Hoffentlich wird es was mit dem Nashörnchen!

NASHORN-PaarungNa also! Wie von mir hier schon angedeutet, haben wir im Tiergarten Nürnberg ein neues Zuchtpaar, und das bei einer in der Natur äußerst bedrohten Tierart: den Panzernashörnern. Der erfahrene Zuchtbulle Ropen hat Sofie gedeckt, die im vergangenen Herbst aus England an den Schmausenbuck kam. Mit höchster Wahrscheinlichkeit ist Sofie trächtig. (Das Foto, das mir der Tiergarten zur Verfügung gestellt hat, zeigt allerdings nicht Sofie und Ropen, sondern stammt von einer früheren  Paarung.)

Weil ein Panzernashornbaby noch immer etwas ganz  Besonderes für Zoologische Gärten ist, dürfen wir uns jetzt schon auf das Frühjahr 2017 freuen. Wegen der langen Tragzeit von 16 Monaten bei diesen Dickhäutern ist vorher nicht  mit der Geburt des Mini-Rhinozeros zu rechnen. Im vergangenen November hat Ropen seine neue Partnerin gedeckt. Für ihren Artgenossen Rap in Bewdley hat sie sich hingegen nie interessiert. Für den reifen Gentleman Ropen dagegen schon. Das lässt sich biologisch belegen: Nashorndamen bekommen nur dann einen Eisprung, wenn sie wirklich zur Paarung bereit sind. Ihre „Hochzeitsnacht“ haben Sofie und Ropen am 6. November 2015 verbracht.

Gegen 1.30 Uhr kam es zur Deckung. Das weiß man deshalb so genau, weil Tierpfleger Oliver Pürkel die Nacht über im Dickhäuterhaus blieb, um im Notfall einschreiten und seine beiden Schützlinge umsperren zu können. Denn die Paarung bei diesen Kolossen – Ropen bringt immerhin rund zweieinhalb Tonnen auf die Waage, Sofie an die 2000 Kilo – ist nicht gerade ein Spaziergang, beim Vorspiel kann es üble Verletzungen geben. Oft fließt dabei Blut. Oberflächliche kleinere Wunden bemerken die Tiere im Eifer des Gefechts aber kaum. Bei Sofie und Ropen verlief die Nacht zwar stürmisch, aber nicht zu brutal.

Zootierärztin Katrin Baumgartner hat einige Zeit später eine Blutprobe von Sofie genommen und ins Labor geschickt. Dort konnte das Schwangerschaftshormon Progesteron nachgewiesen werden. Beim früheren – inzwischen toten – Nürnberger Nashornweibchen Purana wurde der Kot auf das Hormon getestet. Ein insofern (zeit-)aufwendiges Verfahren, als diese spezielle Untersuchung nur in Wien möglich war. Doch damals blieb keine andere Möglichkeit: Die Veterinäre kamen bei Purana nicht an eine Blutprobe heran.

SofieWeil Sofie erstgebärend ist, besteht ein etwas höheres Risiko, dass etwas schiefgehen könnte. Aber meist läuft die Geburt bei dieser Tierart reibungslos. Panzernashörner bringen ein Jungtier zur Welt, das ungefähr 50 Kilogramm wiegt. Selbst wenn die Mutter noch keine Erfahrung hat, wie im Fall von Sofie, ist das nicht so schlimm: Die Kleinen sind in der Regel kräftig und halten es notfalls aus, in den ersten Stunden nicht gesäugt zu werden. Besondere Sicherheitsvorkehrungen wird es also nicht geben, bis auf eine: Die Mutter sollte bei der Geburt allein sein, deshalb wird sie prophylaktisch von Ropen getrennt. Bedingt durch die Figur von Panzernashörnern, wird man Sofie die Trächtigkeit wahrscheinlich kaum vor dem letzten Monat ansehen.

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