Jawohl: der Wolf hat´s gemacht!

Dass Tiere sich beim Publikum äußerster Beliebtheit erfreuen, ist bekannt. Ob in Zeitungen oder im Fernsehen – Tiere gehören zu den größten Zugpferden bei Lesern oder Zuschauern. Das zeigt sich auch hier in meinem Blog: Meine Geschichten über Tiere im Nürnberger Tiergarten und Tiere im allgemeinen erreichen fast jeden Monat die höchsten Klickzahlen unter den Blogs von NZ und NN. Immer wieder habe ich hier auch über Tiere geschrieben, die zu Maskottchen für sportliche Großereignisse auserkoren werden. Wie etwa das Gürteltier „Fuleco“ bei der Fußball-WM 2014 oder der Bär „Berlino“ bei der Leichtathletik-WM 2009 in Berlin.

zabivakaNun schickt sich ein weiteres Tier an, zum Star einer wichtigen Sportveranstaltung zu werden. Diesmal ist es – und das freut mich persönlich natürlich ganz besonders! – ein Wolf. „Zabivaka“ (oder auch „Sabiwaka“) heißt er, und er soll als Sympathieträger für die Fußball-WM 2018 in Russland fungieren. Frei aus dem Russischen übersetzt, bedeutet Zabiwaka so viel wie „kleiner Torschütze“. Die Figur wurde in einer großen Show im russischen Staatsfernsehen zum offiziellen WM-Maskottchen auserwählt und setzte sich mit fast 53 Prozent gegen ihre Mitbewerber durch, nämlich eine Katze und einen Tiger im Raumfahreranzug. Zabiwaka sieht wirklich zum Knuddeln aus, finde ich. Er trägt eine Skibrille, ein weißes Shirt mit blauen Ärmeln und eine rote Hose. Und dass er der deutschen Nationalmannschaft Glück bringen wird – da bin ich mir hundertprozentig sicher!

WM-Maskottchen vom Aussterben bedroht?

KINA - Ein gepanzerter Ball -  Das KugelgürteltierEs sieht nett aus und dürfte Brasilien als Austragungsland der Fußball-WM 2014 viel Sympathie einbringen: Das Kugel- oder Dreibindengürteltier wurde zum WM-Maskottchen auserkoren. Sein Name ist „Fuleco“ – ein Kunstbegriff, der sich aus den portugiesischen Begriffen „futebol” (Fußball) und „ecologica” (Umwelt) zusammensetzt.

Mit wissenschaftlichem Namen heißt das Gürteltier Tolypeutes tricinctus – und diese Tierart ist leider eine vom Aussterben bedrohte Art. Sie steht nun schon seit mehr als zehn Jahren auf der Liste der gefährdeten Arten, denn der Lebensraum dieser Tiere, die Caatinga-Region im Norden von Brasilien, befindet sich in einem schlechten Zustand.

Nun wollen Biologen der Universität von Pernambuco die weltweite Aufmerksamkeit, die mit der Fußball-WM auf Brasilien gerichtet wird, nutzen: Sie haben eine Petition gestartet und fordern, dass die Schutzgebiete für dieses Tier endlich ausgeweitet werden. Das brasilianische Umweltministerium hat offenbar über 80 Standorte genannt, wo ein Schutz der biologischen Vielfalt in der Caatinga-Region möglich wäre. Und im Rahmen des Programms „WM-Parks“ wurden schon vor drei Jahren 275 Millionen Dollar in Aussicht gestellt, die man in die Einrichtung von Schutzgebieten stecken wollte. Die Biologen beklagen aber, dass von dieser Summe bisher nur zwei Prozent tatsächlich zur Verfügung gestellt wurden. Und sie befürchten, dass nach der WM sich außer ihnen kein Mensch mehr für die bedrohten Gürteltiere interessiert.

Deshalb wollen sie mit ihrer Kampagne nun die Gelegenheit beim Schopf ergreifen, etwas für das Gürteltier zu tun. Sie hoffen, dass Tierschützer aus aller Welt sie bei ihrem Kampf unterstützen. Wer das tun möchte: Zur Petition gelangt man hier.

Zwei winzige "Rolande" ohne Augen

Wieder einmal haben Forscher neue Tiere entdeckt – diesmal in Höhlen im Nordosten von Brasilien. Es handelt sich um zwei bisher unbekannte Spinnentierarten, die zu den Zwerggeißelskorpionen gehören. Die Tierchen sind nur wenige Millimeter groß und rötlich-braun. Mit dem bloßen Auge kann man sie kaum erkennen. Entdeckt hat sie ein Forscherteam der Universität von Minas Gerais im Südosten Brasiliens.

Eine der beiden Spinnenarten bekam den Namen Rowlandius ubajara; sie wurde bislang nur in einer einzigen Höhle des Ubajara Nationalparks gefunden und ist auf diesem Foto von Adalberto Santos (Bundesuniversität Minas Gerais) zu sehen. Die andere Art heißt Rowlandius potiguar; die Wissenschaftler konnten sie in zwanzig verschiedenen Höhlen im brasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Norte nachweisen.

An allen Fundorten der Spinnentiere leben auch Fledermäuse. Deshalb gehen die Forscher davon aus, dass sich die Spinnen von winzigen Insekten ernähren, die sie im Kot von Fledermäusen finden. Die beiden neuen Arten besitzen keine Augen, was bei Zwerggeißelskorpionen aber nichts Besonderes ist. Es muss auch nicht heißen, dass die Tiere ausschließlich in Dunkelheit leben können, sondern bedeutet nur, dass sie sich nicht in erster Linie durch visuelle Wahrnehmung orientieren. Möglicherweise kommen sie auch außerhalb von Höhlen vor; das weiß man aber (noch) nicht. – Vielleicht melden sich die Biologen ja wieder zu Wort, wenn sie dem ersten spinnenartigen „Roland“ im Tageslicht auf die Spur gekommen sind!

Artenschutz seit 40 Jahren

Es ist eines der ältesten Umweltabkommen überhaupt: das Washingtoner Artenschutzabkommen, das am 3. März 1973 unterzeichnet wurde. Bei der diesjährigen Artenschutzkonferenz, die vom 3. bis 14. März in Bangkok stattfindet, feiern die 177 Mitgliedstaaten den 40. Jahrestag. Sie sind sich allerdings bewusst, dass das Abkommen zwar einiges zum Tier- und Artenschutz beigetragen hat, dass aber Wilderei und Schmuggel mit Tieren oder tierischen Produkten gerade in den letzten Jahren zugenommen haben.

Die Teilnehmer an der Konferenz in der thailändischen Hauptstadt haben eine eindrucksvolle Antragsliste abzuarbeiten und müssen über rund 70 Anträge entscheiden. Hier die wichtigsten Themen:

Zum Schutz der Afrikanischen Elefanten ist der Export von Elfenbein bis zum Jahr 2017 aus vier südafrikanischen Ländern verboten. Burkina Faso und Kenia verlangen, dass das Verbot für die Elefantenbestände aller Länder gelten soll.

Zum Schutz von Eisbären haben die USA den Antrag gestellt, den internationalen Handel mit Eisbärfellen und Eisbär-Jagdtrophäen komplett zu verbieten. Die USA sind mit gutem Beispiel vorangegangen: Dort gelten strenge Schutzmaßnahmen für Eisbären.

Nashörner haben besonders unter Wilderei zu leiden, weil ihr Horn für die traditionelle chinesische Medizin begehrt ist und auf dem Schwarzmarkt Wucherpreise erzielt. Kenia fordert deshalb, Jagdtrophäen-Exporte aus Südafrika und Swasiland zu verbieten. In anderen Ländern ist ein solches Verbot bereits in Kraft.

Bei Schildkröten soll eine ganze Reihe von Arten künftig besser geschützt werden. Manche Arten sind bedroht, weil sie dem Heimtierhandel auf internationaler Ebene satte Gewinne bringen, andere gefährdete Arten wandern in die Kochtöpfe der südostasiatischen Küche.

Unter anderem Deutschland verlangt, eine Reihe von Haiarten besser zu schützen. Brasilien will Handelsbegrenzungen für den Weißspitzen-Hochseehai. Haie geraten oft als Beifang in Thunfischnetze, ihre Flossen gelten in der südostasiatischen Küche als Delikatesse.

Bei anderen Tierarten soll der bisherige Schutz gelockert werden. So möchte Thailand wieder eine Erlaubnis für den Export von Krokodilen und Krokodilprodukten erreichen. Und Australien möchte eine Erlaubnis für den Export von Rattenkängurus und deren Produkten durchsetzen, weil sich diese Tiere stark vermehrt hätten.

Weil Tierschutz populärer ist als Pflanzenschutz, wird oft vergessen, dass es beim Washingtoner Artenschutzabkommen und bei der Artenschutzkonferenz auch um den Schutz von Pflanzen geht. In diesem Jahr hat zum Beispiel Madagaskar den Antrag auf eine Handelsbegrenzung für Ebenholz und Palisander gestellt. Diese Tropenhölzer sind in verschiedenen Nationalparks bereits bedroht.

Tierischer Karneval

Wer mein Blog schon länger liest, weiß ja, dass ich überhaupt nichts davon halte, wenn Menschen ihre Hunde in Faschingskostüme stecken. Ich glaube einfach nicht, dass sich die Vierbeiner in so alberner Verkleidung wohlfühlen – mal abgesehen davon, dass Teile der Kostüme den Tieren Schaden zufügen können, etwa, wenn sie etwas davon verschlucken.

Aber ob mir das gefällt oder nicht – es gibt Karnevalshochburgen, da gehört es mittlerweile dazu, dass auch Tiere in die Faschingsfeiern einbezogen werden. Ganz besonders hoch her geht es da, wen wundert´s, in Rio de Janeiro. Dort gibt es sogar eine Karnevals-Hundeparade, die an diesem Sonntag stattgefunden hat. Sie führt am weltberühmten Strand von Copacabana entlang. Die Vierbeiner sind prächtig ausstaffiert mit Hüten, Schleifen, Rüschen, Stiefelchen und paillettenbesetzten Kostümen. Manche Hunde sind richtig verkleidet, als Aschenputtel zum Beispiel, aber auch als Pfau oder Maikäfer.

Fünf Millionen Zuschauer soll das Spektakel in diesem Jahr angelockt haben. Für den Tourismus bringt es wahrscheinlich auch einiges. Das Ganze wird von Samba-Rhythmen begleitet, zu denen die Herrchen und Frauchen eifrig mittanzen. Die finden es auch toll, wenn ihren Lieblingen eine Fleischverkostung angeboten wird, zu der alkoholfreies Bier ausgeschenkt wird. Das dürfte so manchem Hund nicht besonders gut bekommen sein. Aber das scheint niemanden groß zu stören. Hauptsache, man amüsiert sich und ist überzeugt davon, dass die Hunde es ebenso genießen wie ihre Besitzer. Ich bezweifle das allerdings nach wie vor – und wundere mich, dass Tierschützer dem Treiben anscheinend tatenlos zuschauen.