Tierversuche: Wann hört das endlich auf?

Das muss einfach jeden Tierfreund auf die sprichwörtliche Palme bringen: die Zahl der Tierversuche, die immer zum Jahresende für das Vorjahr erhoben wird. Demnach wurden 2017 rund 2,8 Millionen Tiere zu diesem Zweck umgebracht respektive „verwendet“, wie es im Behördendeutsch so schön heißt. Am schlimmsten bei dieser grausamen Statistik finde ich die Zahl der für Tierversuche herangezogenen Affen: Waren es im Jahr 2016 mit 2462 auch viel zu viele, so ist diese Zahl 2017 sogar noch weiter angestiegen: auf 3472, also über 1000 mehr! Da kann es einem als Tierfreund schon die Sprache verschlagen. Diese Entwicklung widerspricht auch den Absichtserklärungen von zuständigen Politikern, die immer wieder versprechen, gerade bei den Affen die Zahl der Tierversuche auf ein Minimum zu reduzieren.

Im einzelnen sieht es so aus: Zirka 740.000 Tiere sind in Deutschland im vergangenen Jahr für wissenschaftliche Zwecke getötet worden; über zwei Millionen Tiere wurden darüber hinaus für Tierversuche eingesetzt. Die Hälfte der Tierversuche erfolgte im Bereich der Grundlagenforschung, ein gutes Viertel im Bereich der Medikamentenherstellung oder -überprüfung, 15 Prozent zur unmittelbaren Erforschung von Krankheiten bei Menschen und Tieren. Mit 1,37 Millionen sind Mäuse die am häufigsten von Wissenschaftlern herangezogenen Tiere (Foto: dpa),  es folgen 255.000 Ratten, 240.000 Fische, 3300 Hunde und 718 Katzen. Das geht aus den Zahlen hervor, die die Bundesregierung an die EU-Kommission geschickt hat.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat sich dafür ausgesprochen, die Zahl der Tierversuche kontinuierlich zu senken und auf die Fälle zu beschränken, in denen Experimente an Tieren „unerlässlich“ seien. Ihr Ministerium unterstützt immerhin die Forschung an Alternativen zu Tierversuchen finanziell. Den Grünen ist das längst nicht genug: Sie fordern, eine Strategie zu entwickeln, mit der Tierversuche abgeschafft werden können. – Dem kann ich mich nur anschließen. Es gibt Alternativen – man muss sie aber auch wollen.