Weltältester Gorilla stirbt mit 60 Jahren

Colo, das älteste Gorillaweibchen der Welt, ist im Zoo von Ohio im Schlaf gestorben. Letzten Dezember hatte der Zoo noch ihren 60. Geburtstag gefeiert (Foto: Grahm S. Jones/Columbus Zoo and Aquarium/dpa). 60 Jahre – das passt hervorragend zu der Studie, über die ich hier schon geschrieben habe: Zootiere leben länger – auch wenn Zoogegner das nicht wahr haben wollen. Colo ist etwa 20 Jahre älter geworden als Gorillas sonst. Und: Sie hat noch einen weiteren Superlativ erreicht, denn sie war der erste Gorilla, der auch in einem Zoo geboren wurde. Ihr Name setzt sich aus den ersten Buchstaben von Columbus und Ohio zusammen. Colo galt als Botschafterin für diese Menschenaffenart, die in der Natur stark gefährdet ist. Laut dem Zoo-Verband AZA  werden 350 Gorillas in Zoos gehalten.

Die Gorilladame hat auch für ausreichend Nachkommen gesorgt: Sie selbst hat drei Junge geboren – Emmy, Oscar und Toni –,  woraus nicht weniger  als 16 Enkel, 12 Urenkel und drei Ur-Urenkel hervorgegangen sind. Woran genau Colo gestorben ist, will der Zoo noch herausfinden. Danach soll ihre Asche beigesetzt werden.

Der älteste Gorilla im Nürnberger Tiergarten ist übrigens Fritz, der 1963 geboren wurde und noch ein Wildfang ist; er stammt aus Kamerun. Und die Gorilla-Dame Fatou im Berliner Zoo wird in diesem Jahr 60.

10 Kommentare in “Weltältester Gorilla stirbt mit 60 Jahren

  1. Frau Wolf, sie haben einen Denkfehler.
    Es gibt keine Daten, dass Zootiere älter werden als Tiere in der Natur.
    FATOU ist in der Natur geboren und somit ein Wildtier und kein Zootier.
    Die Eltern von COLO waren beide Wildgeburten und COLO`s Mutter MILLIE hätte in der Natur ihr Kind zur Welt gebracht, wenn sie nicht vorher durch Wilderei nach Amerika gekommen wäre.

    Verlässliche Daten zu Gorillas in der 2. Generation, also Lebensalter von Zoogeburten, die in Zoos auch ihre Kinder bekommen haben, gibt es nicht.

    Auffällig zu sehen ist hingegen die hohe Zahl von Todesfällen bei Gorillas, die im Zoo geboren wurden und dort wiederum Nachwuchs auf die Welt bringen. Das Nachwuchs im Zoo tot oder nach wenigen Monaten, Jahren an einer für Gorillas lebensbedrohlichen Erkrankungen verstirbt ist eklatant hoch. Übrigens auffällig hoch ist die Anzahl in deutschen Zoos.

    Die Gorillas in den Zoos sind auch keine Botschafter ihrer Art!
    Im Gegenteil, mittlerweile sind alle Gorilla-Arten in ihrem Bestand in Afrika stark zurückgegangen. Man befürchtet sogar, dass einige Unterarten (die sich im Übrigen für ein Leben in den Zoos als ungeeignet zeigten) ausgestorben sind.

    Die Studien auf die sie sich beziehen haben übrigens ergeben, dass viele Säugetiere wie eben Gorillas, Elefanten oder Delfine eine wesentlich kürzere Lebenserwartung in den Zoos haben. Wenn man von Greisen in Zookreisen spricht, so kommen diese Tiere meistens aus der Natur. Lediglich bei Raubtieren wie Tigern, Löwen, … ist eine höhere Lebenserwartung in den Zoos zu erwarten.

    Mit freundlichen Grüßen
    Heike M. Meyer

  2. Die Gorillas in den Zoos sind auch keine Botschafter ihrer Art!
    Im Gegenteil, mittlerweile sind alle Gorilla-Arten in ihrem Bestand in Afrika stark zurückgegangen. Man befürchtet sogar, dass einige Unterarten (die sich im Übrigen für ein Leben in den Zoos als ungeeignet zeigten) ausgestorben sind in wenigen Jahren.

  3. Gorillas in Zoos ist „keine Erfolgsgeschichte“

    Immer wieder behaupten (deutsche) Zoos oder Zoofans, dass Gorillas in Zoos wesentlich älter werden als ihre Artgenossen in der Natur. Sie wären Botschafter ihrer Artgenossen in Afrika!
    Ist dem wirklich so oder versuchen Zoos eher ihr Versagen „hübsch zu verpacken“?

    Immer mehr Gorilla-Unterarten sind in ihrem Bestand bedroht.
    Der Grauergorilla ist das markanteste Gesicht dieser dramatischen Entwicklung. Innerhalb von 15 Jahren sind mehr als drei Viertel aller wild lebenden Tiere gestorben. Zurzeit durchstreifen nur noch rund 3.800 Exemplare ein Areal im Ostkongo, das stetig kleiner wird. Die Ursachen hierfür sind vielfältig: Seit Jahren kämpfen in der Region verschiedene Rebellengruppen miteinander, die sich zum Teil im Urwald verschanzen. Bushmeat, also Wildfleisch, in Form von erlegten Gorillas, ist für die Kämpfer eine beliebte Abwechslung auf dem Speiseplan.
    Dass die Region überhaupt so begehrt ist, liegt am Ressourcenreichtum. Im Ostkongo finden sich Zinn, Gold und Coltan. Letzteres ist essenziell für die Herstellung bestimmter Kondensatoren, die sich in so ziemlich jedem elektronischen Gerät wiederfinden. Der großflächige Abbau findet mitten im Gorillarevier statt.
    >>> (Quelle ZEIT.DE, Januar 2017)

    Die Gorillas in Zoos sind also keine Botschafter ihrer Art! –
    Im Gegenteil, mittlerweile sind alle Gorilla-Arten in ihrem Bestand stark zurückgegangen.
    Sie mögen jetzt denken, dass das Alles doch nichts mit den Zoos zu tun hat?
    Dann sehen Sie sich bitte die Liste am Ende des Textes an.

    Ich habe Ihnen (eine vermutlich sogar noch unvollständige) Liste erstellt, die wild geborene Gorillas aus Afrika in deutschen Zoos benennt.
    Überrascht war ich über die große Zahl und als ich erfahren habe, dass die meisten Gorillas von den Zoos „in Auftrag gegeben“ wurden. Die Jagd nach Gorillas für europäische Zoos hat in den 50iger/60iger Jahren richtiggehend an Fahrt aufgenommen.

    Einige Zoos in Deutschland behaupten ihre „wilden“ Gorillas seien beschlagnahmt worden und man hätte sie „gerettet“ in den Zoos.
    Dabei gibt es zu bedenken, dass die beschlagnahmten Gorillas bereits in einem europäischen Hafen beschlagnahmt wurden, das auf europäischen Schiffen oder von Europäern.
    Zudem verschweigen viele Zoos in Deutschland, dass man die meisten Tiere angekauft hat. Das Geld dafür kam von reichen Zoobegeisterten. Anreiz Gorillas bei Tierhändlern anzukaufen spielte rein der finanzielle Aspekt. Man erhoffte sich davon, die Besucherzahlen in den Zoos zu erhöhen.
    Ab und an war es aber auch die pure Sammelleidenschaft von Zoologen, warum Gorillas nach Europa kamen.

    Auffällig zu sehen ist auch, dass selten moderne Anlagen in Deutschland gebaut wurden für „wild geborene Tiere“. Nur wenn die Zucht in Aussicht stand, erhielten die Tiere verbesserte Lebensumstände. Bis vor wenigen Jahren hatten einige Zoos noch nicht einmal eine Außenanlage.

    Für ihren Lebensraum in Afrika wird auch nicht geworben in den Zoos.
    Sehen Sie sich doch in den Zoos um.
    Wie lebt FATOU in Berlin?
    – … allein, die meiste Zeit auf Kachelboden mit Sicht auf die anderen Gorillas?
    MASSA, TUMBA & BOMA hatten nie mehr Gras unter den Füßen.
    FRITZ kann erst im hohen Alter seine soziale Kompetenz an junge Gorillas weitergeben.

    Werden Gorillas im Zoo älter als in der Natur?
    Dazu gibt es so gut wie keine Erkenntnisse.
    Bedenken Sie bitte dabei, dass nur Daten von Tieren vorliegen, die wild geboren wurden oder von wild geborenen Eltern stammen.

    FATOU 1957
    BAKALA † mit 31 Jahren
    TONO † mit 17 Jahren
    GIGI † mit 50 Jahren
    KAMA † mit 7 Jahren
    KNORKE † mit 40 Jahren
    RAFFA † mit 26 Jahren
    COCOTTE † mit 17 Jahren
    BONDO † mit 25 Jahren
    DIMA † mit 33 Jahren
    TARZAN † mit 12 Jahren
    DIDI † mit 19 Jahren
    FANNY † mit 6 Jahren
    GIGI † mit 19 Jahren
    CAMPO † mit 7 Jahren
    YUKA † mit 18 Jahren
    JULCHEN † mit 52 Jahren
    MAKULLA † mit 51 Jahren
    ABRAHAM † mit 12 Jahren
    DOUALA † mit 2 Jahren
    LIC † mit 4 Jahren
    DORETTE † mit 40 Jahren
    MATZE † mit 51 Jahren
    TOTO † mit 4 Jahren
    TOMMY † mit 10 Jahren
    LIANE † mit 15 Jahren
    CHA-CHA † mit 20 Jahren
    DELPHI † mit 39 Jahren
    DJOMBO † mit 22 Jahren
    Unbekannt † 1965 Alter unbekannt
    KATHRIN 1973
    EBOBO † mit 3 Jahren
    MIKO † mit 2 Jahren
    SONJA † mit 38 Jahren
    NESTOR* † mit 22 Jahren
    JAHLE † mit 4 Jahren
    DELPHINE † mit 2 Jahren
    LOLA † mit 3 Jahren
    Unbekannt † 1966 nach kurzer Zeit im Zoo, Alter unter einem Jahr
    Unbekannt † 1966 nach kurzer Zeit im Zoo, Alter unter einem Jahr
    Unbekannt † 1967 im Alter von etwa 2 Jahren
    Unbekannt † 1967 im Alter von etwa 4 Jahren
    Unbekannt † 1967 im Alter von etwa 3 Jahren
    ANNE † im Alter von 4 Jahren
    SUSI † im Alter von 3 Jahren
    Unbekannt † 1963 im Alter von etwa 2 Jahren
    Unbekannt † 1963 im Alter von etwa 2 Jahren
    BIBI † im Alter von 3 Jahren
    Unbekannt † 1967 im Alter von etwa 2 Jahren
    Unbekannt † 1963 Alter unbekannt
    Unbekannt † 1963 Alter unbekannt
    Unbekannt † 1963 Alter unbekannt
    Unbekannt † 1963 Alter unbekannt
    Unbekannt † 1965 Alter unbekannt
    Unbekannt † 1966 Alter unbekannt
    Unbekannt † 1966 Alter unbekannt
    Unbekannt † 1966 Alter unbekannt
    Unbekannt † 1971 Alter unbekannt
    Unbekannt † 1971 Alter unbekannt
    VIRA † Alter bei Tod unbekannt
    UTUH° † im Alter von 5 Jahren
    KIM † im Alter von 38 Jahren
    KIBI † im Alter von 34 Jahren
    MASSA 1971
    BOMA 1973
    TUMBA 1973
    MARA † im Alter von 5 Jahren
    TWIGGY † im Alter von 14 Jahren
    N’DIKI † im Alter von 29 Jahren
    PORGY † im Alter von 43 Jahren
    BESS † im Alter von 23 Jahren
    ROUTUTU † im Alter von 41 Jahren
    FATIMA † im Alter von 42 Jahren
    FRITZ 1963
    BIANKA 1972
    LENA 1977
    SCHORSCH † im Alter von 10 Jahren
    DUALA † im Alter von 4 Jahren
    BOSSEL † im Alter von 3 Jahren
    BEBE 1979
    NIGRA † im Alter von 42 Jahren
    SANGA † im Alter von 48 Jahren
    TOGO † im Alter von 9 Jahren
    KUMBA † im Alter von 34 Jahren
    PONGO † im Alter von 9 Jahren
    MIMI 1964
    UNDI 1970
    TSCHAMBA † im Alter von 13 Jahren
    BANJO † im Alter von 36 Jahren
    OKURI † im Alter von 6 Jahren
    DINA † im Alter von 38 Jahren
    BAKAVU † im Alter von 19 Jahren
    COCO* † im Alter von etwa 13 Jahren
    PUCKER* † im Alter von etwa 13 Jahren

    Halten Sie nun noch immer die Geschichte von Gorillas in deutschen Zoos als „Erfolgsgeschichte“?

  4. @Heike M.Meyer
    Nein, ich mache keinen Denkfehler! Colo ist nur so alt geworden, weil sie im Zoo gelebt hat. In der Natur werden diese Tiere nicht so alt – aus den bekannten Gründen, die jedem (auch Ihnen) einleuchten müssten. Ob Gorillas im Zoo auch ein besseres Leben haben,nicht nur ein längeres, dazu wissen wir nichts. Denn wir können Tiere – auch Gorillas – nicht fragen.

  5. Wie alt Gorillas in der Natur werden, wissen wir Menschen nicht. Aufzeichnungen existieren erst seit 1967. Haben sie sich mal gefragt wie ein Gorillaleben in der Natur aussieht mit 60 Jahren, geplagt von Arthritis und anderen Gebrechen. Da Gorillas mitfühlende Persönlichkeiten sind und sich dem Wert ihrer Familie bewusst sind, ziehen sie sich meistens zurück zum Sterben. Sie scheinen zu wissen, dass es die Gruppe schwächt, wenn man ständig Rücksicht auf sie nehmen muss.

    Zur hohen Sterblichkeit von Jungtieren und den häufigen Fehlgeburten in den Zoos haben Sie sicherlich auch einleuchtende Gründe, da bin ich mir sicher.

    Natürlich können wir die Tiere fragen, ob sie ein gutes Leben im Zoo haben?
    Nur hört ihnen kaum einer zu! – … beim Geschrei der Zoobesucher ist das oft auch recht schwierig

  6. @Heike M. Meyer
    Ja, wenn Sie „übernatürliche“ Fähigkeiten besitzen, dann unterhalten Sie sich mal schön mit den Gorillas! Viel Spaß dabei weiterhin!

  7. (Zitat Heike Meyer) „Natürlich können wir die Tiere fragen“.(Zitat-Ende)

    Jetzt wird mir vieles klar!

    Frau Meyer, merken Sie eigentlich noch, was sie sagen?

  8. Und auch Frau Wolf fällt nichts anderes ein, als auf dem Rekordalter herumzureiten, das COLO erreicht hat. Als wenn durchschnittlich höhere Lebenserwartung im Zoo eine Rechtfertigung für die Gefangenhaltung der Tiere wäre.

    Abgesehen davon gibt Frau Wolf die angesprochene Untersuchung zur Langlebigkeit falsch wieder: bei Primaten trifft es eben NICHT zu, dass sie im Zoo im Durchschnitt älter werden als in der Wildbahn. COLO, FATOU, FRITZ und Co sind insofern, wie Heike M. Meyer richtig darstellt, absolute Ausnahmen. vgl. http://hpd.de/artikel/leben-tiere-im-zoo-laenger-13752

    Im Übrigen können Gorillas indirekt sehr wohl nach ihrem Befinden befragt werden – ganz ohne Übersinnlichkeit und Aluhut -, so wie das etwa auch bei Menschen mit schwerem Autismus möglich ist. Fragen Sie mal einen Psychologen, der wird Ihnen vielleicht was von Spiegelneuronen bei menschlichen wie nicht-menschlichen Primaten erzählen können.

  9. Außerdem kann man Karten legen, das Pendel befragen und auf dem Jahrmarkt mit den Geistern der Verstorbenen reden.

  10. uwo:
    „Zootiere leben länger“ – leider ohne Referenz zu entsprechenden Studien/Publikationen.
    Heike:
    „Werden Gorillas im Zoo älter als in der Natur? Dazu gibt es so gut wie keine Erkenntnisse.“
    Claudia:
    „bei Primaten trifft es eben NICHT zu, dass sie im Zoo im Durchschnitt älter werden als in der Wildbahn.“ – leider auch ohne Referenz zu Studien, die dies beweisen.

    Derartige Diskussionen sind sinnlos, da aneinander vorbeigeredet wird – „Zootiere“ vs. „Gorillas“ vs. „Primaten“.

    Übrigens keiner der Diskutierenden erklärt mal, wie „Zootiere“ in dieser Frage exakt definiert sind. Nehmen Sie einen Wildfang, der bereits im Erwachsenenalter in einen Zoo gekommen ist. Erstens ist dessen Alter bestenfalls schätzbar. Zweitens: Dürfte dessen Sterbealter dann noch in die Statistik für die „Zootiere“ eingehen oder verfälscht das nicht die Statistik, wenn das Tier womöglich den Großteil seines Lebens unter Naturbedingungen „gealtert“ ist?

    Frau Heike liefert eine lange Liste von Gorillas (oder?), aber ohne anzugeben, wie diese zu interpretieren ist oder woher sie stammt. Wenn die Liste, wie angegeben, tatsächlich nur Tiere umfasst, die „die wild geboren wurden oder von wild geborenen Eltern stammen“, dann wäre die Liste auch keine repräsentative Datenbasis für „Zoogorillas“, denn die sollte idealerweise *nur* Tiere umfassen, die zumindest den Großteil ihres Lebens (z.B. 80%) in Zoos verbracht haben.

    Fazit: So lange es nicht mal eine Einigkeit über die Fragestellung gibt und keine repräsentativen wissenschaftlichen Untersuchungen existieren (oder diese nicht bekannt sind/genannt werden), kann man nichts beweisen sondern höchsten Meinungen austauschen und sich die Köpfe heiß reden.

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