Auf geht´s, Igel zählen!

Ich bin schon da! Das hat der Igel bekanntlich im Märchen vom Hasen und vom Igel immer gerufen. Er könnte es aber auch in diesen Wochen rufen: Denn die Igel haben ihren Winterschlaf beeendet und lassen sich zur Freude aller Tierfreunde wieder verstärkt blicken. Interessant dabei ist folgendes Phänomen: Die Igelmännchen kommen als erste aus ihren Winterquartieren, die Weibchen sind eher Langschläfer.

Der Landesbund für Vogelschutz ruft jedenfalls jetzt, nach Frühlingsbeginn, wieder zum Igel-Zählen auf. Ab sofort und dann bis in den Spätherbst hinein können Igel – auch tote, die man ja leider auch immer wieder findet – auf www.igel-in-bayern.de gemeldet werden. Das LBV-Projekt „Igel in Bayern“ läuft schon seit 2015 und hat zum Ziel, mehr über die Stacheltiere herauszufinden. In den vergangenen zwei Jahren war die Resonanz groß, es wurden mehr als 60 000 Igel gemeldet. Ergebnis der bisherigen Beobachtungen: Igel haben in unserer Zeit beeindruckende  Überlebensstrategien entwickelt und sogar in dicht besiedelten Gebieten und Großstädten eine Nische gefunden. Doch ihre Gesamtsituation sieht weniger rosig aus. Denn Baumaßnahmen, Straßenverkehr und der Einsatz von Gift machen den Tieren das Leben schwer.

Bitte recht freundlich!

Er ist wieder da und hinterlässt unübersehbar seine Spuren: der Biber. In Nürnberg wurden die ersten Rückkehrer im Jahr 2010 gesichtet. Die Biber sind seitdem zunehmend im Stadtgebiet heimisch geworden – sogar mitten in der Innenstadt an der Pegnitz. In anderen Städten ist es ähnlich. In Nürnberg sind sie derzeit vor allem im Faberwald im Stadtteil Eibach aktiv. Doch wie das so ist, wenn Tiere dem Menschen sehr nahe rücken, gibt es da gleich ein paar Probleme. Der Biberbeauftragte für Nürnberg-Süd wird deshalb im Faberwald nun eine Kamera aufstellen. Denn die Sicherheit in diesem Naherholungsgebiet könnte durch das Stollensystem, das die Biber angelegt haben, in Gefahr sein. Die Kamera wurde von der zuständigen Behörde genehmigt.

Die Biber im Faberwald machen ihrem Beinamen“Baumeister“ momentan alle Ehre. Das zeigt ein verzweigtes Stollensystem, in das sich die Nager bei Gefahr oder Störungenschnell zurückziehen können. Die Kamera soll dazu dienen, die einzelnen Tiere zu identifizieren, mehr über ihre Bautätigkeit zu erfahren und die Tiefe der Stollen einzuschätzen. Mithilfe der Aktion soll der Biberbestand auch an dieser Stelle erhalten werden, aber gleichzeitig will man Schäden am reichen Baumbestand des Faberwaldes so gering wie möglich halten. Klingt alles duchaus plausibel – ist aber heutzutage gar nicht so einfach. Denn in einem solchen Erholungsgebiet dürfen schließlich keine Aufnahmen mit Überwachungskameras (wie etwa an Bahnhöfen oder anderen sicherheitsrelevanten Orten) gemacht werden. Fotos oder Filme aus dem Faberwald, auf denen Menschen erkennbar sind, die dann womöglich veröffentlicht oder weiterverwertet werden – das wäre nicht zulässig. Deshalb ist die Kamera gezielt auf die Wasserfläche und den direkt angrenzenden Uferbereich gerichtet, also dorthin, wo Menschen sich normalerweise nicht hinbegeben.

Für das Bibermanagement arbeiten in Nürnberg der Service öffentlicher Raum (SöR), das städtische Umweltamt, die Untere Naturschutzbehörde, das Wasserwirtschaftsamt und der Bund Naturschutz (BN) Bayern zusammen, um praktikable Lösungen für ein gutes Miteinander zwischen Mensch und Biber zu ermöglichen. Die Ergebnisse des geplanten Monitoring am Faberweiher sollen in das Management mit einfließen. Wird sicher interessant, was dabei herauskommt!

Das Tiergarten-Jahr 2016

Während die meisten deutschen Zoos ihre „Inventur“ für die Medien immer schon um den Jahreswechsel durchführen, lässt sich der Nürnberger Tiergarten stets etwas mehr Zeit für seinen Jahresrückblick. Heute war es wieder so weit. Und das Interesse der Journalisten ist auch diesmal wieder groß gewesen, was das Interesse der Bevölkerung ja durchaus widerspiegelt. Auf dem Weg zur Pressekonferenez sind wir bei den Grauen Riesenkängurus vorbeigekommen, die munter in ihrer verschneiten Anlage herumhüpften.

Große Höhepunkte gab es 2016 für den Zoo am Schmausenbuck nicht. Es war ein Jahr ohne wirklich attraktiven Nachwuchs (siehe unten), aber zum Glück auch eines ohne ganz schlimme Nachrichten. Zumindest, wenn man vom „Dauerbrenner“ undichte Delfinlagune absieht, die für teures Geld saniert werden muss. Deshalb wird jetzt auch das nicht-öffentliche Delfinarium II (hier im Bild) für rund 1,2 Millionen Euro renoviert, um Große Tümmler oder Seelöwen ausquartieren zu können, wenn es bei der Lagunen-Reparatur zu laut oder zu staubig wird. Erfreulicher Ausblick für das neue Jahr: Rechtzeitig zu den Osterferien soll die Außenanlage der Totenkopfäffchen fertig saniert sein; dort ziehen dann – als neue Tierart – Sumpfmeerschweinchen mit ein. Und für den Herbst ist die Fertigstellung des Wüstenhauses angekündigt, das durch den Umbau des alten Flusspferdhauses entsteht.

Und das war das Tiergarten-Jahr 2016 in Zahlen:

Zum Jahresende lebten 3802 Tiere aus 287 Arten am Schmausenbuck, davon 216 Wirbeltierarten mit 2727 Individuen.
Nachwuchs: sechs Alpenmurmeltiere, sechs Pelikane, vier Flamingos, regelmäßige Zucht von Seidenspinnen
Abgabe von Tieren: drei Große Tümmler (Kai, Noah und Arnie) nach Portugal und Lanzarote, zwei Kleine Pandas nach Köln und Kerkrade und ein Tiger nach Hannover
Nachwuchs: sechs Alpenmurmeltiere, sechs Pelikane, vier Flamingos, regelmäßige Zucht von Seidenspinnen
Todesfälle: ein männlicher Gepard und das Zuchtpaar der Buntmarder (Gorbi und Alisa). Für die Tochter der beiden kam ein Partner aus dem Tierpark Berlin nach Nürnberg.
Auswilderung: drei Habichtskäuze (seit 2003 gingen 14 dieser Jungvögel in den Nationalpark Bayerischer Wald, neun in das Biosphärenreservat Wienerwald und in das Wildnisgebiet Dürrenstein).
Führungen: Von der Zoopädagogik wurden 16.147 Teilnehmer (Kinder und Erwachsene) in 1412 Führungen und anderen Angeboten betreut. Außerdem gab es fast 40 Vorträge im Naturkundehaus.
Tierpatenschaften: 770 Tierpaten mit einer Spendensumme von 132.517 Euro. 470 Tierpaten (61 Prozent aller Paten) setzten ihre Patenschaft nach einem Jahr fort.
Besucher: 1.087.360 Besucher (3,3 Prozent weniger als 2015)

Biber-Hochburg Nürnberg

ARCHIV - Am Ufer einer überschwemmten Oderwiese knabbert am 20.03.2009 ein Biber die Rinde von Weidenästen ab. Am 30.04.2014 beschäftigten sich die Abgeordneten des Landtags von Baden-Württemberg in einer aktuellen Debatte mit der Weiterentwicklung des Bibermanagements. Foto: Patrick Pleul/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Nürnberg entwickelt sich zur Biber-Hochburg! Auf der Wöhrder Wiese zwischen dem Wöhrder Talübergang und der Franz- Josef-Strauß-Brücke hinterlassen die Tiere deutliche Spuren, vor allem an den Ufern des Goldbachs entlang des Wöhrder Wiesenwegs, bis hin zur Hadermühle: So haben die emsigen Nager beispielsweise in der Nähe des Wöhrder Talübergangs eine 15 Meter hohe Pappel zu Fall gebracht. Weil der Baum quer über dem Wöhrder Wiesenweg lag, musste die Stelle abgesichert werden, Fußgänger und Radfahrer wurden über die Wiese umgeleitet. Zwei weitere Pappeln wurden von Bibern angenagt und wurden deshalb gefällt, außerdem musste der zuständige städtische Betrieb zwei schon umgestürzte Bäume beseitigen.

Es ist erstaunlich, was ein einziger Biber innerhalb einer Nacht an „Baumfällarbeiten“ so alles schafft: Je nach Härte des Holzes kann er einen bis zu 50 Zentimeter dicken Baum umlegen. Weil die Tiere nach der Naturschutz-Richtline der Europäischen Union geschützt sind, ist es für die Stadt Nürnberg nicht immer einfach, zwischen der Verantwortung für die Verkehrssicherheit und dem Natur- und Artenschutz abzuwägen. Deshalb beraten sich die zuständigen städtischen Dienststellen mit dem Wasserwirtschaftsamt, dem Bund Naturschutz (BN) und anderen Naturschutzexperten über den Biberbestand an der Wöhrder Wiese. Es gibt seit einigen Jahren ein Baumschutzkonzept vom U-Bahnhof Wöhrder Wiese bis zur Satzinger Mühle flussaufwärts, außerdem ist die „Biber Task Force“ des BN an den Flussufern an der Wöhrder Wiese unterwegs. Diese Truppe umwickelt zum Beispiel gefährdete Bäume zum Schutz vor Biberfraß mit einer Manschette aus Maschendraht.

Für die „Biber Task Force“ werden noch zusätzliche Mitarbeiter gesucht. Mitglieder des BN oder andere Interessenten können sich bei der Nürnberger BN-Geschäftsstelle unter Telefon 09 11/45 76 06 melden.

Die Kohlmeise hat das Rennen gemacht

KohlmeiseVor drei Wochen habe ich meine Leser hier gebeten, bei der „Stunde der Wintervögel“ mitzumachen. Nun sind die Ergebnissse des Landesbundes für Vogelschutz da, und die will ich natürlich weitergeben. Also: The winner is …  die Kohlmeise! Wieder, muss man dazu sagen, denn im vergangenen Jahr war sie es auch schon, die am häufigsten in Bayerns Gärten gesichtet wurde. Sie hat von den guten Brutbedingungen im langen Sommer 2015 profiiert, teilen der LBV und der Naturschutzbund Nabu mit. In Bayern machten in diesem Jahr 26.000 Teilnehmer bei der Aktion mit. Sie zählten insgesamt 700.000 Vögel, im Durchschnitt 40 Vögel pro Garten.

Außerdem interesssant für (Hobby-)Ornithologen: Der Fichtenkreuzschnabel ist bei der Zählung so oft aufgetaucht wie noch nie zuvor. Und auch beim Erlenzeisig ist eine deutliche Zunahme im Vergleich zum Vorjahr feststellt worden – er kam in Bayern auf 45.000 „Treffer“. Der Stieglitz erreichte mit 11.000 Sichtungen ebenfalls ein ungewöhnlich hohes Ergebnis. Wie schon in den letzten Jahren waren es in Bayern auch wieder mehr Silberreiher, die hier den Winter verbrachten: mindestens 700.

 

Stunde der Wintervögel – die sechste!

Blaumeise
Bundesweit ist es bereits die sechste Auflage der „Stunde der Wintervögel“, die der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und sein bayerischer Partner Landesbund für Vogelschutz (LBV) vom 8. bis 10. Januar ausrufen. Auch diesmal geht es darum, eine Stunde lang Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und dann zu melden. Der NABU hofft auch diesmal wieder auf eine rege Beteiligung bei dieser Mitmachaktion. Die verspricht heuer, besonders spannend zu werden. Denn die große Frage ist: Hat das bisher extrem milde Winterwetter Zugvögel zur Überwinterung in Deutschland verleiten können? Interessant ist auch, ob der Kaltlufteinbruch im Osten Deutschlands oder lautes Silvesterfeuerwerk Vögel dazu gebracht haben, den Ort zu wechseln. Es könnte also durchaus sein, dass eine Reihe von Vogelfreunden andere Vögel als 2015 beobachten werden.

Der Stieglitz, der zu den Finken gehört und zum Vogel des Jahres 2016 auserkoren wurde, verdient besondere Aufmerksamkeit, denn sein Bestand nimmt bei uns deutlich ab. Er ist aber häufig an Futterstellen anzutreffen. Bisher hat er es auf Rang 22 der häufigsten Wintervögel geschafft. NABU und LBV bitten darum, viele bunte Meter aus samenreichen Wildblumen anzulegen oder zu erhalten. Die Stunde der Wintervögel wird zeigen, ob die Aktion zu höheren Stieglitzbeständen führt. Und so funktioniert die Wintervogelzählung:  Von einem ruhigen Beobachtungsposten aus notiert man von jeder Art die höchste Anzahl, die während einer Stunde gleichzeitig zu sehen ist. Die Ergebnisse meldet man dann bis zum 18. Janua via Internet unter:

www.stundederwintervoegel.de

Außerdem ist am 9. und 10. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Telefonnummer 0800/1157-115 geschaltet.

Bei der letzten großen Vogelzählung im Januar 2015 machten über 77.000 Tierfreunde mit und meldeten über zwei Millionen Vögel aus über 53.000 Gärten. Damals lag der Haussperling auf dem Spitzenplatz als häufigster Wintervogel, gefolgt von der Kohlmeise. Dann kamen auf Rang drei bis fünf Feldsperling, Blaumeise und Amsel. NABU und LBV wollen mit der Aktion nicht nur Daten erheben, sondern auch den Zählern die Natur vor ihrer Haustür näher bringen und sie dazu anregen, ihren Garten naturnah zu gestalten, damit sich Vögel dort ansiedeln. Zur „Stunde der Wintervögel“ stellt der NABU eine Zählhilfe, Porträts der häufigsten Vogelarten und Tipps zur Winterfütterung zur Verfügung.

So, und jetzt wünsche ich viel Spaß beim Zählen!

Tierheim und Welpen brauchen Hilfe!

Jetzt, vor Weihnachten, müssten sich doch nicht nur die Herzen öffnen, sondern auch die Spendenbereitschaft erhöhen: Das Tierheim Nürnberg braucht dringend Hilfe!!!

217 Hundewelpen – unter anderem Rottweiler, Malteser und Chihuahuas -, 48 Zebrafinken und 20 Pantherschildkröten: Das war die traurige Bilanz einer Beschlagnahmung von zwei illegalen Tiertransporten vergangene Woche in Bad Reichenhall. Davon landeten 34 Welpen, alle Zebrafinken und Pantherschildkröten im Tierheim Nürnberg; die Tiere sollten zunächst wieder abgeschoben werden, durften dann aber doch bleiben. Die Schildkröten befinden sich inzwischen in der Reptilienauffangstation München.

Die Tierärzte stellten bei der Untersuchung der Welpen fest, dass die winzigen Hunde erst zwischen vier und acht Wochen alt sind und damit viel zu jung, um von der Mutter weggenommen zu werden. Bei einem Welpen hat ein Schnelltest eine Infektion mit Parvovirose ergeben. Nach den Erfahrungen von früheren Transporten sind weitere Parvovirosefälle wahrscheinlich, außerdem dürften die Tiere alle Darmparasiten haben. Inzwischen ist ein Malteser im Tierheim Nürnberg gestorben, ein American Staffordshire-Terrier befindet sich noch in der Tierklinik. Die anderen Welpen sind im Tierheim auf der Quarantäne-Station (Foto) und werden von Tierärzten geimpft, regelmäßig untersucht und behandelt.

Die Tiere sind vom Veterinäramt Bad Reichenhall beschlagnahmt und werden im Augenblick nicht vermittelt, es gibt deshalb auch keine Reservierungsmöglichkeit für die Welpen.

Man kann dem Tierheim auf verschiedene Weise helfen: mit Geld, aber auch durch Spenden von Pedigree Pal junior Nassfutter. Es gibt eine Spendenhotline und die Möglichkeit von Charity SMS: Die Nummer der Spendenhotline ist 0900/111 0 116 (5 Euro pro Anruf für das Tierheim, nur aus dem deutschen Festnetz), die Charity-SMS unter dem Kennwort „TIERHEIM“ gehen an die 81190.

Und hier das Spendenkonto: Tierschutzverein Nürnberg-Fürth, IBAN DE55760501010001120752, BIC SSKNDE77XXX.

Immer mehr Störche im Winter

StorchüberwinterungNein, früher war nicht alles besser. Früher brachen zum Beispiel die Störche schon gegen Ende des Sommers auf und verschwanden in Richtung Süden. Sogar in Bayern wurde im Herbst und Winter einst kaum ein solcher Vogel gesichtet. Wie schön haben wir es dagegen heute! Jetzt bleiben immer mehr Weißstörche hier und lassen das mit dem tieferen Süden. Der Landesbund für Vogelschutz zählt mittlerweile im Winter über 200 Störche bei uns, um die Jahrtausendwende waren es gerade mal 50.

Wer nun glaubt, klar, kein Wunder, dafür ist der Klimawandel verantwortlich, der irrt. Fachleuten zufolge hat das ganz andere Ursachen, die schon über ein halbes Jahrhundert zurückliegen. In den 50er und 60er Jahren gab es in der Schweiz, im Elsass und in Baden-Württemberg nämlich Zuchtprogramme für Störche. Damals wurden einige von diesen Zugvögeln gefangen und am Wegfliegen gehindert. Sie haben ihr Verhalten dann auch nach dem Freilassen beibehalten und sogar an ihre Nachkommen vererbt. Kälte an sich stellt für diese Vögel übrigens kein Problem dar. Wichtig ist nur, dass ihre Futterquellen nicht versiegen: Feuchtwiesen mit Gräben, wo sie Mäuse, Würmer und kleine Fische finden.

In Bayern trifft man besonders im Altmühl- und Mindeltal während der Wintermonate auf Störche. Bevorzugte Aufenthaltsorte sind auch Gaimersheim (Oberbayern), Biburg (Niederbayern), Kallmünz (Oberpfalz), Neudrossenfeld (Oberfranken), Ornbau (Mittelfranken) und Lauben (Schwaben).

Inzwischen diskutieren Wissenschaftler darüber, ob auch der Klimawandel zu dieser Verhaltensänderung beiträgt. Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, nimmt man aber andere Vogelarten zur Forschung her.

Einfach nur Wahnsinns-Wut!

Geflügelhof13 000 Tiere werden getötet – einfach mal so auf Verdacht: Legehennen, Enten, Gäse und Puten in einem Geflügelbetrieb in Roding mussten dran glauben, weil der Verdacht (!!!) bestand, dass dort die Geflügelpest ausgebrochen sein könnte. Ja, drehen wir denn jetzt komplett durch?, dachte ich, als ich am Wochenende davon gehört habe. Bloggen wollte ich aber erst, wenn mehr über die Sache bekannt wird.

Heute lese ich, dass ich mit meiner Wut zumindest nicht allein bin. Der Deutsche Tierschutzbund hat die Tötung des Geflügels jetzt auch kritisiert. Bei der Organisation spricht man von „Aktionismus“. Da kann ich nur beipflichten, denn eine Tötung sollte – wie der Tierschutzbund klarstellt – immer nur das letzte Mittel sein: dann nämlich, wenn eine Infektion mit einem gefährlichen Geflügelpest-Erreger nachgewiesen wurde. Im aktuellen Fall in der Oberpfalz ist allerdings noch gar nicht klar, ob es sich um ein für die Vögel gefährliches Influenzavirus oder um eine ungefährliche Form handelt.

„Wer so rasch Tötungen ohne klaren Befund anordnet, der handelt nach dem Prinzip: aus den Augen, aus dem Sinn“, hat der Tierschutzbund-Präsident Thomas Schröder erklärt. Mit dem Tierschutz sei ein solches Vorgehen nicht zu vereinbaren. Dem kann ich nur beipflichten. Ich finde aber auch, dass diejenigen zur Verantwortung gezogen werden müssten, die das Ganze angeordnet haben, wenn sich herausstellen sollte, dass die Massentötung dieser Tiere gar nicht nötig gewesen wäre. Allerdings vermute ich folgendes: In diesem Fall würde man es so hindrehen, dass kein richtig Verantwortlicher gefunden werden kann. Wetten, dass?
P.S.: Und jetzt auch noch diese aktutelle Meldung der Deutschen Presse-Agentur!

Nach dem Alarm auf einem Geflügelbetrieb im oberpfälzischen Roding hat das Landratsamt weitestgehend Entwarnung gegeben. Laboruntersuchungen hätten gezeigt, dass es sich bei dem festgestellten Erreger um eine niedrigpathogene – also nicht krank machende – Variante von H5N2 handele, teilte das Landratsamt am Montag mit. Weil aber auch bei dieser Variante der Vogelgrippe die Gefahr einer Weiterentwicklung zu einer für Vögel ansteckenden Krankheit bestehe, wurde die Tötung der rund 12 900 betroffenen Tiere nicht gestoppt.

Es wird immer schlimmer!

Stadtwohnungen für Fledermäuse

ZwergfledermausDas vergisst man schnell: Auch Fledermäuse sind Stadtbewohner. Aber diese Tiere haben es in Stadtgebieten immer schwerer – sie finden nämlich kaum noch passende Quartiere. Normalerweise bewohnen Fledermäuse morsche oder kaputte Bäume. Doch in städtischen Grünanlagen müssen solche Bäume meist wegen der Verkehrssicherung entfernt werden. Was kann man also tun, um Fledermäusen wieder mehr „Stadtwohnungen“ zu bieten? In Nürnberg gibt es da jetzt ein Projekt, das mir ausnehmend gut gefällt und das gemeinschaftlich von der Regierung von Mittelfranken, dem Service Öffentlicher Raum (SÖR), der Beruflichen Schule für Holztechnik und der Fledermausbeauftragten des Bayerischen Landesamtes für Umwelt durchgezogen wird: Fledermauskästen für den öffentlichen Raum. 20 solcher Kästen werden von den Berufsschülern gebaut.

Das Konzept dieser neuartigen Fledermauskästen stammt aus den USA. Sie bestehen aus zwei Kästen, die in Spalten aufgeteilt sind, und werden in rund drei Metern Höhe angebracht. Neu an den Kästen ist, dass sie mehrere Wohneinheiten in einem Kasten und damit Platz für viele Tiere bieten. Außerdem kann man sie von unten gut einsehen und so den Tierbestand gut kontrollieren. Die Fledermauskästen werden in Nürnberg zum Beispiel am Dutzendteich, im Volkspark Marienberg oder auf der Hallerwiese aufgestellt.

In Nürnberg sind übrigens 16 verschiedene Fledermausarten nachgewiesen. Ob sich alle in den neuen  Kästen heimisch fühlen, wird sich herausstellen. Den Zwergfledermäusen (auf obigem Foto zu sehen) gefällt diese neue Art von Quartier jedenfalls –  die ersten sind nämlich schon eingezogen!