Der erste unschuldige Kuss

Während aus Neuseeland in diesen Tagen nur Schreckensmeldungen zu uns gelangen (außer dem Vorfall mit dem weißen Tiger  ist dort jetzt auch noch ein riesiger Blauwal gestrandet), hören wir nur gute Nachrichten aus Schweden, von „unserem“ Wilbär.

Der hat sich in seinem neuen Zuhause, dem Bärenpark Orsa in Dalarna, bereits zwei Wochen nach seinem Umzug aus der Stuttgarter Wilhelma von Eisbärdame Ewa küssen lassen, meldet die Deutsche Presseagentur und schickt uns zum Beweis dieses Foto. Wilbär und Ewa sollen ja irgendwann einmal für Nachwuchs sorgen. Doch beide sind noch nicht erwachsen, vor allem Wilbär mit seinen eineinhalb Jahren hegt derzeit noch keine Fortpflanzungs-Ambitionen. So sieht auch die zuständige Eisbärenpflegerin den „Kuss“ als harmlos an, er sei „noch unschuldig und rein freundschaftlich“ ausgefallen.

Wilbär im Bären-Paradies mit Ewa

Ob Wilbär die Reise nach Schweden verschlafen hat oder nicht (siehe hier), sei jetzt mal dahingestellt. Auf jeden Fall hat er die Fahrt nicht nur gut überstanden und sich schon ganz gut eingelebt, sondern wird schon von schwedischen Eisbär-Fans umschwärmt. Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt in dem neuen Bärenpark „Polar World“ Orsa hatte es acht Grad Celsius – eine Temperatur, die Wilbär anscheinend sehr angenehm findet; er plantschte jedenfalls vergnügt in seinem „Pool“ – sehr zur Freude der Besucher.

Wilbär ist eineinhalb Jahre alt und eigentlich noch zu jung, um auf Brautschau zu gehen. Trotzdem haben die Verantwortlichen bereits die „Richtige“ für ihn ausgewählt: Eisbären-Dama Ewa, die allerdings doppelt so alt ist wie der aus Stuttgart stammende Wilbär. Da der aber ein ziemlich aufgewecktes Bürschlein und sehr neugierig ist, scheint er sich auch schon für Ewa zu interessieren. Er ist allerdings noch durch einen hohen Zaun von ihr getrennt – man will testen, ob die beiden sich auch wirklich riechen können. Höchstwahrscheinlich sucht Wilbär in Ewa erst mal eine Spielgefährtin, denn er ist noch im zarten „Knabenalter“ und längst nicht geschlechtsreif.

Dass Wilbär seine neue Umgebung sehr ansprechend findet, verwundert nicht: Der Bärenpark umfasst fast 40 000 Quadratmeter, es gibt einen künstlichen Gletscher, fast ganzjährig Schnee (im Sommer notfalls aus Schneekanonen) und jede Menge für Eisbären angenehm kühles bis kaltes Wasser.

Tja, nun heißt es: abwarten und Tee trinken, wie sich die „Beziehung“ zwischen Wilbär und Ewa anlässt. Der Parkdirektor hat schon mal ausgerechnet, wie es im Idealfall laufen könnte: Eisbärennachwuchs im Frühling 2011. – Wilbär, lass´ dich nicht unter Druck setzen!!