Der tierische Jahresrückblick

ErdmaennDie Erdmännchen haben zwar im Tiergarten Nürnberg im zu Ende gehenden Jahr keine Schlagzeilen gemacht. Trotzdem gehören sie zu den beliebstesten Zootieren überhaupt, und deswegen habe ich für meinen traditionellen Jahresrückblick dieses Foto ausgewählt. Auch, weil es so etwas Erwärmendes hat, nicht nur temperaturtechnisch gesehen. – Nun aber mal zu den harten Fakten. Der Tiergarten war 2015 mit außergewöhnlich vielen Tierbabys gesegnet: Charlotte, Aljoscha, Volodya, Kang-Ju, Ayana, um nur die attraktivsten Publikumsmagneten zu nennen:

  • Eisbärenmädchen Charlotte gehört mit ihrem Geburtstag am 21. November 2014 streng genommen noch zu den Vorjahresbabys. Doch erst im März 2015 kommt sie zum ersten Mal mit Mama Vera aus der Wurfhöhle und stellt sich dem Publikum vor. Ein echter Wonneproppen!
  • Groß ist die Freude, als am 6. Juli die Tigerzwillinge Aljoscha und Volodya das Licht der Welt erblicken. Vor dem Raubtierhaus bilden sich Besucherschlangen.
  • Bei den Schneeleoparden stellt sich mit Kang-Ju und Ayana nur ein paar Wochen später Nachwuchs ein.
  • Die im Juni geborenen beiden Kleinen Pandas (auch Katzenbären genannt) werden bald zu Halbwaisen: Ihre Mutter Patna liegt eines Tages tot im Gehege – Herzversagen! Die Babys wachsen und gedeihen per Handaufzucht trotzdem gut.

Außer den Geburten gab es auch eine Reihe von Neuzugängen im Tiergarten. So sind seit April  zum ersten Mal überhaupt im Zoo am Schmasuenbuck Fischkatzen zu sehen, und zwar im früheren Gehege der Brillenbären. Besser gesagt, ein Fischkater. Er wartet immer noch auf eine Partnerin. Ein neuer Tiergartenbewohner ist auch Sofie. Die neunjährige Panzernashorndame kam im Oktober für Seto Paitala, die in Nürnberg geborene „Weißfüßige“. Sonst hätte es Inzucht mit Seto Paitalas Vater Ropen geben können. Nun hofft man, dass sich Ropen und Sofie gut verstehen und die bedrohte Tierart zu erhalten helfen.

Für überregionales Presse-Interesse sorgte der Tiergarten 2015 aber mit Bewohnern, die plötzlich vom oder im Erdboden verschwanden. Schaf Rosi wird im Mai nach München ins Bordell entführt, von der Polizei aufgespürt und schließlich zurückgebracht. Anders die Präriehunde, die nach dem Winterschlaf nicht mehr aus ihrem unterirdischen Höhlensystem auftauchten. Spätere Suchaktionen mit Baggern brachten auch keinen Erfolg. Ein chinesischer Muntjak, der mit den Panzernashörnern in einer WG lebte, suchte im Juni das Weite. Warum und wohin, bleibt sein Geheimnis.

So, und nun wünsche ich meinen Lesern und allen Tieren einen schönen Jahreswechsel ohne zu lautes Böllern und ein wunderbares 2016!

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