Gibbon: Zootier des Jahres

Ich habe ja angekündigt, dass ich darüber berichte, wenn es bekannt wird, welches Tier von der Zoologischen Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP) zum „Zootier des Jahres 2019“ auserkoren wurde. Die Juroren haben sich jetzt für den Gibbon entschieden (Foto: dpa).

Das ist für meine Leser aus Nürnberg und Umgebung sehr erfreulich, denn auch im Nürnberger Tiergarten wird diese Tierart gehalten: Im Affenhaus leben derzeit drei Weißhandgibbon-Weibchen. Mit der im Jahr 1965 geborenen Mädi haben wir hier sogar das – soweit bekannt – weltweit älteste Weißhandgibbon-Weibchen in menschlicher Obhut, das sich das Gehege mit seinen zwei Töchtern teilt.
Mit der Aktion „Zootier des Jahres“ soll mehr Aufmerksamkeit auf diese sogenannten kleinen Menschenaffen gelenkt werden. Außerdem werden sowohl Erhaltungszuchtbemühungen der Zoologischen Gärten untersützt als auch Schutzprojekte in Südostasien – also in den Ländern, wo diese Art ursprünglich herkommt. In China sind beispielsweise während der letzten 20 Jahre zwei Arten ausgerottet worden. Nun sammeln alle beteiligten Partner Geld, um mit konkreten Maßnahmen zum Erhalt der Gibbons beizutragen. Neben der ZGAP sitzen auch die Mitglieder der Deutschen Tierpark-Gesellschaft (DTG) mit im Boot, dazu der Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) und die Gemeinschaft der Zooförderer (GdZ).

In Laos etwa kümmern sie sich um das Schutzgebiet Nakai-Nam Theun, mit 3500 Quadratkilometern eines der letzten großen zusammenhängenden Waldgebiete in Südost-Asien. Dort leben viele endemische und stark bedrohte Arten, zum Beispiel der Nördliche Weißwangen-Schopfgibbon (Nomascus leucogenys) und der Südliche Weißwangen-Schopfgibbon (Nomascus siki). Um die Wilderei zu begrenzen, patrouillieren Ranger durch den Wald, die durch die lokale Regierungsbehörde unterstützt werden.

In Zentralvietnam leben noch etwa 800 der bedrohten Nördlichen Gelbwangen-Schopfgibbons (Nomascus annamensis). Bei dieser Art soll der Lebensraum großflächig unter Schutz gestellt werden, wobei zwei schon bestehende Schutzgebiete miteinander verbunden werden; ein weiteres, bisher weitgehend unerforschtes, Waldgebiet soll dort angegliedert werden. Am Ende könnte ein Gibbon-Schutzgebiet von über 120.000 Hektar entstehen.