Der Wolf kommt bald nach Nürnberg

Auch in Nürnberg werden bald Wölfe erwartet. Foto: dpa

Die einen sind hocherfreut, die anderen zücken schon das Gewehr. Dass der Wolf in Deutschland wieder heimisch geworden ist, spaltet die Menschen in zwei Lager. Nun rücken diese wunderbaren Tiere auch in Bayern immer näher heran. Von Grafenwöhr und vom Veldensteiner Forst aus, wo nachweislich junge Wölfe leben, ist es für sie nicht mehr weit bis zum Reichswald. Und so gibt es in dessen nördlichem Teil, im Bereich Erlangen-Höchstadt, ebenso schon Wolfssichtungen wie im Hersbrucker Land. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis die Tiere vor den Toren Nürnbergs ankommen.

Vielleicht schon heuer, spätestens aber im nächsten Jahr, werden junge Wölfe auf der Suche nach neuen Quartieren hier unterwegs sein, erwartet man beim Bund Naturschutz, Kreisgruppe Nürnberg. Dass sich die scheuen Tiere dauerhaft in Stadtnähe ansiedeln, hält man beim BN eher für unwahrscheinlich. Aber zumindest auf der Durchreise werden sie mit hoher Wahrscheinlichkeit den Nürnberger Reichswald passieren. (Das wäre dann womöglich ganz in der Nähe des Tiergartens Nürnberg, in dem es ja leider keine Wölfe mehr gibt; in ihrem großen Gehege leben jetzt Luchse.) Der BN warnt vor Panikmache, fordert aber rechtzeitige Vorbereitungen.

weiter lesen

Und noch ein Zaun – diesmal gegen Wildschweine

Man könnte selbst verrückt werden angesichts von immer neuen verrückten politischen Entscheidungen, die unsere Welt jeden Tag ein bisschen schlechter machen. Auf den einen Größenwahnsinnigen in den USA will ich hier gar nicht weiter eingehen, das besorgt schließlich mein Blogger-Kollege Arndt Peltner regelmäßig in seinem Blog. Doch der Wahnsinn scheint immer näher zu rücken. Jetzt hat er die dänisch-schleswig-holsteinische Grenze erreicht, wo ein Zaum gegen deutsche Wildschweine errichtet wird. Meine Leser haben wahrscheinlich davon gehört oder gelesen. Dieses denkwürdige Bauwerk – 70 Kilometer lang und ungefähr 1,50 Meter hoch – soll die Afrikanische Schweinepest von unserem nördlichen Nachbarland fernhalten. Es ist unglaublich!

Wie naiv müssen Politiker eigentlich sein, die solch einen Schwachsinn veranlassen? Nicht nur, dass es hierzulande bisher keine Fälle dieser Tierseuche gibt. (Vorläufig ist sie noch nicht über Osteuropa hinausgekommen.) Aber anzunehmen, ein Zaun könnte die Erreger abhalten, das ist in meinen Augen der pure Irrsinn. Auch wenn es sich um einen Stahlzaun handelt, der einen halben Meter weit in den Boden hineinreicht, damit es die Wildschweine nicht schaffen, sich darunter durchzuwühlen. Selbst das halte ich für zweifelhaft. So schlau, wie die Schwarzkittel (Foto: dpa) sind, gilt für sie sicher der Grundsatz: Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg.

weiter lesen

Waschbären und Muntjaks dürfen in Zoos bleiben

Auf der Grünen Woche in Berlin gab es ein Treffen von Vertretern des Verbandes der Zoologischen Gärten (VdZ) sowie des Landeszooverbandes Mecklenburg-Vorpommern mit dem Minister für Landwirtschaft und Umwelt von Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus. Dabei ging es auch um den Umgang mit den invasiven Tierarten in Zoos. Eine EU-Verordnung regelt ja bekanntlich, dass einige gebietsfremde Tierarten nicht mehr gehalten und gezüchtet werden dürfen, zum Beispiel Waschbären (Foto: dpa) und Chinesische Muntjaks. Ich habe das Thema in diesem Blog ja auch schon behandelt, etwa hier oder hier. Minister Backhaus teilt die Auffassung, dass Zoologische Gärten auch diese invasiven Arten weiterhin halten können. Er versprach den Tierparks und Zoos in Mecklenburg-Vorpommern, entsprechende Ausnahmegenehmigungen zu erteilen, wenn die Zoos alle notwendigen Voraussetzungen für die Haltung solcher Tiere erfüllen. Die Zoos müssen also die Haltung der betroffenen Arten nicht auslaufen lassen.

Tierversuche: Wann hört das endlich auf?

Das muss einfach jeden Tierfreund auf die sprichwörtliche Palme bringen: die Zahl der Tierversuche, die immer zum Jahresende für das Vorjahr erhoben wird. Demnach wurden 2017 rund 2,8 Millionen Tiere zu diesem Zweck umgebracht respektive „verwendet“, wie es im Behördendeutsch so schön heißt. Am schlimmsten bei dieser grausamen Statistik finde ich die Zahl der für Tierversuche herangezogenen Affen: Waren es im Jahr 2016 mit 2462 auch viel zu viele, so ist diese Zahl 2017 sogar noch weiter angestiegen: auf 3472, also über 1000 mehr! Da kann es einem als Tierfreund schon die Sprache verschlagen. Diese Entwicklung widerspricht auch den Absichtserklärungen von zuständigen Politikern, die immer wieder versprechen, gerade bei den Affen die Zahl der Tierversuche auf ein Minimum zu reduzieren.

Im einzelnen sieht es so aus: Zirka 740.000 Tiere sind in Deutschland im vergangenen Jahr für wissenschaftliche Zwecke getötet worden; über zwei Millionen Tiere wurden darüber hinaus für Tierversuche eingesetzt. Die Hälfte der Tierversuche erfolgte im Bereich der Grundlagenforschung, ein gutes Viertel im Bereich der Medikamentenherstellung oder -überprüfung, 15 Prozent zur unmittelbaren Erforschung von Krankheiten bei Menschen und Tieren. Mit 1,37 Millionen sind Mäuse die am häufigsten von Wissenschaftlern herangezogenen Tiere (Foto: dpa),  es folgen 255.000 Ratten, 240.000 Fische, 3300 Hunde und 718 Katzen. Das geht aus den Zahlen hervor, die die Bundesregierung an die EU-Kommission geschickt hat.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat sich dafür ausgesprochen, die Zahl der Tierversuche kontinuierlich zu senken und auf die Fälle zu beschränken, in denen Experimente an Tieren „unerlässlich“ seien. Ihr Ministerium unterstützt immerhin die Forschung an Alternativen zu Tierversuchen finanziell. Den Grünen ist das längst nicht genug: Sie fordern, eine Strategie zu entwickeln, mit der Tierversuche abgeschafft werden können. – Dem kann ich mich nur anschließen. Es gibt Alternativen – man muss sie aber auch wollen.

Warum die Jagd auf Wölfe gar nicht geht

Nicht nur, weil ich Wolf heiße, ist mir die Rückkehr der Wölfe nach Deutschland ein wichtiges Anliegen, wie ich schon einige Male in meinem Blog deutlich gemacht habe. Umso weniger kann ich nachvollziehen, wie sich mehrere deutsche Bundesländer gegen die Wiederansiedlung dieser wunderbaren Tiere stemmen (Foto: dpa). In Bayern reagieren zum Beispiel einige Weideviehhalter, die ihre Tiere im Sommer auf die Alm lassen, regelrecht panisch aus Angst, Kühe oder Kälber könnten vom bösen Wolf gerissen werden. Und erst vor ein paar Tagen haben Sachsen, Niedersachsen und Brandenburg einen Antrag im Bundesrat eingereicht, mit dem Ziel, Wolfsabschüsse künftig zu erleichtern. Dazu müsste sogar das Bundesnaturschutzgesetz geändert werden.

Und selbst das wäre nicht genug, denn die Dezimierung von Wölfen in Deutschland, die von der Großen Koalition in Berlin beabsichtigt wird, verstößt gegen EU-Recht. Laut für die ganze EU geltenden Verträgen soll der Wolf wieder in seine angestammte Heimat zuückkehren und wurde deshalb EU-weit unter den höchsten Schutzstatus gestellt. Bei Verstößen gegen dieses Recht riskiert Deutschland ein Strafverfahren. Und wer bezahlt am Ende die Zeche? Ganz klar: die deutschen Steuerzahler – also wir alle.

Schweden beispielsweise hat schon Verfahren am Hals, weil dort trotz Verbot Wölfe gejagt wurden und werden. In Schweden gibt es  bekanntlich eine starke Lobby von Jägern, Viehzüchtern und Bauern, die auf Wölfe Jagd machen (wollen). Überhaupt sind die Schweden mit dem Abschuss von Wildtieren schnell bei der Hand. Dabei haben – mal abgesehen von der EU – verschiedene schwedische Verwaltungsgerichte in mehreren Regionen des Landes schon vor ein paar Jahren ein Wolfsjagd-Verbot verhängt.

Wölfe abzuschießen, verbietet sich in Europa auch deshalb, weil sich laut Bundesministerium für Naturschutz noch längst nicht genügend Tiere wieder hier angesiedelt haben, um ihren Bestand für die Zukunft zu sichern. Sollen Wölfe etwa ein zweites Mal ausgerottet werden und dann womöglich endgültig aussterben?

Schäfer-Idylle mitten in der Hauptstadt

Ländliche Idylle auf den Grasflächen des einstigen Flughafengeländes Berlin-Tempehof: Dort weiden in dieser Woche 100 Schafe (Foto: epd) und kümmern sich um die Landschaftspflege. Schäfer Knut Kucznik hütet die Tiere zusammen mit drei Hirtenhunden. Ich finde, das ist eine originelle Idee, die beweist, wie Naturschutz mitten in der Großstadt funktionieren kann und dass er notwendig ist. Schäfer Knut Kucznik will mit dieser Aktion aber auch die Öffentlichkeit über das Schäferwesen informieren und veranstaltet zu diesem Zweck am 21. Oktober ein großes Schäferfest auf dem Tempelhofer Feld, zu dem mehrere Dutzend Schäfer aus dem gesamten Bundesgebiet anreisen.

Sie wollen damit auf ihre schlechte wirtschaftliche Situation aufmerksam machen: Ihr Einkommen liegt mit durchschnittlich rund 26.000 Euro im Jahr unter dem Mindestlohnniveau. Auch deshalb ist die Zahl der Schäfereien ist in Deutschland rückläufig; ihre Zahl ist jetzt zum ersten Mal unter 1000 gesunken. Die Schäfer fordern deshalb von der Bundesregierung eine Weidetierprämie – im Gegensatz zu Deutschland gibt es die in 22 anderen europäischen Ländern bereits. Meiner Meinung nach eine berechtigte Forderung, denn Schäfer tragen mit ihren Herden zum Natur- und Artenschutz wie auch zur Vernetzung von Biotopen bei. In Zeiten des großen Insektensterbens ist dieser Beitrag gar nicht hoch genug einzuschätzen.

Breuninger bald pelzfrei – na also, es geht doch!

In meinem Blog habe ich schon öfter den – gelinde gesagt – eigenartigen Umgang vieler Chinesen mit Tieren geschrieben, zum Beispiel hier. Nun gibt es zu diesem Thema Neuigkeiten. Der Verein „Deutsches Tierschutzbüro“ hatte die Warenhauskette Breuninger angeprangert, weil sie Kleidungsstücke aus echtem Pelz führt – unter anderem aus Pelz von Marderhunden aus China (Foto: dpa). Diese Tiere werden in China unter grausamen Bedingungen gehalten, gequält und für Pelzkleidung getötet. Nachdem das „Deutsche Tierschutzbüro“ bereits im vergangenen Winter Protestaktionen gegen Breuninger veranstaltet hatte, rief der Verein vor kurzem zum bundesweiten Boykott gegen das Warenhaus auf, solange Profit auf Kosten von Tieren gemacht werde. Ende 2017 hatten die Tierrechtler Breuninger außerdem mit dem „Preis der Herzlosigkeit“ als tierquälerischstes Unternehmen des Jahres ausgezeichnet und eine Petition gegen Pelz bei Breuninger gestartet, die fast 70.000 Menschen unterzeichneten.

Nachdem das Unternehmen lange nicht bereit war, mit den Tierrechtlern ins Gespräch zu kommen, hat Breuninger jetzt doch auf die Aktionen des Deutschen Tierschutzbüros reagiert: Künftig wolle man Kleidungsstücke aus echtem Pelz nicht mehr anbieten. Das Sortiment soll bis spätestens Sommer 2020 umgstellt sein. Die Ausdauer der Tierschutzaktivisten hat sich also endlich ausgezahlt. Ein toller Erfolg!

Bekleidung aus echtem Pelz ist heutzutage absolut indiskutabel. Inzwischen dürfte sich herumgesprochen haben, dass die Gewinnung von Pelz zu den schlimmsten Qualen für die betroffenen Tiere zählt. Sie werden in geringem Alter brutal getötet, bevor ihnen das Fell abgezogen wird. Es gibt außerdem längst Kleidung aus Kunstpelz für alle, die unbedingt meinen, so etwas tragen zu müssen. Allerdings ist der manchmal teurer als echter Pelz – was ja wiederum auch absurd ist. Man kann die Schuld in dieser Sache auch nicht nur den Kunden zuschieben, denn wegen der häufig falschen Kennzeichnung durch die Hersteller wissen sie manchmal gar nicht, dass sie Pelz kaufen.

Nun gibt es allerdings immer noch eine Reihe von Marken, die nicht auf Produkte aus echtem Pelz verzichten: unter anderem Louis Vuitton, Astrid Anderson, Fendi und Escada. Andere – zum Beispiel Armani, Charles Vögele, Esprit, Gerry Weber und Marc O´Polo – verwenden schon seit einigen Jahren keinen echten Pelz mehr für ihre Kleidung. Als Tierfreund sollte man sich also genau überlegen, welche Marken man kauft oder nicht.

So wichtig ist der Welt-Tierschutztag

Am 4. Oktober ist Welt-Tierschutztag – und der soll auch in meinem Tier-Blog Beachtung finden. Tierfreunde dürften diesem Tag allerdings mit gemischten Gefühlen entgegenblicken. Denn die Schere zwischen übertriebener Tierliebe zu Haustieren wie Hund oder Katze und der Gleichgültigkeit gegenüber Nutztieren wie Schweinen oder Geflügel scheint hierzulande immer weiter auseinanderzuklaffen. Das liegt wohl auch daran, dass die meisten Menschen bei uns nie mit Schlachttieren in Berührung kommen (das dpa-Foto wurde in einer Schweinemastanlage in Thüringen aufgenommen). Viele Kinder wisen ja nicht einmal mehr, dass ein Kotelett von einem Schwein stammt oder ein Steak aus einem ganzen Rind herausgeschnitten wird.

Die meisten Deutschen sind nicht bereit, auf Flesich zu verzichten oder ihren Fleischkonsum zu reduzieren – aber sie wollen auf keinen Fall etwas mit der Schlachtung zu tun haben. Billig soll das Grillfleisch schon sein, deshalb  kauft man gern das Sonderangebot beim Discounter statt das teurere Biofleisch beim Metzger. Dass Fleisch nur billig sein kann, wenn es aus einer Massentierhaltung stammt, blenden die meisten einfach aus. Allenfalls durch TV-Dokumentationen bekommen sie eine Ahnung davon vermittelt, unter welch grausamen Bedingungenen viele Nutztiere gehalten bzw. gemästet werden. Aber da schaltet man halt schnell den Fernseher ab oder auf ein anderes Programm um, damit man die Tierquälerei nicht mit anschauen muss. Was man nicht weiß, macht einen nicht heiß. Da braucht man dann kein schlechtes Gewissen haben, wenn man im Supermarkt wieder nach abgepacktem Billigfleisch greift.

Aber ich will hier nicht nur lamentieren. Der Tierschutz spielt bei uns zum Glück eine immer wichtigere Rolle. Politiker haben eingesehen, dass sich mit Tierschutzthemen bei Wahlen gut punkten lässt. Und langsam aber sicher entsteht auch bei den Verbrauchern ein größeres Bewusstsein für eine artgerechtere Nutztierhaltung. Verbände wie der Deutsche Tierschutzbund werden allerdings auch in Zukunft weiter Aufklärung betreiben und Verbesserungen der Tierschutzbestimmungen fordern müssen, wie etwa das Verbot der Kastrierung von Ferkeln ohne Betäubung  – damit die Nutztierhaltung menschlicher wird, sozusagen.

Kuh „Madel“ und ihr Star-Auftritt

Heute mal wieder – nach den letzten beiden Schreckensmeldungen hier im Blog – etwas zum Schmunzeln: Eine Geschichte, die ich beim Stöbern in Agenturmeldungen gefunden habe. Dass Kühe von Hindus als heilig Tiere verehrt werden, dürfte bekannt sein. Das kann unter bestimmten Umständen zu recht absurden Situationen führen. So ließ jetzt in Bremen eine hinduistische Gemeinde eine Baustelle, die für einen neuen Tempel in Frage kommt, erst einmal von einer Kuh begehen: Großer Bahnhof für Milchkuh „Madel“ vor Fernsehkameras und Medienauftrieb (Foto: dpa).

Für Madels Besitzer war es auch ein ungewohnter Auftritt. Sein Schützling hatte eine Blumengirlande um den Hals, und auf Madels Rücken lagen ein Tuch, Blüten und buntes Pulver. Dazu der Duft von Räucherstäbchen, der über die matschige Wiese zog. Der Hindu-Priester aus Indien betete und sang mit nacktem Oberkörper. Als „Madel“ auf die Wiese pinkelte, freute sich der Gemeindesprecher: Das gilt nämlich als gutes Zeichen. Schlecht wäre es der Tradition zufolge gewesen, wenn die Kuh weggelaufen wäre: Dann wäre der Ort als Bausplatz nicht geeignet. Der neue Tempel soll auf einem Grundstück der Bremer Heimstiftung gebaut werden und einen zwölf Meter hohen Turm bekommen. Wenn der Bau fertig ist, wird Madel höchstwahrscheinlich wieder ihren großen Auftritt haben. Denn auch bei der Einweihung eines Tempels muss eine Kuh dabei sein.

Eisbären-Pech für den Berliner Tierpark

So hat sich Eisbär Wolodja im Berliner Tierpark Friedrichsfelde (Foto: dpa) das wohl kaum gewünscht: Fast elf Monate nach dem frühen Tod seines Söhnchens Fritz ist im Tierpark wieder ein Jungtier von ihm gestorben – knapp einen Monat nach der Geburt. Es hat zu wenig bei seiner Mutter Tonja getrunken. Tierpark-Direktor Andreas Knieriem – gerade noch zum „Berliner des Jahres 2017“ gekürt – hat das Eisbärenbaby, ein Weibchen, mit obduziert. Die Kleine ist an Dehydrierung gestorben. Ein Fehler der achtjährigen Eisbärenmutter ist bisher nicht erkennbar. Über die Überwachungskameras konnte man nicht erkennen, dass das Junge zu wenig trank. Der Tierpark Berlin hatte die Geburt des Eisbärenbabys am 7. Dezember 2017 bekannt gegeben. Die Begeisterung nach der Geburt war riesig, fast zehn Jahre nach dem Hype um Eisbär Knut und der Hysterie nach seinem Tod im Berliner Zoo im Westen der Stadt Berlin. Dort lebt er immerhin als Bronze-Plastik weiter.

Und schon kommt wieder die übliche Kritik an der Eisbärenhaltung in Zoos, diesmal vom Berliner Tierschutzverein. Dass mehr als 60 Prozent der Eisbärenbabys in deutschen Zoos in den vergangenen Jahren nur wenige Wochen alt geworden seien, spreche nicht für eine artgerechte Haltung. Diese Meinung halte ich für falsch, wie hier schon mal ausführlich dargelegt. Ich bin schon gespannt, wann Peta auf den Zug aufspringen wird – die brauchen halt immer ein wenig länger. Tierpark-Direktor Knieriem jedenfalls sieht weder Fehler bei der Haltung noch Anzeichen dafür, dass Tonja und ihr Partner Wolodja – mit acht und sechs Jahren beide im besten Alter – genetisch nicht miteinander harmonieren könnten. Deshalb sollen sie sich auch wieder paaren dürfen.