Heute mal wieder ein Buchtipp: Über den berühmten Meeresforscher Jacques Cousteau ist in der “Bibliothek der Entdecker” des Verlags Frederking & Thaler eine neue Bildbiographie von Kathrin Schubert erschienen (ISBN 978-3-89405-928-6, Preis: 24,95 Euro).
Er wollte mit den Meeresbewohnern auf Du und Du und am liebsten selbst ein Fisch sein: Jacques Cousteau. Dazu ließ er sich seine berühmte “Tauchende Untertasse” bauen. Das war im Jahr 1959. Cousteau ging noch weiter: Um zu beweisen, dass man unter Wasser genauso leben konnte wie an Land, wurde nach seinen Anweisungen die Unterwasserstation “Précontinent” gebaut. Mindestens genauso berühmt wie die “Tauchende Untertasse” wurde Cousteaus Forschungsschiff “Calypso”, das nach seinen Vorstellungen ausgestattet wurde. Er fuhr damit um die ganze Welt, und an Bord reisten Tiere mit, deren Verhalten erforscht wurde.
Cousteau ist allerdings nicht unumstritten. Um an spektakuläre Aufnahmen zu kommen, war ihm (fast) jedes Mittel recht. So provozierten er und sein Team zum Beispiel Haie und bannten damit manipulierte Szenen auf Zelluloid. Dafür schreckten sie auch nicht davor zurück, ein Blutbad in einer Gruppe von Haien anzurichten. Auch diesen Aspekt berücksichtigt die Autorin des Buches, dessen Lektüre ich wärmstens empfehlen kann – auch wegen der vielen wunderbaren Fotos.
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Heute würde eine Frau 80 Jahre alt, die Tiere so liebte, dass sie ihr Leben für sie opferte: Dian Fossey, die Autorin des berühmten Buchs “Gorillas im Nebel”, das Michael Apted 1988 mit Sigourney Weaver in der Hauptrolle verfilmt hat (siehe Foto).
Fossey wurde am 16. Januar 1932Â in San Francisco geboren und wollte eigentlich Tierärztin werden. Aber ihre Noten in den naturwisenschaftlichen Fächern am College waren nicht gut genug. So wurde Fossey zunächst Bewegungstherapeutin. Ihr Leben veränderte sich, als sie 1963 erstmals einen Vortrag über Berggorillas hörte, den der berühmte Anthropologe Louis Leakey hielt. Fossey hatte Blut geleckt und reiste nach Ostafrika, um selbst bei Forschungen über diese Tiere mitzuarbeiten. Was sie dort sah, versetzte ihr einen regelrechten Schock: Gorillas wurden von Wilderern regelrecht abgeschlachtet, Gorilla-Babys waren wahre Goldgruben für die Wilderer, die sie für teures Geld weiterverkauften.
Fossey kämpfte für eine finanzielle Unterstützung, um ein Forschungsprojekt mit den faszinierenden Menschenaffen starten zu können und rief 1967 in den Virunga Mountains (Ruanda) ein Foschungszentrum ins Leben – in 3000 Metern Höhe, in einer unwirtlichen, nebligen Gegend, in die sich die Berggorillas zurückgezogen hatten.
Fossey machte sich an die Beobachtung der Tiere, und es gelang ihr schließlich, direkt in Kontakt mit ihnen zu kommen. Sie lebte mit den Tieren zusammen und imitierte ihr Verhalten, bis die Gorillas sie schließlich in ihrem Verband akzeptierten. Im Laufe von 18 Jahren entwickelte sie tiefe Gefühle für die Tiere und entfernte sich gleichzeitig immer mehr von den Menschen.
Fossey konte nachweisen, dass Berggorillas mitnichten die grausamen Bestien waren, als die sie verschrieen waren, sondern vielmehr in sozialen Verbänden friedlich zusammenleben und sich besonders liebevoll um die Aufzucht ihres Nachwuchses kümmern. Das alles legte sie 1983 in ihrem Buch “Gorillas im Nebel” dar; 1974 hatte sie bereits den Doktor in Zoologie an der Universität von Cambridge gemacht.
Doch trotz ihrer neuen wissenschftlichen Erkenntnisse schaffte Fossey es nicht, der Wilderei ein Ende zu bereiten – obwohl sie mit aggressiven Mitteln dagegen vorzugehen versuchte. Fossey machte sich damit äußerst unbeliebt, auch bei den Einwohnern in der Gegend ihrer Forschungsstation, weil sie sich weigerte, dort den Weg für Öko-Tourismus zu ebnen, der Geld ins Land gebracht hätte. Sie wurde immer wieder bedroht, nahm die Drohungen aber im Kampf für die Gorillas in Kauf. Am 27. Dezember 1985 wurde Dian Fossey von einem Mitarbeiter ihrer Station mit zertrümmertem Schädel neben ihrem Bett liegend tot aufgefunden. Der Mord wurde nie ganz aufgeklärt.
Dian Fossey hatte verfügt, auf dem Gorillafriedhof begraben zu werden. Dort liegt sie – neben ihrem einstigen Lieblingsgorilla, dem Gorilla-Mädchen Digit, zu dem sie eine besonders enge Beziehung entwickelt hatte.
Der Heilige Abend nähert sich erbarmungslos in Riesenschritten. Für alle, die immer noch fieberhaft auf der Suche nach einem Weihnachtsgeschenk sind, habe ich hier einen Tipp – sozusagen in allerletzter Minute: Ein Buch mit Tiergeschichten, die ausgerechnet der frühere Kulturreferent der Stadt Nürnberg, Hermann Glaser, geschrieben hat. “Ausgerechnet” deshalb, weil Glaser in seiner Amtszeit eher der Mann für (gesellschafts-)politische Themen war. Doch im Alter werden alle Menschen weise, und da hat wohl auch er erkannt, wie wichtig Tiere in unserem Leben sind. Das Ergebnis ist ein Buch, das in Zusammenarbeit mit dem Maler Walter Bauer entstanden ist.
„Die Mitteilungsmöglichkeiten des Menschen sind gewaltig, doch das meiste, was er sagt, ist hohl und falsch. Die Sprache der Tiere ist begrenzt, aber was sie damit zum Ausdruck bringen, ist wichtig und nützlich.“ Das Genie Leonardo da Vinci hat sich mit diesem Satz klein gemacht gegenüber der oft als minderwertig eingeschätzten Kreatur. Hermann Glaser stellt das Zitat seinem kleinen Band „Tierleben“ voran, in dem er mit verschiedenen Tieren in Dialog tritt.
Wenn ein Mensch wie Glaser das tut, dann geht es nicht um Banalitäten. Er packt vielmehr den gesamten Wissens- und Erfahrungsschatz seines Lebens in diese Unterhaltungen, streut da mal ein Häppchen Philosophie ein, dort einen Satz aus einem Theaterstück oder eine sonstige literarische Anspielung. Er parliert in geschliffener – an einigen Stellen leider in etwas gestelzter – Sprache mit seinen tierischen Gesprächspartnern. Von einfachen Unterhaltungen kann keine Rede sein, sie besitzen durchwegs einen tieferen Sinn.
Nicht alle Texte sind so gelungen wie der über den Frosch, der nicht mehr weiß, was er noch quaken soll. Glaser rät ihm, dann eben zu quaken, dass er nichts zu quaken wisse. Damit hat der Frosch einen so unerwarteten wie unglaublichen Erfolg. Oder das Stück über die Ameisen, die sich als gebildeter erweisen, als der Mensch es in seinen kühnsten Träumen vermutet hätte. Es sind vor allem die kurzen Beiträge, Aphorismen gleich, die in dem Büchlein überzeugen.
Ein Text fällt ein wenig aus dem Rahmen: die Eingangsgeschichte „Das arme Schwein“ – der erste Versuch des (damals noch jugendlichen) Autors, mit Tieren sprachlich Kontakt aufzunehmen. Hier fließt viel Autobiographisches mit ein und – für den sonst eher kühl analysierenden Glaser – außerordentlich viel (Mit-) Gefühl. Auch in seiner Einführung, einem fiktiven Interview mit sich selbst, stößt man auf solche Stellen.
Auf den Vorwurf seiner Enkelin, die Tiere könnten doch gar nicht sprechen, entgegnet der Autor: „Natürlich weiß ich, dass die Tiere nicht sprechen können, aber sie können dir was sagen, ohne dass sie sprechen, und dann meinst du, sie sprächen doch.“
Das ist die beste Erklärung für das kleine Buch, die man geben kann. Hermann Glasers Tiergeschichten sind von Walter Bauer illustriert worden. Der Nürnberger Maler, der sich selbst als „Powerpainter“ bezeichnet, hat die im Buch vorkommenden Tiere mit kräftigen Pinselstrichen in Öl auf Leinwand verewigt. – Eine, wie man so schön sagt, „fruchtbare Zusammenarbeit“.
Wer das Buch kaufen will – hier sind die notwendigen Angaben: Walter Bauer (Hrsg.): Glasers Tierleben. A.M.S. Verlag Hersbruck, 104 Seiten mit 41 farbigen Abbildungen von Walter Bauer. 9,80 Euro. Übrigens: Der Bayerische Rundfunk stellt das Buch am Samstag, 14. Januar 2012, um 21.05 Uhr auf Bayern 2 vor.
Irgendwie ist es nicht mehr zu übersehen: Es weihnachtet sehr. Und viele Leute sind wieder verzweifelt auf der Suche nach einem passenden Geschenk. Ich hätte einen guten Tipp, nicht nur für Tier-, sondern auch für Kunstfreunde. Es heißt „Das große Buch der klassischen Tierporträts“.
Albrecht Dürer war ein Narziss. Auf seinem „Selbstbildnis im Pelzrock“ hat er sich angeblich noch ein wenig schöner gemacht, als er sowieso schon war. Wäre der König der Maler als Tier zur Welt gekommen, dann sicher als Löwe – der ja König der Tiere ist. Das hat Svjetlan Junakovic, freier Maler, Bildhauer, Grafiker, Kinderbuchautor und Dozent für Illustration, treffsicher erkannt und diese originelle Bildkomposition geschaffen.
Das Buch ist ein Sammelsurium solcher wunderbarer Werke. Der Kroate springt leichtfüßig zwischen Kunst- und Tierwelt hin und her und schreibt zu seinen Bildern auch noch witzige Texte: „In Museen, Galerien und Kunstbänden begegnen wir häufig . . . Menschen, die uns von den Porträts herab beobachten. Immer sind sie von ein und demselben Wunsch beseelt: durch die Bilder für alle Ewigkeit präsent zu bleiben. Man hat lange geglaubt, dass Tiere derartige Wünsche nicht haben . . . Doch heute wissen wir, dass dem nicht so ist. Dieses Buch soll die Vielfalt der Tiere zeigen, die von einigen der bedeutendsten Maler mit Pinsel und Farbe festgehalten wurden, und zwar in allen möglichen Epochen der Kunstgeschichte.“
Besser als Junakovic selbst kann man es nicht sagen. Das Buch ist im Verlag Antje Kunstmann erschienen und kostet 16,90 Euro. Absolut empfehlenswert!!!
Ab und zu schreibe ich in meinem Blog über Bücher, die sich mit Tieren oder Natur im allgemeinen beschäftigen. Nachdem Andreas Kieling als Dokumentarfilmer vor allem durch seine Sendungen “Terra X” im ZDF einem großen deutschen Publikum bekannt ist, stelle ich – obwohl ich es nicht hundertprozentig empfehlen kann – sein neuestes Buch vor: “Ein deutscher Wandersommer” heißt es, ist bei Malik erschienen und kostet 22,95 Euro.
Diesmal ließ sich der „Bärenmann“ auf ein vergleichsweise harmloses Abenteuer ein: einen Fußmarsch entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze. Andreas Kieling, der zehn Jahre lang mit den Grizzlys in Alaska lebte, begab sich einen Sommer lang auf Wanderschaft, gemeinsam mit seiner Hündin Cleo. 1400 Kilometer legte er zu Fuß zurück, vom Dreiländereck Bayern-Sachsen-Tschechische Republik bis an die Ostsee. Im ZDF hat er die Tour bereits unter dem Titel „Mitten im wilden Deutschland“ dokumentiert. Nun hat er auch diese Expedition wieder bei Malik in Buchform nachgeschoben.
Doch wie immer, wenn etwas zur Routine wird, ist Vorsicht geboten. Vermintes Land drohte Kieling nicht nur im Wortsinn auf dem ehemaligen Todesstreifen, sondern auch beim Niederschreiben seiner Erlebnisse. Was im Film frisch, direkt und uneitel daherkommt, wirkt in Schriftform schnell lapidar, platt und abgegriffen: „Ich fühlte mich in meinem Element, wie ein richtiger Fallschirmjäger, der auf feindlichem Gebiet abgesprungen war und die Lage sondierte. Nichtsdestotrotz war ich total aufgeregt.“ Oder: „Damit war das Eis gebrochen, und es sprudelte nur so aus der schönen Försterin heraus.“ Leider finden sich in dem 300 Seiten umfassenden Tagebuch einer Deutschland-Wanderung außer stilistischen Schwächen auch grammatikalische: „Manche (gemeint sind Orchideen) senden Duftstoffe aus, die dem Sexuallockstoff eines bestimmten Insekts täuschend ähnlich riechen.“ Ein weiteres Beispiel: „Also bin ich in meiner Sommer-Mittelmeer-Tauchmontur in den See.“ Kieling lässt außerdem Nandus „ausbüchsen“ – was möglicherweise an seiner Begeisterung für die Jagd liegt, über deren Nutzen er den Leser auf viel zu vielen Seiten aufklärt.
Ein guter Lektor hätte manch peinliche Stelle ausmerzen können und müssen, etwa diese: „Ich stand zwischen Baum und Borke, wie der Forstmann sagen würde.“ Oder: „An großen Tischen saßen richtige Kerle, das, was der Bayer ,gstandne Mannsbilder’ nennen würde.“ Dabei scheint Kieling zu allem Unglück auch noch der kleine – aber feine! – Unterschied zwischen Bayern und Franken unbekannt zu sein.
Aber genug des Meckerns. Der mit dem Bären tanzte habe im Sommer 2010 seine bisher emotionalste Reise angetreten, heißt es im Klappentext. Das merkt man dem Buch von der ersten bis zur letzten Seite an; so engagiert hat der Weltenbummler bislang kaum geschrieben. Kein Wunder, schließlich war er mit 16 Jahren aus der DDR geflohen und hat diese Flucht nun noch einmal an Ort und Stelle nachvollziehen können. Auch wenn dieses Kapitel sehr ausführlich geraten ist, empfindet man es in keinem Augenblick als langatmig.
Und wie immer bei Kieling lernt der Leser in einem einzigen Buch mehr über Tiere und Pflanzen als in einem ganzen Schuljahr im Biologieunterricht. Wussten Sie zum Beispiel, dass Hasenbabys die erste Zeit nach der Geburt keinerlei Witterung abgeben und damit selbst für Jagdhunde nicht aufzuspüren sind? Oder dass der Raubwürger, ein drosselgroßer Singvogel, seine Beute auf einen Dornbusch spießt? Dass Deutschland das waldreichste Land in Europa ist?
Wenn Sie mehr über Flussperlmuscheln in der Regnitz, Mufflons in Ostthüringen, Birkhähne in Hessen, Luchse im Harz, Uhus im Eichsfeld oder Seeadler auf dem Schalsee erfahren möchten, dann begleiten Sie Andreas Kieling quer – nein, längs! – durch Deutschland!Â
Auch in diesem Jahr habe ich für alle Tierfreunde wieder einen Buchtipp zu Weihnachten. “Wilde Tiere in der Stadt” heißt der wunderbare Band von Florian Möllers, der bei Knesebeck erschienen ist, gebunden, 176 Seiten, mit 140 farbigen Abbildungen (ISBN 978-3-86873-196-5). Er kostet 29,95 Euro.
Wenn man früher die Redewendung benutzte: Da sagen sich Fuchs und Hase “Gute Nacht”, dann meinte man einen Ort, wo absolut nichts los ist, irgendwo auf dem Land. Heute treffen sich Fuchs und Hase mitten in der Stadt – und nicht nur sie, wie der Naturfotograf Florian Möllers in seinem Buch anschaulich nachweist. Immer mehr wilde Tiere suchen sich ihren Lebensraum in Großstädten, erobern dieses für sie ursprünglich fremde Territorium erstaunlich rasch und geschickt. Das Wildschwein im Vorgarten, der Fuchsbau in der Reihenhaussiedlung: Nun ist es am Menschen, mit solchen Phänomenen umzugehen zu lernen.
Wer hätte schon gewusst, dass es in Berlin so viele Nachtigallen gibt wie in ganz Bayern zusammmengenommen? Dass auf dem Kölner Dom, dem Roten Rathaus in Berlin oder der Münchner Frauenkirche der Wanderfalke heimisch geworden ist? Dass Köln einen dichteren Brutvogelbestand vorweisen kann als der Amazonas-Urwald? Und vor allem, warum das alles so ist? Diese und noch viel mehr Zusammenhänge erläutert Josef H. Reichholf, der Leiter der Wirbeltierabteilung an der Zoologischen Staatssammlung München in einem ebenso informativen wie unterhaltsam zu lesenden Vorwort.
Florian Möllers hat für sein Buch nicht nur Innenstädte mit der Kamera durchstreift, sondern war auch in Parks und auf Friedhöfen, in Vorstädten und Stadtbrachen unterwegs. Seine oft verblüffenden Fotos zeigen, wie selbstverständlich das Stadtleben für manche Tiere schon geworden ist – viel selbstverständlicher, als wir Menschen uns das jemals hätten vorstellen können.
“Wilde Tiere in der Stadt”: Ein Buch zum Verschenken oder zum Sich-Selbst-Schenken.
Wenn ich in den letzten Jahren in den Urlaub gefahren bin, habe ich mich meist bei Flocke, unserer berühmten Nürnberger Eisbärin, “abgemeldet” – schließlich hatte ich sie seit ihrer Geburt im Nürnberger Tiergarten journalistisch begleitet, und man sorgt sich ja um so ein Tier, wenn man für einige Zeit weg ist. Jetzt ist Flocke weg, in Südfrankreich. Also melde ich mich bei meinen Lesern ab und kündige schon mal an, dass mein Kollege Marco Puschner ab und zu einen Beitrag für mein Blog schreiben wird – wenn er denn dazukommt: Er hat nämlich in der Lokalredaktion der NZ sozusagen die Fußball-WM am Hals. Je weiter die deutsche Nationalmannschaft kommt, umso mehr Arbeit hat Marco.
Also habe ich selbst schon ein bisschen vorgesorgt und einige Beiträge “auf Vorrat” geschrieben, die dann nach und nach veröffentlicht werden. Denn ich will mir meine Leser ja nicht vergraulen, sondern bei der Stange halten.
Zum Abschied habe ich mir auch noch etwas überlegt: Ich habe wieder mal einen Buchtipp für Tierfreunde. “Kamasutra kopfüber” heißt der Band von Tobias Niemann, erschienen ist er bei C.H. Beck. Keine Sorge, “Achtung, Wolf!” mutiert jetzt nicht zum Erotik-Blog, das überlasse ich weiterhin anderen Autoren. Alles, was bei mir erscheint, hat etwas mit Tieren zu tun – wie auch dieses Buch.
Es geht darin um “Die 77 originellsten Formen der Fortpflanzung” im Tierreich, die der Diplombiologe Tobias Niemann zusammengestellt hat. Unheimlich witzig geschrieben, mit Zeichnungen des bekannten Illustrators Günter Mattei garniert, bietet die Lektüre jede Menge Spaß und gleichzeitig interessante Informationen über ein Kapitel der Biologie, das den meisten unbekannt sein dürfte. Oder haben Sie schon mal was von “Ganzkörperoralverkehr” gehört, von weiblichen Tieren, die zwei Vaginae besitzen, oder von männlichen Tieren mit einem zweizipfeligen Penis? Auch die Jungfernzeugung ist im Tierreich – im Gegensatz zur Bibel – wissenschaftlich nachweisbar.
Mehr will ich nicht verraten. Wer mehr über solche beinahe unglaublichen Dinge wissen will, muss das Buch selber lesen.
So, und jetzt fahre ich in die Ferien. Nach Südwestfrankreich geht es diesmal. Nicht an die Côte d´Azur zu Flocke, sondern ins Médoc, eines der berühmtesten Rotwein-Gebiete der Welt. Au revoir!
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Ab und zu gebe ich in meinem Blog einen Buchtipp, wie zum Beispiel kurz vor Weihnachten den hier oder im Februar, passend zum eisigen Winterwetter, den hier. Da ich zurzeit einige Tage Urlaub habe und das Wetter auch nicht so ist wie erhofft, habe ich mal wieder die Abteilung Tierbücher in meiner privaten Bibliothek durchforstet und zu einem kleinen Band gegriffen, den ich vor Jahren zum Geburtstag geschenkt bekommen habe. Beim Durchblättern hat er mir gleich wieder genauso gut gefallen wie damals, und da er sich um Zootiere dreht, passt er wunderbar in dieses Blog.
“Tiere wie wild” heißt das Buch (Insel Taschenbuch 1577), und für mich ist die Titelseite mit der Detailansicht eines Zebras ein echter Hingucker. Die Fotos stammen von der Hamburger Fotografin Ille Oelhaf und sind allesamt schwarzweiß – für mich ein ausschlaggebender Grund, warum ich das Büchlein so gerne mag. Ein weiterer ist das Vorwort von Karin Kiwus. Die hat sich nämlich (möglicherweise nur fiktiv, ist aber egal) einer Art Experiment ausgesetzt: Um die Gesellschaft der Menschen zu meiden, die sie nicht mehr ertrug, hat sie sich in einen Zoo zurückgezogen, um mit den Tieren dort zu leben – monatelang. Sie haust nicht in einem Käfig oder Gehege, sondern in einer leerstehenden Wohnung von Tierpflegern. Woche um Woche widmet sie sich den verschiedenen Lebewesen im Zoo und gewinnt dabei Erkenntnisse, die sie so selbst nicht erwartet hätte.
Ich muss sagen: Das ist durchaus eine Anregung für mich! Vielleicht sollte ich gelegentlich beim Tiergarten in Nürnberg vorsprechen und mich nach einer entsprechenden Möglichkeit erkundigen. Es gibt nämlich Tage, an denen ich mir nichts anderes wünsche, als die Menschen um mich herum einfach hinter mir lassen zu können und nur noch Tiere um mich zu scharen. Mich ohne Worte, nur durch Blicke, mit ihnen zu verständigen – ein Traum!
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Endlich ist es mal wieder richtig Winter! Ich liebe es, wenn draußen alles weiß verschneit ist, und auch knackige Kälte ist mir tausendmal lieber als ein wochenlanges Vor-sich-hin-Regnen-oder-Nieseln bei leichten Plus-Temperaturen, wie man es in den letzten Jahren meist erlebt hat. Zu einem richtigen Winter gehört für mich die passende Lektüre. Und da habe ich ein Buch gefunden, das mich rundum begeistert – verbindet es doch Winter-Atmosphäre mit philosophischen Gedanken, glasklarer Sprache und mit einem Thema, das mich zu jeder Zeit fasziniert: Tiere. Und das Beste: Mein Namensvetter, der Wolf, ist die Hauptperson.
Joseph Karol Smith erzählt seine klar strukturierte Geschichte sehr stringent und lehnt sich dabei sowohl an die Welt der Fabel an als auch, wie er am Ende der Novelle schreibt, an ein Buch, das für ihn selbst seit seiner Kindheit prägend war: “Of Wolves and Men” von Barry Lopez.
Es ist einer der strengsten Winter, die der alte, einsame Wolf jemals durchgemacht hat. Weil er kein Futter findet, ist er am Ende seiner Kräfte und streunt durch den tief verschneiten Wald, in der verzweifelten Hoffnung, irgendwo irgendwann auf irgendetwas Fressbares zu stoßen. Seine Ansprüche hat er längst heruntergeschraubt: Nicht einmal vor verwesenden toten Vögeln schreckt er zurück. Als er auf einen Fuchs trifft, beginnt zwischen den beiden Raubtier-Konkurrenten ein psychologisches Kräftemessen, ein gegenseitiges Versteckspiel vor den Gedanken des anderen, das bald in eine gnadenlose Auseinandersetzung zu münden scheint.
Doch viel gefährlicher als der Fuchs ist für den Wolf der Mensch  - und obwohl er das eigentlich weiß, lässt er sich vom Fuchs verführen und missachtet die tödliche Bedrohung, die von den Zweibeinern schon immer auf seine Art ausgegangen ist. Das hat für den alten Grauen verheerende Folgen… Mehr will ich hier nicht verraten. Ich kann aber versprechen: Man möchte die Novelle nicht mehr aus der Hand legen, bevor man endlich weiß, wie sie ausgeht.
Das Buch (160 Seiten) mit wunderbaren Illustrationen von John Spencer ist im Berlin Verlag erschienen und kostet 16,90 Euro.
Es geht mit Riesenschritten auf Weihnachten zu. Deshalb heute ein Geschenk-Vorschlag: Das Buch “Meine Expeditionen zu den Letzten ihrer Art” von Andreas Kieling (erschienen bei Malik, Preis: 22,95 Euro).
Viele kennen den Autor durch die ZDF-Serie „Terra X. Kieling – Expeditionen zu den Letzten ihrer Art“. Andreas Kieling, seit fast 20 Jahren Dokumentar-Tierfilmer, hat Millionen von Menschen mit seinen Aufnahmen begeistert. In seinem gleichnamigen Buch kann man die abenteuerlichen Reisen noch einmal nachlesen. Zunächst mag das weniger spektakulär erscheinen. Doch die Geschichten hinter den Filmen sind durchaus erzählenswert. Sie handeln nämlich nicht nur von dem „Helden“ Kieling, den man im Fernsehen sieht. Sie machen uns vielmehr bekannt mit einem Menschen, der froh ist, dass der Zuschauer nichts von den weichen Knien mitbekommt, die Kieling bei so mancher Episode hatte.
Nehmen wir die Filme über Eisbären in Kanada und Spitzbergen: Im Fernsehbeitrag staunt der Zuschauer über atemberaubende Bilder. Im Buch erfährt er etwas über die schwierigen Bedingungen, unter denen sie gedreht wurden. Temperaturen um minus 50 Grad, dazu ein Sturm, der an der Kamera rüttelt, und Schneefall. Als Kieling seine Schutzbrille abnimmt, um durch den Sucher zu schauen, gefriert ganz schnell die Tränenflüssigkeit auf seinen Augen. Und er holt sich Frostbrand im Gesicht.
Von Zeit zu Zeit kommt es zu ziemlich brenzligen Begegnungen zwischen Andreas Kieling und den Tieren. Der Filmemacher hat – stets auf der Jagd nach den spektakulärsten Bildern – schon mehrere Male sein Leben aufs Spiel gesetzt. Nur mit viel Glück ist er dem Angriff eines Eisbären an der Hudson Bay entkommen, der plötzlich mehr Appetit auf Kieling hatte als auf ein verwesendes Walross. Böse hätte auch das unvermutete Treffen mit einem Löwenmännchen im Okavangodelta enden können. Doch der Löwe überlegte es sich im letzten Augenblick anders und überließ den vor Schreck erstarrten Filmemacher sich selbst.
Es gibt noch mehr solcher Erlebnisse in dem Buch. Andreas Kieling erzählt ehrlich und ohne große Umschweife von der Angst, die er in solchen Momenten aussteht. Aber offenbar gehört er zu den Menschen, die das zum Leben brauchen: echtes, knallhartes Abenteuer.