Und noch ein Zaun – diesmal gegen Wildschweine

Man könnte selbst verrückt werden angesichts von immer neuen verrückten politischen Entscheidungen, die unsere Welt jeden Tag ein bisschen schlechter machen. Auf den einen Größenwahnsinnigen in den USA will ich hier gar nicht weiter eingehen, das besorgt schließlich mein Blogger-Kollege Arndt Peltner regelmäßig in seinem Blog. Doch der Wahnsinn scheint immer näher zu rücken. Jetzt hat er die dänisch-schleswig-holsteinische Grenze erreicht, wo ein Zaum gegen deutsche Wildschweine errichtet wird. Meine Leser haben wahrscheinlich davon gehört oder gelesen. Dieses denkwürdige Bauwerk – 70 Kilometer lang und ungefähr 1,50 Meter hoch – soll die Afrikanische Schweinepest von unserem nördlichen Nachbarland fernhalten. Es ist unglaublich!

Wie naiv müssen Politiker eigentlich sein, die solch einen Schwachsinn veranlassen? Nicht nur, dass es hierzulande bisher keine Fälle dieser Tierseuche gibt. (Vorläufig ist sie noch nicht über Osteuropa hinausgekommen.) Aber anzunehmen, ein Zaun könnte die Erreger abhalten, das ist in meinen Augen der pure Irrsinn. Auch wenn es sich um einen Stahlzaun handelt, der einen halben Meter weit in den Boden hineinreicht, damit es die Wildschweine nicht schaffen, sich darunter durchzuwühlen. Selbst das halte ich für zweifelhaft. So schlau, wie die Schwarzkittel (Foto: dpa) sind, gilt für sie sicher der Grundsatz: Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg.

Der Zaun dürfte höchstens anderen Tieren schaden, wie zum Beispiel den Wölfen oder den Europäischen Ottern, deren natürliche Lebensräume er zu blockieren droht. Das Virus selbst macht aber mit Sicherheit vor keinem Zaun halt. Es kann sich nämlich über Menschen ausbreiten, beispielsweise über Tiertransporte oder infizierte Lebensmittel. Und last but not least: Ein solcher Zaun ist nicht nur tier-, sondern auch menschenfeindlich. In der Region gibt es erfreulich viele grenzüberschreitende Aktivitäten von dänischen wie deutschen Bürgern. Die müssen das Ganze als Schlag ins Gesicht empfinden. Eine Reihe von Leuten, hüben wie drüben, haben schon ihrem Ärger über den Zaun Luft gemacht. Also: Politiker, die sich so etwas ausdenken, machen in meinen Augen nur eines: sich selbst lächerlich.

1 Kommentar in “Und noch ein Zaun – diesmal gegen Wildschweine

  1. Da reden die Naturschützer von grünen Korridoren und Biotopvernetzung, aber gleichzeitig werden auch in Europa Zäune gegen Menschen und bestimmte Tiere gebaut, die Wanderungen auch von anderen größeren Tierarten quasi unterbinden. Kleine Nebenwirkungen – tja, Pech gejabt, liebe Tiere.

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