Eine Kugel, die springt

KugelspringerEs ist mal wieder so weit: Das „Insekt des Jahres“ wurde ausgerufen, wie immer seit 1999 durch das Deutsche Entomologische Institut Senckenberg in Müncheberg und die Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft in Braunschweig. Diesmal hat man sich für den Dunkelbraunen Kugelspringer entschieden. Das Thema „Insekt des Jahres“ mögen manche jetzt nicht sehr prickelnd finden, aber ich meine, es hat was, wegen seiner Kuriosität. Denn so winzig dieses Tierchen auch ist – man kann es nur durch ein Mikroskop erkennen -, so nützlich ist es für die Natur. Nicht der Kugelspringer allein, sondern auch seine Verwandten, die alle zu den Springschwänzen (Collembola) gehören und von denen es über 8000 verschiedene Arten gibt. Und das fast überall auf der Welt und in jedem Klima;  im Schnee kommen sie  ebenso vor wie in der Wüste.

Die Springschwänze sind ein wichtiges Indiz für die Gesundheit des Bodens. Je mehr von ihnen dort leben, desto besser geht es dem Boden: Weil die winzigen  Kugelspringer ihr Futter (zum Beispiel abgestorbene Pflanzen-Reste oder Algen) in noch winzigere Einzelteile zersetzen, entsteht Humus. Der wiederum enthält die Stoffe, die Pflanzen für ihr Wachstum brauchen.

Warum heißt der Kugelspringer nun „Kugelspringer“? Die kugelige Gestalt ist ja auf dem Foto (Andreas Stark/Ampyx-Verlag, über dpa) zu sehen. Der andere Bestandteil des Namens kommt daher, weil er ein begnadeter Springer ist. Das schafft er durch eine Sprung-Gabel an der Unterseite des Körpers, die mit Hilfe eines Muskels herausspringt, wenn Gefahr droht. Sie schleudert den Kugelspringer weg, so dass der eine Art Salto vorwärts oder rückwärts macht.

Auf dem Foto sind auch die Borsten des Tierchens gut zu erkennen: Rezeptoren, mit denen es seine Umwelt wahrnimmt. Beobachten kann man diese Insekten am besten auf Baumstümpfen, besonders nach Regen, wenn die Luft feucht ist.