Zu Jahresbeginn gleich eine gute Nachricht

Zwar ein bisschen spät – aber besser spät als nie! – wünsche ich meinen Lesern alles Gute für 2019. Ich kann gleich mit einer guten Nachricht zum Start ins neue Jahr aufwarten, nämlich mit einer Erfolgsmeldung in Sachen Artenschutz: Die Kampagne „Zootier des Jahres“ hat im vergangenen Jahr mehr als 50.000 Euro für den Schutz der Scharnierschildkröten erbracht. Geld, das jetzt in zwei Projekte fließt, die sich die Rettung dieser hochbedrohten Gattung zum Ziel gesetzt haben: das Internationale Zentrum für Schildkrötenschutz (IZS) in Münster und das Angkor Centre for Conservation of Biodiversity (ACCB) in Kambodscha. Die Spendengelder werden dazu verwendet, nachhaltige Maßnahmen wie die bevorstehende Auswilderung von Scharnierschildkröten zu finanzieren (Foto: IZS Münster).

Die Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz e.V. (ZGAP) hatte die Kampagne vor drei Jahren ins Rollen gebracht. Im ACCB steht die Aufzucht von Amboina-Scharnierschildkröten im Vordergrund. Damit die Auswilderung der Schildkröten in einem geschützten Gebiet klappt, kommt eine teure Telemetrie-Ausrüstung zum Einsatz, die mit „Zootier des Jahres“-Spenden angeschafft wurde. Die ausgewilderten Tiere werden mit Sendern ausgestattet, damit man ihren Weg verfolgen kann. So will man mehr über die Lebensräume, die Größe von Territorien und Wanderungsbewegungen dieser Tiere lernen. Denn nur so kann eine Wiederansiedlung auf Dauer funktionieren.

In den vergangenen Jahren ist es dem Internationalen Zentrum für Schildkrötenschutz in Münster gelungen,  Scharnierschildkröten aufzuziehen – sogar Arten, bei denen davon auszugehen ist, dass sie im Freiland schon ausgerottet sind: beispielsweise die Goldkopf-Scharnierschildkröte und die Zhous-Scharnierschildkröte. Mit dem Geld aus den Spenden können dringend benötigte Gehege für die Aufzucht und Haltung dieser anspruchsvollen Tiere sowie eine spezielle Aquarientechnik realisiert werden.

Und so funktioniert die Vermehrung von Scharnierschildkröten: Sie brauchen bis zu 14 Jahre, um geschlechtsreif zu werden. Nach der Paarung legen die Weibchen zwischen einem und sechs Eier. Es ist also durchaus eine reife Leistung, dass 2018 in den beiden Forschungsprojekten insgesamt 104 Jungtiere verschiedener Scharnierschildkrötenarten geschlüpft sind. Sie sind darauf angewiesen, in menschlicher Obhut zu überleben, bevor sie in ihrem ursprünglichen Lebensraum angesiedelt werden können. Die beiden Erhaltungszuchtprojekte sind mit Hilfe der Spendengelder in der Lage, den Kampf gegen das Verschwinden der Scharnierschildkröten aufzunehmen und damit langfristig das Überleben dieser Art zu sichern.

Ach – beinahe hätte ich es vergessen: Das „Zootier des Jahres 2019“ wird am 17. Januar in Berlin verkündet; ich werde natürlich hier im Blog darüber berichten.

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