Tiergarten unter Deutschlands „Top Ten“

TiergartenbesucherWährend der Duisburger Zoo heute die traurige Pflicht hatte, den Tod eines seiner erst vor kurzem geborenen Delfinbabys bekanntzugeben, herrschte im Tiergarten Nürnberg eitel Freude und Sonnenschein: Das schöne Wetter des vergangenen Jahres brachte dem Zoo am Schmausenbuck bei den Gästezahlen das viertbeste Ergebnis in seiner Geschichte und zeigt, dass er zu den „Top Ten“ der deutschen Zoos gehört. 1.124.737 Besucher waren es, und damit 52.984 mehr als 2014. Selbst der Fünf-Jahres-Schnitt (1.074.000) wurde um 60.905 überschritten. Das beste Jahr hatte der Tiergarten mit Eisbärin Flocke 2008 erzielt. 1.281.286 Besucher waren es damals.

Um dem ewigen Genöle, das schon im Vorfeld im Netz zu lesen war, den Wind aus den Segeln zu nehmen, hier noch ein Hinweis zur Zählung, soeziell zu den Dauerkartenbesitzern. Deren Zahl ist ebenfalls wieder gestiegen: um 17 Prozent auf 7656. Und die Besitzer werden nicht bei jedem Besuch erfasst, sondern man rechnet bei ihnen 20 Besuche pro Jahr ein. Dabei hat die Umfrage, wie oft sie im Jahr mit ihrer Dauerkarte kommen, im Durchschnitt 34,62 Besuche ergeben.

Schlechtes Wetter – weniger Besucher im Tiergarten, schönes Wetter – viele Besucher. Eine Binsenweisheit eigentlich. Doch Zoogegner stellen sie stets als Ausrede hin, als bloßes Schutzargument. In Wirklichkeit seien rückläufige Gästezahlen ein Ausdruck des immer deutlicheren Desinteresses an Zoos, womöglich gar ein stummer Protest gegen „Tiergefangenschaft“. Im Fall des Nürnberger Tiergartens kommt dann meist noch die Behauptung, die Leute würden nicht mehr kommen, weil sie die Lagune bzw. die Delfinhaltung  ablehnen.

Langjährige Erfahrung zeigt aber: Das Wetter ist bei der Frage, gehen wir heute in den Zoo oder lieber woanders hin, der Faktor Nummer eins. Was nicht heißen soll, dass Tierparks nur auf Sonnenschein und Wärme setzen dürfen. Sie müssen vielmehr ständig daran arbeiten, dass ein Zoobesuch in guter Erinnerung bleibt. Sie müssen regelmäßig etwas Neues bieten – und wenn es so anscheinend Nebensächliches ist wie eine ansprechende Toilettenanlage oder schöne Pflanzen vor einem Gehege. Denn nur, wer am Ausgang sagt, schön war’s, der kommt auch wieder – und vielleicht auch öfter.

Mein persönlicher Tipp: Der Nürnberger Tiergarten als Landschaftszoo ist gerade auch im Winter bei Schnee besonders schön und einen Besuch wert.

9 Kommentare in “Tiergarten unter Deutschlands „Top Ten“

  1. KLasse Ergebnis und eine Klatsche für die „Prospekte-Verteiler“ vor dem TG, die glaubten, sie könnte mit ihren verlogenen „Aktionen“ irgendjemanden vom TG-Besuch abhalten.

  2. Man muss jedoch auch anerkennen, dass eben nicht alle solche Tiergarten Fans sind, wie wir es sind, die sich zumindest einmal im Monat blicken lassen. Ich lass persönlich ja auch mein Zeug Zuhause wenn das Wetter gar ganz grausig ist oder es brütend heiß ist.

    Nebenbei bemerkt, steigt die Anzahl der Vereinsmitglieder ebenso…rundum also gute Fingerzeige für den Tiergarten.

  3. Auch ich freue mich riesig über dieses Ergebnis. Alle Zoogegner werden damit Lügen gestraft, wenn sie immer und immer wieder ihre unhaltbaren Argumente und schon sehr abgenutzten Phrasen bei einem etwas besucherschwächeren Jahr hervorkramen.

  4. Zahlende Besucher im Tiergarten Nürnberg in 2015 mit 3 Prozent nur geringfügig erhöht – Dauerkartenverkäufe führen zu einem effektiven Einnahmeverlust

    Folge: „Wir denken darüber nach, die Eintrittspreise zu erhöhen“, bestätigte Bürgermeister Christian Vogel.

    Die ursprünglich kalkulierte Zahl von 1.180.000 zahlenden Besuchern, um alleine das städt. Darlehn von 20 Mill. Euro für die Baukosten der „Delfinlagune“ von über 31 Mill. Euro zu bedienen, wurde erneut nicht erreicht. Die Sanierung des stillgelegten Notfall-Delfinariums, das etwa 100 Meter von der „Delfinlagune“ entfernt liegt, ist mit mdst. 1,2 Mio. Euro kalkuliert. Die Sanierungskosten der „Delfinlagune“ selbst können bis zu 20 Millionen Euro betragen (Zitat aus der TV-Sendung „Mario Barth deckt auf“ am 07.10.2015: https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=1565339740407803&id=100007953767682&pnref=story). Ein neues Nilpferdhaus ist mit 1 Mill. Euro kalkuliert.

    In den vom Tiergarten verkündeten „Besucherzahlen“ für 2015 von 1.124.737 sind 7.656 Dauerkartenbesitzer mit einer Steigerung von 17% enthalten, die pro Jahr vom Tiergarten jeweils mit 20 Besuchen kalkuliert sind. Demnach sind in den Besucherzahlen für 2015 rund 153.000 Dauerkartenbesuche enthalten.

    Im Jahr 2014 waren es insg. 1.071.753 Besucher. Da die Dauerkartenbesitzer im Jahr 2014 noch etwa 6.700 betrugen (jetzt 17% mehr) mit 134.000 kalkulierten Besuchen (2015: 153.000), beliefen sich die Besucherzahlen ohne Dauerkartenbesitzer im Jahr 2015 demnach auf etwa auf 972.000 und im Jahr 2014 auf rund 938.000 Besucher. Das sind etwa 34.000 Besucher (3,08 %) im Jahr 2015 mehr als im Jahr 2014. Der Tiergarten spricht jedoch von einem Besucherplus von 52.984 Besuchern.

    Da bei den Besucherzahlen des Tiergartens auch Schulklassen und Ermäßigungskarten erfasst sind, ist die Anzahl der zahlenden Besucher, wenn überhaupt, nur geringfügig mit etwas über 3 Prozent gestiegen; selbst wenn man die erhöhte Anzahl der verkauften Dauerkarten einbezieht. Tatsächlich hat der Tiergarten durch den Anstieg von rund 950 mehr verkauften Dauerkarten in Relation zu bezahlten Einzelbesuchen der Dauerkartenbesitzer einen Verlust in Relation zu 2014 erzielt. Eine Dauerkarte kostet pro Jahr 65 Euro. Ein Einzelbesuch kostet 13,50 Euro und hätte bei den kalkulierten 20 Besuchen von 950 Dauerkartenbesitzern insgesamt Einnahmen von 258.000 Euro erbracht. Der Verkauf von zusätzlich 950 Dauerkarten á 65 Euro hat jedoch nur 61.750 Euro erzielt. Selbst wenn man nur von ursprünglich 10 Besuchen pro Dauerkartenbesitzer ausgeht, hätten diese Einnahmen bei 128.500 Euro gelegen.

    Die tatsächliche Höhe der Einnahmen hat der Tiergarten nicht veröffentlicht.

    Derzeitige Eintrittspreise:
    http://tiergarten.nuernberg.de/ihr-besuch/eintritt.html

    http://www.infranken.de/regional/nuernberg/Tiergarten-Nuernberg-hohe-Besucherzahlen-hoehere-Preise;art88523,1501286

  5. Herr Ortmüller, was wollen Sie uns mit Ihrer Rechnerei sagen? Jetzt wo die Besucherzahlen gestiegen sind verlagern Sie die Diskussion in eine andere Richtung und versuchen es jetzt mit der Finanzlage. Allerdings muss ich Ihnen hier Recht geben. Die finanzielle Lage ist nicht berauschend. Das wird sich auch nicht ändern, solange die Städte und Länder als Träger die gesellschaftliche Aufgabe eines Zoos oder Tierparks nicht richtig anerkennen. Es wäre wünschenswert wenn die Zoos und Tierparks die gleiche Anerkennung finden würde wie Oper und Theater oder Museen, die wesentlich höher subventioniert werden.

    Es stimmt das die tatsächliche Höhe der Einnahmen zur Zeit noch nicht veröffentlicht sind. Das wird sich vielleicht ändern. Die Hoffnung habe ich jedenfalls. Trotzdem ist der Tierparks transparent. Sollte die Nichtveröffentlichung als Vorwurf gedacht sein, so möchte ich Sie daran erinnern, dass Ihr WDSF an Verschleierung eigentlich nicht zu überbieten ist. Seit 2011 veröffentlichen Sie keine eigenen Zahlen. Von der Veröffentlichung der Verwendung von eingesammelten Spenden wollen wir hier erst gar nicht reden.

  6. @Brummbär
    Danke für diesen Kommentar. Schön, dass sich Leser finden, die Argumente von Herrn Ortmüller so überzeugend entkräften!

  7. Von Ortmüllers Aussagen halte ich generell gar nichts.

    So hat er 2014 in einer seiner Pressemitteilungen und auch in einem seiner You-Tube-Filme (#Youtube #WDSF999 ‚Walmord # Färöer Inseln) zwischen 1:20 und 1:30 behauptet, dass er mittels eines gecharterten Helikopters 80 Wale gerettet habe.

    Teile der Presse übernahmen diese Meldung offenbar ungeprüft. Später räumte Ortmüller in einem Leserbrief ein, dass er nur die Absicht (!) hatte, einen Helikopter zu chartern, was meienr Ansicht nach etwas ganz anderes ist, als einen zu chartern.

    Diese Woche entdecke ich nun in seinem You Tube Film, in dem seit 17 Monaten steht, dass er einen Helikopter gechartert und damit Grindwale gerettet habe, in englischsprachigen Fußnoten: „Ortmüller und Morlok had the intention (!) to charter a helikopter to guide the pilot whales back into the sea.“

    Er widerspricht sich jetzt sogar in ein und demselben Film!

    Warum soll man deshalb auf die Aussagen dieses Menschen irgendetwas geben? Ich glaube ihm nicht.

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