Was passiert mit der Berliner Stadtbärin Schnute?

Die Berliner Stadtbärin Maxi (Foto) ist an altersbedingtem multifaktoriellen Organversagen gestorben – so das Ergebnis der Obduktion. Mit ihren 27 Jahren ist Maxi ungewöhnlich alt geworden, in freier Wildbahn bringen es diese Tiere nur auf sechs bis acht Jahre. Maxi lebte mit ihrer Mutter Schnute (32 Jahre!) von Geburt an in einem Bärenzwinger im Köllnischen Park mitten in Berlin. Das war schon einmal  Thema in diesem Blog im vergangenen November.

Bärenmutter Schnute hat den Verlust ihrer Tochter offenbar relativ gut verkraftet. Was nun aus Schnute als einzig verbleibendem Bären im Berliner Stadtzwinger wird, ist offen. Tierschützer hatten sich in den vergangenen Jahren immer wieder für einen Umzug der beiden Tiere und gegen ihre Haltung im Bärenzwinger eingesetzt. Schnute und Maxi sollten – dafür plädierten die Bärenschützer – in eine Auffangstation gebracht werden und ihren Lebensabend in einem weitläufigen naturnahen Gehege verbringen. Um dies zu erreichen, gründeten Tierschutzvereine aus ganz Deutschland das Berliner Bärenbündnis. Bereits mehrfach haben Bärenauffangstationen angeboten, Schnute und Maxi aufzunehmen, doch bislang wurde dies immer mit einem Verweis auf das hohe Alter der Tiere von den Verantwortlichen abgelehnt. Ob Schnute jetzt – nach dem Tod von Maxi – in einen Bärenpark kommt, bleibt abzuwarten. Wenn ja, soll eine Gedenktafel an den Bärenzwinger erinnern und an die Tiere, die hier gelebt haben.

In Berlin sind Bären bekanntlich als Wappentier oft zu sehen, deshalb gibt es seit 1928 als kleine Anlage und seit 1939 offiziell den Stadtzwinger im Köllnischen Park in Berlin-Mitte, in dem lebendige Bären gehalten werden. Nach dem Schock um den plötzlichen Tod von Stadtbärin Maxi hatte das Märkische Museum (das am Rande des Parkgeländes liegt) vorgeschlagen, die Bärendame präparieren zu lassen und sie in einer Ausstellung seinen Besuchern zu präsentieren; dieser Plan ist inzwischen vom Tisch.

Chinesische Pandas und der flämisch-wallonische Konflikt

Der in Belgien seit Jahrhunderten schwelende Zwist zwischen Flamen und Wallonen ist immer wieder Ursache für interessante Begebenheiten. Zwei chinesische Pandabären sorgen jetzt für neuen Zündstoff zwischen den Französisch sprechenden Wallonen und den Niederländisch parlierenden Flamen.
Was ist passiert? Die beiden Pandas wurden dem belgischen Ministerpräsidenten Elio Di Rupo auf seiner Chinareise vom dortigen Premierminister Li Keqiang als zehnjährige Leihgabe versprochen. Di Rupo betont, dass die Ankunft der Tiere eine Ehre für Belgien sei und ein Zeichen für die vertrauensvolle Atmosphäre zwischen China und Belgien. Der eher frankophone Di Rupo tendiert dazu, sie ab dem Frühjahr 2014 im Tierpark Pairi Daiza im Süden Belgiens – also in der Wallonie – einquartieren zu lassen. Daraufhin sollen – so die Nachrichtenagentur Belga – Verantwortliche im Zoo in Antwerpen mehr als sauer reagiert haben. Sie plädieren dafür, dass die Pandas bei ihnen in Flandern untergebracht werden. Der Antwerpener Zoo (dessen Website es in einer niederländischen und französischen Sprachversion gibt) beherbergt über 5000 Tiere und ist der älteste und berühmteste Tierpark des Landes. Gegründet wurde er 1843 und zählt jährlich etwa 1,3 Millionen Besucher.
Der Sprachenstreit zwischen den Wallonen und Flamen ist eine never-ending Story in Belgien und hat vor drei Jahren das Land sogar fast zum Auseinanderbrechen geführt. Damals gab es 541 Tage keine gewählte Regierung, bis der Sozialist Elio Di Rupo dann Chef einer Koalitionsregierung wurde.

Erdmännchen erobern Nürnberger Tiergarten

Sie stehen auf der Beliebtheitsskala in deutschen Tiergärten ganz weit oben: Die Erdmännchen. Ob in den Zoos von Rostock, Köln, Frankfurt oder Leipzig – weit vor Elefanten, Löwen und Affen faszinieren die kleinen Kerle Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Seit heute gibt es auch im Tiergarten Nürnberg eine Erdmännchenanlage. Hier sind die Erdmänner zusammen mit  Fuchsmangusten untergebracht. Die Tiere stammen aus Zoos in vier EU-Nationen: die Fuchsmangusten kamen aus Großbritannien (London) und Belgien (Antwerpen), die Erdmännchen aus den Niederlanden (Emmen) und Deutschland (Leipzig).
Das Erdmännchen (Suricata suricatta) ist eine Säugetierart aus der Familie der Mangusten (Herpestidae). Mit ca. 750 Gramm Lebendgewicht ist es eine der kleinsten Arten, es hat ein hellgraues Fell mit unauffälligen Querstreifen. Erdmännchen leben ursprünglich in Gruppen von vier bis neun Tieren in trockenen Regionen im südlichen Afrika. Auffallend und für Zoobesucher besonders witzig ist ihr ausgeprägtes Sozialverhalten. Oft steht eines der Tiere exponiert auf seinem Wachposten und beobachet mit höchster Aufmerksamkeit, ob sich potenzielle Feinde nähern könnten. Die anderen Erdmänner vertrauen ihrem Wächter vollkommen und fressen, putzen sich oder spielen. Erdmännchen ernähren sich vorwiegend von Insekten. Und: Sie zählen nicht zu den bedrohten Tierarten. Übrigens werden Erdmännchen ab und zu mit den in Nordamerika lebenden Präriehunden verwechselt. Diese sind allerdings Nagetiere und mit den Erdmännchen nicht näher verwandt.
In der Nürnberger Anlage wurde der Lebensraum der Tiere, die Savanne des südlichen Afrikas, detailliert nachgebaut: Gräser, Büsche und Felshöhlen bereichern die Anlage. Damit sich die kleinen Mangusten nicht auf und davon machen, und um eine gute Sicht auf die Tiere freizugeben, wurde eine Gehegeeinzäunung mit sehr eng gesetzten Drähten, ähnlich der Besaitung einer Harfe, gewählt.

Weil Erdmännchen so putzige Tier sind, gab es auch immer wieder interessante Filme über sie : In der BBC-TV-Dokumentation „Die letzten Drachen“ wurde z.B. gezeigt, wie abgerichtete Erdmännchen zum Aufspüren von Schlangen in städtischen Wohnungen eingesetzt werden. Und in der Walt-Disney-Produktion „Der König der Löwen“, einem Zeichentrickfilm aus dem Jahr 1994, ist eine der Hauptfiguren ein Erdmännchen namens Timon. Gleich um eine komplette Familie von Erdmännchen dreht sich die Handlung im Kinofilm „Wächter der Wüste“ von James Honeyborne aus dem Jahre 2008.

Ich bin gespannt, wie schnell sich die Nürnberger Erdmännchen und Fuchsmangusten zu Publikumslieblingen entwickeln!

Die schielende Heidi ist tot

Typisch. Kaum fährt die Autorin dieses Tierblogs Ute Wolf alias uwo mal ein paar Tage in den Urlaub, schon überstürzen sich die Ereignisse. Die traurige Nachricht des Tages: Heute früh musste im Leipziger Zoo das weltberühmte schielende Opossum Heidi eingeschläfert werden. uwo hat hier natürlich schon mehrfach über Heidi als tierisches Phänomen geschrieben. Noch Ende August war in ihrem Beitrag „Wenn Beutelratten alt werden“ alles Wissenswerte über den sächsischen Star zu lesen. Ich erspare Ihnen deshalb weitere Details – als Greuther-Weib stecke ich sowieso nicht so im Thema drin.
Um es also kurz zu machen: Heidi hatte mit 3,5 Jahren ein – offensichtlich – biblisches Opossum-Alter erreicht. Möge sie mit Krake Paul, Eisbär Knut, der Elefantendame Yvonne und dem Nürnberger Flusspferd Webbi vom Tierhimmel aus auf alle Zoos und Tiergärten dieser Welt herabblicken und sich – vielleicht – ihren Teil denken.
Einen ausführlichen Artikel zu Heidis Tod kann man hier lesen.