Wieder machen zwei Delfine aus Nürnberg die Fliege

delfine_lanzaroteIm Netz schwirrte die Meldung schon am Samstag herum: Die beiden Delfine Noah und Kai aus der Lagune im Tiergarten Nürnberg sind nach Lanzarote umgezogen. Mit im Flieger: die zwei Großen Tümmler Diego und Darwin aus dem Zoo Duisburg. In ihrer neuen Heimat auf der spanischen Insel, dem Rancho Texas Park, werden sie nun alle vier in einer „Junggesellen-WG“ leben. Der Umzug erfolgte in Abstimmung mit dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP).

Die vier Delfine wurden von zwei Tierpflegern aus Nürnberg und Duisburg begleitet. Außerdem waren eine Tierärztin und drei Trainer aus Lanzarote mit an Bord der Chartermaschine. Das vertraute Pflegepersonal wird noch eine Zeitlang bei den Großen Tümmlern aus Deutschland bleiben, um ihnen die Eingewöhnung in der neuen Umgebung zu erleichtern. Der Rancho Texas Park  ist ein modernes, neu gebautes Delfinarium. Mit dieser Einrichtung pflegen die beiden deutschen Zoologischen Gärten schon jetzt Kontakt, der künftig noch vertieft werden soll. In dem Tierpark auf der beliebten Ferieninsel wird – ebenso wie in Nürnberg und Duisburg – bei der Delfinhaltung Wert auf wissenschaftliche Forschung und Information der Besucher gelegt.

Übrigens ist keiner der vier Tümmler-Junggesellen ein Wildfang, sie wurden vielmehr alle in europäischen Delfinarien geboren: Noah kam im November 1993 in Nürnberg auf die Welt, Kai im August 2010 im Delfinarium Harderwijk (Niederlande); er lebte seit Juni 2013 in Nürnberg. Diego und Darwin sind Nachzuchten des Zoos Duisburg aus dem Jahr 2011. Vor kurzem erst hat der Tiergarten Nürnberg die beiden Großen Tümmler Arnie und Naomi abgegeben, die man nun an der Algarve besuchen kann.

Auf der Internetseite Isla Sin Corrupción wurden Fotos von der Landung des Flugzeugs in San Bartolomé gezeigt, dazu war folgender Text zu lesen:

CUATRO DELFINES LLEGAN EN AVIÓN A LANZAROTE. Acaban de llegar al aeropuerto lanzaroteño de Guacimeta (San Bartolomé), en el vuelo BBD254 de un avión de carga procedente de Nuremberg (Alemania), cuatro delfines que irán destinados al parque temático del Rancho Texas (Tías). Los delfines han llegado en cajas completamente cerradas. En las fotografías que adjuntamos se observa la descarga de esos estanques especiales en los que han volado los delfines hasta nuestra isla.

Neuer Lebensabschnitt für Arnie und Naomi

arnieinportugalWahnsinn! Niemals hätte ich geglaubt, dass mein letzter Blog-Beitrag auf so großes Interesse stoßen und so gegensätzliche Meinungsäußerungen auslösen würde. Das Thema Gewalt gegen Zootiere ist schließlich – wie einer der Kommentarschreiber richtig bemerkt – nicht so ganz neu. Ich habe es trotzdem aufgegriffen, weil sich die Situation in Nordrhein-Westfalen in dieser Hinsicht anscheinend zuspitzt. Allerdings muss man auch sehen, dass es dort die größte Zoodichte innerhalb Deutschlands gibt und das Phänomen deshalb wohl stärker in den Blickpunkt rückt.

Gestern war ich zu sehr mit meiner beruflichen Hauptaufgabe beschäftigt (nämlich mit der Arbeit für die Lokalredaktion der „Nürnberger Zeitung“, für dieses Blog schreibe ich ja eher nebenbei) , als dass ich über diese wichtige Zootier-Nachricht hätte bloggen können, die den Tiergarten Nürnberg betrifft: den Umzug des 16 Jahre alten Großen Tümmlers Arnie aus der Lagune im Tiergarten nach Portugal an die Algarve. Das hole ich jetzt nach – gestern blieb mir nur Zeit für eine kurze Meldung via facebook.

Also: Im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms EEP wurde für das Delfinmännchen, das seit acht Jahren in Nürnberg lebte und ursprünglich aus dem Heidepark Soltau stammte, endlich ein neues Zuhause gefunden. Über das EEP arbeiten die wissenschaftlich geführten Delfinarien Europas zusammen. Arnie ist ein sehr starker Bulle, er ließ sich nur schwer in die Nürnberger Delfingruppe integrieren. Dort ist immer noch Moby mit seinen weit über 50 Jahren der Boss. Dem Delfin-Senior ist ein harter Konkurrent wie Arnie – der mittlerweile geschlechtsreif ist – aber nicht zuzumuten, selbst wenn Moby sonst noch fit ist und von den übrigen Großen Tümmlern in der Lagune respektiert wird. Die Zooleitung suchte deshalb seit längerem eine andere Unterbringungsmöglichkeit für Arnie – doch lange Zeit ohne Erfolg. Ist ja auch gar nicht so einfach, nachdem immer wieder Delfinarien schließen.

Nun ist es aber geschafft: Arnie gewöhnt sich (wie auf obigem Foto zu sehen) bereits in der Zoo-Wasserwelt „Zoomarine – Mundo Aquatico“ in Guia ein. Dieser Themenpark liegt nördlich von Albufeira an der Algarveküste. Arnie soll dort in eine Junggesellengruppe integriert werden. Er war übrigens nicht der einzige Delfin, der Anfang der Woche in einem Flugzeug die Reise nach Portugal antrat. Mit an Bord war das in Nürnberg geborene Delfinweibchen Naomi, das zuletzt im Delfinarium Harderwijk (Niederlande) gelebt hat. Sie wird an der Algarve – wenn alles klappt wie geplant – in einen anderen sozialen Verband eingegliedert als Arnie, nämlich in eine Zuchtgruppe.

Ich wünsche den beiden wunderbaren Tieren alles Gute in ihrer neuen Heimat! Hoffentlich kann man dort möglichst bald  Babys von Naomi bewundern!

 

In Nürnberg leben keine Delfine aus Taiji

Ich habe es befürchtet und deshalb letzte Woche keinen Blog-Beitrag über Taiji geschrieben, wo wieder das alljährliche grausame Delfin-Abschlachten stattfand. In der Online-Ausgabe der NZ wurden in Kommentaren zum dort veröffentlichen Artikel über Taji die irrwitzigsten Beziehungen zu den Delfinen im Nürnberger Tiergarten hergestellt. Das ist  eine der großen Gefahren des Internets: Jeder kann jeden Mist veröffentlichen.

Einer der Kommentatoren (@Redaktion), der nicht diesen unsäglichen Schreibern zuzuordnen ist, hat angeregt, dass Journalisten der Frage nachgehen sollten, woher die Delfine in Nürnberg stammen. Ich habe zwar immer wieder in Artikeln in der Printausgabe der NZ und auch hier im Blog geschrieben, woher die Tiergarten-Delfine kommen. Daraus müsste man eigentlich schließen können, dass der Nürnberger Tiergarten und Taiji nichts, aber auch gar nichts, miteinander zu tun haben. Es stimmt: Die schönsten der in Taiji gefangenen Tümmler werden an Delfinarien verkauft, jedoch ausschließlich in Japan, China und vereinzelt an die Türkei. In keinem einzigen europäischen Zoo, der mit Großen Tümmlern am Erhaltungszuchtprogramm EEP beteiligt ist, werden Tiere aus Taiji gekauft, und kein Zoo der Welt wird in den Zoo-Weltverband aufgenommen, wenn er ein Tier von dort halten würde.

Mir liegt die Liste aller Großen Tümmler vor, die in der Delfinlagune des Nürnberger Tiergartens leben und lebten. Für jedes einzelne Tier ist die Herkunft genau nachgewiesen (das ist auch in jedem anderen Zoo so). Die Großen Tümmler, die direkt nach der Eröffnung des alten Delfinariums im Tiergarten und in den folgenden 1970er Jahren hier gehalten wurden, waren noch Wildfänge. Das hat auch noch nie jemand abzustreiten versucht. Diese Tiere stammten aber nie aus Taji, sondern aus den Küstengewässern Floridas und kamen über andere Delfinarien (vor allem Duisburg und Nerja/Spanien) hierher. Darunter waren auch Tiere, die krank gefangen und im Dinnes Memorial Tier-Hospital (Texas) wieder aufgepäppelt worden waren. Und – ganz wichtig: Auch Moby, der Senior der Nürnberger Delfine, ein Wildfang aus Florida, der mittlerweile über 50 Jahre alt ist, lebt seit 1971 in Nürnberg und ist nach wie vor putzmunter.

Bereits in den 80er Jahren gab es Nachzuchten der ehemaligen Wildfänge (darunter Moby), die im Tiergarten geboren wurden. Einige davon starben innerhalb weniger Wochen, andere leben noch heute. Bei Anke und Nynke handelt es sich um Wildfänge aus dem Jahr 1985, die später vom Zoo Münster nach Nürnberg abgegeben wurden. Noah ist 1993 in Nürnberg als Sohn von Eva (Wildfang) und Moby (Wildfang) geboren und lebt noch hier. Naomi (geb. 1998), eine Schwester von Noah, lebt in Harderwijk. Die aus dem Heidepark Soltau stammenden und nach Nürnberg abgegebenen Delfine Sunny, Joker und Arni waren bereits Delfinariums-Geburten und leben teils hier, teils in der Meeres-Delfinlagune Harderwijk. Rocco und Kai sind beide in Harderwijk geboren.

Es gab in Nürnberg – wie in anderen Delfinarien auch – Tot- und Fehlgeburten sowie Jungtiere, die kurze Zeit nach der Geburt gestorben sind. Das passiert aber auch bei anderen Zootieren und wurde nie verheimlicht, sondern immer in der örtlichen Presse veröffentlicht. Es wäre schön, wenn die unsägliche Legendenbildung um die Delfine endlich mal abgeschlossen würde – aber ich fürchte, das werde ich nicht mehr erleben.

 

Zwei neue Delfine in Nürnberg

Im Delfinarium des Nürnberger Tiergarten schwimmen seit heute zwei neue Delfine: die beiden Bullen Rocco und Kai. Sie kamen  aus dem niederländischen Delfinarium Harderwijk an den Schmausenbuck . Es sind keine Wildfänge, sondern wurden beide in Delfinarien geboren.
Rocco wird demnächst acht Jahre alt und kam in Harderwijk zur Welt. Bereits seine Eltern wurden in Zoos geboren – in England und den USA . Kai kam im  August 2010 ebenfalls in dem holländischen Delfinarium zur Welt und ist der Sohn der Nürnberger Delfindame Nynke, die im September 2008 vom Tiergarten an Harderwijk abgegeben worden war.
Nach acht Stunden Fahrt erreichten Rocco und Kai heute in den frühen Morgenstunden ihren Bestimmungsort Nürnberg. Auf ihrer Reise wurden sie von einem Tierarzt und Tierpflegern betreut. Eine knappe Stunde nach ihrer Ankunft schwammen sie ihre ersten Runden im Becken des Delfinariums und nahmen von einem vertrauten Pfleger aus Harderwijk  schon die erste Mahlzeit an. In den nächsten Tagen werden für die Zoobesucher unterschiedlich viele Delfine in der Lagune zu sehen sein: Alle acht Becken, sowohl im Delfinarium als auch in der Lagune, werden genutzt, um die Tiere aneinander zu gewöhnen.
Mit dem gleichen Spezialtransporter, mit dem Kai und Rocco nach Nürnberg gereist waren, verließ heute früh der kräftige, 22 Jahre alte Delfin Joker den Schmausenbuck in Richtung Harderwijk. Der Austausch wurde durch das Europäische Erhaltungszuchtprogramm bestimmt. Joker ist mittlerweile in Harderwijk angekommen und schwimmt bereits in der Freianlage. Der Große Tümmler war im November 2008 aus dem Heidepark Soltau nach Nürnberg gelangt. Er soll in Harderwijk für Nachwuchs sorgen.  Schon kurz nach seiner Ankunft hat er mit großem Appetit 1,5 Kilogramm Fisch gefressen.

Ab sofort fünf Delfine in der Lagune

Auch wenn Tierschutzaktivisten wie das Wal- und Delfinschtz-Forum WDSF nach wie vor gegen die Delfinlagune im Nürnberger Tiergarten protestieren: Die vier Delfine Moby, Noah, Sunny und Jenny sind aus ihrem Winterquartier im alten Delfinarium in die Außenbecken der Lagune zurückgekehrt und schwimmen in den Wasserbecken. Die Wassertemperatur beträgt dort konstant 16 bis 17 Grad Celsius, und auch die Lufttemperaturen sind nach Ansicht der Tiergartenleitung ausreichend, um die Tiere wieder ohne Risiko in der Freiluftanlage halten zu können.

Seit gestern ist zu der Vierergruppe der Nürnberger Delfine ein fünfter Großer Tümmler dazugekommen: Das Nürnberger Delfinweibchen Anke ist aus Harderwijk in den Niederlanden zurückgekehrt. Dorthin war Anke während des Baus der Lagune ausquartiert worden. In Holland konnte sie sich schon an die Freilufthaltung gewöhnen, denn auch in Harderwijk gibt es eine Lagune für die Delfine. Anke ist vermutlich 1983 geboren, stammt aus Florida und lebte bis 1990 im Delfinarium in Münster. Von dort kam sie am 28. Dezember 1990 in den Nürnberger Tiergarten.

Anke wurde am Sonntagabend in Harderwijk in einen Spezialtransporter geladen. Während der zehnstündigen Fahrt wurde sie von der Nürnberger Zootierärztin Katrin Baumgartner und Tierpflegern begleitet. Die Veterinärin überwachte beim Transport Körpertemperatur und Atemfrequenz des Delfinweibchens und berichtete, Anke sei die ganze Zeit ruhig und entspannt geblieben.

In Nürnberg hat Anke sofort wieder Anschluss an ihre frühere Gruppe gefunden, die Kontaktaufnahme zu den einzelnen Tieren sei reibungslos über die Bühne gegangen, berichtet die Tiergartenleitung. Anke schwimmt seit heute früh wieder Seite an Seite mit Noah, Moby, Sunny und Jenny. Auch bei den Präsentationen für die Zoobesucher kann sie von Anfang an wieder mitmachen, denn Anke hat nichts aus ihrem früheren Training verlernt. Da auch die anderen vier Delfine nur dann bei diesen Vorführungen mitmachen, wenn sie Lust dazu haben, kann sich auch Anke einklinken oder ausklinken, wann sie es möchte.

Nun sind noch die zwei Delfinweibchen Nynke und Naomi aus der ursprünglichen Nürnberger Gruppe in Harderwijk. Nynke hat ein eineinhalbjähriges Baby, das sie bis zum Alter von etwa drei Jahren großziehen wird, und Naomi ist derzeit trächtig. Die beiden Delfinweibchen bleiben also vorläufig in den Niederlanden. Anke hatte im Oktober letzten Jahres ebenfalls ein Jungtier geboren, das aber nur wenige Stunden lebte; offenbar handelte es sich um eine Frühgeburt.

Delfinbabys machen wieder Schlagzeilen

Der Zoo Duisburg konnte kürzlich mit einer Weltsensation aufwarten, die in den überregionalen Medien allerdings kaum Beachtung fand: Im August und September kamen dort drei Delfinbabys zur Welt. Drei Jungtiere von drei verschiedenen Müttern innerhalb nur weniger Wochen – so etwas hat es vorher noch nie gegeben. Ich habe damals hier darüber geschrieben.
Den Kleinen geht es nach wie vor gut gut, sie wachsen in Obhut ihrer Mütter auf  und haben die kritische Phase gut überstanden. Weil sich das Immunsystem von Delfinbabys nach der Geburt erst langsam entwickelt, wurden die Tiere zunächst in Quarantäne gehalten. Inzwischen ist die Tümmlerdame Delphi mit ihrer Tochter Dörte für die Besucher des RWE-Delfinariums zu sehen. Die anderen zwei Mütter und ihre Babys sollen demnächst zusammengeführt werden und dann auch der Öffentlichkeit präsentiert werden.
Die gute Nachricht aus dem nordrhein-westfälischen Zoo machte weit weniger Schlagzeilen, als es beim Tod von Delfinen regelmäßig der Fall ist. Auch von Tierschutzaktivisten wurde sie tunlichst verschwiegen. Sonst führen diese Gruppen über jedes einzelne gestorbene Delfinbaby Buch und versuchen, mit Kampagnen Front gegen die Delfinhaltung zu machen. Gleichzeitig werfen sie den Zoos vor, den Tod von Delfinen zu verheimlichen – wie auch jetzt wieder bei dem Nürnberger Delfinweibchen Anke, das am 15. Oktober in Harderwijk eine Totgeburt hatte. Dass Nynke, ein weiteres Tümmlerweibchen aus Nürnberg, das derzeit ebenfalls in Harderwijk lebt, vor 14 Monaten dort einen gesunden Sohn zur Welt gebracht hat, der sich zum kräftigen Bullen entwickelt, haben die selbsternannten Delfinschützer dagegen nicht in die Öffentlichkeit hinausposaunt. Wollten sie es etwa auch verheimlichen?

Zurück nach Duisburg: Nachdem die Tierrechtler nun mit ihrem Argument nicht mehr punkten können, „in Gefangenschaft“ sei die Delfinzucht nicht möglich, werfen sie dem Zoo  vor, er züchte auf Teufel komm’ raus und habe die Tiere künstlich befruchtet. Bei der Duisburger Zooleitung lacht man über diese Unterstellung nur. Die Verantwortlichen haben mit Freude beobachtet, wie sich der 32 Jahre alte Delfinmann Ivo bei seinen Damen mal so richtig austoben konnte.

Wieder ein totes Delfinbaby

Kürzlich hatte der Nürnberger Tiergarten wieder einmal einen Erfolg in der Delfin-Nachzucht verbuchen können: Im holländischen Delfinarium Harderwijk, wo der fränkische Zoo einige seiner Delfine untergebracht hat, bis in Nürnberg die Delfin-Lagune fertig ist, hatte Delfinweibchen Nynke im August ein gesundes Baby zur Welt gebracht, das sie vorbildlich aufzieht. Darüber hatte ich hier auch geschrieben.

Doch nun gibt es schon wieder einen Rückschlag zu vermelden: Die Nürnberger Delfindame Naomi, ebenfalls zu Gast in Harderwijk, ist dort vor ein paar Tagen auch Mutter geworden. Doch das Kleine starb noch am Tag seiner Geburt. Naomi ist Erstgebärende und hat ihr Junges offenbar selbst angegriffen. Dieses Verhalten ist manchmal auch bei Großen Tümmlern zu beobachten, die in freier Natur zum ersten Mal ein Baby bekommen. Denn die Delfinweibchen müssen die Aufzucht ihres Nachwuchses erst von erfahrenen Müttern lernen.

Eine Erklärung, die schlüssig sein mag – doch für den Tiergarten Nürnberg ist sie nur ein schwacher Trost. Man hatte gehofft, nach mehreren Todesfällen von Delfinbabys endlich wieder stabile Erfolge bei der Nachzucht von Großen Tümmlern zu erzielen. Diese Hoffnung wurde nun erst einmal wieder zunichte genacht.

Nürnberger Delfinnachwuchs in Holland

NynkebabyKommt nun die Wende beim Delfinnachwuchs im Nürnberger Tiergarten? Nach mehreren Todesfällen bei den Delfinen in den letzten Jahren konnte der Zoo endlich mal wieder eine erfreuliche Meldung bekanntgeben: Delfinweibchen Nynke hat vor vier Wochen einen gesunden Sohn zur Welt gebracht. Allerdings nicht in Nürnberg, sondern im Delfinarium der holländischen Stadt Harderwijk.

Und so hängt das Ganze zusammen: Vor zwei Jahren hat der Nürnberger Tiergarten drei seiner Delfinweibchen nach Harderwijk geschickt: Nynke, Anke und Naomi sollten während des Baus der Lagune im Tiergarten ausgelagert werden. Gleichzeitig hoffte die Zooleitung, dass sich die Nürnberger Delfindamen in der großen Delfingruppe in Harderwijk gut einleben und sich möglichst gut mit den Männchen dort verstehen. Nynke, Anke und Naomi wurden sozusagen auf Hochzeitsreise nach Holland geschickt.
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