Schläft der EEP-Koordinator für Eisbären?

Immer wieder fragen sich Besucher im Nürnberger Tiergarten, wann es dort wohl wieder einmal Eisbärenbabys gibt. Schließlich hat der Zoo am Schmausenbuck mit der seit Jahren in Antibes lebenden Flocke und weiterem Nachwuchs von Eisbärin Vera (Gregor und Aleut) auch überregional für Schlagzeilen gesorgt. Derzeit stimmen die Voraussetzungen für kleine Eisbären in Nürnberg allerdings nicht: Es gibt keinen Platz für einen männlichen Eisbären, der Vera decken könnte. Die Zeiten, in denen Eisbärenmama Vera und ihre Tochter Charlotte im Aquapark noch miteinander schmusten wie auf diesem Bild (Foto: Ulrike Reich-Zmarsly), sind leider auch vorbei. Ganz im Gegenteil – die beiden haben sich gezofft und werden deshalb voneinander getrennt gehalten, um Kämpfe mit ernsthaften Verletzungen zu vermeiden. Vera und Charlotte sind daher ziemlich gestresst, was sich immer wieder in Verhaltensauffälligkeiten zeigt, etwa beim ständigen Hin- und Herlaufen an der Trennscheibe zwischen den zwei Gehegen. Eine Situation, wie kein Zoo auf der Welt sie sich wünscht.

Charlotte ist jetzt gut vier Jahre alt und sollte längst aus dem „Hotel Mama“ ausgezogen sein. Doch das ist leichter gesagt als getan: Seit zwei Jahren sucht der im Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für die Eisbären zuständige Koordinator einen Platz in einem anderen Zoo für Charlotte – bisher ohne Erfolg. Die Nürnberger Zooleitung wird – wie mir Tiergartendirektor Dag Encke im Pressegespräch gesagt hat –  immer wieder vertröstet.

Insider sind der Ansicht, der in Amsterdam sitzende Zuständige kümmere sich wohl mehr um den niederländischen Eisbärennachwuchs (für den er angeblich in Rostock einen Platz besorgt hat) als um Charlotte. Wenn das so stimmt, frage ich mich schon: Ist dieser Koordinator überhaupt der richtige Mann an diesem Platz? Müssten innerhalb des EEP nicht objektive Gesichtspunkte berücksichtigt werden statt persönlicher Interessen? Das sollte doch eigentlich selbstverständlich sein, oder?

5 Kommentare in “Schläft der EEP-Koordinator für Eisbären?

  1. Auf Nordbayern.de schreiben Sie ganz anders:
    „Vera und Charlotte sind daher gestresst, was sich in Verhaltensauffälligkeiten zeigt, etwa beim ständigen Hin- und Herlaufen an der Trennscheibe zwischen den zwei Gehegen.“

    Hier schreiben Sie, dass nach CHARLOTTE wieder gezüchtet werden soll.
    Irgendwie ein Widerspruch in sich.

    Die junge Eisbärin läuft nicht nur auf und ab. Schon im Alter von einem Jahr begann CHARLOTTE den Kopf in den Nacken zu werfen. Beide Tiere (VERA & CHARLOTTE) zeigen Verhaltensauffälligkeiten, die massiv sind und den Besuchern auffallen, nicht nur den Tierrechtlern bzw. Tierschützern.

    Schon bei ALEUT und GREGOR fand sich kein Platz. Es wurde schnell ein altes Gehege auf Vordermann gebracht und dennoch wurde erneut gezüchtet.

    Zoo macht Eisbären krank!

    Zoos behaupten übrigens, dass die Verhaltensauffälligkeiten nur vor der Nahrungsaufnahme statt finden und völlig normal sind. Sieht man sich die beiden Bären an, so merkt man schon als Laie, dass das nicht normal ist.

  2. @ Heike Arranz Rodriguez
    Wieso behaupten Sie, ich würde auf nordbayern.de ganz anders schreiben? Der von Ihnen zitierte Satz kommt doch genauso in meinem obigen Blog-Beitrag vor:
    „Vera und Charlotte sind daher ziemlich gestresst, was sich immer wieder in Verhaltensauffälligkeiten zeigt, etwa beim ständigen Hin- und Herlaufen an der Trennscheibe zwischen den zwei Gehegen.“
    Lesen Sie denn bloß die Überschrift? Anders kann ich mir jedenfalls auch nicht erklären, warum Sie mich darauf hinweisen, dass die Auffälligkeiten der Eisbären auch den Besuchern auffallen, nicht nur Tierschützern und -rechtlern.
    Auch Ihre Behauptung stimmt nicht, dass für Aleut und Gregor „schnell ein altes Gehege auf Vordermann gebracht wurde“. Die Eisbärenanlage wurde im Rahmen der Aquapark-Neugestaltung und -Erweiterung vergrößert, damit Vera, Vilma und Felix darin leben konnten. Vera und Vilma wurden dann von Felix gedeckt und wurden trächtig.
    Es wäre schön, wenn Sie Ihre Behauptungen auf den Wahrheitsgehalt überprüfen würden, bevor Sie sie hier niederschreiben.

  3. Derzeit warten über 10 Eisbären auf einen geeigneteren Platz, als dort wo sie im Moment „auf und ab laufen“ oder Verhaltens-Auffälligkeiten zeigen. Starkes Stück übrigens am Stuhl des EEP-Koordinator zu rütteln, nur weil der nicht gleich beim Ruf aus Nürnberg stramm steht.

    Warschau war ein Notbehelfsgehege und hieß es nicht mal, dass man GREGOR und ALEUT ein besseres Gehege ermöglichen will? Aber nein, man wusste das der Nachwuchs schwer zu vermitteln war und züchtete doch weiter. Nun haben wir den Salat liebe Frau Wolf, die Nürnberger kriegen CHARLOTTE nicht los.

    Nach der Geburt von CHARLOTTE „tümpelte“ FELIX in Rhenen übrigens dahin. 50 qm, so dass ein auf und abwandern, wie er in Nürnberg an den Tag legte gar nicht erst möglich war.

  4. @Heike Arranz Rodriguez
    Ich „rüttle“ keineswegs am „Stuhl des EEP-Koordinators“, aber Kritik an seiner Arbeit hinsichtlich Charlotte muss erlaubt sein. Und im Gegensatz zu Ihrer Behauptung, er stehe nicht gleich beim Ruf aus Nürnberg „stramm“, ist folgendes Tatsache: Er findet seit zwei Jahren keinen Platz für Charlotte, für andere Jung-Eisbären aber schon.

  5. Das EEP berät und informiert die Zoos, aber die Entscheidung trifft immer und ausschließlich der entsprechende Zoo.

    Dem Nürnberger Zoo scheint kein Angebot gut genug für Charlotte zu sein

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