Elsbeth – unsterblich, aber verschwunden

Mit der Kommunikation ist es so eine Sache – gerade in unserer sogenannten Kommunikationsgesellschaft. Sie klappt halt oft einfach nicht. Funktioniert umso weniger, je kürzer die Wege sind. Zum Beispiel der zwischen Nürnberg und Fürth. Für alle Auswärtigen: Die beiden mittelfränkischen Städte liegen nicht nur nebeneinander, sondern sind zumindest baulich längst zusammengewachsen. Trotzdem – oder gerade deshalb –  sind sie sich aus Tradition nicht grün.

Diese Woche haben die Fürther erfahren, dass eine ihrer Prominenten die Stadt verlassen hat. Dabei ging es um die berühmte Zwergflusspferddame Elsbeth. Dieses Tier hatte vor Jahrzehnten mit einem Zirkus in Fürth gastiert, war aber ausgebüxt und in den vorbeifließenden Fluss namens Pegnitz geflüchtet, wo sie erst nach tagelanger Suche aufgespürt und zum Zirkus zurückgebracht wurde. Der zog nach seinem Gastspiel weiter.

Die Geschichte erfreut die Menschen heute immer noch. Über Elsbeth gibt es bereits Kinderbücher und sogar eine von Gudrun Kunstmann geschaffene Skulptur in Bronze. Die befand sich bis vor kurzem in einem Fürther Einkaufszentrum (das allerdings inzwischen fast leer steht). Das Foto oben zeigt Elsbeth, geschmückt mit Faschingsgirlanden in besagtem Einkaufszentrum. Voriges Jahr hat ein Immobilienunternehmen das Ding gekauft und will wieder Leben in die Bude bringen. Die Sprecherin des Unternehmens ließ die staunende Bevölkerung nun wissen, Elsbeth – respektive ihrer Skulptur – gehe es bestens. Sie sei vom Einkaufszentrum in den Nürnberger Tiergarten zurückgekehrt, dorthin, wo sie als Leihgabe einst herkam. Nun müsse die Plastik ihr Dasein nicht mehr im tristen Fürther Kellergeschoss fristen. Vielmehr komme sie im zooeigenen Flusspferdgehege zu neuen Ehren. Das Dumme ist nur: Es gibt dort gar kein Flusspferdgehege, auch kein Flusspferdhaus. Das frühere „Nilpferdhaus“ aus dem Jahr 1939, in dem aber niemals Zwergflusspferde gehalten wurden, soll ein „Wüstenhaus“ werden. Zwergflusspferde gab es einige Jahre lang im Tropenhaus des Tiergartens.

Elsbeth ist jetzt erst einmal hinter den Zookulissen verschwunden. Möglicherweise wird sie im Frühjahr von dort hervorgeholt. Denn im Rahmen eines Inklusionsprojekts will man Besuchern mit Sehbehinderung mehr Angebote zum Ertasten und Anfassen machen und zu diesem Zweck auch einige der eingelagerten Plastiken auf dem Zoogelände verteilen. Vorerst aber hat Elsbeth keinen guten Tausch gemacht, und schon gar nicht kam sie zu neuen Ehren.

Veitshöchheim ist überall

Der Tiergarten Nürnberg bietet nicht nur seinen Zootieren – am Schmausenbuck werden rund 280 verschiedene Arten gehalten – ein Zuhause. Da es ein Landschaftszoo ist, der mitten im Reichswald liegt, leben natürlich auch viele heimische Tierarten dort, angefangen von Vögeln über Nagetiere bis hin zu Amphibien. Und natürlich jede Menge Insekten, die dort wegen der großen Pflanzenvielfalt beste Voraussetzungen vorfinden.

In den Souvenirläden des Tiergartens kann man eine Samenmischung kaufen, die sich „Veitshöchheimer Bienenweide“ nennt – eine besonders blütenreiche Mischung, die aus mehr als 40 ein- und mehrjährigen Wild- und Kulturarten besteht  – eine ideale Heimat für Schmetterlinge und Co.  Die verschiedenen Pflanzen blühen von April bis November, so dass man sich immer wieder an neuen Blüten freuen kann. Zusammengestellt wurde die Mischung von der bayerischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau Veitshöchheim. (Wahrscheinlich ist der Ort den meisten eher durch die „Fastnacht in Franken“ bekannt.) Die Samenmischung enthält zum Beispiel Buchweizen, Borretsch, Dill, Färberkamille, Fenchel, Wilde Malve, unterschieliche Kleesorten, Johanniskraut, Klatschmohn, Kornblumen, Margeriten, Luzerne, Schafgarbe, Wiesensalbei und Sonnenblumen, um nur die Bekanntesten zu nennen.

Ich habe vor meiner Abreise nach Italien, die mittlerweile schon drei Wochen zurückliegt, ein Tütchen mit der Mischung als Andenken an den Tiergarten geschenkt bekommen. Hier in Bolsena habe ich zum Glück eine Terrasse, auf der ich schon verschiedene Blumen angepflanzt habe. In einem Blumenkasten habe ich den Samen der Bienenweide ausgesät. Wir hatten in den letzten beiden Wochen hier allerdings wesentlich schlechteres Wetter als zu Hause in Mittelfranken, so dass es etwas gedauert hat, bis die Samen aufgegangen sind. Aber nun sieht man  schon die ersten Pflänzchen, und ich bin gespannt, ob daraus eine so bunte Wiese wird wie auf diesem Foto, das auf der Samentüte abgebildet ist. Eines weiß ich allerdings jetzt schon: Ein Känguru wird hier nicht im Kasten mit der Bienenweide herumspringen – schade eigentlich!

 

Tierischer Karneval

Wer mein Blog schon länger liest, weiß ja, dass ich überhaupt nichts davon halte, wenn Menschen ihre Hunde in Faschingskostüme stecken. Ich glaube einfach nicht, dass sich die Vierbeiner in so alberner Verkleidung wohlfühlen – mal abgesehen davon, dass Teile der Kostüme den Tieren Schaden zufügen können, etwa, wenn sie etwas davon verschlucken.

Aber ob mir das gefällt oder nicht – es gibt Karnevalshochburgen, da gehört es mittlerweile dazu, dass auch Tiere in die Faschingsfeiern einbezogen werden. Ganz besonders hoch her geht es da, wen wundert´s, in Rio de Janeiro. Dort gibt es sogar eine Karnevals-Hundeparade, die an diesem Sonntag stattgefunden hat. Sie führt am weltberühmten Strand von Copacabana entlang. Die Vierbeiner sind prächtig ausstaffiert mit Hüten, Schleifen, Rüschen, Stiefelchen und paillettenbesetzten Kostümen. Manche Hunde sind richtig verkleidet, als Aschenputtel zum Beispiel, aber auch als Pfau oder Maikäfer.

Fünf Millionen Zuschauer soll das Spektakel in diesem Jahr angelockt haben. Für den Tourismus bringt es wahrscheinlich auch einiges. Das Ganze wird von Samba-Rhythmen begleitet, zu denen die Herrchen und Frauchen eifrig mittanzen. Die finden es auch toll, wenn ihren Lieblingen eine Fleischverkostung angeboten wird, zu der alkoholfreies Bier ausgeschenkt wird. Das dürfte so manchem Hund nicht besonders gut bekommen sein. Aber das scheint niemanden groß zu stören. Hauptsache, man amüsiert sich und ist überzeugt davon, dass die Hunde es ebenso genießen wie ihre Besitzer. Ich bezweifle das allerdings nach wie vor – und wundere mich, dass Tierschützer dem Treiben anscheinend tatenlos zuschauen.

 

 

Hundefasching – nein danke!

Ich geb´s  zu: Ich bin eher ein Faschingsmuffel. Trotzdem freue ich mich für andere, wenn sie im Fasching so richtig feiern.

Regelrecht auf die Palme bringt es mich aber, wenn Menschen ihre Tiere im Fasching verkleiden. Am Wochenende lud zum Beispiel in Straubing der Verein Hundefreunde zum Hundefasching ein. Herrchen oder Frauchen steckten ihre Vierbeiner in alberne Kostüme. Aber auch in anderen Städten können es Hundebesitzer nicht lassen, ihre Schützlinge zum Affen zu machen. Dieses Foto entstand heute beim Kinderfaschingszug in Nürnberg.

Geschmackloser geht es für meine Begriffe wirklich nicht mehr! Mal ganz abgesehen davon, dass sich die Hunde in so einem einengenden Kostüm kaum wohlfühlen dürften. Wie man sich auch noch „Hundefreund“ nennen kann, wenn man einen Hundefasching veranstaltet, ist mir komplett schleierhaft.