Auch das noch: Gewalt gegen Zootiere

Gerade habe ich für die „Nürnberger Zeitung“ einen Kommentar über die zunehmende Gewalt gegen Lehrer geschrieben. Nun wollte ich mich an einen neuen Beitrag für mein Tier-Blog machen, und da stoße ich bei der Suche nach einem interssanten Thema auf folgende Meldung in einem der Zoo-Foren: Immer häufiger werden Zootiere in Nordrhein-Westfalen von Besuchern geschlagen, verletzt oder mit gefährlichen Gegenständen beworfen. Von der Gewalt gegen Lehrer also jetzt zur Gewalt gegen Zootiere.

viertigerNach der Beobachtung von Mitarbeitern verschiedener Zoos in Nordreihn-Westfalen gibt es immer öfter Attacken auf ihre Tiere. Da bekommt in Duisburg ein Elefant von einem Besucher mit einem Regenschirm eins auf den Rüssel, nur weil der Dickhäuter diesen in Richtung Gitterstäbe gestreckt hat. Und die Tiger werden mit Steinen beworfen, wenn sie schlafen oder sich nicht bewegen. Da werden im Kölner Zoo Kürbisse, die eigentlich als Dekoration dienen sollen, als Wurfgeschosse zweckentfremdet. Dort hat man außerdem beobachtet, dass vor allem Jugendliche und Schüler so etwas tun. Bemerkenswert finde ich auch die Aussagen des Duisburger Zoodirektors, der folgendermaßen zitiert wird:  „Manche (gemeint ist: Manche Besucher, uwo) kommen nur, um die Tiere zu quälen“ und: „Das ist mittlerweile leider traurige Realität.“

Natürlich habe ich gleich im Nürnberger Tiergarten (in dem das Foto von Michael Matejka entstanden ist) nachgefragt, ob es am Schmausenbuck auch zu Gewalt gegen Zootiere kommt. Direktor Dag Encke hat mir darauf geantwortet: „Zum Glück haben wir das bei uns nicht.“ Bitte sage mir jetzt niemand: „Was nicht ist, kann ja noch werden!“ Das möchte ich mir nämlich nicht mal vorstellen.

PETA hat wieder mal zugeschlagen!

Zwei Wochen war ich im Urlaub, beim Langlaufen in Ramsau am Dachstein. Der eine oder andere wird sich schon gewundert haben, warum nicht so häufig wie sonst neue Beiträge in meinem Blog erschienen sind.

Im Urlaub hat mich eine Überschrift der online-Ausgabe unserer Zeitung kurz aufgeschreckt: „Im Tiergarten Nürnberg mussten 60 Tiere getötet werden“. Oh Gott, dachte ich, was ist denn da passiert, gerade jetzt, wo ich nicht da bin? Der folgende Text erwies sich allerdings als wesentlich harmloser. Es handelte sich lediglich um einen Vortrag, den Zoodirektor Dag Encke gehalten hatte. Darin ging es um den Artenschutz, der manchmal nur durch die Tötung von Tieren zu gewährleisten sei. Das Populationsmanagement könne sich für einen Zoo manchmal als problematisch erweisen. PavianjungesIn Nürnberg gibt es zum Beispiel derzeit elf überzählige Paviane, die im zoo-eigenen Gut Mittelbüg untergebracht sind. Man hofft, sie an einen chinesischen Zoo vermitteln zu können, der die europäischen Anforderungen an die Haltung erfüllt. Der erste Vermittlungsversuch schlug allerdings fehl.

Heute, an meinem ersten Arbeitstag nach dem Urlaub, hat sich die Tierrechtsorganisation PETA zu dem Thema gemeldet und – wer PETA kennt, wird sich darüber kaum noch wundern – wieder mal eine Anzeige gegen den Tiergartendirektor erstattet. Grund: Das Töten gesunder „Überschusstiere“ im Rahmen des Populationsmanagements eines Zoos stelle „keinen vernünftigen Grund nach § 17 des Tierschutzgesetzes“ dar. Schon im Mai 2015 hatte PETA gegen Encke Anzeige erstattet, ebenfalls „wegen der Tötung eines gesunden Pavians ohne vernünftigen Grund“. Jetzt geht die Organsisation noch weiter und fordert, dass der Zoochef sofort entlassen wird, weil er „offenbar unbesonnen weiter strafrechtlich relevant Tiere tötet“, so PETA.

PETA hat den Tiergarten Nürnberg seit Jahren auf dem Kieker, hauptsächlich wegen der Eisbären- und Delfinhaltung und des vermeintlichen „Bauskandals um die Delfinlagune“. Die bisherigen Anzeigen der Tierschutzaktivisten gegen die Tiergartenleitung hatten keinen Erfolg – haben aber den Verantwortlichen im Zoo schon unendlich viel Zeit gestohlen, die sie für wichtigere Arbeit hätten verwenden können.

Soll das investigativer Journalismus sein?

Diese Sendereihe arbeitet mit billigen Vorurteilen und erreicht damit ein Millionenpublikum: Mario Barth deckt auf“ (Foto: RTL). Bei der neuesten Ausgabe der RTL-Sendung geht es am 7. Oktober um 20.15 Uhr unter anderem um die Delfinlagune des Nürnberger Tiergartens. Im Vorfeld schlagen im Internet bereits seit ein paar Wochen die Wellen hoch: Auf Facebook werfen Delfinariums-Befürworter dem RTL-Team Voreingenommenheit und Beeinflussung durch das Wal- und Delfinschutz-Forum vor.

Der Comedian Barth will laut Angaben von RTL mit seinem Team aus prominenten „Spürhunden“ in seiner Show „Verschwendung und Behördenwahnsinn“ auf den Grund gehen. „Leider versickern viele Gelder immer noch in extrem kostspieligen Neu- oder Umbaumaßnahmen, die am Ende keiner wirklich will oder braucht“, heißt es auf der Homepage des Senders. Fälle von „grober Steuerverschwendung“ sollen in der Show angeprangert werden.

Wie dazu ein Beitrag über die Delfinlagune passt, frage ich mich ebenso wie die Delfinfreunde gegen die Delfinarenhasser – so heißt eine Gruppe bei Facebook. Denn die Lagune ist lediglich zu rund elf Prozent aus Steuergeldern finanziert. Den Löwenanteil der Gesamtkosten von 31 Millionen Euro (inklusive Manatihaus) finanziert der Tiergarten entsprechend einer Vereinbarung mit der Stadt Nürnberg über Zinstilgung über einen jährlichen Budgeteinbehalt von derzeit rund einer Million Euro. 7,7 Millionen Euro stammen aus Spenden, und 3,5 Millionen Euro kommen aus dem gesamtstädtischen Haushalt zur Deckung der angefallenen Mehrkosten. Es sind also bisher lediglich 3,5 Millionen Euro an Steuergeldern in die Lagune geflossen.

Die Recherchen und Interviews zur Sendung sind offenbar, um es vorsichtig zu formulieren, etwas einseitig verlaufen. Tiergartendirektor Dag Encke hat sie mir gegenüber als „sehr tendenziös“ bezeichnet. Er habe bei Fragen – zum Beispiel zu den Besucherzahlen nach Eröffnung der Lagune – nicht die Möglichkeit gehabt, in Fragen verpackte Behauptungen richtigzustellen. Als „Spürhündin“ im Fall Lagune hat Mario Barth Nina V. Heinemann losgeschickt. Die ist Hoteltesterin, Fitness- und Reiseexpertin und Fernsehmoderatorin. Sie ist außerdem Mitglied bei „Dolphin Care“, einem Projekt, das im November 2014 von ProWal und WDSF ins Leben gerufen wurde. Hinter dem WDSF  (Wal- und Delfinschutz-Forum) steckt Jürgen Ortmüller, von Beruf Steuerberater in Hagen. Im Namen des WDSF kämpft er seit Jahren gegen Delfinhaltung in Zoos und Delfinarien im allgemeinen. Zusammen mit der Organisation ProWal hat sich das WDSF mit „Dolphin Care“ zum Ziel gesetzt, ein Zentrum für verletzte Delfine und deren Wiederaussiedlung im Roten Meer in Ägypten einzurichten.

Auf Facebook existiert auch eine Gruppe namens „Dolphin Care“, bei der Nina V. Heinemann Mitglied ist. Sie hat sich zudem vor den Dreharbeiten in Nürnberg öffentlich gegen die Delfinhaltung ausgesprochen – und Ortmüller hat sich bereits vor Ausstrahlung der Sendung beim RTL-Team im Netz für den „tollen Dreh“ bedankt. Bei Facebook-Gruppen, die sich für Delfinarien einsetzen, werden seit einigen Wochen schon Vorwürfe erhoben, mit der neuesten Ausgabe von „Mario Barth“ werde eine Fernsehsendung von Delfinariumsgegnern als Forum missbraucht, um Stimmung gegen die Lagune zu machen.

Ich bin mal gespannt, was nun wirklich für ein Beitrag bei dem Ganzen herausgekommen ist, und werde mir die Sendung natürlich anschauen.

Was ETT so alles behauptet…

LaguneNormalerweise stelle ich Artikel, die ich für die NZ geschrieben habe, nicht eins zu eins in mein Blog. Heute tue ich das ausnahmsweise, weil bei einer verknappten Darstellung die Argumente nicht genau genug wiedergegeben werden können. Also, es folgt – abgesehen von kleinen Änderungen – nun ein Artikel, der am Samstag im Lokalteil der NZ erscheint:

Sie möchte für ein Ende der letzten beiden Delfinarien in Deutschland eintreten: die Bewegung „Empty the Tanks“ (ETT). Sie hat für Samstag, 7. Juni, vor dem Tiergarten eine Demonstration gegen die Delfinlagune organisiert. Die Idee zur Bewegung „Empty the Tanks worldwide“ stammt von Rachel Carbary aus Seattle, einer „Sea Shepherd“-Aktivistin. „Sea Shepherd“ („Meereshirte“) ist eine Umweltschutz-Organisation, die für den Schutz der Meere, den Kampf gegen Walfang und Robbenjagd sowie gegen unverhältnismäßige Fischerei eintritt.
ETT fordert, Deutschland solle seine Gesetze ändern und „delfinariumfrei“ werden – so wie andere europäische Länder: die Schweiz, Kroatien, Estland, Irland, Lettland, Luxemburg, Österreich, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn, Vereinigtes Königreich und Zypern. Ich habe die Fragen oder Vorwürfe von ETT gegen den Tiergarten und die Antworten von Tiergartendirektor Dag Encke gesammelt und gegenübergestellt.

ETT:
Man stand in Nürnberg vor der Entscheidung, sich von den Delfinen zu trennen, das vorhandene Delfinarium abzureißen oder zu investieren und den Zoo durch geplante Mehreinnahmen zu retten, denn die Besucherzahlen waren/sind rückläufig.
Encke:
Die Besucherstatistik widerlegt diese Behauptung. Die Besucherzahlen hatten 2010 und 2013 Einbrüche aufgrund schlechter Witterung, sind ansonsten seit dem Jahr 2000 stabil mit einem Mittelwert von 1 070 000 Besuchern pro Jahr.

ETT:
Der größte Anteil der bisher bekannten Gesamtkosten von 30 Millionen Euro wird scheinbar über Kredite finanziert, welche die Stadt Nürnberg vorgestreckt hat und vom Tiergarten zurückgezahlt werden sollen. Klappt dies nicht, muss die Stadt dafür aufkommen, da der Tiergarten eine städtische Institution ist. Bisher funktionierte die Rückzahlung des Kredits jedoch offenbar nur unter Zuhilfenahme von Rücklagen, die inzwischen laut aktuellen Presseberichten auf 600 000 Euro abgeschmolzen wurden. Gelingt es dem Tiergarten nicht, seine Einnahmen exorbitant zu erhöhen, sind auch die verbliebenen Rücklagen in ein bis zwei Jahren aufgebraucht, und das Finanzierungsmodell droht zusammenzubrechen.
Encke:
Der Tiergarten hat mit einer Direktzahlung aus seinen Rücklagen die Hälfte der Mehrkosten von 7 Millionen Euro bezahlt. Aus dem gesamtstädtischen Haushalt wurden die verbliebenen 3,5 Millionen Euro finanziert, da der Tiergarten selbst im Bauvorhaben keinerlei Mehrkosten verursacht hatte. Beim Bau von Lagune und Manatihaus handelt es sich um eine gesamtstädtische Entscheidung, die von der Stadt Nürnberg beschlossen und umgesetzt wurde. Die Rückzahlung des vom Stadtrat beschlossenen Kredits in Höhe von 19,5 Millionen Euro durch den Tiergarten läuft seit 2012 regulär ab, und zwar ohne Rückgriff auf die wieder steigenden Rücklagen.

ETT:
Bei der Finanzierung der Lagune im Nürnberger Tiergarten unterstützt der Steuerzahler Tierquälerei.
Encke:
Es wurde noch nie Tierquälerei bei den Delfinen in Nürnberg festgestellt. Tierquälerei ist ein justitiabler Begriff, der vorsätzliches und dauerhaftes oder wiederholtes Verursachen von Leiden für die Tiere voraussetzt. Die Unterstellung von Tierquälerei ist eine Verleumdung.

ETT:
Im Tiergarten Nürnberg leben acht Delfine. (Es werden aber in einem Dokument, das mir vorliegt, neun aufgezählt.)
Encke:
Falsch: Im Tiergarten gibt es aktuell zehn Große Tümmler! Es wurden Dolly und Donna vergessen, Nachzuchten von 2007 aus Duisburg, die seit Mai 2014 in Nürnberg leben. Dafür wird noch Rocco aufgelistet, der gar nicht mehr in Nürnberg lebt, sondern in Malaga.

ETT:
Weiß der Zoobesucher, dass in der Delfinlagune auch teilweise kranke Tiere täglich Vorführungen mitmachen müssen? Moby und Jenny sind nierenkrank und werden  künstlich mit Süßwasser ernährt.
Encke:
Kranke Tiere nehmen nicht teil. Die bei Moby angeführte Süßwassergabe aufgrund schwacher Nieren führt dazu, dass das Tier sich vollkommen normal verhält und eben wegen der Wassergaben ein gesundes Leben führen kann. Deswegen nimmt er natürlich auch genauso an den Vorführungen teil wie die anderen Tiere.

ETT:
Wenn der Tiergarten Nürnberg, wie er behauptet, alle Delfine in einer Gruppe hält, verstößt er gegen das Säugetiergutachten („Gutachten über Mindestanforderungen an die Haltung von Säugetieren des Bundeslandwirtschaftsministeriums vom 7. Mai 2014“). Dieses besagt: „In einer Zuchtgruppe soll nur ein zuchtfähiges Männchen leben.“
Encke:
Die Haltung der Tümmler in Nürnberg wurde nach den Vorgaben des Säugetiergutachtens von 2014 genehmigt – ohne irgendwelche Beanstandungen. Es wurde sogar festgestellt, dass die Lagune für die Haltung von 18 erwachsenen Tümmlern zuzüglich Jungtiere geeignet wäre.

ETT:
Wissen Zoobesucher, dass es vor Nami keinerlei nennenswerten Delfin-Zuchterfolg im Tiergarten Nürnberg gab? Von 21 Geburten gelangen nur fünf Aufzuchten. Den aktuellsten Zuchterfolg gab es 2014, davor 1998! Große Tümmler unterliegen nicht dem Artenschutz, da sie nicht hoch bedroht sind. Deshalb gibt es hier keine Begründung für eine Zucht.
Encke:
Nach der EU-Zoorichtlinie ist der Einsatz von unbedrohten Tierarten bei entsprechendem Einsatz in der Zoopädagogik und Forschung als Beitrag zum Artenschutz klar definiert. Sonst dürften Zoos keine Tiere ohne Bedrohungsstatus mehr halten. Für alle Tierarten ist eine nachhaltige, also sich selbst erhaltende Population anzustreben. Dies ist bei Delfinen, die dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm EEP angehören, der Fall. – In der ETT-Bilanz nicht berücksichtigt ist die Tatsache, dass in Nürnberg zwischen 2007 und 2012 die Delfinzucht unterbrochen wurde. Bei Sunny wurde erst im Herbst 2011 die Pille abgesetzt, Jenny und Anke bekommen sie nach wie vor. Auch von 1998 bis 2004 gab es keine Zuchtversuche.

ETT:
Delfintherapie – das ist eine höchst umstrittene Therapie ohne nachweislichen Erfolg. Eltern kranker Kinder sind verzweifelt. Es ist unseriös, ihnen für viel Geld Hoffnung zu machen.
Encke:
Es gibt nicht die Delfintherapie, sondern viele höchst unterschiedliche Ansätze von tiergestützten Therapien. Der Begriff ist nicht geschützt. In Nürnberg wird der Begriff „dolphin assisted therapy“ nur für die Methode, die Behinderungen und die Altersklassen von Kindern verwendet, für die signifikante Therapieeffekte nachgewiesen wurden. Diese publizierte Form der Therapie ist bis heute wissenschaftlich unumstritten. – Ein Geschäft wurde mit Therapien noch nie gemacht.

Ich denke, eine Organisation, die so schwere Vorwürfe gegen einen Zoo bzw. ein Delfinarium erhebt, und nicht einmal weiß, wie viele Delfine dort leben, disqualifiziert sich für jede ernsthafte Diskussion selbst. Aber immer schön Wirbel machen – wer die Lagune oder den Tiergarten nicht mag, wird´s schon glauben!

Gläubige und ungläubige Zoo-Menschen

Dag Encke, seit 2005 Nürnberger Tiergartendirektor, hat es mit den Medien nicht immer leicht – vor allem mit denen, die nicht in Nürnberg beheimatet sind. Immer wieder muss er zu denselben Vorwürfen in Sachen Delfinhaltung/Lagune Stellung nehmen. Die Fragen ähneln sich, die Artikel oder Sendungen ebenso. Einige Journalisten-Kollegen „recherchieren“ schon vor dem Hintergrund einer vorgefassten Meinung, die sie dann auch nicht mehr aufgegeben angesichts dessen, was sie vor Ort vorfinden. Die Artikel oder Berichte, die dabei herauskommen, lassen oft jede Neutralität vermissen, wie es zum Beispiel in der „Zeit“ vor einigen Wochen der Fall war. Delfine in Zoos oder Delfinarien – dass dieses Thema die Menschheit spaltet, haben wir ja immer wieder auch hier im Blog gesehen.

Ludwig Schick und Dan Encke im GesprächEs geht mittlerweile aber auch um die Frage, ob Zoos heutzutage überhaupt noch zeitgemäß sind. Ob Tierhaltung dort womöglich gegen ethische Grundsätze verstößt. Oder gegen die von Gott gewollte Ordnung. Derart dürften wohl die Hintergedanken für ein Gespräch gewesen sein, das vom Bildungszentrum Nürnberg veranstaltet wurde: Dag Encke und Erzbischof Ludwig Schick saßen sich gegenüber und unterhielten sich – wie immer in der Reihe „Starke Köpfe“ – in persönlicher Atmosphäre und ohne Moderator. Ludwig Schick ist seit 2002 Erzbischof von Bamberg. Bevor er sich für die Theologie entschied, hatte er Medizin studiert und kann von daher wissenschaftliche Gedankengänge besser nachvollziehen als so mancher reine Theologe. Schick hat außerdem alle Kontinente bereist und immer wieder Tiere in freier Wildbahn erlebt, die in unseren Breiten nur in Zoos zu sehen sind.

Eine gute Basis also für ein anregendes Gespräch – das dann wesentlich philosophischer geriet, als viele es wohl erwartet hatten. Eher nebenbei erfuhren die Zuhörer interessante persönliche Geschichten. Etwa, dass Encke als Zehnjähriger tief gläubig war, später aber „abschwor“ und einem naturwissenschaftlichen Weltbild für seine Lebensauffassung und -führung den Vorzug gab. Heute bezeichnet er sich selbst als „ungläubigen Zoo-Menschen“. Oder dass Schick früher zur Jagd ging und durchaus nachvollziehen kann, wenn jemand auf eine Trophäe wie zum Beispiel ein Geweih stolz ist. Die beiden Männer auf dem Podium vertraten – zu ihrem eigenen Erstaunen – oft gemeinsame Standpunkte, wenn auch vor einem unterschiedlichen weltanschaulichen Hintergrund.

Dag Encke merkte man an, dass er froh war, einmal losgelöst von Vorwürfen angeblich nicht artgerechter Tierhaltung über ethische und philosphische Fragen plaudern zu können. Dabei glänzte er mit einem breiten Wissen, mit dem er selbst den Erzbischof beeindruckte. Encke sprach aber auch von sich aus seine Haltung an, dass er kein Problem damit hat, Tiere zu töten und anschließend Zootieren zum Fressen vorzuwerfen – womit er in der Öffentlichkeit schon aneckte. Beim Erzbischof stieß er damit auf (Ein-)Verständnis. Schick seinerseits nahm Tierrechtlern den Wind aus den Segeln, die etwa Menschenrechte für Tiere fordern; er lehnt es auch strikt ab, „Tiere zu verherrlichen“. Aber er betonte auch: Tierrechte gibt es, und die sind einzuhalten – gerade von Zoos. Da waren die beiden Männer einer Meinung. Encke will im Tiergarten Tiere so zeigen, dass er sich nicht dafür schämen muss und misst sich selbst an diesem Anspruch. Zu Recht, wie der Applaus im Publikum nach eineinhalb spannenden Stunden unterstrich.

Enttäuscht von der „Zeit“

Immer wieder gibt es über die „Lagune“ des Nürnberger Tiergartens negative Berichte in den Medien, selbst in seriösen Zeitungen und Magazinen. Als in der Ausgabe 04/2015 der „Zeit“ unter dem Titel „Die letzten ihrer Art“ ein Artikel von Eva Lindner erschien, der die wichtige Rolle des Nürnberger Delfinbabys Nami für die Zucht Großer Tümmler in Europa beleuchten soll, war ich gespannt: Würde der Beitrag auch in diese Kerbe schlagen?
Auf den ersten Blick tut er das nicht – aber wenn man genau liest, entdeckt man doch: Die Geschichte ist entweder schlecht recherchiert oder wurde an entscheidenden Stellen gekürzt. Möglicherweise gibt die Autorin auch nicht ihr ganzes Wissen an die Leser weiter – aus welchen Gründen auch immer.
So steht da zum Beispiel, die Welt für Delfinmutter Sunny und ihre Tochter Nami (siehe Foto) unter dem derzeit über der Lagune aufgebauten Zelt bestehe – abgesehen von einer traurigen Topfpflanze – lediglich aus Wasser und Beton. Die Journalistin verschweigt, dass die Umgebung der beiden Tiere nur vorübergehend so aussieht. Das Zelt steht lediglich während der kältesten Winter-Wochen und wird dann wieder abgebaut. Sonst leben die Nürnberger Delfine in einer Anlage, die von einem der bekanntesten Zoo-Designer, nämlich Martin Schuchert, einer Lagune nachempfunden wurde.

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Besucher an Katinkas Beinahe-"Ausbruch" schuld?

Vor drei Tagen habe ich hier über den Ausbruchsversuch(?)/ Fluchtversuch (?) /Freiheitsdrang (?) von Tigerin Katinka im Tiergarten Nürnberg geschrieben. Der Raubkatze wäre es fast gelungen, vom Wassergraben aus die Mauer des Freigeheges zu erklimmen, nachdem sie sich auf einem unter Wasser verlaufenden Rohr abgestützt hate. – Zu diesem Beitrag hat sich Stephan Koch in einem Kommentar folgendermaßen geäußert:

Ich finde es an der Stelle nicht richtig, immer von einem Ausbruchsversuch zu sprechen. Viel wahrscheinlicher – weil ich kaum nen Stück daneben stand am Sonnabend – ist, dass sie denjenigen, der sie zu triezen versuchte einen gehörigen Schrecken einjagen wollte…

Ich bin für die „Nürnberger Zeitung“ der Sache nachgegangen und habe mich bei Zoochef Dag Encke erkundigt, ob an dieser Beobachtung etwas dran sein könnte. Hier seine Antwort:

Tatsächlich wurde sowohl vom Revierleiter an verschiedenen Tagen als auch von einer Besucherin an besagtem Samstag beobachtet, dass sich Besucher einen Spaß daraus gemacht hatten, die Tigerin zu provozieren, sobald sie ins Wasser ging. In einem Fall schlug ein Besucher mit der flachen Hand an die Innenseite (Tierseite) der Mauer, um sie zu sich zu lotsen und nahm dann eine Plastikflasche. Ziel schien es zu sein, sie gezielt anzulocken, um einen Film und/oder Fotos davon zu machen. Die Plastikflaschen fielen dann ins Wasser, wo sie heute noch schwimmen. Ein Besucher hat seinen Rucksack als Lockmittel benutzt, um die Tigerin direkt an die Mauer zu locken, indem er ihn an der Mauerinnenseite hin- und herschwang. Der Revierleiter bestätigte, dass er schon einen Tag vor dem Vorfall Besucher gebeten hatte, ihr Verhalten einzustellen und auch Kinder, die ohne sichernde Elternhand auf der Mauer saßen, von dort hat entfernen lassen. Insgesamt ist es den Menschen wohl nicht bewusst, welche Gefahren von Großkatzen ausgehen können. Nichts von alledem aber kann entschuldigen, dass die Tigerin  höher hinauslangen konnte,  als wir es je für möglich erachtet hatten. Das besagte Rohr wurde Anfang der 80-er Jahre installiert, und seither war dies der erste kritische Vorfall, der uns bekannt geworden ist. Keine Entschuldigung, aber vielleicht eine Erklärung, warum die Gehegeumwehrung von uns als sicher eingestuft wurde.

Ich möchte es meinen Lesern überlassen, sich einen Reim auf die Geschichte zu machen. Vielleicht sollte man künftig lieber Zoobesucher in Gehege stecken anstelle der Tiere? Wäre vielleicht eine Lösung, oder?

Moby macht sich stark für Moby

Die Organisation für Tierrechte PETA kämpft bekanntlich weltweit gegen Delfinarien und protestiert seit Jahren auch gegen das Delfinarium des Nürnberger Tiergartens und die Delfinlagune. Jetzt hat PETA einen populären Mitstreiter gefunden, der sich für die Befreiung des ältesten Delfins in der Lagune, den 52-jährigen Moby, stark macht: den US-amerikanischen Musiker und DJ Richard Melville Hall, besser bekannt als Moby. Moby ist nicht nur Musiker und Musikproduzent, er setzt sich auch für Tierrechte ein und lebt vegan.

Der Namensvetter von Delfin Moby hat im Einvernehmen mit PETA einen Brief an den Direktor des Tiergartens, Dag Encke, geschrieben. „Meine Freunde von PETA haben mich darüber informiert, dass in Ihrem Zoo in Nürnberg der 52 Jahre alte Delfin Moby seit nunmehr 40 Jahren eingesperrt ist, aber keinen Ruhestand bekommt“, heißt es darin. Moby war 1971 im Golf von Mexico gefangen worden und gelangte über den Duisburger Zoo in den Tiergarten Nürnberg. Er hat dort mehrfach für Nachwuchs gesorgt.

Der Musiker Moby kritisiert die Haltung von Moby „in engen Betonbecken“ ebenso wie in der „so genannten Lagune“ und wirft dem Zoo vor, dass das Tier trotz seines hohen Alters täglich noch mehrere Delfinshows für die Zoobesucher absolvieren müsse. Am Ende des Briefes appelliert Moby an den Tiergartendirektor: „Sehr geehrter Herr Encke, Delfin Moby verdient einen Ruhestand in Ruhe! Für eine Auswilderung ist er leider zu alt, aber möglicherweise noch fit genug, um in einer abgeschlossenen Meeresbucht zu leben – bitte lassen Sie dies von unabhängigen Experten prüfen und bringen Sie Moby dahin zurück, wo er herkommt – in den Ozean.“

Ich möchte die Aktion hier nicht weiter kommentieren – der Brief enthält keine neuen Argumente. Zum Thema Delfinhaltung in Nürnberg wurde hier im Blog schon heftig diskutiert. Vielleicht gibt der Brief von Moby Anlass zu neuen Diskussionen.

 

Ein beherzter Sprung und die Folgen

Das war keine schlechte Nummer, die Gepard Turbo da im Tiergarten Nürnberg geboten hat: Der Gepard brach aus seinem Gehege aus und sprang auf ein Shetlandpony los, das routinemäßig mit einer Gruppe von Ponys und der zuständigen Tierpflegerin am Gehege vorbeispazierte. Doch das Pony – die vier Jahre alte Graciella – wehrte sich, versetzte der geschmeidigen Raubkatze Tritte mit den Hufen und schlug es in die Flucht. Gepard Turbo verkroch sich in einem Gebüsch  und verharrte dort, bis er von der Zootierärztin mit einem Narkosegewehr außer Gefecht gesetzt wurde.

An dem eiskalten Tag waren nur wenige Besucher so weit hinten in dem weitläufigen Zoogelände unterwegs. Die Zooleitung betont, dass diese Menschen zu keinem Zeitpunkt wirklich in Gefahr waren, auch weil innerhalb von wenigen Minuten Mitarbeiter des Tiergartens zur Stelle waren. Außerdem hatte das Pony bereits ganze Arbeit geleistet und den Kampf gegen den Geparden gewonnen. Turbo trug immerhin Hämatome davon, von denen er sich noch immer erholen muss. Währenddessen stolziert Graciella schon wieder an der Seite ihrer Pflegerin durch den Kinderzoo, hinkt zwar noch ein wenig, hat aber sonst nur einige Kratzer abbekommen und scheint zu wissen, dass sie die Oberhand behalten hat.

Nun wurde Kritik laut, der Tiergarten sei nicht sicher. Turbo hatte die 2,70 Meter hohe Sandsteinmauer an der niedrigsten Stelle überwunden. Die Mauer ist größtenteils 3,10 Meter hoch, vorgeschrieben ist eine zwei Meter hohe Einfriedung mit Überhang. Mit seinem beherzten Sprung hat Turbo auch den Elektrozaun hinter sich gelassen. Ein Adrenalinschub hat ihm wohl diese Kräfte verliehen, denn der Jagdtrieb hatte Turbo gepackt, als er die Silhouette des Ponys und seinen Geruch wahrnahm.

Heute lag Turbo im Stall und leckte im wahrsten Sinne des Wortes seine Wunden. Die ganze Aufregung um seinen Jagdausflug hat ihm offensichtlich zugesetzt. Uns Menschen aber hat der Vorfall wieder mal gezeigt, dass Zootiere keine Streicheltiere sind. Die Mauer um das Gepardengehege soll nun noch etwas höher und eventuell mit einem Überhang-Gitter ausgestattet werden. Das sieht zwar für die Tiergartenbesucher nicht so gut aus – aber Sicherheit geht vor.

Tiergartendirektor Dag Encke hat außerdem aus der Sache gelernt, dass er die Öffentlichkeit früher über solche Vorfälle informieren sollte, auch wenn für ihn das Ganze zunächst unspektakulär aussah und kein Besucher zu Schaden kam. Er hatte keine Sekunde lang geglaubt, der Vorfall könnte für die Medien interessant sein. Er musste sich eines Besseren belehren lassen, als ihm nach Publikwerden der Geschichte Fernsehsender und Journalisten die Bude einrannten.

 

Falsche Behauptungen über die Lagune

Ich habe in meinem Blog schon mehrfach über Kritik an der Delfinlagune im Nürnberger Tiergarten geschrieben – was wiederum die eine oder andere Kritik provoziert hat. In der „Nürnberger Zeitung“ erscheint am Mittwoch wieder ein Artikel von mir zum Thema Lagune und Delfinhaltung. Ich zeige an mehreren Beispielen, wie das Wal- und Delfinschutzforum (WDSF) und das Projekt Walschutzaktionen (ProWal) die Medien mit Pressemitteilungen zu manipulieren versuchen, die unrichtige Behauptungen enthalten. Und manchmal schaffen solche Tierschutzaktivisten das auch! Die Lagune ist – für alle, die es bisher nicht wussten – das einzige Freiluft-Delfinarium Deutschlands. Jürgen Ortmüller, Geschäftsführer des WDSF,  bezeichnet sie gern als „Steinbruch-Delfingefängnis“.
Im Folgenden übernehme ich den Hauptteil meines  NZ-Artikels ausnahmsweise für mein Blog – auch wenn der Text sehr lang ist. Aber nur so lässt sich nachweisen, wie viele Unwahrheiten von den beiden Organisationen verbreitet werden, die widerlegbar sind. Übrigens: Meine Blog-Leser bekommen den Beitrag jetzt schon vor dem Erscheinen in der Zeitung – als kleines Dankeschön für ihre Treue!

Behauptung: „Der angeblich über 50 Jahre alte Delfin Moby … musste vor den Augen der Besucher mit Flüssigkeit zwangsernährt werden, indem der Trainer ihn einen Gartenschlauch schlucken ließ, weil er nach Angaben der Delfintrainer einen schweren Nierenschaden hat.“
Tatsache: Alle Großen Tümmler, die je im Tiergarten gelebt haben, sind genau dokumentiert. Der aus dem Küstengewässer vor Florida stammende Moby kam im August 1971 vom Duisburger Zoo zur Eröffnung des Delfinariums in den Tiergarten. Da er wie alle Tiere in der Anfangszeit der deutschen Delfinarien ein Wildfang ist, lässt sich sein Geburtsjahr nicht genau bestimmen; Fachleute haben Moby damals auf zehn Jahre geschätzt. Moby hat trotz seines hohen Alters keinen Nierenschaden. Seine Nieren funktionieren aber – ähnlich wie bei alten Menschen – nicht mehr so gut. Deshalb bekommt der Delfin-Senior über Gelatine und Eiswürfel zusätzlich Flüssigkeit. Moby hat außerdem im Training gelernt, freiwillig einen Schlauch zu schlucken. Über den werden täglich mehrere Liter Wasser eingefüllt, damit Mobys Nieren weiter gut arbeiten.

Behauptung: „Moby musste mit den anderen drei Delfinen im Außengehege des Delfinariums an der Show teilnehmen und hohe Sprünge über einen Wasserstrahl absolvieren, um überhaupt seine zusätzlichen Futterrationen zu bekommen.“
Tatsache: Kein einziger Tümmler wird in Nürnberg gezwungen, Kunststücke vorzuführen. Hat ein Delfin keine Lust mitzumachen, kann er in ein anderes Becken schwimmen. Dort kümmert sich ein Mitarbeiter der Lagune um ihn, während die übrigen Tiere ihr Beschäftigungsprogramm absolvieren. Das alles können die Besucher mit eigenen Augen verfolgen. Das Training funktioniert ausschließlich über das Belohnungsprinzip: Ein Delfin, der eine Übung richtig gemacht hat, kriegt einen oder mehrere Fische zugeworfen. Der Trainer lobt ihn auch mit Worten und gibt dem Tier ein akustisches Signal zur Bestätigung. Beteiligt sich ein Tümmler nicht am Programm, erhält er trotzdem seine notwendige Futtermenge.

Behauptung: Delfinschützer ermittelten am 25. August dieses Jahres in der Lagune „Hitzetemperaturen von knapp 30 Grad Celsius während der Delfin-Show direkt an der Wasseroberfläche“. Erlaubt seien für die Delfine nach den Rechtsgrundlagen aber nur 24 Grad, so die Tierschützer.
Tatsache: Das vom Bundesministerium für Verbraucherschutz, Landwirtschaft und Ernährung herausgegebene „Gutachten über Mindestanforderungen an die Haltung von Säugetieren“ lässt einen Toleranzbereich der Wassertemperatur von zehn bis 28 Grad zu. Und weiter heißt es dort: „Die Luft über der Wasseroberfläche muss staubarm sein, eine relative Luftfeuchte von mindestens 60 Prozent und eine Temperatur von 10 bis 24 Grad Celsius aufweisen.“ In der Lagune wird die Wassertemperatur regelmäßig kontrolliert – das Messen der Luft über dem Wasser ist praktisch jedoch kaum durchzuführen. Das Gutachten stammt aus dem Jahr 1996 und wird derzeit überarbeitet.

Behauptung: WDSF- und ProWal-Vertreter „deckten jetzt auf, dass seit fast drei Jahren zwei Große Tümmler aus dem geschlossenen Vergnügungspark-Delfinarium des Heideparks Soltau in einem Nebenbecken der alten Delfinhalle des Tiergartens gehalten werden“.
Tatsache: Als Arni und Joker im November 2008 aus Soltau nach Nürnberg kamen, hat der Tiergarten das in einer Pressekonferenz bekanntgegeben. Die beiden Delfinmännchen sollten nur vorübergehend im Tiergarten bleiben, weil nach der Schließung des Delfinariums im Heidepark kein anderes Ausweichquartier zur Verfügung stand. Dass beide im nicht öffentlichen Delfinarium II untergebracht sind, ist kein Geheimnis. Es gibt einen ganz einfachen Grund dafür: Der große und starke Joker würde den alten Moby als Anführer der Nürnberger Delfingruppe entmachten. „Das wäre das Todesurteil für ihn“, sagt Tiergartendirektor Dag Encke. Auch zwischen Joker und dem elfjährigen Arni komme es immer wieder zu Rangeleien. Nun soll Joker Zuchtbulle in einem anderen Delfinarium werden; der Transfer wird laut Encke derzeit vorbereitet. Danach will man Arni in die übrige Truppe integrieren.

Behauptung: Joker und Arni würden „ohne Tageslichtdach“ gehalten. Angeblich hat eine – namentlich nicht genannte – ehemalige Tiergarten-Mitarbeiterin Fotos zur Verfügung gestellt, die belegen sollen, dass Joker und Arni „in einem dunklen Mini-Pool seit drei Jahren vor sich hinvegetieren“.
Tatsache: Laut dem Gutachten des Bundesverbraucherschutzministeriums ist nur „für ausreichendes Naturlicht“ zu sorgen. „Bei zusätzlicher künstlicher Beleuchtung ist diese einem dem natürlichen Licht entsprechenden Spektrum anzupassen.“ Von einem Tageslichtdach ist nirgends die Rede. Das Becken im Delfinarium II entspricht von der Größe her den Vorschriften.