Aarany und Subali sollen zum Artenschutz beitragen

Der neue Gorillamann Thomas im Nürnberger Tiergarten hat in den vergangenen Tagen zwei anderen Tieren die Show gestohlen, die ebenfalls in diesem Jahr als Neulinge in den Zoo am Schmausenbuck gekommen sind: die beiden Löwen, nämlich die Katze Aarany und der Kater Subali (Foto: Tiergarten Nürnberg). Aarany lebt seit Mai dieses Jahres in Nürnberg, Subali kam im August. In den ersten Monaten wurden sie voneinander getrennt gehalten, kürzlich durften sie sich in der Außenanlage beim Raubtierhaus zum ersten Mal beschnuppern. Und fanden offenbar Gefallen aneinander: Bis auf kleine Rangeleien, die dazu dienen, die Rangordnung zu klären, gab es keine Probleme. Nun bleibt abzuwarten, ob aus den beiden ein Zuchtpaar wird.

Ihre Vorgänger in Nürnberg waren Thar und Keera. Dieses Duo konnte aus Altersgründen längst nicht mehr für Nachwuchs sorgen. (Für mich ist es gefühlt eine Ewigkeit her, seit die letzten Löwenbabys in Nürnberg zur Welt kamen.) Die Zooleitung hatte sich dafür entschieden, dass Thar und Keera im Tiergarten ihr Gnadenbrot erhalten und bis zu ihrem Tod im Innen- und Außengehege für Löwen bleiben dürfen. Im Februar dieses Jahres starb erst Thar, seine Partnerin dann im Juli.

Im Nürnberger Tiergarten werden seit Jahrzehnten Asiatische Löwen gehalten. Diese Unterart war infolge starker Bejagung Anfang des 20. Jahrhunderts schon fast ausgerottet. Nachdem sie unter Schutz gestellt wurden, ein Jagdverbot in Kraft trat und in den 1960er Jahren ein Nationalpark eingerichtet wurde, konnte die Art gerade noch gerettet werden. Aber aufgrund des geringen Bestands ging die genetische Vielfalt verloren, es kam auch zu Inzuchten. Die heute in Zoologischen Gärten lebenden Asiatischen Löwen gehen auf zwei Paare zurück, mit denen ein Europäisches Erhaltungszuchtprogramm aufgebaut wurde. Der Fortbestand der Asiatischen Löwen ist nach wie vor gefährdet, sie stehen auf der Roten Liste vom Aussterben bedrohter Tierarten.

Umso wichtiger wäre Nachwuchs im Tiergarten Nürnberg. Natürlich sind Löwenbabys auch ein Publikumsmagnet, aber der Artenschutz dieser Tiere ist für den Zoo noch wichtiger. Hoffen wir also, dass Aarany und Subali ihren Teil dazu beitragen!

Der Nachfolger von Fritz heißt Thomas

Die Gorilladamen im Tiergarten Nürnberg haben wieder einen männlichen Anführer: Als Nachfolger für den im Sommer verstorbenen, hochbetagten Fritz ist Gorillamann Thomas am Schmausenbuck eingetroffen (Foto: Tiergarten Nürnberg). Der männliche Flachlandgorilla erblickte am 29. Dezember 2002 im Zoo von Rotterdam das Licht der Welt und ist dort in einer großen Gorillagruppe aufgewachsen. Im Alter von sechs Jahren übersiedelte er in eine Gorilla-Junggesellengruppe in den spanischen „Bioparc Valencia“.

Die Tierrechtsaktivisten von Peta werden sicher gleich wieder ihren Protest in Form einer Massenmail an die Medien kundtun. Sie hatten ja vor ein paar Wochen schon den Nürnberger Tiergarten dazu aufgefordert, seine Gorillahaltung einzustellen. Jetzt werden sie wohl auch den langen, anstrengenden Transport von der Iberischen Halbinsel nach Nürnberg anprangern, den der Silberrücken offenbar gut bewältigt hat: Thomas hielt nach seiner Ankunft erst einmal ein Schläfchen. Wenige Stunden später erkundete er dann die Innenbereiche und Außenkäfige der Gorilla-Anlage im Tiergarten.

Bald nahm er durch die Scheiben einen ersten Kontakt zu den vier Nürnberger Weibchen auf  – auf dem Bild begutachtet Habibu (hinter der Trennscheibe) ihren neuen „Chef“ (Foto: Tiergarten Nürnberg). Die Chemie zwischen ihm und seinen künftigen Partnerinnen scheint zu stimmen, so dass die Tierpflleger bald die Schieber öffneten, um die Tiere zusammenzulassen. Der stellvertretende Direktor des Tiergartens, Helmut Mägdefrau, beschreibt diesen Augenblick so: „Souverän stellte Thomas seine imposante Erscheinung zur Schau und ließ sich von den Weibchen nicht provozieren.“ Thomas werde sicher ein würdiger Nachfolger für Fritz sein. – Mal sehen, ob es auch mit der Zucht klappt. Thomas ist ja sozusagen im besten Mannesalter.

Zoobesucher können Thomas allerdings vorerst noch nicht bewundern. Denn das Affenhaus bleibt vorübergehend geschlossen, um den Gorillas die zur Ein- und Umgewöhnung notwendige Ruhe zu gönnen. Der Tiergarten wird auf seiner Homepage über Neuigkeiten und Öffnung des Affenhauses informieren.

Warum die Jagd auf Wölfe gar nicht geht

Nicht nur, weil ich Wolf heiße, ist mir die Rückkehr der Wölfe nach Deutschland ein wichtiges Anliegen, wie ich schon einige Male in meinem Blog deutlich gemacht habe. Umso weniger kann ich nachvollziehen, wie sich mehrere deutsche Bundesländer gegen die Wiederansiedlung dieser wunderbaren Tiere stemmen (Foto: dpa). In Bayern reagieren zum Beispiel einige Weideviehhalter, die ihre Tiere im Sommer auf die Alm lassen, regelrecht panisch aus Angst, Kühe oder Kälber könnten vom bösen Wolf gerissen werden. Und erst vor ein paar Tagen haben Sachsen, Niedersachsen und Brandenburg einen Antrag im Bundesrat eingereicht, mit dem Ziel, Wolfsabschüsse künftig zu erleichtern. Dazu müsste sogar das Bundesnaturschutzgesetz geändert werden.

Und selbst das wäre nicht genug, denn die Dezimierung von Wölfen in Deutschland, die von der Großen Koalition in Berlin beabsichtigt wird, verstößt gegen EU-Recht. Laut für die ganze EU geltenden Verträgen soll der Wolf wieder in seine angestammte Heimat zuückkehren und wurde deshalb EU-weit unter den höchsten Schutzstatus gestellt. Bei Verstößen gegen dieses Recht riskiert Deutschland ein Strafverfahren. Und wer bezahlt am Ende die Zeche? Ganz klar: die deutschen Steuerzahler – also wir alle.

Schweden beispielsweise hat schon Verfahren am Hals, weil dort trotz Verbot Wölfe gejagt wurden und werden. In Schweden gibt es  bekanntlich eine starke Lobby von Jägern, Viehzüchtern und Bauern, die auf Wölfe Jagd machen (wollen). Überhaupt sind die Schweden mit dem Abschuss von Wildtieren schnell bei der Hand. Dabei haben – mal abgesehen von der EU – verschiedene schwedische Verwaltungsgerichte in mehreren Regionen des Landes schon vor ein paar Jahren ein Wolfsjagd-Verbot verhängt.

Wölfe abzuschießen, verbietet sich in Europa auch deshalb, weil sich laut Bundesministerium für Naturschutz noch längst nicht genügend Tiere wieder hier angesiedelt haben, um ihren Bestand für die Zukunft zu sichern. Sollen Wölfe etwa ein zweites Mal ausgerottet werden und dann womöglich endgültig aussterben?

Neue Bewohner im Luchsgehege

Um zwei neue Bewohner des Nürnberger Tiergartens beobachten zu können, muss man schon ein bisschen Geduld mitbringen – und ein gutes Auge. Am besten beides. Denn das Luchs-Zwillingspaar – Kater Dayon und seine Schwester Desari (sie ist auf dem Bild zu sehen, Foto: Tiergarten Nürnberg) ist noch etwas scheu. Die beiden ziehen sich noch häufig in versteckte Winkel des Freigeheges am Schmausenbuck zurück. Es lohnt sich aber, genug Zeit mitzubringen oder ein paarmal am Gehege vorbeizushauen, wenn es auf Anhieb nicht geklappt hat, sie zu entdecken. Ein Tipp: Vom Aussichtspunkt oberhalb der Anlage aus hat man die besten Chancen.

Dayon und Desari stammen aus dem Zoo Liberec (Tschechien), wo sie im Mai 2017 geboren wurden. Sie sind im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) in den Tiergarten Nürnberg gekommen. Mancher Stammbesucher fragt sich wahrscheinlich, was mit den drei Luchs-Weibchen passiert ist, die bislang im Luchsgehege lebten. Hier ist die Antwort: Sie wurden an das „Centro Fauna Selvatica Il Pettirosso“ abgegeben, das ist ein Naturschutz- und Bildungszentrum bei Modena (Italien).

Wer von den Zweillingen Dayon und Desari dauerhaft in Nürnberg bleibt, steht noch nicht fest. Für einen der beiden Luchse ist der Tiergarten nur eine Zwischenstation. Die EEP-Pläne sehen so aus, dass ein Paar zusammengestellt wird, das genetisch zueinander passt. Die Leitung des Nürnberger Tiergartens betont, dass man Luchse vor allem im Sinne  des Artenschutzes hält. Sie sollen eine Werbung für die heimischen Luchse sein, die durch Wilderei in einigen Gebieten Deutschlands im Bestand bedroht sind.

MSC-Siegel – eine Mogelpackung?

Ist das blau-weiße MSC-Siegel des Marine Stewardship Council, das auf Verpackungen von Fisch und Meeresfrüchten zu finden ist und für nachhaltige Fischerei stehen soll, eine Mogelpackung? Diesen Vorwurf erhebt jedenfalls eine Reihe von  internationalen Umwelt- und Meeresschutzorganisationen – darunter auch Greenpeace und die Deutsche Stiftung Meeresschutz. Sie haben in einem Schreiben an den MSC wachsende Bedenken am Zertifizierungsverfahren vorgebracht und verlangen strengere Bewertungskriterien. Ihr Vorwurf: Der MSC soll zum Beispiel umstrittene Fischereien als nachhaltig zertifiziert haben. Mit schlimmen Folgen, nämlich dem Fang von Tausenden gefährdeter und bedrohter Tiere. Außerdem hätten die Fangmethoden irreparable Schäden in den Lebensräumen angerichtet. Die Verbraucher würden mit dem Siegel in die Irre geführt.

Die Umweltschützer kritisieren, dass eine Reihe von Schwachstellen im MSC-Verfahren schon seit einiger Zeit bekannt seien, vom MSC aber nichts dagegen unternommen werde. Der MSC hingegen verweist darauf, dass für dieses und das nächste Jahr eine Überarbeitung seines Standards geplant sei. Und er betont, dass Forderungen nach mehr Nachhaltigkeit auch immer umsetzbar bleiben müssten. Wenn man Anforderungen stelle, die nur die besten fünf Prozent der weltweiten Fischereien je erfüllen könnten, würde das nicht helfen, die Ozeane langfristig zu schützen.

Die Kritik der Umweltschützer richtet sich auch gegen die Zukunftspläne des MSC: Der Anteil an Fisch mit MSC-Siegel soll weltweit ansteigen, von 12 Prozent auf 20 Prozent im Jahr 2020. Im Klartext bedeutet das eine Ausweitung der zertifizierten Betriebe.

Meiner Meinung nach begibt sich der MSC mit solchen Plänen auf ganz dünnes Eis. Es wirkt auf jeden Fall so, als würden Ansprüche, die man bei 1997 bei der Gründung noch hatte, ohne Not heruntergeschraubt. Wenn das der Fall sein sollte, kann man auch ganz auf so ein Siegel verzichten.

Hilfe bei Untersuchung eines Delfinsterbens vor Brasilien

Da sieht man mal wieder, wie wichtig die Arbeit von Zoos sein kann: Die im Tiergarten Nürnberg ansässige Artenschutzgesellschaft Yaqu Pacha unterstützt finanziell ein Projekt zur Untersuchung eines der größten Delfinsterben, die Brasilien in den vergangenen Jahrzehnten erlebt hat. Seit November 2017 sind vor der Küste Rio de Janeiros 169 Sotalia-Delfine tot aufgefunden worden. Durch das Projekt der Organisation Instituto Boto Cinza können die toten Tiere geborgen werden, um die Todesursachen zu untersuchen, außerdem wird die Population in den kommenden Monaten überwacht. Fachleute gehen davon aus, dass die Zahl der ums Leben gekommenen Sotalia-Delfine um einiges größer ist als die der tot aufgefundenen Tiere, denn ein großer Teil der Kadaver wird nicht angespült. Die meisten Tiere wurden in der Bucht von Sepetiba geborgen, eine Bucht, die durch Schiffsverkehr und Industrieabfälle besonders belastet ist.

Untersuchungen der Delfinkadaver haben ergeben, dass offenbar eine Virusinfektion der Grund für das Massensterben ist: Vom Morbillivirus, das auch für die Rinderpest verantwortlich ist, gibt es zwei Arten, die Meeressäugern gefährlich werden können. In den letzten 25 Jahren hat dieses Delfin-Morbillivirus schon einige Delfinpopulationen dezimiert. Delfinsterben, die durch dieses Virus verursacht wurden, kennt man bisher allerdings nur von der australischen Küste, der Ostküste der USA und dem Mittelmeer. Die Viruserkrankung wirkt sich bei Delfinen so aus, dass es zu Hautläsionen, Lungenentzündungen und Entzündungen des Gehirns kommt. Der gegenwärtige Massenausbruch des Virus vor Brasilien könnte bedeuten, dass bis zu 80 Prozent der gesamten Sotalia-Population in den nächsten Wochen sterben könnte. Dadurch wäre diese lokale Population des Sotalia-Delfins stark bedroht.

Daumen hoch und runter für Tiere in Bayern

Gute und schlechte Nachrichten hat der Landesbund für Vogelschutz heute vermeldet, die ich unbedingt an meine Leser weitergeben möchte. Es geht um Gewinner und Verlierer im Tierreich Bayerns, die der LBV jetzt wieder ausgemacht hat. Demnach zählen die Fledermausart „Große Hufeisennase“ (Foto: Rudolf Leitl/LBV/dpa) und der Weißstorch in Bayern zu den Gewinnern, weil ihnen Naturschutzprojekte zugutekamen. Verlierer sind laut LBV Igel, Birkhühner und Insekten.

Sehr erfreulich ist, dass es der stark bedrohten Großen Hufeisennase in Bayern immer besser geht: Eine Kolonie dieser, wie ich finde, niedlichen Tiere – es sind die letzten Vertreter dieser Art in Deutschland –  ist in der Oberpfalz innerhalb von fünf Jahren von 67 auf 184 Exemplare gewachsen. Einer der Hauptgründe dafür ist der Insektenreichtum auf den pestizidfreien Flächen des Truppenübungsplatzes Hohenfels.

Der Bestand von Igeln, Birkhühnern und Schwebfliegen geht laut LBV hingegen zurück. Der alarmierende Schwund der Insekten im allgemeinen ist ja bekannt, bei den Schwebfliegen wurde in manchen Regionen ein Verlust von 27 Prozent der Arten und 84 Prozent der Individuen festgestellt. Und auch den Igeln im Freistaat – genauer gesagt handelt es sich um  Braunbrustigel – geht es an die Substanz. Für sie gibt es immer weniger Hecken als Rückzugsmöglichkeit. Der Einsatz von Chemie in der Landwirtschaft tut sein Übriges: Die insektenfressenden Igel finden dadurch nicht mehr genug Nahrung. Und noch einen Verlierer gibt es laut LBV: das Birkhuhn. Dem geht es speziell durch die Herausnahme des Riedberger Horns aus der strengsten Schutzzone in den Alpen an den Kragen, denn dort lebt die größte Birkhuhn-Population im Allgäu. – Tja, da kann man sehen, wohin es führt, wenn man nur nach wirtschaftlichem Gewinn strebt, statt die Alpen so weit wie möglich als Lebensraum für Tiere und Pflanzen zu schützen.

Sie ist das Zootier des Jahres 2018

Sie ist zum „Zootier des Jahres 2018“ auserkoren worden: die Scharnierschildkröte (Foto: P. Widmann). Damit soll auf die Bedrohung ihrer Bestände in freier Wildbahn aufmerksam gemacht werden. Diesen Schildkröten machen mehrere, von Menschen herbeigeführte, Probleme zu schaffen: der internationale Wildtierhandel, die Nutzung als Nahrungsmittel oder für die Traditionelle Chinesische Medizin und die Reduzierung ihres Lebensraumes. Die Scharnierschildkröten zählen mittlerweile zu den am stärksten bedrohten Wirbeltiergruppen überhaupt. Es ist ein Teufelskreis: Einige der asiatischen Arten (insgesamt gibt es 13 Arten dieser Schildkröte) sind schon so gut wie ausgerottet, und je seltener die Tiere werden, desto höhere Preise werden für sie auf dem Markt bezahlt.

Die Zoologische Gesellschaft für Arten- und Populationsschutz (ZGAP),  die Deutsche Tierpark-Gesellschaft (DTG), der Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) und die Gemeinschaft der Zooförderer (GDZ) wollen in den kommenden Monaten zwei Projekte finanziell unterstützen, die den Erhalt der Scharnierschildkröten zum Ziel haben.

Eines davon ist das Internationale Zentrum für Schildkrötenschutz (IZS), angesiedelt im Allwetterzoo Münster. Seit 2003 züchtet das IZS neun Scharnierschildkrötenarten und kann besonders bei der Zhous-Scharnierschildkröte Erfolge verbuchen: 70 Prozent des derzeit bekannten Weltbestandes wurden in Münster geboren. Das IZS gibt Tiere aus diesem Nachwuchs weiter, ebenso wie die Erfahrungen, die bei der Zucht gemacht wurden.

Das Angkor Centre for Conservation of Biodiversity (ACCB) in Kambodscha ist das zweite unterstütze Programm und hat den Vorteil, direkt vor Ort angesiedelt zu sein. Das Zentrum hat unter naturnahen Bedingungen schon über 100 Jungtiere der Amboina-Scharnierschildkröte erfolgreich gezüchtet, die nun in einem geschützten Gebiet ausgewildert werden sollen. Die Unterstützung durch die Mittel aus der Kampagne „Zootier des Jahres“ soll für möglichst gute Erhaltungsbedingungen sorgen und das anschließende Erfolgs-Monitoring sichern. Im vergangenen Jahr kam immerhin ein mittlerer fünfstelliger Euro-Betrag durch die Partner der Kampagne zustande. Hoffen wir, dass das heuer mindestens genauso viel wird!

Tiergarten ist und bleibt ein Besuchermagnet

Da werden alle Zoo-Gegner wieder mal eines Besseren belehrt – Zoos sind kein Auslaufmodell, wie sie es gern hätten: Der Tiergarten Nürnberg konnte bei seinem Rücklick auf das vergangene Jahr in Bezug auf Besucherzahlen das drittbeste Ergebnis seiner Geschichte präsentieren. 1.135.515 Menschen haben den Zoo am Schmausenbuck 2017 besucht (Foto: Michael Matejka). Das sind 4,4 Prozent mehr als 2016 und 5,6 Prozent mehr als der Wert im Fünf-Jahres-Durchschnitt. Und dabei gab es 2017 nicht einmal eine besonders große Attraktion wie in den beiden Jahren, als es noch mehr Besucher waren: 2008 war Eisbärenbaby Flocke ein absoluter Publikumsmagnet, 2011 die Eröffnung der Lagune.

Bei der Pressekonferenz zur Jahresbilanz 2017, die die Zooleitung heute abgehalten hat, war auch das Thema Artenschutz ein Punkt, dem man viel Bedeutung beimaß. Mit vier ausgewilderten Habichtskäuzen stieg die Gesamtzahl des aufgezogenen Nachwuchses des Tiergarten-Zuchtpaares bei dieser Tierart auf 32 Jungvögel seit 2003. 14 dieser Jungen wurden an den Nationalpark Bayerischer Wald abgegeben, 13 in das Biosphärenreservat Wienerwald und in das Wildnisgebiet Dürrenstein (Österreich). Fünf weitere junge Habichtskäuze gingen an Zuchtstationen. Im Naturpark Zillertal konnten zur Blutauffrischung drei Steinböcke im
Bereich der Greizer Hütte ausgewildert werden. In der Sierra Cazorla wurde wieder ein Bartgeier des Tiergartens ausgewildert, allerdings starb er zwei Monate später. Die Obduktion ergab, dass er einen Leberschaden hatte – wodurch, ist bisher noch nicht bekannt, dazu laufen noch Untersuchungen. In diesem Reservat haben auch schon früher ausgewilderte Bartgeier die ersten zwei Jungvögel erfolgreich aufgezogen. Der 2013 aus dem Tiergarten beigesteuerte Geier hat seit kurzem einen Partner und mit diesem ein Nest gebaut.

Auch bei ganz anderen Tieren, nämlich den Zieseln, erprobt man Wiederansiedlungsprojekte bzw. versucht man, den Bestand zu erhalten. So wurden aus dem Tiergarten im vergangenen Jahr 22 Ziesel zu einer kleinen Restpopulation auf einen Golfplatz bei Karlsbad in Tschechien gebracht. Sie sollen die Zahl der dort ansässigen Tiere verstärken und für eine Blutauffrischung sorgen. Für die Wiederansiedlung des Wisents in Spanien stellte der Tiergarten Nürnberg vier Tiere zum Aufbau der Zuchtgruppen zur Verfügung. Und noch ein großes Freilandprojekt gibt es: Die Wiederansiedlung der Kulane in der zentralkasachischen Steppe von Altyn Dala. Dafür wurden Kulane aufwändig aus dem 1200 Kilometer entfernten Nationalpark Altyn Emel umgesiedelt.

Ich denke, diese Projekte zeigen alle eindrucksvoll, wie Zoos zum Artenschutz und zur Artenvielfalt einen großen Beitrag leisten können. Die Zoobesucher sehen diese Leistung  erst mal nicht – deshalb muss man immer wieder darauf hinweisen, dass auch das zur Arbeit von modernen Tierparks gehört. Ich freue mich, dass der Tiergarten Nürnberg dabei schon so gute Erfolge erzielt hat.

Endlich geht es den Wilderern an den Kragen

Heute kann ich gleich mit einer weiteren erfreulichen Nachricht im neuen Jahr weitermachen: Es gibt Fortschritte bei der Ergreifung von Nashorn-Wilderern! DNA-Proben der Tiere werden jetzt dazu verwendet, diesen Verbrechern auf die Spur zu kommen und sie zu verurteilen. Ein wichtiger Schritt, wie ich finde – und ein überfälliger. Mir liegt das Thema Nashorn-Wilderei ja seit Jahren am Herzen, ich habe es immer wieder in meinem Blog behandelt, zum Beispiel hier und – weil auch schon Zoos, die Nashörner halten, entsprechende Maßnahmen zum Schutz ihrer Tiere ergriffen haben – hier. Wie dringend das Thema im Hinblick auf den Artenschutz ist, zeigt sich schon an folgender Zahl: Allein in Südafrika töten Wilderer jährlich rund 1000 Nashörner, um das Horn für die traditionelle Medizin zu Höchstpreisen nach Asien zu verkaufen. (Das dpa-Foto zeigt einen Ermittler im Krüger-Nationalpark neben einem von Wilderern getöteten Nashorn.)

Nun kann also eine Datenbank mit DNA-Proben von Nashörnern dazu beitragen, Wilderer zu überführen – und, was noch wichtiger ist, ihre Verurteilung sicherzustellen und sie für lange hinter Gitter zu bringen. Dank der DNA-Proben ist es beispielsweise möglich, die von den Wilderern verkauften Hörner mit getöteten Nashörnern in Verbindung bringen. Eine Methode, die in der Kriminalistik längst angewendet wird. Laut einem Bericht im Magazin „Current Biology“ wurden DNA-Proben bisher in ungefähr 120 Fällen vor Gericht als Beweise genutzt. In einem Fall konnten sogar zwei Hörner je einem getöteten Nashorn aus Südafrika zugeordnet werden.  Der Wilderer aus Mosambik wurde laut dem Bericht zu 29 Jahren Gefängnis verurteilt. Die DNA lässt sich offenbar aus jeder Gewebeprobe nehmen, sogar aus schon gemahlenem Horn, und anhand von speziellen Merkmalen mit einem bestimmten Tier in Verbindung bringen.

Gerade in Südafrika ist die Zahl der grausam getöteten Nashörner seit zehn Jahren regelrecht explodiert. Die bisherige Höchstzahl lag im Jahr 2015 bei 1175 erlegten Tieren – der reine Wahnsinn! Aber immerhin ist auch die Zahl der Festnahmen von Wilderern gestiegen:  680 waren es im Jahr 2016.  In ganz Afrika gibt Schätzungen zufolge noch 20.000 bis 25.000 Breit-  und Spitzmaulnashörner. Besonders die Spitzmaulknashörner sind vom Aussterben bedroht. – Allerhöchste Zeit also, dass etwas geschieht, um den Wilderern das Handwerk zu legen.