Macht Manati-Mann Mandillo Mara zur Mutter?

Er hört auf den klangvollen Namen „Mandillo“ und macht das Trio mit seinen Artgenossen Mara und Zorro wieder perfekt: der neue Manati-Mann, der am vergangenen Freitag im Nürnberger Tiergarten ankam. Gut 14 Stunden hat der Transport des Seekuh-Bullen nach Nürnberg gedauert. Startpunkt war der französische Zoo Beauval, St. Aignan. Gemanagt wurde das Unternehmen Mandillo von einer auf Tiertransfers spezialisierten Firma aus den Niederlanden. Tiergarten-Veterinärin Katrin Baumgartner und Tierpfleger Armin Fritz begleiteten die Reise und betreuten Mandillo auf seiner großen Fahrt sowohl medizinisch als auch pflegerisch.

Kurz nach Ankunft am Schmausenbuck platzierten Zoomitarbeiter die Transportkiste mit dem künftigen Bewohner des Manatihauses am Rand des Seekuhbeckens. Mandillo flutschte geradezu von seiner Isoliermatte herunter. Um jede Verletzungsgefahr auszuschließen, musste das Tempo sogar ein wenig gedrosselt werden. Ob es am Wasser lag, das die Matte glitschig machte, oder an Mandillos überschäumendem Temperament ;-), das ihn möglichst schnell zu einer „Herde“ trieb, ist nicht offiziell verbrieft. Der Bulle brauchte nur ganz wenig Zeit, um sich in seinem neuen Zuhause zu orientieren. Deshalb wurden auch die Absperrschieber zu seinen beiden Artgenossen schnell geöffnet. Sofort begann Mandillo das gesamte Becken zu erkunden und – besonders wichtig! – mit den beiden anderen Seekühen Kontakt aufzunehmen. weiter lesen

„Gentleman“ Ropen ist tot

Er galt in der Damenwelt als „Gentleman“. Mit seinen Partnerinnen ging er nämlich äußerst zuvorkommend um: der mächtige Rhinozerusbulle Ropen, der seit elf Jahren im Tiergarten Nürnberg lebte. Am vergangenen Sonntag starb er. Die Tierärzte des Zoos am Schmausenbuck hatten sich schweren Herzens entschlossen, das 29 Jahre alte und rund zweieinhalb Tonnen wiegende Tier einzuschläfern.

Seit vielen Jahren, schon als Jungbulle, hatte Ropen unter Problemen mit seinen Füßen gelitten, die ihm immer wieder große Schmerzen bereiteten. Er war bereits mit dieser gesundheitlichen Einschränkung nach Nürnberg gekommen. Am 8. Mai 1988 im britischen Zoo Whipsnade geboren, zog er – koordiniert über das Europäische Erhaltungszuchtprogramm EEP – im November 1990 nach Aussig an der Elbe (Tschechien) um, und zwar in den Zoo Dvur Kralove. Im November 2006 traf er am Schmausenbuck ein. Hier versuchte man von Anfang an, Ropens Fußproblemen durch eine Umgestaltung der Böden in den Dickhäuter-Anlagen beizukommen. Das gelang zumindest teilweise: Gerade in jüngster Vergangenheit stellten Tierärzte und -pfleger trotz des hohen Alters von Ropen eine Besserung am Zustand seiner Füße fest.

Letzte Woche begannen die Schwierigkeiten aber erneut. Ropen konnte nicht mehr richtig stabil auf den Hinterbeinen stehen. Am 1. Oktober, gegen Mittag, fiel Ropen auf einmal um. Er versuchte zunächst, sich wieder aufzurappeln, kam jedoch einfach nicht mehr auf die Beine. Wäre dem Schwergewicht das nicht in einem Zoo, sondern in freier Wildbahn passiert, hätte es einen grausamen Tod zur Folge gehabt: Es wäre zum „Festliegen“ gekommen. Um ihm dieses qualvolle Sterben zu ersparen, entschieden sich die Tiergarten-Verantwortlichen, dem Nashorn ein Beruhigungsmittel zu verabreichen und es schließlich durch einen Schuss zu töten. Mit seinen 29 Jahren hat Ropen ein für männliche Panzernashörner hohes Alter erreicht. Sein Kadaver wird nun pathologisch untersucht; das Ergebnis dürfte allerdings einige Wochen auf sich warten lassen. weiter lesen

Der Triumphzug des Esels

Eigentlich wollte ich zu Weihnachten schon über ihn schreiben, doch irgendwie habe ich es dann doch versäumt. Jetzt gibt es aber wieder einen Anlass, nämlich den Palmsonntag am kommenden Wochenende. Die bibelfesten unter meinen Lesern werden schon wissen, wen ich meine: den Esel. Das Grautier gilt ja gemeinhin als störrisch – eine Eigenschaft, die ich sehr schätze. Denn lieber den eigenen Willen durchsetzen als immer nur das abnicken, was von oben kommt. Es muss ja auch einen Grund geben, warum ausgerechnet der Esel eine so wichtige Rolle in der christlichen Überlieferung spielt: der Esel neben dem Ochsen im Stall von Bethlehem, der Esel als Transportmittel für Maria, Josef und das Jesuskind auf der Flucht nach Ägypten, der Esel, auf dem Jesus in Jerusalem einzieht. Warum ist er auf einem Esel geritten statt auf einem edlen Pferd? Für mich hatte der Mann Geschmack. Er gab nichts auf das Gerede von Menschen, die dem Esel außer Eigensinn auch noch Dummheit unterstellen.

Das mit der Dummheit lässt sich für mich gar nicht nachvollziehen, für das störrische Wesen kann man biologische Gründe finden. Der ursprüngliche Lebensraum von Eseln sind schließlich trockene, wüstenähnliche oder bergige Gebiete. Da ist es durchaus klug, nicht gleich loszurennen, sondern erst mal Vorsicht walten zu lassen und stehen zu bleiben, um die Lage zu orten. Der Afrikanische Esel (der auch als Echter Esel bezeichnet wird) ist mittlerweile in freier Wildbahn stark gefährdet: Er kommt nur noch in wenigen Gebieten im nordöstlichen Afrika vor. Um die Art zu schützen, wurden mehrere Nationalparks ausgewiesen, besonders in Äthiopien. Auch in Israel gibt es ein Wildreservat. Der Syrische Halbesel ist sogar schon ganz ausgestorben.

In Somalia wurde der Wildesel fast ausgerottet. 1970 kaufte der Direktor des Basler Zoos einem Tierhändler in Kenia fünf Afrikanische Esel für seinen Tierpark ab – zum Großteil sogar aus eigener Tasche. In dem Schweizer Zoo wurde im Jahr 1972 das erste Jungtier geboren. Von dieser Gruppe stammen alle Somalischen Wildesel in Zoologischen Gärten ab, inzwischen sind es über 200 Tiere. Wieder einmal sieht man – auch wenn mancher es nicht gern hören mag -, wie wichtig die Rolle von Zoos bei der Erhaltung bedrohter Arten ist.

Nashörner ohne Horn – ist das die Zukunft?

So weit ist es jetzt schon gekommen: Nach dem grauenhaften Anschlag auf ein Nashorn im Zoo von Thoiry bei Paris reagiert nun der tschechische Zoo Dvur Kralove  und schneidet aus Angst vor Wilderern seinen Nashörnern die Hörner zurück. Der Zoo hält insgesamt 21 Nashörner. Bei Paris hatten Unbekannte – für mich sind es Wahnsinnige! – vor einer Woche ein seltenes Breitmaulnashorn in seinem Gehege erschossen, um an sein Horn heranzukommen, es abzusägen und zu stehlen. Damit hofften sie, auf dem asiatischen Schwarzmarkt einen guten Preis für aus Nashorn hergestellte vermeintliche Wundermittel zu erzielen.

„Ein Nashorn ohne Horn ist immer noch besser als ein totes Nashorn“, sagte eine Sprecherin des Tierparks Dvur Kralove laut dpa-Bericht. Die Hornkürzung werde unter Narkose vorgenommen und sei für die Tiere völlig schmerzlos, außerdem sei das Horn nicht lebensnotwendig. Es soll sogar in der Natur hin und wieder vorkommen, dass ein Horn abbricht, ohne dass es den Tieren schadet. Mit dem Zoo Dvur Kralove tauscht übrigens der Nürnberger Tiergarten immer wieder Tiere aus. Auf obigem Foto ist allerdings nicht ein Nashorn zu sehen, bei dem das Horn zurückgeschnitten wurde, auch kein Breitmaulnashorn, sondern der Panzernashornbulle Albrecht, als er im  Januar 2001 anlässlich der Tiergarten-Inventur in Nürnberg für die Medien vermessen wurde. Albrecht rieb sich sein Horn immer an den Sandsteinfelsen an seinem Gehege ab – so wie auch andere Nashörner in Nürnberg (früher waren es noch Breitmaulnashörner, die am Schmausenbuck inzwischen nicht mehr gehalten werden). Übrigens: Auch Natal, der älteste Nashornbulle von Dvur Kralove, wetzt sein Horn selbst ab.

Ich halte von der Maßnahme in dem tschechischen Zoo überhaupt nichts. Erstens, weil man damit Verbrechern nachgibt, statt Verbrechen zu bekämpfen. Zweitens, weil man die Nashörner nicht nur verunstaltet, sondern auch in ihrer Unversehrtheit verletzt. Wenn sich ein Nashorn sein Horn selbst abwetzt, ist das doch etwas ganz anderes!

Schneeleoparden – bald nur noch in Zoos?

Im Nürnberger Tiergarten kann man sie sehen, auch in anderen deutschen Zoos wie Dresden, Berlin (Tierpark Friedrichsfelde), Karlsruhe, Köln, Krefeld, Leipzig, Magdeburg, München, Neunkirchen, Rostock, Stuttgart und Wuppertal. Doch frei lebende Schneeleoparden sind stark bedroht. Was man für die Erhaltung dieser Tierart noch tun kann, wird in dieser Woche in Kathmandu bei einer Konferenz beraten, die sich um die Rettung der ebenso spektakulären wie scheuen Raubkatze dreht. Das Treffen ist Teil des Globalen Programms zum
Schutz des Schneeleoparden und seines Lebensraums. Wie dringend nötig solche Maßnahmen sind, zeigen diese Zahlen: Nach offizieller Schätzung gibt es nur noch 3500 bis 7000 ausgewachsene Exemplare dieser herrlichen Raubkatze, die vor allem in Zentralasien vorkommt. Am Konferenztisch sitzen Regierungsvertreter aus zwölf Ländern: Afghanistan, Bhutan, China, Indien, Kasachstan, Kirgistan, die Mongolei, Nepal, Pakistan, Russland, Tadschikistan und Usbekistan.

Schneeleoparden leben in Bergregionen in über 3000 Metern Höhe, meist als Einzelgänger. Das ist wohl auch ein Grund dafür, dass immer noch sehr wenig Genaues über das Verhalten von Schneeleoparden bekannt ist. Moderne Technik kannl da weiterhelfen, zum Beispiel Halsbänder mit einem GPS-Sender. Der Lebensraum dieser Tiere ist durch den Klimawandel bedroht. Das wunderschöne Fell der Schneeleoparden macht sie außerdem zu einem begehrten Ziel für Wilderer. Und: Es wird für die Raubkatzen immer schwieriger, in den extrem hoch gelegenen Verbreitungsgebieten genügend Beute zu finden. Ein Schneeleopard, so schätzt man, muss auf einem Areal von bis zu 25 Quadratkilometern jagen, um sich zu ernähren. Das kostet Kraft und verbraucht gleich wieder einen großen Teil der Kalorien, die das Futter ihm liefert.

23 Regionen sollen bis zum Jahr 2020 Schutzräume für Schneeleoparden werden, so der bisherige Stand der Dinge. Auf der Konferenz wollen die Teilnehmerländer nicht darüber berichten, wie dieses Projekt vorankommt. Außerdem sollen Möglichkeiten gefunden werden, Menschen, die ihren Lebensraum mit den Schneeleoparden teilen, in Schutzmaßnahmen für diese Tiere einzubeziehen. Das bedeutet auch, dass die Lebensbedingungen für die Menschen dort verbessert werden müssen.

Zoos leisten bereits seit 1987 durch das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) ihren Beitrag zum Schutz der attraktiven Raubkatzen. Doch wenn nicht schnell etwas für die in der Natur lebenden Tiere getan wird, könnte diese Art bald nur noch in Zoologischen Gärten vorkommen. Das darf auf keinen Fall passieren!

Delfine aus dem EEP wurden noch nie ausgewildert

Mein Artikel in der „Nürnberger Zeitung“ über den Protest der Tierrechtler-Organisation PETA gegen Delfin-Umsiedlungen nach Lanzarote, über den ich hier auch geschrieben habe, ist auf großes Interesse gestoßen. PETA-Sympathisanten aus dem ganzen Bundesgebiet haben  reagiert. Darunter waren ganz offensichtlich gesteuerte Mails mit zum Teil mit fast identisch lautenden Sätzen. Verschiedene Absender haben mir  eine falsche Berichterstattung unterstellt und behauptet, Delfine aus dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm EEP seien durchaus immer wieder ausgewildert worden. Dies kann ich eindeutig widerlegen.

Der im Nürnberger Tiergarten tätige Meeresbiologe Lorenzo von Fersen ist für den Verein Yaqu Pacha auch international zuständig für den Schutz von Säugetieren, die im Wasser leben. Er hält wenig von betreuten Meeresbuchten, wie PETA sie fordert. Denn die Großen Tümmler würden auch dort irgendwo gegen eine Absperrung stoßen. Die Größe eines solchen „Sanctuarys“ könnte ja bei weitem nicht den bis zu 150 Kilometern entsprechen, die Tierrechtler immer für ein artgerechtes Leben von Delfinen reklamieren.

Bliebe also letztlich nur das Auswildern als Lösung, wenn man der Argumentation von PETA folgen würde, die eine Haltung von Delfinen innerhalb des EEP als „Gefängnis“ brandmarkt. Lorenzo von Fersen bestätigt meine bisherigen Beiträge: „Delfine aus dem EEP wurden noch nie ausgewildert.“ Das wäre sogar kontraproduktiv. Die IUCN, die sozusagen als Papst unter den einschlägigen Gremien gilt, ist weltweit zuständig für die Richtlinien bei der Auswilderung von Tieren. Sie lehnt darin diese Maßnahme bei Großen Tümmlern ab. Für eine Auswilderung Großer Tümmler gibt es auch gar keinen Anlass. Diese Delfine gehören nicht zu den bedrohten Arten. Und: Einige wenige EEP-Tümmler stammen noch aus Wildfängen vor Florida oder Kuba – zum Beispiel der mit seinen inzwischen etwa 55 Jahre alte Moby im Tiergarten Nürnberg.  Tiere wie er und seine Nachkommen haben im Mittelmeer nichts zu suchen.

Dass eine Auswilderung gründlich daneben gehen kann, hat der Fall des Schwertwals aus dem Film „Free Willy“ gezeigt. Die Aktion kostete Millionen – am Ende war er tot. Auch Auswilderungen, die der jetzige Tierbefreiungsaktivist und einstige „Flipper“-Trainer Rick O’ Barry anregte, haben nicht funktioniert.  Die Tiere waren nicht auswilderungsfähig. Bisher gibt es keine Auswilderung von Delfinen, deren Erfolg dokumentiert ist.

PETA – einmal mehr unglaublich!

delfinphilippkahWieder einmal geben sie eine Pressemitteilung heraus, und wieder einmal merken sie gar nicht, wie sie sich selbst ein Ei damit legen: die Tierrechtler von PETA. Diesmal kritisieren die „Überführung“ von vier Delfinen aus Nürnberg und Duisburg auf die Ferieninsel Lanzarote. Vor einer Woche waren die Großen Tümmler Noah und Kai aus dem Tiergarten sowie Darwin und Diego aus dem Zoo Duisburg auf die Kanareninsel Lanzarote geflogen worden. Dort sollen die vier in einer „Junggesellen“-Gruppe zusammenleben. Für PETA-Vertreter ist der Umzug in den Rancho Texas Park gleichbedeutend mit einem Transport „von einem Gefängnis ins nächste“.

PETA zufolge kämpfen Tierschützer auf Lanzarote seit zwei Jahren gegen ein Delfinarium in dem Park. Die Organisation hatte dem Tiergarten und dem Duisburger Zoo vor wenigen Wochen einen eigenartigen Vorschlag unterbreitet und vorgeschlagen, die Delfine in ein betreutes Meeresgehege umzusiedeln. Ein solches könne auf der griechischen Insel Lipsi entstehen. Bei dieser Einrichtung handelt es sich um eine abgezäunte Meeresbucht, die aber erst realisiert werden müsste. Die Idee, solche Schutzräume im Meer zu schaffen, ist nicht neu. So hat das Dolphin Research Centre (DRC) bereits vor einiger Zeit eine derartige Zone geschaffen. Pikanterweise hat PETA in der Vergangenheit schon gegen das DRC quergeschossen. Außerdem müssten die Delfine auch in dieser beschützten Bucht am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) teilnehmen. PETA kritisiert aber gerade, „dass die Meeressäuger unter dem Vorwand des EEP hin- und hergeschoben werden“. Tiere, die im EEP erfasst sind, kann man jedoch gar nicht auswildern!

Weiter prangert PETA an: Statt sich „ihre Artgenossen selbst auszusuchen, werden die Delfine in dem spanischen Freizeitpark in eine Sozialstruktur gepresst“. Dabei übersehen die Aktivisten allerdings eines: Auch frei lebende Tümmler gehören Sozialstrukturen an, die sie nicht auswählen können. Die Tiere werden vielmehr dort hinein geboren, so wie wir Menschen in eine Familie hinein geboren werden. Oder bei der Jagd auf ihre Beutetiere – auch da sind Delfine auf eine bestimmte Gruppe von Artgenossen angewiesen. In der Mitteilung von PETA ist vieles unvollständig, verdreht dargestellt oder so hingebogen, dass es irgendwie für die selbsternannten „Tierschützer“ passt. Folgender Satz ist allerdings korrekt: „Im Ozean schwimmen Delfine täglich bis zu 150 Kilometer und tauchen mehrere hundert Meter tief.“ Dazu kann ich nur eines sagen: Sie tun das nicht aus purem Vergnügen, sondern lediglich, um zu überleben. Das ist mittlerweile bekannt – aber wohl noch nicht bis zu PETA durchgedrungen!

Wieder machen zwei Delfine aus Nürnberg die Fliege

delfine_lanzaroteIm Netz schwirrte die Meldung schon am Samstag herum: Die beiden Delfine Noah und Kai aus der Lagune im Tiergarten Nürnberg sind nach Lanzarote umgezogen. Mit im Flieger: die zwei Großen Tümmler Diego und Darwin aus dem Zoo Duisburg. In ihrer neuen Heimat auf der spanischen Insel, dem Rancho Texas Park, werden sie nun alle vier in einer „Junggesellen-WG“ leben. Der Umzug erfolgte in Abstimmung mit dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP).

Die vier Delfine wurden von zwei Tierpflegern aus Nürnberg und Duisburg begleitet. Außerdem waren eine Tierärztin und drei Trainer aus Lanzarote mit an Bord der Chartermaschine. Das vertraute Pflegepersonal wird noch eine Zeitlang bei den Großen Tümmlern aus Deutschland bleiben, um ihnen die Eingewöhnung in der neuen Umgebung zu erleichtern. Der Rancho Texas Park  ist ein modernes, neu gebautes Delfinarium. Mit dieser Einrichtung pflegen die beiden deutschen Zoologischen Gärten schon jetzt Kontakt, der künftig noch vertieft werden soll. In dem Tierpark auf der beliebten Ferieninsel wird – ebenso wie in Nürnberg und Duisburg – bei der Delfinhaltung Wert auf wissenschaftliche Forschung und Information der Besucher gelegt.

Übrigens ist keiner der vier Tümmler-Junggesellen ein Wildfang, sie wurden vielmehr alle in europäischen Delfinarien geboren: Noah kam im November 1993 in Nürnberg auf die Welt, Kai im August 2010 im Delfinarium Harderwijk (Niederlande); er lebte seit Juni 2013 in Nürnberg. Diego und Darwin sind Nachzuchten des Zoos Duisburg aus dem Jahr 2011. Vor kurzem erst hat der Tiergarten Nürnberg die beiden Großen Tümmler Arnie und Naomi abgegeben, die man nun an der Algarve besuchen kann.

Auf der Internetseite Isla Sin Corrupción wurden Fotos von der Landung des Flugzeugs in San Bartolomé gezeigt, dazu war folgender Text zu lesen:

CUATRO DELFINES LLEGAN EN AVIÓN A LANZAROTE. Acaban de llegar al aeropuerto lanzaroteño de Guacimeta (San Bartolomé), en el vuelo BBD254 de un avión de carga procedente de Nuremberg (Alemania), cuatro delfines que irán destinados al parque temático del Rancho Texas (Tías). Los delfines han llegado en cajas completamente cerradas. En las fotografías que adjuntamos se observa la descarga de esos estanques especiales en los que han volado los delfines hasta nuestra isla.

Aljoscha wird ein Hannoveraner

aljoschaSchade – er ist eine echte Tiger-Schönheit und jetzt leider nicht mehr  im Tiergarten Nürnberg zu sehen: Der am Schmausenbuck geborene Sibirische Tiger-Kater Aljoscha ist umgezogen. Seine neue Adresse lautet: Erlebnis-Zoo Hannover. Auch wenn es bedauerlich für die Besucher ist – das Europäische Erhaltungszuchtprogramm EEP hat das so empfohlen. Derzeit befindet sich Aljoscha in Hannover noch hinter den Kulissen, er wechselt aber bald in eine neugestaltete Anlage.

Dank des Trainings, das die Tierpfleger in den vergangenen Wochen mit Aljoscha durchgeführt haben, damit er sich an die Transportkiste gewöhnt, gab es keine Probleme bei seiner Reise von Franken nach Niedersachsen. Er zögerte keinen Augenblick, die Box zu betreten. Nicht einmal eine halbe Stunde nach seinem letzten Streifzug durch den Außenbereich des Raubtierhauses hat er schon den Tiergarten verlassen. Noch am selben Nachmittag erreichte er wohlbehalten sein neues Zuhause in Hannover. Begleitet wird er von einer ihm vertrauten Tierpflegerin und einem erfahrenen Tiertransporteur.

Wie es mit Aljoschas Zwillingsbruder Volodya weitergeht, haben die Tiger-Koordinatoren des EEP noch nicht entschieden. Beide Jungtiger sind Söhne von Katinka, die 2011 in Moskau geboren wurde und im Mai 2013 in den Tiergarten kam, sowie von Samur, der 2012 in Wuppertal zur Welt kam und im November 2013 am Schmausenbuck als Partner für Katinka eintraf.  Seine Großeltern lebten – wie auch Katinkas Eltern –  in der Moskauer Auffangstation, einer Außenstelle des dortigen Zoos. Katinka und Samur gehören aufgrund ihrer Abstammung zu den sehr seltenen, genetisch noch reinen Vertretern Sibirischer Tiger (auch Amurtiger genannt) und sind deshalb für die europäischen Zoos äußerst wertvolle Tiere.

Neuer Lebensabschnitt für Arnie und Naomi

arnieinportugalWahnsinn! Niemals hätte ich geglaubt, dass mein letzter Blog-Beitrag auf so großes Interesse stoßen und so gegensätzliche Meinungsäußerungen auslösen würde. Das Thema Gewalt gegen Zootiere ist schließlich – wie einer der Kommentarschreiber richtig bemerkt – nicht so ganz neu. Ich habe es trotzdem aufgegriffen, weil sich die Situation in Nordrhein-Westfalen in dieser Hinsicht anscheinend zuspitzt. Allerdings muss man auch sehen, dass es dort die größte Zoodichte innerhalb Deutschlands gibt und das Phänomen deshalb wohl stärker in den Blickpunkt rückt.

Gestern war ich zu sehr mit meiner beruflichen Hauptaufgabe beschäftigt (nämlich mit der Arbeit für die Lokalredaktion der „Nürnberger Zeitung“, für dieses Blog schreibe ich ja eher nebenbei) , als dass ich über diese wichtige Zootier-Nachricht hätte bloggen können, die den Tiergarten Nürnberg betrifft: den Umzug des 16 Jahre alten Großen Tümmlers Arnie aus der Lagune im Tiergarten nach Portugal an die Algarve. Das hole ich jetzt nach – gestern blieb mir nur Zeit für eine kurze Meldung via facebook.

Also: Im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms EEP wurde für das Delfinmännchen, das seit acht Jahren in Nürnberg lebte und ursprünglich aus dem Heidepark Soltau stammte, endlich ein neues Zuhause gefunden. Über das EEP arbeiten die wissenschaftlich geführten Delfinarien Europas zusammen. Arnie ist ein sehr starker Bulle, er ließ sich nur schwer in die Nürnberger Delfingruppe integrieren. Dort ist immer noch Moby mit seinen weit über 50 Jahren der Boss. Dem Delfin-Senior ist ein harter Konkurrent wie Arnie – der mittlerweile geschlechtsreif ist – aber nicht zuzumuten, selbst wenn Moby sonst noch fit ist und von den übrigen Großen Tümmlern in der Lagune respektiert wird. Die Zooleitung suchte deshalb seit längerem eine andere Unterbringungsmöglichkeit für Arnie – doch lange Zeit ohne Erfolg. Ist ja auch gar nicht so einfach, nachdem immer wieder Delfinarien schließen.

Nun ist es aber geschafft: Arnie gewöhnt sich (wie auf obigem Foto zu sehen) bereits in der Zoo-Wasserwelt „Zoomarine – Mundo Aquatico“ in Guia ein. Dieser Themenpark liegt nördlich von Albufeira an der Algarveküste. Arnie soll dort in eine Junggesellengruppe integriert werden. Er war übrigens nicht der einzige Delfin, der Anfang der Woche in einem Flugzeug die Reise nach Portugal antrat. Mit an Bord war das in Nürnberg geborene Delfinweibchen Naomi, das zuletzt im Delfinarium Harderwijk (Niederlande) gelebt hat. Sie wird an der Algarve – wenn alles klappt wie geplant – in einen anderen sozialen Verband eingegliedert als Arnie, nämlich in eine Zuchtgruppe.

Ich wünsche den beiden wunderbaren Tieren alles Gute in ihrer neuen Heimat! Hoffentlich kann man dort möglichst bald  Babys von Naomi bewundern!