Macht Manati-Mann Mandillo Mara zur Mutter?

Er hört auf den klangvollen Namen „Mandillo“ und macht das Trio mit seinen Artgenossen Mara und Zorro wieder perfekt: der neue Manati-Mann, der am vergangenen Freitag im Nürnberger Tiergarten ankam. Gut 14 Stunden hat der Transport des Seekuh-Bullen nach Nürnberg gedauert. Startpunkt war der französische Zoo Beauval, St. Aignan. Gemanagt wurde das Unternehmen Mandillo von einer auf Tiertransfers spezialisierten Firma aus den Niederlanden. Tiergarten-Veterinärin Katrin Baumgartner und Tierpfleger Armin Fritz begleiteten die Reise und betreuten Mandillo auf seiner großen Fahrt sowohl medizinisch als auch pflegerisch.

Kurz nach Ankunft am Schmausenbuck platzierten Zoomitarbeiter die Transportkiste mit dem künftigen Bewohner des Manatihauses am Rand des Seekuhbeckens. Mandillo flutschte geradezu von seiner Isoliermatte herunter. Um jede Verletzungsgefahr auszuschließen, musste das Tempo sogar ein wenig gedrosselt werden. Ob es am Wasser lag, das die Matte glitschig machte, oder an Mandillos überschäumendem Temperament ;-), das ihn möglichst schnell zu einer „Herde“ trieb, ist nicht offiziell verbrieft. Der Bulle brauchte nur ganz wenig Zeit, um sich in seinem neuen Zuhause zu orientieren. Deshalb wurden auch die Absperrschieber zu seinen beiden Artgenossen schnell geöffnet. Sofort begann Mandillo das gesamte Becken zu erkunden und – besonders wichtig! – mit den beiden anderen Seekühen Kontakt aufzunehmen.

Mandillo, der zu den Karibischen Nagelmanatis (Trichechus manatus) gehört, erblickte am 24. April 2014 in Beauval das Licht der Welt. Für Seekühe koordiniert der Tiergarten Nürnberg das Europäische Ex-situ-Programm, früher bekannt als Europäisches Erhaltungzuchtprogramm (beide mit EEP abgekürzt). So konnte man selber nach einem neuem Manati-Mann Ausschau halten, der die Zucht dieser Tierart in der Nürnberger Lagune wieder in Schwung bringen soll. Ob das gelingt, hängt allerdings nicht von Mandillo allein ab, sondern auch von der „Nürnbergerin“ Mara und von Zorro, der ursprünglich aus Odense in Dänemark stammt. Für die Besucher ist es in jedem Fall eine Bereicherung, jetzt wieder drei Seekühe gemeinsam im Becken des Manatihauses schwimmen zu sehen, nachdem Nachwuchsbulle Herbert seinen Geburtsort in Richtung Paris verlassen hat.

Übrigens konnte der Tiergarten früher, als die Manatis noch im alten Tropenhaus gehalten wurden, die Geburt einer ganzen Reihe von Jungtieren vermelden, die auch erfolgreich großgezogen wurden. Der alte Zuchtbulle Abari wurde 27 Jahre alt und zeugte immerhin zehn (!) Babys, die weibliche Seekuh Flora brachte gar 13 Jungtiere zur Welt. Damals lebten die Seekühe in Nürnberg auf engstem Raum in einem verhältnismäßig kleinen Becken – und vermehrten sich wie die Karnickel. Seekuh-Nachwuchs aus Nürnberg wurde an Zoos in ganz Europa abgegeben und hat dort häufig auch wieder für Babys gesorgt. Auch wegen dieses Erfolgs hat der Nürnberger Tiergarten einst die Koordination für das Manati-EEP übertragen bekommen.

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