Cacib – zum Gähnen oder doch interessant?

Das Messezentrum Nürnberg ist an diesem Wochenende wieder einmal auf den Hund gekommen: Zum 43. Mal geht dort die „Cacib“ über die Bühne, bei der 3500 Rassehunde um die Gunst der Preisrichter buhlen. Wohl weniger die Vierbeiner selbst als ihre Herrchen und Frauchen streben für ihre Lieblinge ein Schönheitszertifikat an – nämlich das „Certificat d´Aptitude au Championat International de Beauté“. Wenn ein Hund vier dieser Zertifikate hat, steht ihm der Titel „Internationaler Schönheits-Champion“ zu. – Ich finde das genauso zum Gähnen wie das Tier auf dem Foto. Aber auch für diese Veranstaltung gilt natürlich: Jedem Tierchen sein Pläsierchen!

Immerhin werden bei der Cacib auch die schönsten Mischlingshunde ausgezeichnet, das stimmt mich dann doch versöhnlich. Und: Die Wettbewerbe machen letztlich nur einen Teil der Messe rund um den Hund aus. Der Verband für das deutsche Hundewesen wirbt auf der Cacib für eine kontrollierte Züchtung, denn die Dunkelziffer nicht registrierter Züchter ist nach wie vor viel zu hoch. Für die „besten Freunde des Menschen“ wird bei der Veranstaltung, die noch bis einschließlich Sonntag dauert, alles nur Erdenkliche geboten – von nützlichem Zubehör bis zum gesunden Fressen. Besucher können sich außerdem auf ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm freuen, bei dem Familien mit Kindern auf ihre Kosten kommen. Die Rettungshundestaffel Franken zeigt, was ihre speziell ausgebildeten vierbeinigen Mitglieder so alles können. Sie spüren zum Beispiel vermisste Personen innerhalb einer vorgegebenen Zeit auf. Und die Staffel gewinnt mit ihren einnehmenden Auftritten bei jeder Cacib immer wieder neue Förderer und Mitglieder.

Für alle, die hingehen möchten: Hier ist das Programm und alles Wissenswerte über die Cacib zu finden.

2 Kommentare in “Cacib – zum Gähnen oder doch interessant?

  1. Für mich absolut krank, so ein „Schönheitswettbewerb“. Nicht nur wenn das Aussehen von Tieren beurteilt wird, sondern auch, wenn man versucht, Menschen nach ihrem Aussehen zu bewerten.

  2. Das es die Messen in dieser Form gibt, ist schon ein positiver Aspekt. Da so ein Informationsaustausch stattfinden kann, interessierte Käufer (die einem Tier alles bieten können) seriöse Verkäufer treffen können und die Öffentlichkeit sich selber ein Bild machen kann, was in der Zucht heutzutage gemacht wird.
    Grundsätzlich ist es schlecht, wenn Hunde, Katzen u.ä. zum Teil völlig überzüchtet sind, schwerste (z.T. genetische Veränderungen aufweisen), unverhältnismäßig oft leiden und damit zu oft erkranken.
    Das Aussehen spielt dann eben eine größere Rolle als das Wohlbefinden der Tiere. Leider!

    Allerdings sollte man immer bedenken, wenn wir in Deutschland keine derartige Messen zulassen würden, wird trotzdem überall auf der Welt weitergezüchtet und mit Tieren gehandelt.
    Der Markt für Tiere besteht und es ist besser, seriösen Züchtern eine Plattform zu bieten und damit zwielichtigen Anbietern / Züchtern das Wasser abzugraben.

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