Hommage an Bernhard Grzimek

Wenige Wochen vor seinem 106. Geburtstag – geboren wurde er am 24. April 1909 – kehrt er ins Fernsehen zurück: der  große Bernhard Grzimek. Natürlich nicht er selbst, schließlich ist er schon 1987 gestorben. Grzimek ist in Person des Schauspielers Ulrich Tukur zu sehen (Foto unten). Die ARD drehte einen zweiteiligen Fernsehfilm über das Leben des berühmten Tierarztes, Frankfurter Zoodirektors und Tierfilmers Bernhard Grzimek. Ausgestrahlt wird das Werk auf einen Rutsch am Karfreitag, 3. April, ab 20.15 Uhr. Wer nach 165 Minuten noch immer nicht genug hat, kann sich danach noch eine halbstündige Doku über das Leben und Wirken von Grzimek reinziehen. Beide Sendungen tragen den schnörkellosen Titel „Grzimek“.
GrzimekVor sechs Jahren, zum 100. Geburtstag des großen Tierfreunds, habe ich ihn hier schon einmal gewürdigt. Sein Leben lang hat er sich unermüdlich für Tiere, Natur und Umwelt eingesetzt. Die Sendung „Ein Platz für Tiere“ – die mittlerweile Kult ist – hat ihn fast 30 Jahre lang direkt in die deutschen Wohnzimmer gebracht, immer zusammen mit einem lebendigen Tier, das bei seiner Moderation dabei sein durfte  – oder, aus heutiger Sicht, eher musste. „Ein Platz für Tiere“ startete in den 1950er Jahren, lief also in einer Zeit, als man noch nicht zwischen -zig Fernsehkanälen wählen konnte. Deshalb sah ihn praktisch jeder Zuschauer, der den Apparat an diesem Abend einschaltete.
Als Themen wie Tier-, Arten- und Naturschutz bei uns noch niemanden sonst interessierten, war Grzimek schon Vorkämpfer für die Erhaltung der natürlichen Lebensräume von Tieren, vor allem auf dem afrikanischen Kontinet. Er engagierte sich dort für die Einrichtung von Naturreservaten und setzte sich mit seinem Film „Serengeti darf nicht sterben“ selbst ein Denkmal: Als erste deutsche Produktion nach dem Zweiten Weltkrieg  wurde sie 1960 mit einem Oscar ausgezeichnet. Aber Grzimeks Freude darüber dürfte sich in Grenzen gehalten haben, denn ausgerechnet bei den Dreharbeiten zu diesem Werk kam sein Sohn Michael durch einen Flugzeugabsturz ums Leben; er wurde nicht einmal 25 Jahre alt. Ein weiterer schwerer Schicksalsschlag traf Grzimek, als sein Adoptivsohn Thmoas 1980 Selbstmord beging.
Die Drehbuchautoren mussten in Grzimeks Fall nicht allzu viel Phantasie mitbringen. Denn das Leben dieses Mannes war gespickt mit privaten Höhen und Tiefen und bietet so jede Menge Stoff für großes Kino, oder besser gesagt: für großes Fernsehen. Regisseur Roland Suso Richter und die Besetzung der Person Grzimeks mit Ulrich Tukur sowie seiner Frau Hilde mit Barbara Auer lassen auf einen packenden Fernsehabend hoffen!

Muss Kung Fu Panda nun hungern?

Mit Trickfilmen Träume wahr werden lassen – das konnte und kann wohl keiner so gut wie Walt Disney und seine vielen, vielen Zeichner. Immer wieder versuchten andere Studios, an diesen Riesenerfolg anzuknüpfen. Richtig geschafft hat es aber kaum ein Vertreter dieser Branche.

Zu den Möchtegern-Disneys gehört „Dreamworks Animation“, Hollywoods größtes unabhängiges Trickfilm-Studio. Dort wird jetzt für 500 Angestellte der vermeintlich schöne Traum zum Albtraum: Sie müssen gehen, weil ihr Arbeitgeber ungefähr 25 Prozent der Stellen streicht und das Unternehmen umstrukturiert.

Was diese Nachricht in einem Tier-Blog verloren hat, fragt sich nun vielleicht mancher Leser. Ganz einfach: Dieser Schritt hat auch für ein „Tier“ indirekte Folgen, nämlich für „Kung Fu Panda“. Er ist neben „Shrek“ einer der Superhelden bei „Dreamworks Animation“. Die neuen Firmenstrukturen ziehen ein Sparprogramm bei diesem Produzenten nach sich. Das heißt im Klartext, dass bis 2017 statt (wie bisher drei) nur noch zwei Zeichentrick-Streifen pro Jahr erscheinen. – Was soll da bloß aus dem armen Panda werden? Kriegt er künftig nur noch Dreiviertel-Portionen zu fressen?

An dieser Stelle möchte ich, weil es gerade so gut hierher passt, ein Gerücht aus der Welt schaffen: Bambus ist zwar die Lieblingsspeise von Großen Pandas, doch längst nicht alles, was sie zu sich nehmen. Sie fressen außerdem Pflanzen, beispielsweise Enzian, Schwertlilien, Krokus oder Bocksdorn. Wie man etwa bei „Wikipedia“ nachlesen kann, stimmt es ebenso wenig, dass diese Tiere reine Vegetarier sind. Sie lassen sich manchmal Raupen und kleine Wirbeltiere schmecken. – „Again what learnt“, würde ein bekannter fränkischer Ex-Fußballstar da wohl sagen.

Papageien zu Ostern – warum nicht?

Das ist doch mal eine erfreuliche Nachricht aus dem Tierreich – passend zu Ostern, aber nicht abgedroschen wie Meldungen über Osterlämmer  und -hasen: In Schöneiche (Brandenburg) ist eine Nachzucht vom Spix-Aras (Cyanopsitta spixii) gelungen. Die äußerst seltene, in der Wildnis als ausgestorben geltende, Papageienart war in Brasilien heimisch, bevor ihr natürlicher Lebensraum nach und nach zerstört wurde. Auch der Tierhandel ist mit verantwortlich für das Aussterben dieser Vögel in der Natur.

In Zuchtstationen lebten derzeit weltweit rund 90 Spix-Aras. Die brasilianische Regierung möchte diese Papageien nach und nach durch Wiederansiedlungsprojekte auswildern. Der Brandenburger Verein beteiligt sich am Zuchtprogramm dafür; in Schöneiche leben derzeit sieben erwachsene Spix-Aras. Die Vereinsmitglieder können auf einige erfolgreiche Nachzuchten in den vergangenen Jahren verweisen. Vor einigen Tagen sind dort wieder zwei Küken geschlüpft: ein Hahn und eine Henne, die auf die Namen Tiago und Carla getauft wurden. Der Verein zur Erhaltung bedrohter Papageien ist zurecht stolz auf diesen erneuten Erfolg. Die beiden Küken haben noch keine Federn und werden per Hand aufgezogen – mit einem eigens für sie zusammengemischten Brei, den sie alle zwei Stunden gefüttert bekommen. Damit sich die Papageienjungen gut entwickeln, steckt man sie noch den größten Teil des Tages in den Brutkasten.

Spix-Aras spielen übrigens auch in dem gerade angelaufenen Animationsfilm „Rio 2 – Dschungelfieber“ mit.

Frei nach Marx: Opium für Delfine

YouTube Preview ImageDiese Meldung und das dazugehörige Video haben in dieser Woche Furore gemacht: Delfine, die „high“ sind, nachdem sie vorsichtig auf Kugelfischen herumgekaut haben und diese dann in der Gruppe herumgehen lassen wie ein Haschischpfeifchen. Der kleine Film dient als Werbung für eine neue Doku der BBC über die Meeressäuger und wurde prompt von Bloggern, Radio- und Fernsehsendern und in sozialen Netzwerken aufgegriffen. Die „kiffenden Delfine“ sorgten fast für so viel Aufsehen wie das Kokain, das bei Aldi zwischen Bananen gefunden wurde. Und dabei sind wir noch ein ganzes Stück vom 1. April entfernt, an dem so etwas normalerweise als Scherz die Runde macht.

Zurück zu den Großen Tümmlern. Wissenschaftler haben folgendes herausgefunden: Die Meeressäuger nutzen es aus, dass die Kugelfische ein Nervengift absondern, sobald sie angegriffen werden. Dieses Gift – in kleinen Dosen genossen – sorgt für einen Rauschzustand bei den Delfinen, den Fernsehkameras eindrucksvoll eingefangen haben. Die Tümmler ließen sich im Wasser herum- und, die Nase nach oben, an die Oberfläche hochtreiben und schienen dort von ihrem eigenen Spiegelbild fasziniert zu sein, beschrieb der britische Zoologe Rob Pilley diesen Zustand; Pilley ist einer der Produzenten der Doku-Serie.

Irre Geschichte, finde ich. Aber statt nur darüber zu schmunzeln und Witze zu reißen, sollte man vielleicht lieber mal überlegen, ob man dieses Phänomen nicht für die Zoohaltung von Delfinen nutzen könnte. Wenn die Großen Tümmler in Delfinarien – zum Beispiel im Zoo Duisburg oder im Tiergarten Nürnberg – so leiden, wie es Delfinariums-Gegner wie Peta, WDSF, die Grünen oder neuerdings auch die Piraten behaupten, dann könnte man den Tieren ab und zu doch ein paar Kugelfische spendieren – und schon würden sie ihr hartes Los nicht mehr – oder nur noch eingeschränkt – mitbekommen. Das wäre, analog zum „Opium des Volkes“, wie Karl Marx die Religion umschrieb, „Opium für Delfine“ –  und auf jeden Fall realistischer als Auswilderung.

Mussten 27 Tiere für "Hobbit" sterben?

Mit Spannung warten derzeit alle Fans von John R.R. Tolkiens Buch „Der Kleine Hobbit“ auf den ersten Teil der Filmtrilogie „Der Hobbit“, der am 13. Dezember in deutschen Kinos unter dem Titel „Eine unerwartete Reise“ startet. Die Premiere findet zwei Wochen vorher, am 28. November, in Wellington (Neuseeland) statt. Dort wirbt das „Embassy-Theater“ bereits im Vorfeld mit einer überdimensionalen Gandalf-Figur für den Streifen. Auch der britische Thronfolger Prinz Charles ist ein großer Hobbit-Fan und hat bei seinem Staatsbesuch in Neuseeland das Filmteam getroffen, u.a. den Schauspieler Mark Hadlow, der in der Rolle des Zwergs Dori zu sehen sein wird.

50 Millionen Dollar hat allein die Produktion dieses ersten „Hobbit“-Films gekostet. Umso ungeheuerlicher ist ein Skandal, der jetzt aufgedeckt wurde:  Die Dreharbeiten für den Film haben offenbar das Leben von mindestens 27 Tieren gefordert. Die Produktionsfirma soll für den Tod dieser Tiere verantwortlich sein, die nach Aussagen von Tierpflegern wegen schlechter Haltungsbedingungen auf einer Farm in der Nähe von Wellington umgekommen seien. Auf der Farm waren um die 150 Tiere untergebracht, die im Film mitspielen, u.a. Pferde, Ziegen, Hühner und Schafe.

Laut den Tierpflegern hat es auf der Farm regelrechte „Todesfallen“ für die Tiere gegeben: Felsvorsprünge, Senken oder auch kaputte Zäune. Obwohl sie die Filmproduzenten über diese Mängel informiert hätten, habe niemand darauf reagiert. Einige Zäune haben die Pfleger angeblich selbst geflickt, aber sie hätten nicht genug tun können, um die Sicherheit der Tiere zu gewährleisten. Ein Sprecher von Regisseur Peter Jackson hat zugegeben, dass der Tod von zwei Pferden hätte verhindert werden können. Doch für andere Todesfälle soll es „natürliche“ Ursachen gegeben haben. Die Produktionsfirma will die Unterbringung der Tiere außerdem nachgebessert haben.

Aufgrund dieser Vorfälle haben Tierschützer zu Protesten bei den „Hobbit“-Premieren in Neuseeland, Großbritannien und den USA aufgerufen.

 

Sushi am Stiel

Ab und zu lohnt es sich ja,  hier im Blog einen Film zu empfehlen. Das möchte ich nach längerer Zeit heute mal wieder tun, auch wenn es sich nicht um einen Tierfilm im herkömmlichen Sinn handelt.

Aus der Tradition der japanischen Küche heraus hat Sushi die Welt erobert. Der Siegeszug der ebenso schmackhaften wie gesunden Häppchen mit rohem Fisch und Reis ist nicht mehr zu stoppen. Doch was steckt hinter dem globalen Sushi-Boom? Dieser Frage geht Mark S. Hall in seinem Dokumentarfilm „Sushi – the Global Catch“ nach, der am 7. Juni in den deutschen Kinos startet (nebenstehendes Foto: Neue Visionen Filmverleih).

Japanische Köche zelebrierten die Zubereitung von Sushi und Sashimi einst als Kunst. Sie schufen Kreationen, bei denen Fisch und Reis eine Einheit bildeten. Die Ausbildung zum Sushi-Chef dauerte Jahre, und der Fisch, den sie verwendeten, zeichnete sich durch höchste Qualität aus. So läuft das heute nur noch in Restaurants der Spitzenklasse. Mittlerweile hat sich weltweit ein Industriezweig entwickelt, der Sushi zu Massenware gemacht hat: Sushi zum Mitnehmen, Sushi am Stiel, Sushi als Fastfood oder in Klarsichtfolie abgepackt im Supermarkt.

Spätestens seit in Ländern wie Indien und China die Nachfrage nach Sushi unaufhaltsam steigt, gibt es ein globales Problem, dessen Folgen noch gar nicht richtig absehbar sind: Der Bestand der großen Thunfischarten ist seit den 1950er Jahren um 90 Prozent geschrumpft. Vor allem die verschiedenen Arten des Blauflossenthunfischs sind vom Aussterben bedroht. Auf dem berühmten Tsukiji-Fischmarkt in Tokio wurde ein einziger Fisch bereits zum Preis von 700 000 US-Dollar versteigert. Wissenschaftler sagen voraus, dass die Weltmeere in 35 Jahren leergefischt sein werden und ihr ökologisches Gleichgewicht zerstört sein wird.

Kann der einzelne Verbraucher etwas dagegen tun, wenn ganze Regierungen dieser katastrophalen Entwicklung offenbar machtlos zusehen? Mark S. Hall holt in seinem Dokumentarfilm (Originalfassung mit Untertiteln) Restaurantbesitzer vor die Kamera, Meeresbiologen, Forscher, Vertreter von Umweltschutzorganisationen und Fischer. Er lässt einen Restaurant-Chef zu Wort kommen, der in San Francisco Sushi mit alternativen Fischarten anbietet und damit einen Riesenerfolg bei den Gästen gelandet hat. Er stellt Listen verschiedener Verbände vor, die den Konsumenten informieren, welche Fische er bedenkenlos essen kann und auf welche er lieber verzichten sollte.

Thunfischfarmen an der australischen Küste könnten eine Alternative zum Thunfisch-Wildfang bilden: Junge Thunfische werden aus dem Meer gefangen und gemästet. Der aus Deutschland stammende, in Australien lebende, Hagen Stehr betreibt ein Institut, in dem er Blauflossenthunfische zum Laichen bringt. Er versucht nun, die Fische an Futter aus Getreide und Pflanzenöl zu gewöhnen, um die Population der Beutefische nicht zu gefährden. Auch solche Hoffnungsschimmer beleuchtet der Film. Er besticht insgesamt durch seine nüchterne Bestandsaufnahme, die umso deutlicher vor Augen führt, dass etwas geschehen muss, wenn wir das Leben in den Ozeanen der Welt retten wollen.

Der Ruf der Wale

In Deutschland läuft jetzt der Film „Der Ruf der Wale“ an. Er schildert eine spannende Rettungsaktion für drei Grauwale, die sich 1988 tatsächlich so abgespielt haben soll. Ein Film, der auf uns sicher an manchen Stellen etwas sehr amerikanisch (sprich: kitschig) wirken mag in seiner Machart, der aber die Konflikte zwischen Natur- und Tierschutz auf der einen Seite und politischer Gier nach Macht und den Interessen der Erdölindustrie auf der anderen Seite ganz anschaulich darstellt. Und ein Familienfilm, bei dem es keine Altersbeschränkung gibt und den sich tatsächlich die ganze Familie anschauen kann.

Denn auch im Film geht es um eine Familie, keine menschliche allerdings, sondern eine Familie von Grauwalen, deren Namen uns irgendwie bekannt vorkommen: Fred, Wilma und Baby Bamm-Bamm. Familie Feuerstein lässt grüßen. Die drei wollen vom äußersten Norden der USA in wärmere Gefilde ziehen, werden dabei aber vom Eis eingeschlossen. Das ist die Chance für Reporter Adam (John Krasinski), der im lokalen Fernsehsender über das Schicksal der Walfamilie berichtet. Schließlich verfolgen Millionen von Zuschauern gebannt Adams anrührende Fernsehberichte mit Bildern, die mitten ins Herz der Fernsehzuschauer treffen: durch Eislöcher verzweifelt nach Luft schnappende Wale, deren Schicksal besiegelt zu sein scheint. Wenn – ja wenn nicht eine große Rettungsaktion ins Leben gerufen wird, die den drei Meeresbewohnern aus ihrer verzwickten Lage heraushilft.

Da stehen dann – wie immer in den USA, wenn es hart auf hart geht – Gute und Böse zusammen und tun ihr Bestes: von der Greenpeace-Aktivistin (Drew Barrymore) über den kleinen Inuit-Jungen und den Öl-Tycoon bis zum Präsidenten, der auf diese Weise nebenbei sein angeknackstes Image aufpolieren kann. Und sogar der kommunistische Erzfeind in Gestalt eines sowjetischen Eisbrecher-Schiffes – der Film spielt schließlich noch zu Zeiten des Eisernen Vorhangs – darf sein Scherflein zur dramatischen Rettung beitragen.

Ein modernes Märchen für Tierfreunde und Naturschützer, das die Botschaft vermittelt: Gemeinsam sind wir stark und können Gutes tun.

 

Oscar für Tiere – nein danke!

Dass Jack-Russell-Terrier meine Lieblingshunde sind, habe ich ja in meinem Blog schon verraten, etwa hier. Deshalb werde ich natürlich auf jeden Fall in den Film „The Artist“ gehen, in dem Jack Russell Uggie mitspielt. Uggie ist allerdings ein Rauhhaar-Jack-Russell, ich persönlich ziehe Glatthaar-Jacks vor. Aber egal.

Der knapp zehnjährige Uggie stammt aus dem Tierheim. Dort hat ihn sein Trainer vor Jahren rausgeholt und Erstaunliches mit dem nur acht Kilo schweren Hündchen zustandegebracht. Bei den französischen Filmfestspielen in Cannes hat Uggie sogar schon den „Palm-Dog Award“ bekommen, eine tierische Auszeichnung, die sich auf die in Cannes verliehene „Goldene Palme“ bezieht.

Nachdem „The Artist“ bereits bei den diesjährigen „Golden Globes“ abgesahnt hat und die als richtungsweisend für die „Oscars“ gelten, gibt es nun eine Kampagne in der Internet-Gemeinde: Uggie soll einen Oscar kriegen für seine tolle schauspielerische Leistung, auch wenn er „nur“ ein Tier ist. Oscars für Tiere aber sind – zumindest bislang – noch undenkbar. Deshalb kämpft nun die Bewegung „Consider Uggie“ dafür, dass sich das ändert.

In den USA gibt es zwar (fast) nichts, was es nicht gibt. Also halte ich es auch nicht für ausgeschlossen, dass der Tier-Oscar doch noch eingeführt wird. Aber – bei aller Tierliebe – halte ich das für Humbug. Meiner Meinung nach reicht es völlig aus, wenn Uggie demnächst das „Goldene Halsband“ gewinnt, einen von der Zeitung „Dog News Daily“ gestifteten Preis, für den Uggie bereits nominiert ist. Die Entscheidung darüber fällt 13 Tage vor der Oscar-Verleihung, die am 26. Februar über die Bühne geht. Mal sehen, was sich die Uggie-Fans bis dahin noch so einfallen lassen.

Sie wurde beinahe selbst zum Tier

Heute würde eine Frau 80 Jahre alt, die Tiere so liebte, dass sie ihr Leben für sie opferte: Dian Fossey, die Autorin des berühmten Buchs „Gorillas im Nebel“, das Michael Apted 1988 mit Sigourney Weaver in der Hauptrolle verfilmt hat (siehe Foto).

Fossey wurde am 16. Januar 1932  in San Francisco geboren und wollte eigentlich Tierärztin werden. Aber ihre Noten in den naturwisenschaftlichen Fächern am College waren nicht gut genug. So wurde Fossey zunächst Bewegungstherapeutin. Ihr Leben veränderte sich, als sie 1963 erstmals einen Vortrag über Berggorillas hörte, den der berühmte Anthropologe Louis Leakey hielt. Fossey hatte Blut geleckt und reiste nach Ostafrika, um selbst bei Forschungen über diese Tiere mitzuarbeiten. Was sie dort sah, versetzte ihr einen regelrechten Schock: Gorillas wurden von Wilderern regelrecht abgeschlachtet, Gorilla-Babys waren wahre Goldgruben für die Wilderer, die sie für teures Geld weiterverkauften.

Fossey kämpfte für eine finanzielle Unterstützung, um ein Forschungsprojekt mit den faszinierenden Menschenaffen starten zu können und rief 1967 in den Virunga Mountains (Ruanda) ein Foschungszentrum ins Leben – in 3000 Metern Höhe, in einer unwirtlichen, nebligen Gegend, in die sich die Berggorillas zurückgezogen hatten.

Fossey machte sich an die Beobachtung der Tiere, und es gelang ihr schließlich, direkt in Kontakt mit ihnen zu kommen. Sie lebte mit den Tieren zusammen und imitierte ihr Verhalten, bis die Gorillas sie schließlich in ihrem Verband akzeptierten. Im Laufe von 18 Jahren entwickelte sie tiefe Gefühle für die Tiere und entfernte sich gleichzeitig immer mehr von den Menschen.

Fossey konte nachweisen, dass Berggorillas mitnichten die grausamen Bestien waren, als die sie verschrieen waren, sondern vielmehr in sozialen Verbänden friedlich zusammenleben und sich besonders liebevoll um die Aufzucht ihres Nachwuchses kümmern. Das alles legte sie 1983 in ihrem Buch „Gorillas im Nebel“ dar; 1974 hatte sie bereits den Doktor in Zoologie an der Universität von Cambridge gemacht.

Doch trotz ihrer neuen wissenschftlichen Erkenntnisse schaffte Fossey es nicht, der Wilderei ein Ende zu bereiten – obwohl sie mit aggressiven Mitteln dagegen vorzugehen versuchte. Fossey machte sich damit äußerst unbeliebt, auch bei den Einwohnern in der Gegend ihrer Forschungsstation, weil sie sich weigerte, dort den Weg für Öko-Tourismus zu ebnen, der Geld ins Land gebracht hätte. Sie wurde immer wieder bedroht, nahm die Drohungen aber im Kampf für die Gorillas in Kauf. Am 27. Dezember 1985 wurde Dian Fossey von einem Mitarbeiter ihrer Station mit zertrümmertem Schädel neben ihrem Bett liegend tot aufgefunden. Der Mord wurde nie ganz aufgeklärt.

Dian Fossey hatte verfügt, auf dem Gorillafriedhof begraben zu werden. Dort liegt sie – neben ihrem einstigen Lieblingsgorilla, dem Gorilla-Mädchen Digit, zu dem sie eine besonders enge Beziehung entwickelt hatte.

 

Plagiate und falsche Rekorde

Es naht mit Riesenschritten, das Jahr 2012. Nach dem eher ernsten Rückblick auf das alte Jahr vor ein paar Tagen soll es in meinem Blog heute, der Silvesterlaune entsprechend, mit einigen eher amüsanten Tiergeschichten von 2011 zu Ende gehen.

Irgendwie war es das Jahr der Plagiate. Karl Theodor hat es vorgemacht – und er hat auch in der Tierwelt Nachahmer gefunden. Nehmen wir zum Beispiel einen berühmten Schimpansen, respektive Schimpansendame: Cheetah aus den Tarzan-Filmen der 30er Jahre. Kürzlich lief die Meldung über die Nachrichtenagenturen, der Affe sei im biblischen Alter von 80 Jahren gestorben – echt rekordverdächtig, denn normalerweise werden diese Menschenaffen in menschlicher Obhut höchstens 60 Jahre alt. Das Foto entstand kurz vor dem Tod von Cheetah.

War das tote Schimansenweibchen tatsächlich die Filmpartnerin von Johnny Weissmüller in den 30er und 40er Jahren, wie in diesem Video zu sehen? Und schreibt sie sich nun mit oder ohne H am Ende? – Fest steht nur, dass eine ganze Reihe von Schimpansen diese Rolle übernommen haben, von denen schon in den 1930er Jahren einer das Zeitliche segnete. Die Besitzerin der jetzt gestorbenen Cheetah, die ein Menschenaffen-Altersheim an der Golfküste Floridas leitet, hat angegeben, ihre Großeltern hätten Cheetah ungefähr 1960 von Johnny Weissmüller bekommen. Beweisen kann sie das allerdings nicht. Sie selbst ist 51 Jahre alt und behauptet, sie kenne das Tier schon, solange sie lebe, und als sie selbst noch ein Kleinkind war, sei Cheetah bereits ein ausgewachsener Schimpanse gewesen. Sollte das nicht stimmen, wäre es nicht die erste Cheetah-Fälschung. Denn bereits im Jahr 2008 war in Kalifornien der Tod von Tarzan-Cheetah gemeldet worden. Ein Journalist der „Washington Post“ kam aber dahinter, dass dieses Tier erst um 1960 geboren worden war.

Einen Rekord, der nicht lange hielt, gab es 2011 auch in Australien. Dort schaffte es „Cassius Clay“ mit seinen fast fünfeinhalb Metern als größtes in Gefangenschaft lebendes Krokodil ins Guinness-Buch der Rekorde. Doch der Stolz währte nur kurze Zeit: Mittlerweile wurde auf den Philippinen ein Krokodil gefangen, das Cassius Clay um 90 Zentimeter überragt!

Wagen wir zum Schluss einen Blick in die Zukunft. Da befürchte ich schon die nächste tierische Fälschung. Und zwar in Zusammenhang mit dem Pinguin Happy Feet – Sie wissen schon, der Pinguin, der im Sommer Tausende Kilometer entfernt von seiner Heimat in der Antarktis vor Neuseeland gestrandet war, schwach und krank, weil er beim Fressen Sand mit Schnee verwechselt hatte. Als er wieder gesundet war, rüstete man ihn mit einem Peilsender aus und ließ ihn frei. Das Tier sollte auf dem Rückweg in seine Heimat geortet werden können. Der Kontakt riss aber bald ab, aus welchen Gründen auch immer. – Wetten, dass Happy Feet im neuen Jahr irgendwo wieder auftaucht? Spätestens aus dem Sommerloch 2012, als Ersatz für das Ungeheuer von Lochness, das dieses Loch in früheren Zeiten zu füllen pflegte?

Aber bis dahin liegt noch ein halbes Jahr vor uns. Sehen wir zu, dass es tierisch gut wird!