Wo der Feldhamster zurückkehrt

Ich bin ganz vernarrt in diese Tiere – vielleicht, weil ich als Kind mehrere Goldhamster halten durfte. Feldhamster hingegen galten ja lange Zeit als Schädlinge und wurden bejagt oder mit Chemie unschädlich gemacht. So gründlich, dass diese Tierart heute auf der Roten Liste steht. Umso erfreulicher, dass es jetzt auf Feldern in der Nähe von Mannheim ein interessantes Projekt für Feldhamster gibt. Wissenschaftler versuchen dort 40 gezüchtete Hamster wieder anzusiedeln. Dafür haben Fachleute Löcher vorbereitet, in die sie mit Hilfe von Plastikrohren die Tiere hineinbugsieren. Mit Landwirten wurde vereinbart, dass die Hamster auf dem Gelände gute Lebensbedingungen haben sollen. Für die Nager wurde Luzerne angepflanzt, damit sie genügend Deckung, aber auch Nahrung finden. Ziel der Projekts ist es, eine tragfähige Population aufzubauen.

Feldhamster sind heutzutage nicht mehr durch die Jagd vom Aussterben bedoht, sondern vor allem durch die intensive Landwirtschaft. Riesige Felder mit Monokulturen entziehen ihnen die Nahrungsgrundlage und bieten ihnen keinen Schutz vor Feinden. Den Nagern fehlt die Sortenvielfalt der Feldfrüchte, die es früher in Deutschland gab. Durch die zwangsläufig einseitige Ernährung drohen den Tieren außerdem Mangelerscheinungen. Das kann dazu führen, dass sie sich nicht mehr fortpflanzen oder ihren Nachwuchs auffressen. Bei dem Mannheimer Projekt wollen Landwirte jetzt gegen Bezahlung ihre Felder hamsterfreundlich bewirtschaften und bei der Getreideernte Erntestreifen stehen lassen. Außerdem sollen Pflanzen angebaut werden, die den Hamstern vor ihren Feinden Deckung bieten.

Ich wünsche dem Wiederansiedlungsprojekt viel Erfolg – vielleicht finden sich, wenn alles gut läuft, ja Nachahmer, die Feldhamstern auch in anderen Gebieten zur Rückkehr verhelfen.

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