Er heißt Baru!

Das muss man dem Leipziger Zoo wirklich lassen: Er versteht es wie kaum ein anderer Zoologischer Garten in Deutschland, die Werbetrommel zu rühren und die Aufmerksamkeit der Medien zu gewinnen. Durch die Zoo-Doku „Elefant, Tiger & Co.“ des MDR hat der Zoo auch deutschlandweit eine ungeheuere Popularität erreicht.

Auch die Geburt eines Schabrackentapirs im Februar  – der erste Tapirnachwuchs im Leipziger Zoo seit dem Jahr 1929 – haben die Leipziger äußerst geschickt und publikumsträchtig vermarktet. Wochenlang lief eine Aktion, bei der man Namensvorschläge für das Tierbaby machen konnte. Über verschiedene Foren im Internet fanden sich Fans auf der ganzen Welt für das niedliche Tapirbaby. So gingen schließlich 4500 Vorschläge für einen Tapirnamen ein.

Schließlich wurde sogar eine Jury eingesetzt, die aus den vielen Ideen die schönsten auswählte. Und aus den vier, die am Ende noch zur Auswahl standen, konnte sich der kleine Tapir nun selbst seinen Namen aussuchen – wiederum äußerst medienwirksam vor laufenden Kameras. Die Pfleger schrieben die Anfangsbuchstaben der vier Vorschläge jeweils auf einen Apfel. Das Tapirbaby schnüffelte erst und entschied sich schließlich für das Obst mit dem großen B darauf.

B stand für Baru, und auf diesen Namen wurde der Kleine schließlich getauft. Baru ist ein Begriff aus dem Indonesischen und bedeutet so viel wie „der Neue“.

Als im vergangenen Jahr im Tiergarten Nürnberg ein Schabtrackentapirbaby zur Welt kam, versuchte man auch, ein großes Interesse in der Öffentlichkeit zu erreichen: Die Kleine bekam den Namen Pinola. Doch selbst als der Namensvetter, der beliebte Spieler des 1.FC Nürnberg, das Tier besuchte, blieb die Publicity auf den Großraum Nürnberg beschränkt. Aber das passt ja irgendwie zur fränkischen Mentalität: lieber nicht zu viel Aufsehen um sich machen, den Ball immer schön flach halten!

 

Leipziger Zoo-Chef spricht in Nürnberg

Der Zoo Leipzig (gegründet 1878) hat sich in den letzten Jahren mit fast atemberaubendem Tempo zu einem der modernsten und attraktivsten Zoologischen Gärten in der Bundesrepublik entwickelt. Er hat eine ganze Reihe Highlights zu bieten: Die Menschenaffenaffenanlage „Pongoland“, wo die Max-Planck-Gesellschaft eine Forschungseinrichtung betreibt, die Löwen-Savanne „Makasi Simba“, die „Tiger-Taiga“, die Lippenbärenschlucht,  die weitläufige „Kiwara-Savanne“ für Giraffen, Antilopen, Zebras und Gazellen, gleich daneben den Okapi-Wald  und den umwerfenden Elefanten-Tempel „Ganesha Mandir“. Das sind die wichtigesten neuen Anlagen, die in den vergangenen Jahren neu entstanden sind.

Der ursprünglich als städtischer Eigenbetrieb geführte Zoo wurde im Jahr 2000 in eine GmbH umgewandelt. Geschäftsführender Direktor ist Jörg Junhold, der seit 1997 den Zoologischen Garten in Leipzig leitet. Junhold gilt in der Zoowelt als Visionär, der den Leipziger Zoo auf den Weg zum „Zoo der Zukunft“ bringt. Junhold (Jahrgang 1964) hatte schon als Kind den Traum, später einmal Zoodirektor zu werden. Er studierte  Tiermedizin und begann ein Forschungsstudium an der chirurgischen Tierklinik der Uni Leipzig. Nach seiner Promotion war er drei Jahre lang im Marketing-Management eines großen Tierfutter-Herstellers tätig, bevor er die Leitung des Leipziger Zoos übernahm.

Seine Fähigkeiten als Manager hat er beeindruckend unter Beweis gestellt. Innerhalb eines Jahrzehnts hat er den Zoo völlig umgekrempelt und zu riesigem Erfolg geführt. Dabei hat ihn der Mitteldeutsche Rundfunk allerdings auch tatkräftig unterstützt: Die im Leipziger Zoo gedrehte Doku-Soap „Elefant, Tiger & Co“, die 2003 erstmals gesendet wurde, erreichte bundesweit hohe Zuschauerzahlen und machte eine Riesen-Werbung für den Tierpark, die Junhold geschickt zu nutzen wusste.

Alle Zoo-Freunde im Großraum Nürnberg dürfte es daher wohl interessieren, wenn Jörg Junhold Einblick in seine Arbeit gibt. Der Zoo-Chef kommt am Mittwoch,  8. Oktober, zu einem Vortrag nach Nürnberg. Um 18 Uhr spricht er im Historischen Rathaussaal der Stadt Nürnberg über „Anspruch und Wirklichkeit eines Zoos im 21. Jahrhundert“. Der Vortrag ist öffentlich.