Nachwuchs bei Buntmardern, Seelöwen, Kleinen Pandas

Nachwuchs im Tiergarten Nürnberg: Der stellvertretende Tiergartendirektor Helmut Mägdefrau verkündete in den vergangenen Tagen Zuchterfolge bei den Seelöwen, den Buntmardern und den Kleinen Pandas. Bei den Kleinen Pandas hat Patna, die seit 2011 in Nürnberg lebt (ihr Partner Rex junior kam 2012), zwei Jungtiere zur Welt gebracht. Die sind aber noch schwer zu  beobachten, da sie vorerst in der Wurfhöhle bleiben und nur ab und zu von ihrer Mutter hinausgetragen werden. Die Qualität des Fotos von den Kleinen ist deshalb nicht so gut wie die der Fotos, die sonst in diesem Blog veröffentlicht werden.
Bei den Kalifornischen Seelöwen ist der Tiergarten traditionell sehr erfolgreich. Allerdings starben in den vergangenen Jahren die beiden langjährigen Haremsführer (so heißt das, weil ein Bulle in der Regel mit einer Gruppe von Weibchen zusammenlebt) Mike (2009) und Patrick (2011). Mike hatte zwölfmal, Patrick gar 37-mal für Nachwuchs gesorgt, beide lebten seit 1991 in der Anlage am Schmausenbuck. Mike wurde 19, Patrick  24 Jahre alt.
Der Generationswechsel ist geglückt: Patricks Sohn Scott sorgte dafür, dass nach nur einem Jahr Pause wieder kleine Kalifornische Seelöwen den Aqua-Park bevölkern. Ganja und Holly heißen die beiden Jungtiere. Zudem wurden Fred und Frieda geboren, die in der Lagune leben. Hier ist nicht ganz klar, ob Scott oder Salomon der Vater  ist. Scott soll trotz geglückter Vaterschaft Nürnberg verlassen. Er hat seine Mutter Ginger geschwängert, was bei Seelöwen auch in der freien Natur oft vorkommt – dennoch will der Tiergarten zu viel Inzucht vermeiden und lieber einen neuen Bullen von außerhalb holen. So wartet Scott auf seine Abreise, er wird an einen anderen Zoo vermittelt. Für die Jungtiere spielt das keine Rolle, denn die Väter haben mit der Aufzucht nichts zu tun.  Inklusive Scott und der Babys leben derzeit 17 Seelöwen in Nürnberg, neun im Aqua-Park, acht in der Lagune. „Oldie“ der Gruppe ist die bereits 27 Jahre alte Sally.
Während Scott sich also verabschiedet, darf Buntmarder-Papa Gorbi erstmals bei der Aufzucht der Jungen im Gehege bleiben. Der Tiergarten hält die Buntmarder auch deshalb, weil sie als  farbenprächtige Vertreter ihrer Tiergruppe gut geeignet sind, das schlechte Image der Marder hierzulande aufzubessern. Da bei den Buntmardern aus dem Freiland Einzelberichte von gemeinsamen Jagdzügen im Familienverband bekannt sind, hat sich der Tiergarten in diesem Jahr entschieden,  Gorbi während der Zeit der Aufzucht zusammen mit dem Nachwuchs im Gehege zu lassen. Zuvor war er  während dieser Zeit regelmäßig einzeln untergebracht. Laut Helmut Mägdefrau verhalten sich Gorbi und die Mutter der beiden Jungtiere, Alisa, wie erwartet vorbildlich. Inzwischen spielen sogar alle vier Buntmarder gemeinsam auf der Anlage.

 

Affen auf der Flucht

Das Beispiel der Nürnberger Geparden, die immer mal wieder ausbüchsen, macht offenkundig Schule: Eine Schimpansen-Fünferbande hat kürzlich in Hannover das Weite gesucht. Einer rannte versehentlich ein kleines Mädchen um, das sich eine Kopfwunde zuzog.  Ein anderer war weniger rüde: Er umarmte sogar einen Besucher. Sonst kam es jedoch kaum zu Zwischenfällen. Allerdings musste der Zoo evakuiert werden, und rund 60 Polizeibeamte waren im Einsatz, um das Gelände zu sichern.

Richtig Spaß am Ausflug hatte jedoch offenkundig nur Maxi, 48-jähriger Oldie und Chef der Affengruppe. Es dauerte mehr als eine Stunde, ihn wieder in sein Gehege zurückzulocken. Die anderen hatten ihren Ausflug zum Teil schon nach einer Viertelstunde freiwillig beendet. Dieser war überhaupt nur möglich geworden, weil ein Ast ins Außengehege der Affenanlage geragt hatte, an dem sich die Schimpansen heraushangeln konnten.

Hunde sind die besseren Wäscheschleudern

Gut, Hunde sind keine klassischen Tiergarten-Bewohner und passen nicht so recht in dieses Blog. Dennoch soll den geneigten Tierfreunden eine besonders schöne Meldung nicht vorenthalten werden. Hunde benötigen nach einem Bad weniger als eine Sekunde, um sich die Hälfte des Wassers aus ihrem nassen Fell zu schütteln. Damit, so die wissenschaftliche Erkenntnis, sind sie effektiver als jede Wäscheschleuder. Das berichtet das Magazin „National Geographic Deutschland“ in seiner Oktoberausgabe. Und: Je flauschiger das Fell, desto besser klappt es mit dem Wasserspritzen. Der Trocknungsmechanismus mit schnellen Drehbewegungen lässt sich bei vielen Tierarten beobachten. Der Grund: Ein nasses Fell bedeutet mehr Gewicht und ist daher hinderlich, wenn man Beute jagen oder vor Feinden fliehen will.

Während Hunde also von der schnellen Sorte sind, gelten Schnecken als Symbol für Ruhe und Langsamkeit. Wissenschaftler sind nun der Frage nachgegangen, wie schnell das sprichwörtliche Schneckentempo ist – und haben festgestellt, dass das von Schnecke zu Schnecke sehr unterschiedlich ist. Die Bernsteinschnecke schafft nur zwei Zentimeter pro Minute, die Weinbergschnecke dagegen immerhin 7,2 Zentimeter. Manche Nacktschneckenarten „rasen“ dagegen förmlich durch die Gegend und kommen auf elf Zentimeter pro Minute. Noch schneller sind die Wasserschnecken, sagt der Schneckenforscher Gerhard Haszprunar. Wie lange Schnecken brauchen, um sich trocken zu schütteln, erklärt uns der Wissenschaftler leider nicht.

Bald soll die Bahn wieder bimmeln

Am 30. Juli wird im Tiergarten die Delfinlagune eröffnet. Und Anfang August soll es dann gleich noch eine Einweihung geben: Dann nämlich wird auf einer knapp 700 Meter langen Strecke zwischen Giraffengehege und Kinder-Zoo  der „Kleine Adler“, die Tiergarten-Bahnlinie, wieder unterwegs sein.  Gerade mit den Giraffen kommen die Bahnfahrer in engen Kontakt – wie bei einer Safari werde man direkt an ihnen vorbeifahren, sagte Michael Adler vom Planungsbüro bei der Vorstellung des Konzepts.

Rund 800 000 Euro hat der Aufbau der Strecke gekostet, die Stadt übernahm den Löwenanteil. Aber auch die Bürger griffen in die Tasche: In die Spendenlok vor dem Giraffengehege warfen die Tiergarten-Besucher 10 000 Euro. Die Bimmelbahn beförderte ab 1964 in über 40 Jahren 5,1 Millionen Menschen, bis ihr Betrieb wegen des Baus der Lagune stillgelegt wurde.

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Eisbären putzmunter

Während Ute im Urlaub weilt, darf ich als ihr Vertreter gute Nachrichten überbringen: Den beiden Eisbärenkindern im Tiergarten geht es nämlich bestens. Die beiden weißen Fellknäuel kugeln „in der Geburtshöhle umeinander“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt. Die am 2. Dezember 2010 geborenen Bären dürften heute gut 50 Zentimeter lang und neun Kilogramm schwer sein. Genaue Daten gibt es aber nicht, da die Tierpfleger das Gehege nicht betreten.

Das ist derzeit alleine das Revier von Vera und ihren Jungtieren. Die Eisbärenmutter, die täglich sieben Kilogramm Fleisch, Fisch und Gemüse verschlingt, hat genug Reserven, um den Nachwuchs mit Milch zu versorgen und kümmert sich auch sonst toll um die Kleinen. Wenn es zu wild zugeht, greift die Mutter ein, ansonsten schaut Vera eher gelassen dem Treiben zu.  Wir drücken ihr und ihrem Nachwuchs die Daumen, dass weiter alles gutgeht.

Schon wieder neue Tiergartenbewohner

TiergartDer Tiergarten kommt derzeit gar nicht nach im Vorstellen der Neuzugänge. Nun gaben sich Pino, Lotta und Lina die Ehre. Das Pinguintrio kämpfte sich im April durch die Eischalen ans Licht des Schmausenbucks. Und Pino watschelte schon wenige Tage später zum Erstaunen seines Pflegers Thorsten Christ auf diesen zu, um sich füttern zu lassen. In der Regel dauere es zwei Monate, sagte Christ, bis die Tiere zu Menschen Vertrauen fassen.

Auch Lina hat eine besondere Geschichte. Sie wurde ihren „Eltern“ Goldi und Phil kurzerhand untergeschoben, deren Eier unbefruchtet waren. Damit entlastete der Tiergarten Doris und Brösel. Die beiden sind die wirklichen Eltern von Lina, konnten sich dadurch aber voll auf Lotta konzentrieren.

Mit Pino, Lotta und Lina, die am Schmausenbuck bleiben sollen, ist die dortige Humboldtpinguinkolonie auf 25 Tiere angewachsen.

Der treffsichere Tintenfisch

urn:newsml:dpa.com:20090101:100712-10-11567Als Cristiano Ronaldo, Messi oder Kaka schon die Heimreise angetreten hatten, drehte er erst so richtig auf und avancierte zum heimlichen Star der Fußballweltmeisterschaft: Paul, der treffsichere Tintenfisch, von dem natürlich auch im Tiergarten-Blog die Rede sein muss. Das Kraken-Orakel lag mit all seinen Tipps richtig. Es wusste zum Beispiel, dass Deutschland Argentinien schlagen, aber gegen Spanien verlieren würde. Und auch im Endspiel, als er erstmals den Ausgang eines Spiels mit nicht-deutscher Beteiligung vorhersagen sollte, war der Oktopus im Bilde: Er stürzte sich auf das mit der spanischen Flagge verzierte Muschelfleisch, Hollands Schicksal war besiegelt. 

Witzig sind die diversen Anekdoten, die sich um Paul ranken. Die englische Presse sah in ihm den idealen Fußball-Kommentator, da er viel Fachkompetenz habe, aber wenig rede. (Vielleicht wäre Paul mit acht Füßen und neun Gehirnen ja auch als Spieler erfolgreich…) Die Argentinier wiederum karrten nach der Vorhersage des Oktopus prompt eine Armada von Alternativ-Orakeln  an (zum Beispiel Papageien, Delfine), die sich für ein Weiterkommen der  Gauchos aussprachen. Und Politiker der spanischen Regierung (!) boten Paul nach dem Halbfinalsieg des späteren Weltmeisters gegen Deutschland gleichsam politisches Asyl an, damit „die Deutschen ihn nicht aufessen“.

Tintenfische gelten als die intelligentesten Weichtiere, und Paul hat einfach Fußball-Verstand. Jetzt dürfte seine Karriere zu Ende sein, denn mit 2,5 Jahren ist das Kraken-Orakel schon ein Oktopus-Opa, statistisch bleiben ihm nur noch sechs bis sieben Monate. Das Sea Life Oberhausen will ihm nun seine Ruhe gönnen und hat skurrile Anfragen – unter anderem sollte Paul die Lottozahlen voraussagen und Nationaltrainer Brasiliens werden – abgelehnt. Die Europameisterschaft 2012 dürfte Paul, der schon bei der EM 2008 viele richtige Tipps abgegeben hat, also nicht mehr erleben. Und ein Nachfolger wird schwer zu finden sein. Paul ist der einzige Oktopus im Sea Life Oberhausen. Vermutlich hat er deshalb so viel Zeit, sich mit Fußball zu befassen.

Nachwuchs bei Adler, Eule und Seelöwen

Ute hatte mit ihrer Prophezeiung recht, die WM hat die Lokalredaktion fest im Griff und lässt wenig Zeit für Tierthemen. Dabei gibt es derzeit gleich eine ganze Reihe schöner Botschaften vom Schmausenbuck: Es gibt Nachwuchs bei den Weißkopfseeadlern, den Uralkäuzen und auch den Seelöwen.

Die zwei jungen Adler schlüpften im April, der kleinere Jungvogel wurde zunächst mit der Hand aufgezogen und dann wieder ins Nest zurückgesetzt. Der Tiergarten züchtet die einst enorm gefährdeten Tiere, deren Bestand sich aber mittlerweile wieder stabilisiert hat, seit 1982. Schon 1965 zogen die Uralkäuze im Tiergarten ein. Am 14. Mai 2010 schlüpfte nun wieder ein Jungvogel, der bald ausgewildert werden soll.

Und dazu gibt es jetzt auch noch drei Kalifonische Seelöwen, hier sind fast jedes Jahr Jungtiere zu bestaunen. Die Mütter des neuesten Trios  sind Ginger, Josi und Lisa. Haremsführer Patrick ist der Vater, sein Kollege Mike starb ja 2009.  

So, das in Kürze das Neueste aus dem Tiergarten. Und am Sonntag endet die WM, und dann ist auch wieder mehr Zeit und Platz für Tiere….

Flocke bleibt noch etwas länger

Asche über mein Haupt: Die Urlaubsvertretungen sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Erst lassen sie sich mit ihrem Beitrag einige Tage Zeit, und dann kommen sie zu allem Überfluss auch noch mit einer schlechten  Nachricht daher: Die Tiergartenpreise werden nämlich ab dem 1. April 2010 erhöht. Ein Erwachsener zahlt künftig 9 Euro statt bisher 8,50 Euro, für Kinder bis 13 steigt der Preis von 4,20 auf 4,50 Euro. Auch Nürnberg-Pass-Besitzer müssen künftig mehr berappen: Bei den Erwachsenen geht der Preis von 3,70 auf 4 Euro hoch, bei Kindern von 2 auf 2,20 Euro. Die Familienkarte für zwei Erwachsene mit Kindern kostet künftig 21 statt bisher 20 Euro.
Aber ein kleines Trostpflaster habe ich auch noch: Flockes Abschied verschiebt sich noch weiter nach hinten. Von der ursprünglichen Planung her hätte die Eisbärin ja schon im Januar nach Südfrankreich umziehen sollen, dann hieß es Mitte Februar, später war von Anfang März die Rede. Jetzt werden  Flocke und ihr Gefährte Rasputin doch noch etwas länger am Schmausenbuck bleiben.
„Mitte März wird es auf jeden Fall“, sagte Tiergarten-Chef Dag Encke der Nürnberger Zeitung. Der Bau der neuen Meerwasser-Anlage in Antibes habe sich wegen des harten Winters verzögert. Während sich die Besucher freuen, sitzt  die Tiergarten-Leitung nun aber inzwischen etwas auf heißen Kohlen. „Die Deckzeit wird immer knapper“, sagt Encke. Sobald Flocke und Rasputin in Richtung Frankreich unterwegs sind, will der Tiergarten bekanntlich Felix zurückholen. Bis Ende April könnte der derzeit in Aalborg (Dänemark) lebende Papa Flockes gemeinsam mit Vera wieder für Nachwuchs sorgen.
Immerhin müssen sich Felix und Vera nicht lange aneinander gewöhnen. Die beiden sind ja schon ein eingespieltes Paar.

Seelöwen starten in eine neue Generation

Ute-Wolf-Urlaube waren für den Tiergarten nicht selten ein böses Omen: Oft gab es ausgerechnet in jenen Wochen, in denen die zuständige NZ-Redakteurin nicht im Einsatz war, am Schmausenbuck regelrechte Tier-Tragödien.  Erinnert sei an tote Delfinbabys und gemeuchelte Kleine Pandas. 

Diesmal aber kommt Utes Urlaub zum Trotz frohe Kunde aus dem Tiergarten: Wie schon im Vorjahr gibt es bei den Kalifornischen Seelöwen nämlich fünffachen Nachwuchs. Fünf verschiedene Mütter kümmern sich um die Babys. Bei den Vätern ist die Situation etwas überschaubarer: Vier der Jungtiere gehen auf das Konto von Patrick, dem mit 22 Jahren für Seelöwenverhältnisse schon sehr betagten, aber eben immer noch rüstigen Chef im Aqua-Park. Der 19-jährige Mike, der im Delfinarium lebt, ist der Vater des fünften Sprösslings.  

Bei den Seelöwen klappt die Zucht in Nürnberg ausgesprochen gut, schon seit neun Jahren ist kein totes Jungtier mehr zu beklagen. Der Tiergarten hält seit 1956 Seelöwen, 1961 gab es die erste geglückte Aufzucht. 1973 dann wurde Kali geboren – der Urahn eines ganzen Seelöwengeschlechts, das nun mit Blue, der Tochter von Hannah und Patrick, in seine sechste Generation geht.

Blue darf deswegen auch im Tiergarten bleiben, die anderen Tiere werden in der Regel nach einem Jahr, wenn sie selbstständig sind, abgegeben. So bevölkern Nürnberger Seelöwen Zoos in Holland, Ungarn, Israel und sogar Hongkong sowie Japan. Weitere schöne Bilder findet ihr hier