Der WWF und die Eisbären-Sender

EisbaerDa hat mich mal wieder ein Newsletter des WWF erreicht, zum Thema Eisbären im Packeis diesmal (der auf dem Foto oben lebt allerdings nicht im Packeis, sondern im Zoo von Hannover), verbunden mit der Bitte um Hilfe, Eisbären mit Sendern auszustatten. So können die Bewegungen der Tiere – insbesondere in Beziehung zum vorhandenen Packeis – online verfolgt werden: Auf einer interaktiven Karte kann man sich an die Spuren der Eisbären heften und genau beobachten, wo sich welche Tiere aufhalten. Beim Anklicken auf einer Karte bekommt eine Art Steckbrief über das jeweilige Exemplar. Der WWF schreibt dazu:

Die Bewegungsdaten zeigen uns zum Beispiel, wohin die Bären in Jahren, in denen es wenig Packeis gibt, wandern. Informationen wie diese helfen uns, zu verstehen, wie sich der Klimawandel und andere Bedrohungen auf die verschiedenen Eisbär-Populationen auswirken.

Angesichts der schlimmen Situation, in der sich die Polarbären befinden, eine tolle Sache, finde ich. Für mich hat sie allerdings einen kleinen Haken: Nur weibliche Eisbären kann man mit einem Senderhalsband ausstatten. Bei den Männchen ist der Nacken nämlich dicker als der Kopf, so dass ein Halsband über den Kopf herunterrutschen würde. Diese Infor gibt der WWF selbst auf seiner Newsletter-Seite. Ich frage mich aber schon, wie aussagekräftig das Ganze dann überhaupt ist. Kann man die Männchen einfach so vernachlässigen?

6 Kommentare in “Der WWF und die Eisbären-Sender

  1. Es ist trotzdem eine gute Sache . Lieber kleine Einblicke als keine. Danke für die Info. Deine Beiträge sind klasse

  2. Jede neue Information könnte vielleicht doch noch das endgültige Aussterben verzögern (verhindern ? ).

    Wer übrigens mehr über den Hannoveraner Eisbären auf dem obigen Foto und alle anderen 28 Eisbären in Deutschland erfahren will, sollte mal hier …

    http://polarbeargermany.com/

    … klicken. Da ist jeder deutsche Eisbär mit Fotos hinterlegt.

  3. An sich eine gute Sache Frau Wolf.

    Aber, da das Sendehalsband nur den weiblichen Tieren passt, sollte man sich mal Gedanken über das Sendehalsband an sich machen.
    Es sollte so konzipiert werden, dass es allen Eisbären passt und keine Verletzungen verursacht, das Letztere hab‘ ich leider schon bei diversen Eisbären gesehen.

    Die Männchen sollte man auf alle Fälle mit einbeziehen, wäre toll.

  4. Was nützt es wenn man die Wanderrouten der Eisbären kennt. Das Gebiet in dem die Bären leben verringert sich stetig. Es zwingt die Eisbären immer größere Strecken im Wasser zurückzulegen. Die Bären drängt es in die Nähe von Menschen.
    Alles Probleme, die sich sicherlich nicht durch Halsbänder lösen lassen. Wir alle und auch die Wissenschaftler kennen das Übel bereits und hier muss gehandelt werden. Gerade der WWF, denen viele einflussreiche Unternehmer und Prominente angehören müssen Druck auf die Wirtschaft überall auf der Welt ausüben, um den Treibhauseffekt aufzuhalten.

  5. Ich finde die Überwachung mit einem Sendehalsband für sehr wichtig um das Streifverhalten der Eisbären zu erforschen. Polarbearsinternational macht das auch und bringt interessante Ergebnisse. So kann man mittlerweile sagen, dass Eisbären zwar in einem riesigen Gebiet leben, aber doch weitgehend innerhalb einer Region bleiben. Auch die Aussage, dass Eisbären bis zu 100 Kilometer pro Tag laufen muss relativiert werden. Es sind wesentlich weniger. Auch eine Vermischung zwischen den neunzehn Populationen scheint nicht statt zu finden.

    http://www.polarbearsinternational.org/about-polar-bears/tracking/bear-tracker

    Diese Sicht ist leider nicht vollständig, da die männlichen Bären fehlen. Diese können zur Zeit noch keine Halsbänder tragen, da der Nacken eines männlichen Bären zu dick ist. Da wird aber schon dran gearbeitet.

  6. @Gerd
    Das lässt hoffen – vielleicht findet man ja eine Lösung, wie der Sender auch bei männlichen Tieren platziert werden kann.

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