Schläft der EEP-Koordinator für Eisbären?

Immer wieder fragen sich Besucher im Nürnberger Tiergarten, wann es dort wohl wieder einmal Eisbärenbabys gibt. Schließlich hat der Zoo am Schmausenbuck mit der seit Jahren in Antibes lebenden Flocke und weiterem Nachwuchs von Eisbärin Vera (Gregor und Aleut) auch überregional für Schlagzeilen gesorgt. Derzeit stimmen die Voraussetzungen für kleine Eisbären in Nürnberg allerdings nicht: Es gibt keinen Platz für einen männlichen Eisbären, der Vera decken könnte. Die Zeiten, in denen Eisbärenmama Vera und ihre Tochter Charlotte im Aquapark noch miteinander schmusten wie auf diesem Bild (Foto: Ulrike Reich-Zmarsly), sind leider auch vorbei. Ganz im Gegenteil – die beiden haben sich gezofft und werden deshalb voneinander getrennt gehalten, um Kämpfe mit ernsthaften Verletzungen zu vermeiden. Vera und Charlotte sind daher ziemlich gestresst, was sich immer wieder in Verhaltensauffälligkeiten zeigt, etwa beim ständigen Hin- und Herlaufen an der Trennscheibe zwischen den zwei Gehegen. Eine Situation, wie kein Zoo auf der Welt sie sich wünscht.

Charlotte ist jetzt gut vier Jahre alt und sollte längst aus dem „Hotel Mama“ ausgezogen sein. Doch das ist leichter gesagt als getan: Seit zwei Jahren sucht der im Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für die Eisbären zuständige Koordinator einen Platz in einem anderen Zoo für Charlotte – bisher ohne Erfolg. Die Nürnberger Zooleitung wird – wie mir Tiergartendirektor Dag Encke im Pressegespräch gesagt hat –  immer wieder vertröstet.

Insider sind der Ansicht, der in Amsterdam sitzende Zuständige kümmere sich wohl mehr um den niederländischen Eisbärennachwuchs (für den er angeblich in Rostock einen Platz besorgt hat) als um Charlotte. Wenn das so stimmt, frage ich mich schon: Ist dieser Koordinator überhaupt der richtige Mann an diesem Platz? Müssten innerhalb des EEP nicht objektive Gesichtspunkte berücksichtigt werden statt persönlicher Interessen? Das sollte doch eigentlich selbstverständlich sein, oder?

Jetzt hat es auch noch Lilli erwischt

Das Jahr nähert sich so langsam seinem Ende. Für den Tiergarten Nürnberg wird 2018 als ein eher trauriges Jahr in die Geschichte eingehen: Zoomitarbeiter und -besucher mussten sich heuer schon von mehreren „Senioren“ am Schmausenbuck verabschieden. Heute nun der neueste Todesfall: Die 19 Jahre alte Giraffendame Lilli wurde eingeschläfert. Diese Netzgiraffe war wohl den meisten Zoobesuchern bekannt, weil sie wegen einer Fehlstellung des rechten Hinterbeins leicht hinkte und dadurch besonders auffiel. Mit dieser Einschränkung lebte Lilli (Foto: News5/Grundmann), seit sie ein Giraffenbaby war.

Im August 1999 hatte sie im Tiergarten das Licht der Welt erblickt. Die Giraffendame hat in Nürnberg drei Jungtiere geboren und aufgezogen, die wiederum für sieben Enkel sorgten. Haltung und Zucht von Netzgiraffen werden durch das Europäische Erhaltungszuchtprogramm EEP koordiniert. Eigentlich kam Lilli mit ihrer Einschränkung überraschend gut zurecht. Die Fehlstellung konnte zumindest teilweise korrigiert werden: durch tiermedizinisches Training und regelmäßige Klauenpflege. Doch in den vergangenen Monaten verschlimmerte sich Lillis Behinderung zusehends – so sehr, dass die alte Giraffendame kaum mehr auftreten konnte. Auch eine Schmerztherapie hat nicht mehr angeschlagen.

Deshalb hat der Tiergarten heute die Entscheidung getroffen, Lilli von ihren Schmerzen zu erlösen und einzuschläfern. Mit 19 Jahren erreichte das Tier immerhin ein erstaunlich hohes Alter. Unter den 99 weiblichen Netzgiraffen, die in europäischen Zoos gehalten werden, war Lilli die drittälteste.

Mit Lilli ist – nach dem Silberrücken Fritz, dem Gorillaweibchen Bianca, dem Löwenpaar Thar und Keera und dem Delfinbullen Moby – also jetzt ein weiterer hochbetagter Zoobewohner tot. – Und ich höre sie schon wieder aufschreien, die Zoogegner und Tierrechtler von Peta & Co., die nun wahrscheinlich wieder mit ihren altbekannten Vorwürfen gegen den Tiergarten kommen und behaupten, die Tiere seien in diesem Jahr nur gestorben, weil sie in einem Zoo „gefangengehalten“ wurden, der ihnen nicht die Lebensbedingungen wie in der Natur bieten kann. Nur: Durch ständige Wiederholung wird diese Behauptung auch nicht wahrer!

Aarany und Subali sollen zum Artenschutz beitragen

Der neue Gorillamann Thomas im Nürnberger Tiergarten hat in den vergangenen Tagen zwei anderen Tieren die Show gestohlen, die ebenfalls in diesem Jahr als Neulinge in den Zoo am Schmausenbuck gekommen sind: die beiden Löwen, nämlich die Katze Aarany und der Kater Subali (Foto: Tiergarten Nürnberg). Aarany lebt seit Mai dieses Jahres in Nürnberg, Subali kam im August. In den ersten Monaten wurden sie voneinander getrennt gehalten, kürzlich durften sie sich in der Außenanlage beim Raubtierhaus zum ersten Mal beschnuppern. Und fanden offenbar Gefallen aneinander: Bis auf kleine Rangeleien, die dazu dienen, die Rangordnung zu klären, gab es keine Probleme. Nun bleibt abzuwarten, ob aus den beiden ein Zuchtpaar wird.

Ihre Vorgänger in Nürnberg waren Thar und Keera. Dieses Duo konnte aus Altersgründen längst nicht mehr für Nachwuchs sorgen. (Für mich ist es gefühlt eine Ewigkeit her, seit die letzten Löwenbabys in Nürnberg zur Welt kamen.) Die Zooleitung hatte sich dafür entschieden, dass Thar und Keera im Tiergarten ihr Gnadenbrot erhalten und bis zu ihrem Tod im Innen- und Außengehege für Löwen bleiben dürfen. Im Februar dieses Jahres starb erst Thar, seine Partnerin dann im Juli.

Im Nürnberger Tiergarten werden seit Jahrzehnten Asiatische Löwen gehalten. Diese Unterart war infolge starker Bejagung Anfang des 20. Jahrhunderts schon fast ausgerottet. Nachdem sie unter Schutz gestellt wurden, ein Jagdverbot in Kraft trat und in den 1960er Jahren ein Nationalpark eingerichtet wurde, konnte die Art gerade noch gerettet werden. Aber aufgrund des geringen Bestands ging die genetische Vielfalt verloren, es kam auch zu Inzuchten. Die heute in Zoologischen Gärten lebenden Asiatischen Löwen gehen auf zwei Paare zurück, mit denen ein Europäisches Erhaltungszuchtprogramm aufgebaut wurde. Der Fortbestand der Asiatischen Löwen ist nach wie vor gefährdet, sie stehen auf der Roten Liste vom Aussterben bedrohter Tierarten.

Umso wichtiger wäre Nachwuchs im Tiergarten Nürnberg. Natürlich sind Löwenbabys auch ein Publikumsmagnet, aber der Artenschutz dieser Tiere ist für den Zoo noch wichtiger. Hoffen wir also, dass Aarany und Subali ihren Teil dazu beitragen!

Neue Bewohner im Luchsgehege

Um zwei neue Bewohner des Nürnberger Tiergartens beobachten zu können, muss man schon ein bisschen Geduld mitbringen – und ein gutes Auge. Am besten beides. Denn das Luchs-Zwillingspaar – Kater Dayon und seine Schwester Desari (sie ist auf dem Bild zu sehen, Foto: Tiergarten Nürnberg) ist noch etwas scheu. Die beiden ziehen sich noch häufig in versteckte Winkel des Freigeheges am Schmausenbuck zurück. Es lohnt sich aber, genug Zeit mitzubringen oder ein paarmal am Gehege vorbeizushauen, wenn es auf Anhieb nicht geklappt hat, sie zu entdecken. Ein Tipp: Vom Aussichtspunkt oberhalb der Anlage aus hat man die besten Chancen.

Dayon und Desari stammen aus dem Zoo Liberec (Tschechien), wo sie im Mai 2017 geboren wurden. Sie sind im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) in den Tiergarten Nürnberg gekommen. Mancher Stammbesucher fragt sich wahrscheinlich, was mit den drei Luchs-Weibchen passiert ist, die bislang im Luchsgehege lebten. Hier ist die Antwort: Sie wurden an das „Centro Fauna Selvatica Il Pettirosso“ abgegeben, das ist ein Naturschutz- und Bildungszentrum bei Modena (Italien).

Wer von den Zweillingen Dayon und Desari dauerhaft in Nürnberg bleibt, steht noch nicht fest. Für einen der beiden Luchse ist der Tiergarten nur eine Zwischenstation. Die EEP-Pläne sehen so aus, dass ein Paar zusammengestellt wird, das genetisch zueinander passt. Die Leitung des Nürnberger Tiergartens betont, dass man Luchse vor allem im Sinne  des Artenschutzes hält. Sie sollen eine Werbung für die heimischen Luchse sein, die durch Wilderei in einigen Gebieten Deutschlands im Bestand bedroht sind.

Delfin Nynke zurück in Nürnberg

Da wird wohl wieder ein Aufschrei von der Gemeinde der Delfinariums- und Zoogegner kommen: Der Nürnberger Delfin Nynke ist letzte Nacht wohlbehalten aus Harderwijk in den Niederlanden in den Tiergarten Nürnberg zurückgekehrt. Das 35 Jahre alte Tümmlerweibchen hat genau zehn Jahre im Dolfinarium Harderwijk verbracht.

Im Oktober 2008 war Nynke auf Empfehlung des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) zusammen mit zwei weiteren weiblichen Delfinen aus Nürnberg sozusagen auf Hochzeitsreise nach Harderwijk gegangen. Dort lebte sie in einer großen Delfingruppe, in der die Tiere das soziale Zusammenleben und auch die Aufzucht von Jungen voneinander lernen. Mit Erfolg – Nynke hat in Harderwijk zwei Jungtiere zur Welt gebracht und aufgezogen: Im August 2010 ihren Sohn Kai und im August 2013 ihre Tochter Zoe.

Die Rückkehr von Nynke nach Nürnberg war seit langem geplant, und der Transport aus den Niederlanden verlief reibungslos. Gleich nach ihrer Ankunft im Tiergarten hat sie sich bereits eine erste Mahlzeit schmecken lassen, kurz darauf schwamm sie zusammen mit ihrer alten Bekannten Jenny ein paar Runden durchs Becken (Foto: Tiergarten Nürnberg). In den nächsten Tagen soll sie wieder in die Nürnberger Tümmlergruppe eingegliedert werden und die für sie neue Delfinlagune erkunden. Ich wünsche Nynke von meinem Blog aus eine gute und schnelle Eingewöhnung!

Schwedischer Zoo tötet Junglöwen

Dieses Löwenpaar im Tiergarten Nürnberg (Foto: dpa) ist schon alt und wird mit Sicherheit nicht mehr für Nachwuchs sorgen. Trotzdem bleibt es bis zum Tod im Tiergarten. Anders verfahren da skandinavische Zoos – überzählige Tiere werden da häufig einfach getötet. So auch in einem Zoo in Südschweden, der damit jetzt wieder für Schlagzeilen sorgt, weil dort über mehrere Jahre hinweg immer wieder junge Löwen getötet wurden – insgesamt neun gesunde Jungtiere, wie die Zooleitung einräumt.

Die Aggression in der Gruppe ist laut dem Zoodirektor zu groß geworden, da habe man sie eben töten müssen. Das war besonders heikel, weil die jungen Löwen schon Namen bekommen hatten und den Besuchern damit als Individuen bekannt waren. Für problematisch halte ich außerdem, dass die Löwenbabys dem Publikum noch stolz präsentiert wurden. Später dann waren sie plötzlich „Überschusstiere“ und passten nicht mehr in den Tierbestand des Zoos. Der Direktor argumentiert damit, dass es für eine Löwenherde wichtig sei, Junge zu bekommen, um natürliche soziale Verhaltensweisen auszubilden. Später habe man versucht, Platz in anderen Zoos und Tierparks für den Löwennachwuchs  zu finden, allerdings ohne Erfolg. Für die eineinhalb Jahre alten Löwen gab es nirgends Platz.

Zoos – das muss man zugeben – sind da in einem gewissen Dilemma: In der Wildnis verlassen Junglöwen die Familienherde spätestens dann, wenn die älteren Tiere sie nicht mehr akzeptieren. In einem Zoo geht das natürlich nicht; man kann den Nachwuchs nur an andere Zoos abgeben. Doch gerade männliche Tiere sind oft schwer zu vermitteln.

Ich kann zwar die Aufregung nicht verstehen, wenn skandinavische Zoos angegriffen werden, weil sie regelmäßig tote Zootiere vor den Augen des Zoopublikums sezieren. Darüber habe ich ja in meinem Blog auch schon geschrieben, zum Beispiel hier. Da kann ich nichts Schlimmes dran finden. Aber eine Tierart bewusst zu züchten, nur um den Nachwuchs dann schnell wieder umzubringen – das halte ich denn doch für übertrieben. Wozu gibt es das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP)? Mit dessen Hilfe kann sich jeder Zoo vorab informieren, wie es bei einer bestimmten Art mit Individuen in europäischen Zoos aussieht. Da wäre es bestimmt ersichtlich gewesen, dass man – zumindest männliche – Junglöwen später nicht loswerden kann. Da keimt bei mir dann schon der Verdacht, dass man nur mit niedlichen „Katzenbabys“ Besucher anlocken wollte und das Tierwohl hintangestellt hat. Was meint Ihr?

Super, dieses Leoparden-Baby!

Das ist doch mal eine wirklich erfreuliche Nachricht: Es gibt äußerst seltenen Nachwuchs im  ostungarischen Zoo Miskolc. Dort hat ein männlicher Persischer Leopard das Licht der Welt erblickt. Jetzt wurde das Jungtier erstmals den Fotografen und Kameraleuten präsentiert (Foto: dpa).

Der Persische Leopard ist eine vor allem in Vorderasien verbreitete Unterart des Leoparden – leider gilt er als stark gefährdet. In freier Wildbahn leben noch ungefähr 1000 Tiere, in Zoos werden etwa 100 gehalten. Das Leopardenbaby in Miskolc ist sozusagen ein Produkt des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP): Der Vater stammt aus einem anderen ungarischen Zoo, die Mutter wurde aus Lissabon nach Miskolc geholt. Nach der Geburt ihres Babys wollte sie niemanden an das Neugeborene heranlassen. Jetzt haben die Zoomitarbeiter feststellen können, dass das Kleine ein Männchen ist. Besucher des Zoos sollen das Jungtier ab Ende Januar zu Gesicht bekommen.

Auch Volodya hat den Tiergarten verlassen

Katinka und Samur sind nun wieder allein im Tigergehege im und am Raubtierhaus des Nürnberger Tiergartens. Denn auch Volodya (Foto: Tiergarten Nürnberg/Marion und Dieter Sempf), der zweite der beiden jungen Sibirischen Tiger, hat den Zoo am Schmausenbuck vor kurzem verlassen. Er ist in den Tierpark Chemnitz umgezogen, und zwar auf Empfehlung des Europäischen Ex-situ-Zuchtprogramms (EEP). Sibirische Tiger werden in Chemnitz seit den 1970er Jahren gehalten, zuletzt lebte dort ein weiterer Tigerkater, der 18 Jahre alt ist. Volodya hatte jetzt erst mal Zeit, sich an seine neue Heimat zu gewöhnen und war in dieser Anfangsphase nicht auf der großen Anlage zu sehen.

Volodya und sein Zwillingsbruder Aljoscha wurden am 6. Juli 2015 im Tiergarten Nürnberg geboren. Aljoscha ging im November 2016 in den Erlebnis-Zoo Hannover, für Volodya war es nicht ganz einfach, ein neues Zuhause zu finden, weil in den Zoos die Plätze für Tigerkater begrenzt sind. Aljoscha und Volodya sind die Söhne von Katinka, die 2011 in Moskau geboren wurde und im  Mai 2013 in den Tiergarten gekommen ist. Aufgewachsen ist sie in der Außenstation des Zoos von Moskau. Der Vater der Zwillinge ist Samur, geboren 2012 in Wuppertal und seit November 2013 in Nürnberg. Auch Samurs Großeltern lebten in der Moskauer Auffangstation. Katinka und Samur sind Teil des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms und gehören aufgrund ihrer Abstammung zu den genetisch nur noch selten vertretenen und daher sehr wertvollen Sibirischen Tigern in Europa.

Macht Manati-Mann Mandillo Mara zur Mutter?

Er hört auf den klangvollen Namen „Mandillo“ und macht das Trio mit seinen Artgenossen Mara und Zorro wieder perfekt: der neue Manati-Mann, der am vergangenen Freitag im Nürnberger Tiergarten ankam. Gut 14 Stunden hat der Transport des Seekuh-Bullen nach Nürnberg gedauert. Startpunkt war der französische Zoo Beauval, St. Aignan. Gemanagt wurde das Unternehmen Mandillo von einer auf Tiertransfers spezialisierten Firma aus den Niederlanden. Tiergarten-Veterinärin Katrin Baumgartner und Tierpfleger Armin Fritz begleiteten die Reise und betreuten Mandillo auf seiner großen Fahrt sowohl medizinisch als auch pflegerisch.

Kurz nach Ankunft am Schmausenbuck platzierten Zoomitarbeiter die Transportkiste mit dem künftigen Bewohner des Manatihauses am Rand des Seekuhbeckens. Mandillo flutschte geradezu von seiner Isoliermatte herunter. Um jede Verletzungsgefahr auszuschließen, musste das Tempo sogar ein wenig gedrosselt werden. Ob es am Wasser lag, das die Matte glitschig machte, oder an Mandillos überschäumendem Temperament ;-), das ihn möglichst schnell zu einer „Herde“ trieb, ist nicht offiziell verbrieft. Der Bulle brauchte nur ganz wenig Zeit, um sich in seinem neuen Zuhause zu orientieren. Deshalb wurden auch die Absperrschieber zu seinen beiden Artgenossen schnell geöffnet. Sofort begann Mandillo das gesamte Becken zu erkunden und – besonders wichtig! – mit den beiden anderen Seekühen Kontakt aufzunehmen. weiter lesen

„Gentleman“ Ropen ist tot

Er galt in der Damenwelt als „Gentleman“. Mit seinen Partnerinnen ging er nämlich äußerst zuvorkommend um: der mächtige Rhinozerusbulle Ropen, der seit elf Jahren im Tiergarten Nürnberg lebte. Am vergangenen Sonntag starb er. Die Tierärzte des Zoos am Schmausenbuck hatten sich schweren Herzens entschlossen, das 29 Jahre alte und rund zweieinhalb Tonnen wiegende Tier einzuschläfern.

Seit vielen Jahren, schon als Jungbulle, hatte Ropen unter Problemen mit seinen Füßen gelitten, die ihm immer wieder große Schmerzen bereiteten. Er war bereits mit dieser gesundheitlichen Einschränkung nach Nürnberg gekommen. Am 8. Mai 1988 im britischen Zoo Whipsnade geboren, zog er – koordiniert über das Europäische Erhaltungszuchtprogramm EEP – im November 1990 nach Aussig an der Elbe (Tschechien) um, und zwar in den Zoo Dvur Kralove. Im November 2006 traf er am Schmausenbuck ein. Hier versuchte man von Anfang an, Ropens Fußproblemen durch eine Umgestaltung der Böden in den Dickhäuter-Anlagen beizukommen. Das gelang zumindest teilweise: Gerade in jüngster Vergangenheit stellten Tierärzte und -pfleger trotz des hohen Alters von Ropen eine Besserung am Zustand seiner Füße fest.

Letzte Woche begannen die Schwierigkeiten aber erneut. Ropen konnte nicht mehr richtig stabil auf den Hinterbeinen stehen. Am 1. Oktober, gegen Mittag, fiel Ropen auf einmal um. Er versuchte zunächst, sich wieder aufzurappeln, kam jedoch einfach nicht mehr auf die Beine. Wäre dem Schwergewicht das nicht in einem Zoo, sondern in freier Wildbahn passiert, hätte es einen grausamen Tod zur Folge gehabt: Es wäre zum „Festliegen“ gekommen. Um ihm dieses qualvolle Sterben zu ersparen, entschieden sich die Tiergarten-Verantwortlichen, dem Nashorn ein Beruhigungsmittel zu verabreichen und es schließlich durch einen Schuss zu töten. Mit seinen 29 Jahren hat Ropen ein für männliche Panzernashörner hohes Alter erreicht. Sein Kadaver wird nun pathologisch untersucht; das Ergebnis dürfte allerdings einige Wochen auf sich warten lassen. weiter lesen