Rettung für Vaquita-Schweinswale?

Dieses Projekt verdient wirklich Aufmerksamkeit und Unterstützung: die Rettung der Vaquita-Schweinswale in Mexiko. Laut Koordinator Lorenzo Rojas Bracho ist diese Aktion die einzige und letzte Chance, um den Vaquita vor der Ausrottung zu bewahren.  Es handelt sich um ein Unternehmen, das vom Tiergarten Nürnberg, der dort ansässigen Artenschutzgesellschaft Yaqu Pacha und dem Verein der Tiergartenfreunde Nürnberg unterstützt wird. Das Foto zeigt ein schwimmendes Bassin (ein sogenanntes Sea Pen) an der Küste vor San Felipe, Mexiko, worin die Vaquitas vorübergehend gehalten werden (Foto: Kerry Coughlin/National Marine Mammal Foundation). Das Team der Rettungsaktion setzt sich aus mehr als 80 Fachleuten zusammen, darunter Spezialisten für Schweinswale, für den Schweinswal- und Delfinfang, für Delfinmanagement, Schweinswal-Rehabilitation und Veterinärmedizin. Die Fachleute kommen aus Mexiko, Kanada, den USA, Dänemark und den Niederlanden.

Schon kurze Zeit nach Projektstart gibt es erste Erfolge der Vaquita-Rettungsaktion zu vermelden. So ist es  zum Beispiel gelungen, einen Vaquita-Wal einzufangen. Weil es sich um ein Jungtier handelte, wurde es allerdings wieder freigelassen, um es nicht isoliert zu halten. Laut Lorenzo von Fersen, Kurator für Forschung und Artenschutz im Nürnberger Zoo und Erster Vorsitzender von Yaqu Pacha, konnte außerdem gezeigt werden, dass der Ablauf von Fang, Transport, Überführung in die Wasserbassins, medizinischer Kontrolle und Freilassung reibungslos funktioniert.

Die Rettungsaktion musste kurz nach dem Start vor knapp vier Wochen wegen schlechter Wetterbedingungen für ein paar Tage unterbrochen werden. Voraussichtlich bis Ende November sollen nun so viele Vaquitas wie möglich eingefangen werden. Dann will man sie in Sea Pens, also Wasserbassins im Meer, bringen und an die neuen Lebensbedingungen gewöhnen. Letzter Schritt: Die Vaquitas sollen in ihrem angestammten Verbreitungsgebiet wieder ausgewildert werden. Voraussetzung dafür ist es aber, dass dort die illegale Fischerei beendet wird und alle im Meer treibenden, sogenannten Geisternetze geborgen werden.

Die Aktion ist natürlich nicht ganz billig: Für die erste Projektphase rechnet man mit Kosten von fünf Millionen Dollar; davon wurden bisher 4,7 Millionen gesammelt. Um die restlichen 300.000 Dollar aufzubringen, haben der Tiergarten Nürnberg, die Artenschutzgesellschaft Yaqu Pacha und der Verein der Tiergartenfreunde Nürnberg schon Ende Juni dieses Jahres die erste Vaquita-Kampagne im deutschsprachigen Raum gestartet. Yaqu Pacha finanziert den Einsatz des holländischen Schweinswalexperten Niels van Elk als leitenden Tierarzt der Fangaktion. Außerdem versuchen die drei Nürnberger Partner, Zoos nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa für das Projekt zu gewinnen. Ziel ist es, bis Ende dieses Jahres die noch fehlende Summe von 300.000 US-Dollar aufzubringen. Unterstützer sind zum Beispiel die Wilhelma in Stuttgart, der Berufsverband der Zootierpfleger, der Zoo Beauval in Frankreich und der Rancho Texas Lanzarote Park in Spanien.

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