Bitte recht freundlich!

Er ist wieder da und hinterlässt unübersehbar seine Spuren: der Biber. In Nürnberg wurden die ersten Rückkehrer im Jahr 2010 gesichtet. Die Biber sind seitdem zunehmend im Stadtgebiet heimisch geworden – sogar mitten in der Innenstadt an der Pegnitz. In anderen Städten ist es ähnlich. In Nürnberg sind sie derzeit vor allem im Faberwald im Stadtteil Eibach aktiv. Doch wie das so ist, wenn Tiere dem Menschen sehr nahe rücken, gibt es da gleich ein paar Probleme. Der Biberbeauftragte für Nürnberg-Süd wird deshalb im Faberwald nun eine Kamera aufstellen. Denn die Sicherheit in diesem Naherholungsgebiet könnte durch das Stollensystem, das die Biber angelegt haben, in Gefahr sein. Die Kamera wurde von der zuständigen Behörde genehmigt.

Die Biber im Faberwald machen ihrem Beinamen“Baumeister“ momentan alle Ehre. Das zeigt ein verzweigtes Stollensystem, in das sich die Nager bei Gefahr oder Störungenschnell zurückziehen können. Die Kamera soll dazu dienen, die einzelnen Tiere zu identifizieren, mehr über ihre Bautätigkeit zu erfahren und die Tiefe der Stollen einzuschätzen. Mithilfe der Aktion soll der Biberbestand auch an dieser Stelle erhalten werden, aber gleichzeitig will man Schäden am reichen Baumbestand des Faberwaldes so gering wie möglich halten. Klingt alles duchaus plausibel – ist aber heutzutage gar nicht so einfach. Denn in einem solchen Erholungsgebiet dürfen schließlich keine Aufnahmen mit Überwachungskameras (wie etwa an Bahnhöfen oder anderen sicherheitsrelevanten Orten) gemacht werden. Fotos oder Filme aus dem Faberwald, auf denen Menschen erkennbar sind, die dann womöglich veröffentlicht oder weiterverwertet werden – das wäre nicht zulässig. Deshalb ist die Kamera gezielt auf die Wasserfläche und den direkt angrenzenden Uferbereich gerichtet, also dorthin, wo Menschen sich normalerweise nicht hinbegeben.

Für das Bibermanagement arbeiten in Nürnberg der Service öffentlicher Raum (SöR), das städtische Umweltamt, die Untere Naturschutzbehörde, das Wasserwirtschaftsamt und der Bund Naturschutz (BN) Bayern zusammen, um praktikable Lösungen für ein gutes Miteinander zwischen Mensch und Biber zu ermöglichen. Die Ergebnisse des geplanten Monitoring am Faberweiher sollen in das Management mit einfließen. Wird sicher interessant, was dabei herauskommt!

Biber-Hochburg Nürnberg

ARCHIV - Am Ufer einer überschwemmten Oderwiese knabbert am 20.03.2009 ein Biber die Rinde von Weidenästen ab. Am 30.04.2014 beschäftigten sich die Abgeordneten des Landtags von Baden-Württemberg in einer aktuellen Debatte mit der Weiterentwicklung des Bibermanagements. Foto: Patrick Pleul/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Nürnberg entwickelt sich zur Biber-Hochburg! Auf der Wöhrder Wiese zwischen dem Wöhrder Talübergang und der Franz- Josef-Strauß-Brücke hinterlassen die Tiere deutliche Spuren, vor allem an den Ufern des Goldbachs entlang des Wöhrder Wiesenwegs, bis hin zur Hadermühle: So haben die emsigen Nager beispielsweise in der Nähe des Wöhrder Talübergangs eine 15 Meter hohe Pappel zu Fall gebracht. Weil der Baum quer über dem Wöhrder Wiesenweg lag, musste die Stelle abgesichert werden, Fußgänger und Radfahrer wurden über die Wiese umgeleitet. Zwei weitere Pappeln wurden von Bibern angenagt und wurden deshalb gefällt, außerdem musste der zuständige städtische Betrieb zwei schon umgestürzte Bäume beseitigen.

Es ist erstaunlich, was ein einziger Biber innerhalb einer Nacht an „Baumfällarbeiten“ so alles schafft: Je nach Härte des Holzes kann er einen bis zu 50 Zentimeter dicken Baum umlegen. Weil die Tiere nach der Naturschutz-Richtline der Europäischen Union geschützt sind, ist es für die Stadt Nürnberg nicht immer einfach, zwischen der Verantwortung für die Verkehrssicherheit und dem Natur- und Artenschutz abzuwägen. Deshalb beraten sich die zuständigen städtischen Dienststellen mit dem Wasserwirtschaftsamt, dem Bund Naturschutz (BN) und anderen Naturschutzexperten über den Biberbestand an der Wöhrder Wiese. Es gibt seit einigen Jahren ein Baumschutzkonzept vom U-Bahnhof Wöhrder Wiese bis zur Satzinger Mühle flussaufwärts, außerdem ist die „Biber Task Force“ des BN an den Flussufern an der Wöhrder Wiese unterwegs. Diese Truppe umwickelt zum Beispiel gefährdete Bäume zum Schutz vor Biberfraß mit einer Manschette aus Maschendraht.

Für die „Biber Task Force“ werden noch zusätzliche Mitarbeiter gesucht. Mitglieder des BN oder andere Interessenten können sich bei der Nürnberger BN-Geschäftsstelle unter Telefon 09 11/45 76 06 melden.

Mir san mir!

Es ist wieder mal typisch. Ein Tier, das in Deutschland lange Zeit ausgestorben war, kehrt zurück: der Wolf. Mittlerweile leben hierzulande wieder über 200 Wölfe, die meisten im Osten Deutschlands. Es gibt sogar Wolfsrudel in der Nähe von Naherholungsgebieten von Berlin oder in der Lüneburger Heide. Das klappt ohne Probleme, Mensch und Wolf gehen sich aus dem Weg. Es wird höchstens mal ein Exemplar auf der Autobahn überfahren; das ist traurig, aber andere Wildtiere bleiben davon auch nicht verschont.

Und dann taucht in Oberbayern ein einzelner Wolf auf – es ist der vierte seit 2006 -, und pure Hysterie bricht aus: Das Monster muss weg, sonst sind unsere Kühe, Schafe etc. nicht mehr sicher! Das erinnert mich fast ein wenig an die Angst, die früher umging, als es in ländlichen Gebieten hieß: Wäsche von der Leine – die Zigeuner kommen!

Gut, es stimmt, die kürzlich tot aufgefundene Hirschkuh wurde tatsächlich von einem Wolf gerissen, das haben DNA-Untersuchungen nun zweifelsfrei ergeben. Aber muss dieser Fall deshalb gleich zum politischen Streitthema hochstilisiert werden? Auch wenn ich mit dem vom Bund Naturschutz geprägten Begriff „Wolfserwartungsland“ nicht viel anfangen kann, gebe ich den BN-Vertretern in der Sache völlig recht: Wir haben in Bayern genug Platz für diese Tiere, denn wir haben abgelegene Gegenden, in die sich die Wölfe vorzugsweise zurückziehen. Reißt ein Wolf dann doch einmal ein Tier aus dem Bestand eines Bauern oder Hirten, bekommt der Besitzer eine entsprechende Entschädigung. Es existieren außerdem verschiedene Schutzmöglichkeiten, über die sich Viehzüchter beraten lassen können.

Aber natürlich muss sich gleich der Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger, der ja zu allem was zu sagen hat, an die Sache dranhängen und behaupten, Wölfe würden einfach nicht nach Bayern passen. Dafür ist unser Bundesland angeblich zu „hoch kultiviert“ und dicht besiedelt. Und Herr Aiwanger weiß natürlich auch jetzt schon, dass das staatliche Management bei „großen Beutegreifern“, wie der Fachterminus heißt, nicht funktionieren wird. Was Aiwanger eigentlich will, ist klar: die Erlaubnis zum Abschuss des Tiers – und damit basta! Und wenn man die Erlaubnis nicht bekommt, löst man das Problem halt auf „bayerische Art“, so wie zuletzt im Jahr 2011, als ein streunender Wolf im Mangfallgebirge plötzlich wie vom Erdboden verschluckt war. Mir san halt mir!

Was kommt wohl nach den Bibern?

Wer unter meinen Lesern aus der Region Nürnberg ist und öfter mal in den Tiergarten geht, hat sich vielleicht schon mal drüber geärgert: Im „Aquapark“ des Zoos gibt es eine Biber-Otter-Anlage. Während man den Ottern wunderbar bei ihren Streifzügen unter Wasser durch die große Panoramascheibe zuschauen oder ihre Fütterung mitverfolgen kann, schaut man bei den Bibern meist in die Röhre. Die lassen sich nämlich – da es sich um nachtaktive Tiere handelt – tagsüber so gut wie nie blicken. Schaute man in die Röhre, müsste es eigentlich heißen. Denn mittlerweile gibt es keine Biber mehr im Tiergarten, und zwar schon seit Ende Januar. Die beiden Exemplare wurden an den Tierpark von Äthäri abgegeben. Äthari – das liegt so ziemlich in der Mitte von Finnland.

Nun sind Kolbenenten in die Biber-Anlage eingezogen, außerdem schwimmen Karpfen und ein paar andere Fische im Wasserbecken, und Ziesel huschen durchs Gebüsch auf dem Landteil der Anlage. Dass die Biber – übrigens nach den Wasserschweinen die zweitgrößten lebenden Nagetiere der Welt – den Zoo am Schmausenbuck verlassen mussten, liegt zum einen genau an dem von mir oben geschilderten Problem: Eine ganze Reihe von Zoobesuchern hat sich beschwert, dass man die Tiere praktisch nie sieht. Der andere Grund ist folgender: Die Biber-Anlage wurde zu einer Zeit geplant, als Biber noch als etwas Besonderes galten. Schließlich waren sie  in weiten Teilen Europas schon einmal ausgestorben. In Bayern wurden sie erst in den 1960er Jahren in Kooperation von Bund Naturschutz, Zoologischer Gesellschaft Frankfurt und bayerischem Landwirtschaftsministerium wieder in freier Natur angesiedelt. Also waren sie eine Tierart, auf die der Tiergarten, der Biber seit 2001 hielt, gern aufmerksam gemacht hat.

Inzwischen leben wieder so viele Biber in freier Wildbahn, dass es manchen Menschen fast schon zu viel wird. Darüber habe ich ja auch hier im Blog schon mehrfach geschrieben. Die Nager fällen Bäume und stauen durch ihre Dämme Wasserläufe auf, so dass es zu Überschwemmungen kommen kann. In Bayern gibt es heute wieder rund 15 000 Biber – und damit bereits eine latente Überpopulation; pro Jahr werden deshalb etwa 1000 Tiere abgeschossen.

Im Tiergarten Nürnberg soll es künftig nicht bei den Kolbenenten in der ehemaligen Biber-Anlage bleiben. Die Zooleitung plant etwas anderes – was, verrät sie allerdings noch nicht. Da müssen wir wohl abwarten, bis die neue Tierart Einzug hält!

Streit um Wildfütterung

170111MAW106In den bayerischen Staatsforsten ist ein Streit entbrannt um ein Thema, das man auf den ersten Blick für völlig harmlos halten würde: die Wildfütterung.

Um folgendes geht es: Vor allem in den Alpen erschwert der viele Schnee im Winter dem Reh-, Dam- und Rotwild die natürliche Äsung. Die von Förstern und Jägern angebotene Wildfütterung soll den Tieren helfen, über den Winter zu kommen.

Dieser Ansicht sind zumindest die Jägerverbände. Ihre Argumentation: Wenn das Wild im Winter nichts zugefüttert bekommt, sind die Tiere so hungrig, dass der Wald darunter leidet. Es komme dann nämlich zum Wild-Verbiss.

Ganz anderer Meinung ist man beim Bund Naturschutz. Dort hält man die Wildfütterung weitgehend für überflüssig, wenn nicht sogar für kontraproduktiv. Sie würde dem Wald unter Umständen mehr schaden als nützen: Das Zusatzfutter führe nämlich dazu, dass sich das Wild stärker vermehrt – und dadurch gebe es dann noch mehr Verbiss.

Die bayerischen Staatsforsten fühlen sich dem Motto „Wald vor Wild“ verpflichtet. Sie möchten mit möglichst wenig Eingriffen in das Ökosystem Wald zurechtkommen – und zwar so profitabel wie möglich. Bei manchen Rotwildrudeln in den Bergen hält man die Fütterung für überlebensnotwendig. Dagegen komme Rehwild im Winter normalerweise auch ohne Fütterung durch den Menschen aus. Beim Rehwild müsse man den Bestand zum Schutz des Waldes sowieso eher eindämmen.

Streit um den Kormoran als Vogel des Jahres 2010

kormoranDeutschlands Naturschützer haben sich entschieden und den Kormoran zum Vogel des Jahres 2010 ernannt. Dahinter steckt eine klare Botschaft: Der Kormoran soll stärker geschützt werden.

Der Kormoran ist aber vielen Fischern und Anglern ein Dorn im Auge. Denn er ernährt sich hauptsächlich von Fischen.  Seit Jahren schwelt deshalb ein Krieg zwischen Fischereiverbänden und Naturschützern wie dem NABU oder dem Landesbund für Vogelschutz in Bayern. Naturschutzverbände treten für den Schutz des Kormorans ein. Sie argumentieren vor allem damit, dass in Deutschland bis zu 15 000 Kormorane im Jahr abgeschossen werden.  Fischer und Teichbauer klagen ihrerseits, sie würden durch den übermäßigen Fischfraß der Kormorane wirtschaftlich geschädigt, die Vögel würden manche Gewässer regelrecht leerfressen. Fischereiverbände haben deshalb sofort gegen die Entscheidung für den Kormoran als Vogel des Jahres 2010 protestiert.

Der Kormoran war in Deutschland wegen der Verfolgung durch Fischer und Angler schon einmal fast ausgerottet. Inzwischen gibt es bei uns immerhin wieder  24 000 Brutpaare. Die Naturschützer sind überzeugt, dass die Kormorane für Fischbestände keine Gefahr darstellen, zumindest nicht für natürliche Gewässer.  Sie schlagen vor, für Fischzuchtanlagen zusammen mit Berufsfischern und Teichbauern nach gemeinsamen Lösungen zu suchen, mit denen beide Seiten leben können. Fischteiche könnten zum Beispiel durch weitmaschige Drahtnetze geschützt werden, die aber für die Kormorane gut sichtbar sein müssten.

Dass sich die beiden Seiten irgendwie einigen, darf man allerdings bezweifeln. Ich befürchte, dass die Grabenkämpfe nun noch heftiger werden. Hoffentlich bleibt dabei nicht der Kormoran auf der Strecke!

Gibt´s bald keine Feldhamster mehr?

Sie ist wirklich alarmierend: die neue Rote Liste gefährdeter Tiere in Deutschland. Von 478 heimischen Wirbeltier-Arten, deren Vorkommen bei uns untersucht wurde, sind 207 Arten – immerhin 42 Prozent!! –  gefährdet und 132 Arten (38 Prozent)  „akut in ihrem Bestand bedroht“.  Zu den analysierten Wirbeltieren gehören Säugetiere, Brutvögel, Kriechtiere, Lurche und Süßwasserfische.

FeldhamsterMan muss sich das mal vorstellen: Der Feldhamster ist laut dieser Liste bei uns vom Aussterben bedroht! Das heißt, er ist aus der Kategorie „stark gefährdet“ noch einmal weiter nach oben gerückt, sozusagen in Alarmstufe eins. Früher kamen diese Tiere fast so häufig vor wie Mäuse. Heute gibt es für die niedlichen Nagetiere so gut wie keinen geeigneten Lebensraum mehr bei uns: An den Äckern sind die – früher üblichen – breiten Randstreifen verschwunden.

Kiebitzen oder Seggenrohrsängern ergeht es auch nicht viel besser: Ihr bevorzugter Lebensraum, die sogenannten Feuchtwiesen, verschwinden in Deutschland nach und nach. Schuld daran ist die im Vergleich zu früher intensivere Landwirtschaft, aber auch der Bau von Siedlungen und Straßen trägt seinen unrühmlichen Teil zum Verlust tierischer Lebensräume bei.

Die Rote Liste gefährdeter Wirbeltiere in Deutschland wird alle zehn Jahre aktualisiert. Seit dem letzten Mal hat sich zumindest für einige Arten etwas zum Positiven gewendet: Durch die unterschiedlichsten Schutzprogramme hat sich zum Beispiel der Bestand von Seehunden, Fischottern, Bibern, Fledermäusen, Uhus, Weißstörchen und sogar von Seeadlern leicht erholt. Immerhin ein gewisser Trost!

Man muss also nicht machtlos zusehen, wie eine Art nach der anderen ausstirbt. Mit Natur- und Artenschutz lässt sich durchaus etwas erreichen. Doch die entsprechenden Organisationen wie Bund Naturschutz, Naturschutzbund Deutschland oder Landesbund für Vogelschutz müssten dafür auch politisch mehr Unterstützung bekommen als bisher.

Nistplätze von Mauerseglern in Gefahr!

Es sind tolle Vögel: Mauersegler werden nicht zu Unrecht als „Akrobaten der Lüfte“ bezeichnet. Bis zu 150 Stundenkilometer schnell schießen sie durch die Luft, und sie sind imstande, monatelang ohne Unterbrechung zu fliegen. Fast ihr gesamtes Leben spielt sich in der Luft ab: jagen, fressen, schlafen, ja sogar die Paarung.

Aber eben nur fast das ganze Leben. Denn eine Sache funktioniert auch bei den Mauerseglern nicht in der Luft: das Brutgeschäft. Mauersegler brauchen geeignete Nistplätze. Und die finden sie meist mitten in den Innenstädten, selbst im größten Trubel. Mauersegler suchen sich gezielt Ritzen und Mauernischen, häufig im Dach oder am Übergang zwischen Dach und Hausfassade aus. Dabei sind sie ortstreu und kehren immer wieder an denselben Brutplatz zurück.

Doch immer häufiger gehen die Vögel bei der Suche nach Niststätten leer aus, und das – so vermuten Experten – ist der Grund dafür, dass ihr Bestand immer weiter zurückgeht. Schuld daran sind oft Haussanierungen, egal ob an Altbauten oder an Hochhäusern der 1960er/1970er Jahre. Bei der Sanierung werden Mauerschäden beseitigt und Zugänge zum Dachraum geschlossen – und damit gehen ideale Brutstätten verloren.

Viele werden es nicht wissen, aber Bauherren sind per Gesetz verpflichtet, für verloren gegangene Nistplätze von Mauerseglern Ersatz zu schaffen. Wie das geht? Mithilfe von Niststeinen oder speziellen Nistkästen, die der Bund Naturschutz zu erschwinglichen Preisen anbietet: Es gibt verschiedene Modelle zum Integrieren in die Fassade, zum Einsetzen in die Isolation oder zum Montieren an die Hauswand. Bauherren, die sich beraten lassen wollen, können das beim Bund Naturschutz tun.

Lieber ein paar Kröten plattfahren lassen?

Jeder plattgefahrene Frosch ist ein toter Frosch zu viel, sagen Tierschützer. Alle Jahre wieder im Frühling bringen sie deshalb Amphibien in Sicherheit, die den Weg zu ihren Laichplätzen sonst mit dem Leben bezahlen müssten.

Lieber ein paar Kröten überfahren lassen, das kann dem Fortbestand einer Art unter Umständen mehr nützen als gut gemeinte, aber schlecht ausgeführte Rettungsaktionen, sagen Vertreter des Artenschutzes.  

Leider unterlaufen den Tierschützern manchmal Fehler: Sie pflegen z.B. die Kunststoffzäune, die sie an Straßenrändern aufbauen, nicht genügend. So entstehen darin oft Löcher, durch die dann doch Tiere hindurchkommen und letztlich überfahren werden. Oder sie leeren die Eimer, die an den Zäunen in den Boden eingelassen sind und in die Frösche und Kröten hineinrutschen, nicht oft genug – mit der Folge, dass Tiere darin verenden oder sich gegenseitig mit Krankheiten anstecken. Manchmal geraten auch andere Tiere wie Mäuse in die Behälter und sind darin gefangen.

Immer wieder sind außerdem die Abstände zwischen den Eimern oder zwischen Amphibien-Tunneln unter Straßen zu weit voneinander entfernt. Dann haben die Tiere keine Lust mehr und kehren um, nach dem Motto: Diese Menschen können mich mal! Dann wird nichts aus der Fortpflanzung im Laichgewässer – und ganze Generationen bestimmter Arten fallen flach. Das wiederum kann sich zum Problemfür den Gesamtbestand entwickeln.

Tierschützer leisten tolle Arbeit, sie engagieren sich und opfern viel Freizeit. Trotzdem verlieren sie den Artenschutz dabei manchmal aus den Augen.  – Was meint Ihr/sagen Sie dazu? – Ausführlichere Informationen zum Thema im heutigen Lokalteil der „Nürnberger Zeitung“ hier.

Auf den Spuren der Biber in Fürth

Ich habe hier ja schon darüber geschrieben: Die Biber haben sich Fürth zur Wahlheimat erkoren – und der Bund Naturschutz führt jetzt die Fürther auf die Spuren der Biber im Regnitzgrund: Am Samstag, 28. März, um 16 Uhr geht es am Fuß des Fürther Solarbergs bei der Vacher Brücke los. Die Informationstour mit dem Biberberater des BN dauert ungefähr zweieinhalb Stunden. Wenn die Gruppe Glück hat, trifft sie womöglich auch den tierischen Star dieser Tage in unserer Gegend: Pelikan Quaks.

Umweltbewusste Biber-Begeisterte nehmen natürlich den Bus zur Vacher Brücke (Linie 175 um 15.36 Uhr ab U-Bahnhof Klinikum Fürth, Linie 173 um 15.46 Uhr ab Fürth-Rathaus).