Feiner Stuck für rohe Tiere

Umbau im Raubtierhaus

Umbauarbeiten im Raubtierhaus des Nürnberger Tiergartens. Der stellvertretende Tiergarten-Direktor Helmut Mägdefrau (links) lässt sich von Josef Gruber, dem Ausbildungsmeister der Handwerkskammer, den Fortschritt der Arbeiten zeigen

Über 40 Jahre ist es her, dass am Raubtierhaus größere Veränderungen vorgenommen wurden. Längst ist es deswegen Zeit geworden, den Tigern und Löwen eine kleine Renovierung für ihr Heim zu gönnen. Für vier Millionen Euro wird zurzeit das Raubtierhaus generalüberholt. Das Besondere: Die mächtige Kuppel des Baus wird von Stuckateur-Meisterschülern ausgebaut. Das ist eine viel handfestere und aufwändigere Arbeit als man vielleicht zuerst denken mag.

Einen ausführlichen Baustellen-Bericht aus dem Raubtierhaus finden Sie hier:
http://www.nz-online.de/artikel.asp?art=968594&kat=11

Wegen Flocke vor Gericht

Zwei Mitglieder der Lobby-Organisation für Tierrechte „Peta“ sind am Mittwoch vom Amtsgericht Nürnberg zu Geldstrafen verurteilt worden. Der 40-jährige Frank Albrecht und seine 24-jährige Kollegin Nadja Kutscher müssen jeweils 30 Tagessätze „löhnen“ – der Experte für Zirkus- und Zootier-Haltung insgesamt 1200 Euro, die Peta-Übersetzerin 900 Euro.

Der Grund für das Verfahren: Die beiden Tierrechtler hatten am 8. April vergangenen Jahres das Eisbärengehege betreten: Das war der Tag, an dem unsere Flocke zum ersten Mal der (Medien-)Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Die Aktivisten hatten den Anlass gewählt, um Poster hochzuhalten, auf denen die Haltung von Zootieren wie Flocke kritisiert wurde: F-L-O-C-K-E stand darauf, jeder Buchstabe war mit einem Wort verknüpft, etwa L wie „leidend“, O wie „Opfer“ und so weiter. Ordner des Tiergartens brachten die Demonstranten damals recht schnell aus dem Gehege heraus, jetzt mussten die Peta-Leute also vors Gericht.

In vielen anderen Zoos werden solche Aktionen „nur“ mit lebenslangem Hausverbot geahndet. Das war zwar in Nürnberg auch so, allerdings schaltete sich hier die Staatsanwaltschaft ein und erwirkte schließlich noch zusätzlich das Straf-Verfahren.

Unser Archiv-Bild zeigt noch einmal den Auftritt der Peta-Aktivisten im Nürnberger Tiergarten.