So wichtig ist der Welt-Tierschutztag

Am 4. Oktober ist Welt-Tierschutztag – und der soll auch in meinem Tier-Blog Beachtung finden. Tierfreunde dürften diesem Tag allerdings mit gemischten Gefühlen entgegenblicken. Denn die Schere zwischen übertriebener Tierliebe zu Haustieren wie Hund oder Katze und der Gleichgültigkeit gegenüber Nutztieren wie Schweinen oder Geflügel scheint hierzulande immer weiter auseinanderzuklaffen. Das liegt wohl auch daran, dass die meisten Menschen bei uns nie mit Schlachttieren in Berührung kommen (das dpa-Foto wurde in einer Schweinemastanlage in Thüringen aufgenommen). Viele Kinder wisen ja nicht einmal mehr, dass ein Kotelett von einem Schwein stammt oder ein Steak aus einem ganzen Rind herausgeschnitten wird.

Die meisten Deutschen sind nicht bereit, auf Flesich zu verzichten oder ihren Fleischkonsum zu reduzieren – aber sie wollen auf keinen Fall etwas mit der Schlachtung zu tun haben. Billig soll das Grillfleisch schon sein, deshalb  kauft man gern das Sonderangebot beim Discounter statt das teurere Biofleisch beim Metzger. Dass Fleisch nur billig sein kann, wenn es aus einer Massentierhaltung stammt, blenden die meisten einfach aus. Allenfalls durch TV-Dokumentationen bekommen sie eine Ahnung davon vermittelt, unter welch grausamen Bedingungenen viele Nutztiere gehalten bzw. gemästet werden. Aber da schaltet man halt schnell den Fernseher ab oder auf ein anderes Programm um, damit man die Tierquälerei nicht mit anschauen muss. Was man nicht weiß, macht einen nicht heiß. Da braucht man dann kein schlechtes Gewissen haben, wenn man im Supermarkt wieder nach abgepacktem Billigfleisch greift.

Aber ich will hier nicht nur lamentieren. Der Tierschutz spielt bei uns zum Glück eine immer wichtigere Rolle. Politiker haben eingesehen, dass sich mit Tierschutzthemen bei Wahlen gut punkten lässt. Und langsam aber sicher entsteht auch bei den Verbrauchern ein größeres Bewusstsein für eine artgerechtere Nutztierhaltung. Verbände wie der Deutsche Tierschutzbund werden allerdings auch in Zukunft weiter Aufklärung betreiben und Verbesserungen der Tierschutzbestimmungen fordern müssen, wie etwa das Verbot der Kastrierung von Ferkeln ohne Betäubung  – damit die Nutztierhaltung menschlicher wird, sozusagen.

Igel nicht gleich ins Haus holen!

igelJetzt ist sie wieder da, die Jahreszeit, in der so mancher Tierfreund meint, schwache oder vermeintlich kranke Igel ins Haus holen zu müssen, um sie noch vor dem Wintereinbruch zu retten und dann über den Winter zu bringen. Der Deutsche Tierschutzbund warnt vor Überaktionismus in Sachen Igel: Bevor man ein soloches Tier in Obhut nimmt, sollte man es genau beobachten. Meist sind die Igel nämlich in ihrer natürlichen Umgebung am besten aufgehoben. Nur wenn sie tatsächlich verletzt, krank oder stark von Parasiten befallen sind, brauchen sie die Hilfe des Menschen. Dann ist es jedoch am besten, sie Fachleuten zu überlassen.

Woran erkennt man nun, ob ein Igel Hilfe braucht? Deutlich zu sehen ist es zum Beispiel, wenn er abgemagert ist. Doch wenn man in diesen Wochen einen Igel bei sich im Garten findet, muss er deshalb noch nicht unbedingt gleich in menschliche Pflege genommen werden. Vielmehr ist es normal, dass Igel zu dieser Jahreszeit in Gärten und Parks auf Nahrungssuche sind, um sich eine ausreichende Fettschicht für den Winterschlaf anzufressen. Wenn der Garten ausreichend Rückzugsmöglichkeiten bietet, etwa in Form von Kompost- oder Blätterhaufen, kann man der Igel ruhig dort lassen und muss ihn nicht ins Haus holen.

Nur Igel, die wirklich krank, verletzt oder bei Wintereinbruch stark abgemagert sind, brauchen Hilfe von Fachleuten. Unbedingt notwendig ist das, wenn man beobachtet, dass der Igel sich apathisch verhält. Dann sollte man auf jeden Fall Rat beim Tierarzt oder beim Tierschutzverein einholen. Handelt es sich um einen jungen Igel, kann eine Zufütterung sinnvoll sein, beispielsweise mit Katzenfutter aus der Dose, das man mit Haferflocken oder Weizenkleie mischt. Wichtig ist auch, dem Tier Wasser zum Trinken anzubieten. Achtung: Keinesfalls Milch oder Essensreste geben! Damit kann man den Tieren ernsthaft schaden.

Tierheime brauchen mehr Unterstützung!

TierheimBerlinSie leisten unheimlich wertvolle Arbeit, wissen aber oft nicht, wie sie das alles bezahlen sollen und bewegen sich häufig am Rande des Existenzminimums: die Tierheime (das Foto zeigt das Katzenhaus des Tierheims Berlin). Oft können sie fehlende finanzielle Mittel nur durch Spenden ausgleichen. Trotz dieser Probleme setzen sich die Tierheime für in Not geratene Tiere ein und sorgen für eine artgerechte Pflege und Betreuung.

Deshalb fordert der Deutsche Tierschutzbund jetzt von den Kommunen eine angemessene finanzielle Unterstützung von Tierheimen. Schließlich, so heißt es zur Begründung, sei die Betreuung von herrenlosen Tieren eine Pflichtaufgabe der Städte und Gemeinden. Bisher werden den Tierheimen die hohen anfallenden Kosten nur sehr unzureichend erstattet. Der Präsident des Tierschutzbundes, Thomas Schröder, ist mit seiner Geduld am Ende und macht den Städten und Gemeinden schwere Vorwürfe: „Schuld sind die Kommunen, die sich ihrer Pflichtaufgabe nicht stellen, den karitativen Tierschutz als Ausputzer des eigenen Versagens benutzen und damit den praktischen Tierschutz in der Fläche ausbluten lassen“, schimpft er zurecht.

Ob er damit bei den Kommunen auf Gehör stößt, wage ich allerdings zu bezweifeln.

Einfach nur Wahnsinns-Wut!

Geflügelhof13 000 Tiere werden getötet – einfach mal so auf Verdacht: Legehennen, Enten, Gäse und Puten in einem Geflügelbetrieb in Roding mussten dran glauben, weil der Verdacht (!!!) bestand, dass dort die Geflügelpest ausgebrochen sein könnte. Ja, drehen wir denn jetzt komplett durch?, dachte ich, als ich am Wochenende davon gehört habe. Bloggen wollte ich aber erst, wenn mehr über die Sache bekannt wird.

Heute lese ich, dass ich mit meiner Wut zumindest nicht allein bin. Der Deutsche Tierschutzbund hat die Tötung des Geflügels jetzt auch kritisiert. Bei der Organisation spricht man von „Aktionismus“. Da kann ich nur beipflichten, denn eine Tötung sollte – wie der Tierschutzbund klarstellt – immer nur das letzte Mittel sein: dann nämlich, wenn eine Infektion mit einem gefährlichen Geflügelpest-Erreger nachgewiesen wurde. Im aktuellen Fall in der Oberpfalz ist allerdings noch gar nicht klar, ob es sich um ein für die Vögel gefährliches Influenzavirus oder um eine ungefährliche Form handelt.

„Wer so rasch Tötungen ohne klaren Befund anordnet, der handelt nach dem Prinzip: aus den Augen, aus dem Sinn“, hat der Tierschutzbund-Präsident Thomas Schröder erklärt. Mit dem Tierschutz sei ein solches Vorgehen nicht zu vereinbaren. Dem kann ich nur beipflichten. Ich finde aber auch, dass diejenigen zur Verantwortung gezogen werden müssten, die das Ganze angeordnet haben, wenn sich herausstellen sollte, dass die Massentötung dieser Tiere gar nicht nötig gewesen wäre. Allerdings vermute ich folgendes: In diesem Fall würde man es so hindrehen, dass kein richtig Verantwortlicher gefunden werden kann. Wetten, dass?
P.S.: Und jetzt auch noch diese aktutelle Meldung der Deutschen Presse-Agentur!

Nach dem Alarm auf einem Geflügelbetrieb im oberpfälzischen Roding hat das Landratsamt weitestgehend Entwarnung gegeben. Laboruntersuchungen hätten gezeigt, dass es sich bei dem festgestellten Erreger um eine niedrigpathogene – also nicht krank machende – Variante von H5N2 handele, teilte das Landratsamt am Montag mit. Weil aber auch bei dieser Variante der Vogelgrippe die Gefahr einer Weiterentwicklung zu einer für Vögel ansteckenden Krankheit bestehe, wurde die Tötung der rund 12 900 betroffenen Tiere nicht gestoppt.

Es wird immer schlimmer!

Glückliche bayerische Kühe!

Na toll: Deutsche Kühe produzieren so viel Milch wie nie zuvor, vermeldet der Deutsche Verband für Leistungs- und Qualitätsprüfungen. Zwischen Oktober 2011 und Oktober 2012 lieferte eine Kuh im Schnitt 8237 Kilogramm Milch, das sind 64 Kilo mehr als im Jahr davor und sogar 400 Kilo mehr, als  die Jahresleistung noch vor fünf Jahren betrug. Diese Leistung wird tatsächlich in Kilogramm gemessen, wobei ein Kilogramm Milch fast genau einem Liter entspricht.

Übrigens schneiden die ostdeutschen Kühe dabei besser ab als die westdeutschen. An der Spitze liegen die Kühe in Thüringen, die durchschnittlich 9180 Kilo Milch pro Jahr geben, während die bayerischen Kühe mit 7349 Kilo die schwächsten Milchlieferanten sind.

So weit die Zahlen aus Sicht des Verbandes für Leistungs- und Qualitätsprüfungen. Der führt diese Entwicklung darauf zurück, dass in Deutschland immer größere Kuhherden gehalten werden und damit eine professionellere Betreuung der Tiere möglich sei. Die landwirtschaftlichen Betriebe in Thüringen haben im Schnitt 279 Kühe im Stall stehen, während es bei den Bauern in Bayern im Schnitt nur 38 Tiere sind.

Gegen diese Sichtweise läuft – meiner Meinung nach zu Recht – der Tierschutzbund seit Jahren Sturm. Er kritisiert, dass die meisten der auf Höchstleistung gezüchteten Kühe das ganze Jahr über im Stall gahalten werden. Denn unter natürlichen Bedingungen auf der Weide können die Tiere gar nicht so viele Nährstoffe aufnehmen, wie es für solche Milchmengen nötig wäre. Außerdem bekommen die Kühe mit der größten Leistung öfter Erkrankungen am Euter und leiden häufiger unter Stoffwechselstörungen und Klauenschäden. Vom Tierschutzgedanken her am schärfsten zu verurteilen ist die Tatsache, dass Kühe, die am meisten Milch geben, am frühesten geschlachtet werden: Die Milchleistung sinkt nämlich ganz schnell mit dem Alter. So haben laut Tierschutzbund Kühe, die bis zu 50 Liter Milch am Tag liefern, nur eine Lebenserwartung von vier Jahren.

Man kann den Milchbericht also auch anders als nur auf Leistung bezogen lesen. Dann käme man zu dem Ergebnis: In Bayern leben die glücklichsten Kühe.

 

 

Makaken leiden weiter für die Hirnforschung

Schön ist es nicht, wenn man darüber berichten muss, dass Tiere leiden. Noch weniger schön ist es, wenn so etwas auch noch unter dem Deckmantel der Gesetzlichkeit geschieht. Wie an der Uni Bremen, wo im Rahmen der Hirnforschung seit 1998 Tierversuche mit Makaken durchgeführt werden, über die ich hier schon geschrieben habe. Neurobiologen wollen durch ihre Experimente mit den Affen herausfinden, wie man Menschen helfen kann, die unter Krankheiten wie Epilepsie oder Alzheimer leiden.

Seit 2008 dauert nun bereits ein Rechtsstreit darüber an, ob die Forschung auf diesem Gebiet so weitergeführt werden darf. Ursprünglich hatte die Bremer Gesundheitsbehörde das genehmigt, inzwischen ist sie aber überzeugt, dass die Makaken bei den Versuchen zu sehr leiden.

Das Oberverwaltunsgericht hat nun wieder eine Entscheidung gefällt. Demnach dürfen die Experimente mit den Makaken erst einmal weitergehen – allerdings nur vorläufig, betonen die Richter. Die Verlängerung der Erlaubnis ist auf ein weiteres Jahr befristet. Die Richter folgten in ihrer Anordnung dem Argument der Hirnforscher, dass ein Abbruch der Tierversuche den Erfolg der bisherigen Forschungsergebnisse in Frage stellen würde. Dann hätten die Tiere also auch noch umsonst gelitten. In der Angelegenheit gibt es auch noch ein Hauptsacheverfahren, bei dem es um die grundsätzliche Genehmigung von Tierversuchen geht.

Solche feinen Unterschiede dürften den Makaken, die an der Uni Bremen unter Qualen Denksportaufgaben lösen, allerdings schnurzpiepegal sein. Sie müssen sich dafür weiterhin, angeschnallt auf Stühlen, Elektroden ins Hirn jagen lassen. Zur Belohnung gibt es dann erst mal leckeren Saft – und später den Tod, denn das Gehirn muss ja auseinandergenommen werden, damit man richtig darin forschen kann. Der Bremer Tierschutzverein ist ebenso wie der Deutsche Tierschutzverein enttäuscht, dass diese Grausamkeiten jetzt wieder ein Jahr lang so weitergehen dürfen.

Süßes, oder es setzt was!

Halloween droht uns wieder. Mir persönlich geht es ziemlich auf die Nerven, wie dieses Fest auch hierzulande ausgeschlachtet wird – es hat ja nichts mit unserer Kultur zu tun. Aber heutzutage regiert schließlich die Wirtschaft die Welt, und in den Läden lässt Halloween natürlich die Kassen klingeln.

Zu allem Überfluss kommt es auch noch immer mehr in Mode, in irgendeiner Form Tiere in die Halloween-Feiern mit einzubeziehen. In den USA verpassen mittlerweile viele Tierbesitzer ihren vierbeinigen Lieblingen ein Halloween-Kostüm – egal, ob die sich darin wohlfühlen oder nicht. Am aberwitzigsten finde ich die Halloween-Hunde-Parade in Kalifornien, bei der Hunderte „beste Freunde des Menschen“ mitmachen. Auch das eine oder andere Schwein oder Katzen mischen sich darunter.

Tierschützer sehen das mehr als kritisch. Denn Kostüme schränken zum Beispiel die Bewegungsfreiheit der Tiere ein. Und vor allem laute Musik und der sonstige Krach bei den Umzügen stressen die Viecher furchtbar. Deswegen lehnt auch der Deutsche Tierschutzbund die Modeerscheinung ab, nicht nur sich selbst, sondern auch ihre Tiere zu verkleiden.

Sogar manche Zoos machen bei dem Irrsinn schon mit, leider auch in Deutschland. So der Zoo in Hannover, der ja zu den geschäftstüchtigsten hierzulande gehört. Dort liegen beispielsweise ausgehöhlte Kürbisse in den Gehegen, und die Zootiere können schauen, was sie damit anstellen. Die Erdmännchen klettern, vorwitzig wie sie nun mal sind, durch die orangefarbenen geschnitzten Fratzen hindurch. Löwen würden Kürbisse normalerweise wohl eher ignorieren. Aber damit es aussieht, als hätten sie daran Interesse, verstecken Pfleger Fleischstücke darin – und schon schnüffeln die Raubkatzen brav daran.

Ich warte schon darauf, dass die Nachbarskatze am Montagabend bei mir an der Tür klingelt und „Süßes, oder es setzt was“ maunzt. Für alle Fälle besorge ich mir schon mal ein bisschen Trockenfutter, denn sie hat ganz schön scharfe Krallen.

Lasst die Finger von Exoten!

So, ich glaube, für den Moment haben die meisten erst einmal genug von allem, was mit dem Bereich Delfine/Lagune zu tun hat. Zumindest mir geht es so. Deshalb: Neue Woche, neues Thema.

Da hat heute der Deutsche Tierschutzbund einen weiteren Anlauf genommen, um das von ihm geforderte Verbot der Haltung von exotischen Tieren in Privathaushalten wieder ins Gespräch zu bringen. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur dapd sagte die Referentin für Heimtiere und Artenschutz beim Tierschutzbund, Sandra Giltner: „Wer keinen wissenschaftlichen Grund dafür hat, sollte keine Exoten halten dürfen.“ Anlass für das Gespräch mit dapd war, dass gerade jetzt in der sommerlichen Reisezeit viele Touristen tierische Souvenirs aus dem Urlaub mit nach Hause bringen. Der Zoll beschlagnahmt jedes Jahr Hunderte solcher Mitbringsel.

Nach Ansicht des Deutschen Tierschutzbundes können Privatleute die meisten exotischen Tiere einfach nicht artgerecht  halten. Viele Besitzer wissen nicht einmal, was ihre Schützlinge brauchen, damit zumindest deren Grundbedürfnisse erfüllt werden. So artet die Exotenhaltung bei Privatpersonen häufig in Tierquälerei aus und führt immer wieder sogar zum Tod der armen Viecher; deshalb will der Deutsche Tierschutzbund ein Verbot erreichen – wenn  nicht das der Haltung von Exoten, dann zumindest ein Verbot der Reptilienbörsen, auf denen bei uns diese Tiere ganz legal ver- und gekauft werden dürfen.

Es kann eine Menge passieren, wenn ahnungslose Menschen solche Lebewesen bei sich zu Hause unterbringen. Die Folgen sind oft skurril – Geschichten darüber kann man regelmäßig in der Zeitung lesen oder auch in diesem Blog, zum Beispiel hier (unter dem Stichwort „Teuer“). Manchmal wird es aber richtig lebensgefährlich, etwa wenn Giftschlangen ihre Besitzer beißen. Oder wenn die Tiere ausbüxen bzw. von ihren überforderten Haltern ausgesetzt werden. Da kann es dann vorkommen, dass ahnungslose Spaziergänger giftigen Reptilien wie Schnappschildkröten in einem Teich begegnen. Das endet dann höchstwahrscheinlich böse, denn Schnappschildkröten beißen äußerst kräftig zu: einen Besenstiel  knacken sie beispielsweise mühelos.

 

Wenn Hund und Katz verreisen

Tierbesitzer, die demnächst in den Urlaub fahren und ihren Hund oder ihre Katze mitnehmen möchten, müssen eine neue Regelung beachten: Ab dem 3. Juli müssen Katzen und Hunde bei Reisen in EU-Länder gechippt sein. Dann endet auch die Übergangsregelung, nach der eine Tätowierung als Kennzeichnung für die Tiere ausreichte.

Innerhalb der EU – mit Ausnahme von Großbritannien, Irland, Schweden und Malta – gelten seit 2004 einheitliche Vorschriften für das Mitnehmen von Haustieren auf Reisen. Reist man von Deutschland in ein anderes EU-Land, braucht man für Katze und Hund eine gültige Tollwut-Impfung, die Identifizierung mit einem Mikrochip und einen Heimtierausweis, in dem vom Tierarzt Impfung und Kennzeichnung des Tieres bestätigt sein müssen. Statt des Chips war übergangsweise auch eine Tätowierung zulässig; diese Frist läuft nun aus.

Der Deutsche Tierschutzbund rät Tierhaltern außerdem, ihre Hunde und Katzen vor der Reise zusätzlich beim Deutschen Haustierregister registrieren zu lassen, um das Tier wiederfinden zu können, wenn es verloren geht; die Registrierung ist kostenlos. Das Deutsche Haustierregister gibt Meldungen über vermisste oder gefundene Tiere an 700 angeschlossene Tierschutzvereine und über 500 Tierheime weiter, außerdem auch an andere deutsche und europäische Tierregister. Durch diese Vernetzung erhöhen sich die Chancen, ein vermisstes Tier wiederzubekommen.

Der Deutsche Tierschutzbund hat hier Tipps zum Reisen mit Haustieren zusammengestellt.

 

 

 

Soll man Tierbörsen verbieten?

An diesem Wochenende findet wieder die weltweit größte Reptilienmesse statt: die Terraristika im nordrheinwestfälischen Hamm. Im Vorfeld ist erneut ein Streit darüber entbrannt, ob man Tierbörsen nicht lieber verbieten sollte. Das fordern jedenfalls Tierschützer wie der Deutsche Tierschutzbund und Pro Wildlife.

Die Tierschützer kritisieren, dass bisher geltende Verordnungen für solche Tiermärkte nicht streng genug seien. Weil es fast nur Soll-Bestimmungen gebe, hätten die Veterinärbehörden im Ernstfall kaum eine Handhabe einzugreifen. Auf derartigen Börsen werden oft Tiere wie beispielsweise Giftschlangen angeboten. Die Tierschützer verlangen, dass zumindest das verboten werden sollte. Denn die Käufer könnten oft nicht richtig mit solchen Tieren umgehen. Im vergangenen Jahr ist zum Beispiel eine giftige Monokelkobra einem jungen Mann ausgebüxt, der das Tier auf der Terraristika gekauft hatte. Eine aufwändige Suchaktion musste deshalb eingeleitet werden.

Außerdem monieren die Tierschützer, dass auf Tierbörsen immer wieder Wildfänge zum Verkauf angeboten werden, ebenso wie Tiere, die unter Artenschutz stehen. Auch den Vorwurf der Tierquälerei erheben sie: Die Tiere würden meist in viel zu kleinen Boxen aufbewahrt und oft auch nicht artgerecht versorgt – und das nicht selten über Wochen hinweg, weil die Tierhändler von einem Tiermarkt zum nächsten reisen. Der Deutsche Tierschutzbund hat seit langem solche Veranstaltungen im Blick und stellt dabei immer wieder fest, dass der Tierschutz nicht eingehalten wird. Solange es kein Verbot von Tierbörsen gibt, raten die Tierschützer von deren Besuch ab, um diese Form des Tierhandels nicht zu unterstützen.