung für die Aufsichtsbehörden) der Regelbetrieb des Betriebes dargestellt und keine kritischen Situationen im Ablauf des Betriebes.

    Darüberhinaus gibt es Hilfestellungen für den Bedarfsfall:

    1.3 Eine Möglichkeit, um Tiere im Bedarfsfall (z. B. Zucht, Unverträglichkeit oder veterinärmedizinische Betreuung) unverzüglich abtrennen zu können, muss vorhanden sein. Abtrenngehege, die die Mindestanforderungen nicht vollumfänglich erfüllen, dürfen für die Haltung von Tieren bis zu drei Monaten verwendet werden. Eine länger als drei Monate dauernde Unterbringung in solchen Gehegen bedarf der Begründung und ist frühzeitig mit dem Amtstierarzt abzustimmen.

    1.4 Quarantänegehege und –anlagen sowie Haltungen zur tiermedizinischen Betreuung von Tieren, in denen die Tiere unter dauernder veterinärmedizinischer Aufsicht stehen, sind Einrichtungen einer vorübergehenden Unterbringung und dürfen daher von den Mindestanforderungen abweichen.

    1.5 Pflege- und Aufnahmestationen z.B. in Zoos, Artenschutzeinrichtungen oder Tierheimen, die die Mindestanforderungen nicht vollumfänglich erfüllen, dürfen bis zu drei Monate für die Haltung von Tieren verwendet werden. Eine länger als drei Monate dauernde Unterbringung in solchen Stationen bedarf der Begründung und ist mit dem Amtstierarzt abzustimmen.

    Da sicherlich alles mit dem zuständigen Amtstierarzt und den entsprechenden Stellen abgesprochen wird, sehe ich keine Probleme auf Grund des Säugetiergutachtens.

  9. @Brummbär
    Danke, Brummbär! Wer das liest, sieht, dass die Vorwürfe der Delfinariengegner u.a. Leute völlig aus der Luft gegriffen sind.

  10. Klar liest sich das alles sehr schön – Herr Brummbär.

    Nur erklärt sich dadurch nicht alles!
    Säugetiergutachten hin oder her, die Tiere, hier die Delfine, sind a) nicht unter Quarantäne
    b)Abtrenngehege brauchen halt auch die Schleusen
    c)Regelbetrieb des Betriebes? das liest sich nur schön – erklärt gleichwohl nur sich selbst als Worthülse
    d)Quarantäne bedürfte einer Begründung und Dokumentation



    Die Delfine bleiben doch die Opfer, das steht fest!

  11. Natürlich ist das in Ihren Augen der Begriff Regelbetrieb nur eine Worthülse, dies belegt ja schon der letzte Satz.

    Was ich deutlich machen wollte, ist, dass dieses rechtsunverbindliche Sügetiergutachten durchaus Ausnahmen zulässt, wenn diese mit dem Amtstierarzt vereinbart sind. Man kann nicht jede Individualität vorhersehen und erst Recht nicht auch vorschriftenmäßig fixieren.

    Mich würde einmal interessieren welche praktikable Alternative Sie zur Renovierung haben. Sollten Sie außer Schließung keine haben, dann brauchen Sie nicht zu antworten.

Kommentarfunktion geschlossen.