Daumen hoch und runter für Tiere in Bayern

Gute und schlechte Nachrichten hat der Landesbund für Vogelschutz heute vermeldet, die ich unbedingt an meine Leser weitergeben möchte. Es geht um Gewinner und Verlierer im Tierreich Bayerns, die der LBV jetzt wieder ausgemacht hat. Demnach zählen die Fledermausart „Große Hufeisennase“ (Foto: Rudolf Leitl/LBV/dpa) und der Weißstorch in Bayern zu den Gewinnern, weil ihnen Naturschutzprojekte zugutekamen. Verlierer sind laut LBV Igel, Birkhühner und Insekten.

Sehr erfreulich ist, dass es der stark bedrohten Großen Hufeisennase in Bayern immer besser geht: Eine Kolonie dieser, wie ich finde, niedlichen Tiere – es sind die letzten Vertreter dieser Art in Deutschland –  ist in der Oberpfalz innerhalb von fünf Jahren von 67 auf 184 Exemplare gewachsen. Einer der Hauptgründe dafür ist der Insektenreichtum auf den pestizidfreien Flächen des Truppenübungsplatzes Hohenfels.

Der Bestand von Igeln, Birkhühnern und Schwebfliegen geht laut LBV hingegen zurück. Der alarmierende Schwund der Insekten im allgemeinen ist ja bekannt, bei den Schwebfliegen wurde in manchen Regionen ein Verlust von 27 Prozent der Arten und 84 Prozent der Individuen festgestellt. Und auch den Igeln im Freistaat – genauer gesagt handelt es sich um  Braunbrustigel – geht es an die Substanz. Für sie gibt es immer weniger Hecken als Rückzugsmöglichkeit. Der Einsatz von Chemie in der Landwirtschaft tut sein Übriges: Die insektenfressenden Igel finden dadurch nicht mehr genug Nahrung. Und noch einen Verlierer gibt es laut LBV: das Birkhuhn. Dem geht es speziell durch die Herausnahme des Riedberger Horns aus der strengsten Schutzzone in den Alpen an den Kragen, denn dort lebt die größte Birkhuhn-Population im Allgäu. – Tja, da kann man sehen, wohin es führt, wenn man nur nach wirtschaftlichem Gewinn strebt, statt die Alpen so weit wie möglich als Lebensraum für Tiere und Pflanzen zu schützen.

Stadtwohnungen für Fledermäuse

ZwergfledermausDas vergisst man schnell: Auch Fledermäuse sind Stadtbewohner. Aber diese Tiere haben es in Stadtgebieten immer schwerer – sie finden nämlich kaum noch passende Quartiere. Normalerweise bewohnen Fledermäuse morsche oder kaputte Bäume. Doch in städtischen Grünanlagen müssen solche Bäume meist wegen der Verkehrssicherung entfernt werden. Was kann man also tun, um Fledermäusen wieder mehr „Stadtwohnungen“ zu bieten? In Nürnberg gibt es da jetzt ein Projekt, das mir ausnehmend gut gefällt und das gemeinschaftlich von der Regierung von Mittelfranken, dem Service Öffentlicher Raum (SÖR), der Beruflichen Schule für Holztechnik und der Fledermausbeauftragten des Bayerischen Landesamtes für Umwelt durchgezogen wird: Fledermauskästen für den öffentlichen Raum. 20 solcher Kästen werden von den Berufsschülern gebaut.

Das Konzept dieser neuartigen Fledermauskästen stammt aus den USA. Sie bestehen aus zwei Kästen, die in Spalten aufgeteilt sind, und werden in rund drei Metern Höhe angebracht. Neu an den Kästen ist, dass sie mehrere Wohneinheiten in einem Kasten und damit Platz für viele Tiere bieten. Außerdem kann man sie von unten gut einsehen und so den Tierbestand gut kontrollieren. Die Fledermauskästen werden in Nürnberg zum Beispiel am Dutzendteich, im Volkspark Marienberg oder auf der Hallerwiese aufgestellt.

In Nürnberg sind übrigens 16 verschiedene Fledermausarten nachgewiesen. Ob sich alle in den neuen  Kästen heimisch fühlen, wird sich herausstellen. Den Zwergfledermäusen (auf obigem Foto zu sehen) gefällt diese neue Art von Quartier jedenfalls –  die ersten sind nämlich schon eingezogen!

Zum 19. Mal: Europäische Fledermausnacht

Fledermaus
In der Nacht von Samstag auf Sonntag findet zum 19. Mal die Europäische Fledermausnacht statt. Für diesen Termin haben Tierschützer an vielen Orten Veranstaltungen rund um die Fledermäuse geplant, beispielsweise Nachtwanderungen, bei denen man Gelegenheit hat, diese Tiere zu beobachten.

In Bayern leben 25 verschiedene Fledermausarten. In der Mitte des letzten Jahrhunderts gab es bei uns noch wesentlich mehr von diesen Tieren als heute. Der Rückgang der Tiere hat verschiedene Ursachen, unter anderem die intensive Landwirtschaft mit Pestiziden, die den Fledermäusen die Nahrungsgrundlage entzogen hat. Fledermäuse finden außerdem immer weniger geeigneten Lebensraum. So ist die Bestandszahl seit den 1950er Jahren um rund 90 Prozent zurückgegangen. In 80er Jahren begannen die Bestände sich langsam wieder zu erholen. Wie viele Tiere gegenwärtig in Bayern leben, ist unbekannt. Die einzige Art, bei die Experten eine Schätzung wagen, ist das Große Mausohr. Bei dem geht man von rund 135 000 Tieren im Freistaat aus. Möglicherweise gibt es von der Zwergfledermaus noch mehr Exemplare.

Bei zehn der bei uns vorkommenden 25 Arten gibt es laut der nordbayerischen Koordinationsstelle für den Fledermausschutz eine positive Tendenz. Vom Aussterben bedroht sind aber nach wie vor die Kleine und die Große Hufeisennase. In Bayern gibt es von der Kleinen Hufeisennase nur noch etwa 300 Exemplare. Bei der Großen Hufeisennase sind es um die 150; sie leben in Hohenburg in der Oberpfalz, und es sind die letzten ihrer Art in Deutschland.

Es gibt aber auch gute Nachrichten in Sachen Fledermäuse: Vor drei Jahren wurde die Nymphenfledermaus in Bayern entdeckt. Diese Art ist besonders anspruchsvoll, was ihren Lebensraum anbelangt. Sie braucht alte feuchte Eichenwälder zum Überleben. Weil Fledermäuse haben es gern warm haben, kommen in Südbayern mehr verschiedene Arten vor als im Norden des Freistaats: 25 sind es in Südbayern, 21 in Nordbayern.

Windkraft killt Fledermäuse

WindräderDas ist ein Thema, bei dem ich sehr zwiegespalten bin: Eigentlich finde ich Strom aus Windkraft natürlich gut. Doch dass in den Rotorblättern dieser Windräder jedes Jahr Tausende von Fledermäusen den Tod finden, ist die Schattenseite der Medaille. Nun haben Fachleute des in Berlin ansässigen Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung herausgefunden, dass nicht nur die bei uns heimischen Fledermäuse auf diese Weise gekillt werden, sondern auch verschiedene Fledermausarten, die in Nordosteuropa leben und sich im Herbst in ihre Winterquartiere im Süden aufmachen und dabei Deutschland durchqueren.

Die Forscher haben dafür Große Abendsegler untersucht, die in Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen tot bei Windkraftanlagen gefunden wurden, und zwar in einem Zeiteaum von zehn Jahren. Haarproben der toten Tiere gaben Aufschluss über ihre Herkunft: Die Proben gelten als „geografischer Fingerabdruck“ und zeigten, dass über ein Viertel der getöteten Tiere aus Gebieten wie dem Baltikum, Russland, Weißrussland und Polen stammte. Die Fledermäuse sind den Wissenschaftlern zufolge nicht in der Lage, die schnellen Umdrehungen der Rotorblätter wahrzunehmen, um ihnen ausweichen zu können. Mit der traurigen Folge, dass die Tiere erschlagen werden, dass sie schwere Knochenbrüche davontragen oder dass durch den hohen Luftdruck innere Organe zerfetzt werden.

Fledermäuse gehören zu den laut Naturschutz streng geschützten Arten – sowohl die bei uns heimischen Arten als die anderen in Europa vorkommenden. Deshalb weisen die Forscher zu Recht auf die Verantwortung hin, die Deutschland gegenüber diesen Tieren hat. Besonders schlimm ist es, dass ausgerechnet junge und weibliche Fledermäuse die größte Zahl der Todesopfer ausmachen. Denn das wirkt sich natürlich sehr schlecht auf die gesamte Population aus. Die Wissenschaftler sind sich allerdings nicht einig darüber, wie viele Fledermäuse jedes Jahr an deutschen Windrädern zu Tode kommen. Die geschätzte Zahl reicht von einigen Tausend bis weit über 100 000. Aber auf jeden Fall ist jedes tote Exemplar eines zu viel.

Die Forscher haben sich bei diesem Problem nicht damit begnügt, auf die traurige Tatsache hinzuweisen. Sie haben auch versucht, einen Ausweg zu finden. Der Tipp der Wissenschaftler ist folgender: Die Windräder sollten sich nur bei wirklich kräftigem Wind drehen, denn bei solchen Verhältnissen fliegen die Fledermäuse nicht. Inwieweit dieser Vorschlag zu realisieren ist, kann ich allerdings nicht beurteilen. Aber einen Versuch wäre es jedenfalls wert.

Von Menschen und Fledermäusen

Was haben Menschen mit Fledermäusen gemeinsam? – Nein, Blutsauger sind Fledermäuse nicht, bei Menschen dagegen kommen solche Exemplare durchaus vor. Also vielleicht das: Fledermäuse sind Nachtschwärmer, und die gibt es bei Homo sapiens auch. Die Antwort, die ich gern hätte, lautet aber anders: Menschen und Fledermäuse verhalten sich ähnlich bei Meinungsunterschieden in der Gruppe. Das haben Forscher der Uni Greifswald in einer Studie herausgefunden.

Dafür simulierten die deutschen und schweizer Wissenschaftler Konfliktsituationen in wilden Kolonien von Bechsteinfledermäusen: Die Forscher sandten verschiedene Störsignale aus, wenn die Fledermäuse ihr nächstes Tagesquartier aussuchten. Auf diese Weise wurde den Tieren vermittelt, dass bestimmte Fledermauskästen sich für diesen Zweck nur schlecht eignen. Bei leichten Störsignalen konnten sich die Gruppenmitglieder noch einigen, bei starken Störungen entstand unter ihnen ein starker Interessenkonflikt. Den konnten die Tiere nur lösen, indem sich einzelne von der Gruppe trennten. So spaltete sich die Kolonie für einige Tage in unterschiedliche Lager auf. – Kommt mir irgendwie bekannt vor, das Ganze!

Folgenden Schluss ziehen die Wissenschaftler aus ihren Versuchen: Mit der Studie wurde erstmals an Säugetieren im Freiland nachgewiesen, dass das Resultat von Gruppenentscheidungen abhängig ist von der Stärke des Interessenkonflikts zwischen den Tieren. Je stärker der Konflikt, umso weniger sind einzelne Mitglieder der Kolonie zu Kompromissen bereit und trennen sich lieber. – Da wiederum können wir Menschen noch einiges von den Fledermäusen lernen!

Fledermaus-Paradies Plankstetten

Heute habe ich eine Nachricht, die alle Fans von Fledermäusen freuen wird. Das Kloster Plankstetten in der Oberpfalz macht nämlich seinem Ruf als ökologischer Musterbetrieb alle Ehre und heißt Fledermäuse auf eine ganz besondere Art willkommen. Wie das? Ganz einfach: Die Benediktinerabtei wird gerade saniert. Dabei hat man darauf geachtet, eigens Einflugöffnungen für Fledermäuse im Dach zu schaffen und auch Hangplätze für die Tiere einzurichten. Na, wenn das kein toller Service ist! Der Orden verweist stolz auf eine der größten Wochenstuben von Fledermäusen in der Oberpfalz mit bis zu 1000 Tieren.

Die Generalsanierung des denkmalgeschützten Konventgebäudes von Plankstetten soll im Sommer abgeschlossen werden. Während der Arbeiten hat man trotz strenger Auflagen des Denkmalschutzes darauf geachtet, das barocke Gebäude ökologisch und energieeffizient zu sanieren. Das Kloster gilt völlig zu Recht als Öko-Vorzeigekloster in Deutschland.

Fledermausnacht im Tiergarten

Fledermäuse sind faszinierende Tiere. Bei uns in Europa haftete diesen fliegenden Säugetieren jahrhundertelang etwas Dämonisches an. Geschichten um blutsaugende Vampire beflügelten Schriftsteller und Filmemacher. Ich gebe gerne zu, dass mich Graf Dracula schon immer gefesselt hat; dagegen bin ich kein großer Fan von Batman.

Das Thema Fledermäuse gibt aber auch unter wissenschaftlichen Aspekten eine Menge her. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass weltweit ungefähr 900 verschiedene Fledermausarten verbreitet sind, in Europa immerhin noch 40. Allerdings tauchen von den in Deutschland lebenden Arten bereits 17 als gefährdet auf der Roten Liste auf. Um zum Schutz dieser Tiere aufzurufen, veranstalten Natur- und Artenschutzverbände regelmäßig Informationsveranstaltungen. Die bekannteste ist bei uns wohl die „Europäische Fledermausnacht“, die traditionell Ende August stattfindet. Viele Veranstalter wählen aber auch andere Termine.

So auch der Tiergarten Nürnberg. Er organisiert eine Fledermausnacht am kommenden Dienstag, 2. Oktober, von 18 bis 22 Uhr. Das Motto lautet „Nicht alle Fledermäuse fressen Insekten – Besuch bei den Blütenfledermäusen im Tiergarten“. (Eine Blütenfledermaus ist auch auf dem Foto oben zu sehen.) Dazu gibt es Vorträge im Naturkundehaus, bei denen man Einblick in das Leben der Fledermäuse bekommt. Es wird auch erklärt, wie das Echoortungssystem der Fledermäuse funktioniert, und man kann dank moderner Technik Fledermausrufe live hören. Im Manatihaus (in dem Haus der Lagune, in dem die Seekühe untergebracht sind) haben die Besucher Gelegenheit, Blütenfledermäuse selbst zu erleben. Sicher gibt es dabei spannende Begegnungen mit den kleinen Nachtschwärmern.

Ab 17 Uhr gilt im Tiergarten der ermäßigte Eintrittspreis, mit dem auch der Besuch der Veranstaltungen der Fledermausnacht möglich ist. Im Naturkundehaus und im Manatihaus ist für ein gastronomisches Angebot gesorgt.

 

Sex mit tödlichem Ausgang

Normalerweise dient Sex im Tierreich ja der Fortpflanzung. Bei Stubenfliegen allerdings kann er zum Gegenteil führen und tödlich enden: Stubenfliegen bei der Kopulation werden besonders leicht zum Opfer von hungrigen Fledermäusen.

Das haben Biologen herausgefunden, die vier Jahre lang das Verhalten von Fliegen und Fledermäusen in einem Stall beobachtet und gefilmt haben. Beim Sex geben die Fliegen ein typisches Summen ab – wahrscheinlich entsteht es durch das Flügelschlagen des Männchens. Das wird ihnen schließlich zum Verhängnis. Denn es macht an der Wand sitzende Fliegen für das Ortungssystem der Fledermäuse überhaupt erst „sichtbar“. Es verrät den Fledermäusen die genaue Position der Fliegen, und die Fledermäuse stürzen sich natürlich gleich auf beide Partner, um sie sich schmecken zu lassen. (Das Foto von Stefan Greif/Max-Planck-Institut für Ornithologie zeigt zwei Fransenfledermäuse.)

Bei den Experimenten der Wissenschaftler kam es bei fast 25 Prozent der Fliegenpaarungen zu einem tödlichen Ausgang. Die Forscher gehen davon aus, dass die Fledermäuse die Fliegen auch im Freien mit dieser bewährten Methode aufspüren und verspeisen. Dabei dürfte ihnen zupass kommen, dass Tiere bei der Kopulation weniger aufmerksam sind als sonst und auch deshalb zu einer leichten Beute für die Jäger werden. – Tja, die Natur kann ganz schön grausam sein!

 

Sind Sie ein Fledermaus-Fan?

Fledermäuse sind für mich faszinierende Tiere. Manchmal im Sommer, wenn ich spätabends auf dem Balkon sitze, fliegt eine ganz haarscharf an mir vorbei. Leider – denn beobachten kann man sie so natürlich nicht.  Aber wenn man das unbedingt möchte, hat man dazu beispielsweise im Tiergarten Nürnberg im neuen Manatihaus Gelegenheit: Dort leben Blütenfledermäuse; allerdings kommt diese Art in freier Natur nicht bei uns vor, sondern auf dem amerikanischen Kontinent. Was da nachts auf dem Balkon an mir oder Ihnen/Euch vorbeischwirrt, sind Tiere, die einer anderen Fledermausgruppe angehören.

Wer heimische Fledermäuse gerne anlocken möchte, um ihnen vielleicht ein wenig länger als den kurzen Moment des Vorbeiflugs näher zu sein, kann seinen Garten so für die Tiere herrichten, dass sie sich gern dort niederlassen. Das bringt auch ökologisch gesehen eine Menge Vorteile. Fledermäuse verdrücken massenweise Insekten – 1000 bis 3000  pro Nacht, das  macht ungefähr ein Drittel ihres eigenen Körpergewichts aus. Und Fledermaus-Kot eignet sich hervorragend als Gartendünger. Man kann ihn übrigens ganz leicht erkennen: kleine Kügelchen, sie liegen oft auf einem Haufen.

Und so macht man es Fledermäusen im eigenen Garten richtig gemütlich: Man pflanzt Brennesseln oder lässt diejenigen, die dort sowieso schon wachsen, einfach stehen. Aber auch andere Blütenpflanzen eignen sich, zum Beispiel Hasel, Himbeere, Brombeere, Apfel- oder Zwetschgenbaum, Weißdorn oder Schlehe. Wegen der Insekten ist es nur wichtig, dass es heimische Pflanzen sind – mit einer Ausnahme: dem Schmetterlingsstrauch (Buddleja). Der stammt zwar aus Asien, zieht aber so viele Schmetterlinge an, dass sich Fledermäuse wie im Schlaraffenland fühlen. Die Jäger der Nacht lieben auch Gartenteiche, an denen ebenfalls besonders viele Insekten beheimatet sind.

Echte Fledermaus-Fans können noch mehr tun: Ein „Fledermausbeet“ im Garten mit Pflanzen, die nachts ihre Blüten öffnen und stark duften, ist das wahre Paradies für Batman & Co. Zu diesen Pflanzen gehören etwa Goldlack, Abendduft-Leimkraut, Rote Lichtnelke, aber auch Wilder Majoran, Minze, Holunder oder Salbei.

Und dann gibt es natürlich auch noch Nisthilfen für Fledermäuse. Im Gegensatz zu denen für Vögel befindet sich das Einflugsloch unten. So können die Tiere in dem Nistkasten kopfüber an der Decke hängen. Es gibt unterschiedliche Modelle von Nisthilfen, die eher für Bäume oder Hauswände geeignet sind.

 

 

 

Fledermäuse mögen keinen Regen

Fledermäuse sind faszinierende Tiere, über die immer wieder interessante Neuigkeiten veröffentlicht werden. Jetzt haben Wissenschaftler herausgefunden, warum Fledermäuse nicht gerne bei Regen fliegen.

Mit dieser Frage haben sich Mitarbeiter des Berliner Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung beschäftigt. In der Forschung war man bisher davon ausgegangen, dass Fledermäuse bei Regen nicht genügend Beute fangen können oder dass ihr hochsensibles Echo-Ortungssystem dann nicht richtig funktioniert.

Jetzt sind die Wissenschaftler aber zu einem anderen Ergebnis gekommen: Fledermäuse mit nassem Fell brauchen viel mehr Energie beim Fliegen. Auch die Aerodynamik beim Flug verändert sich, was zu weiterem Energieverbrauch führt.

Und so haben die Forscher des Leibniz-Instituts das herausgefunden: Sie beobachteten Fledermäuse, die zur Familie der Blattnasen gehören, in einem großen Käfig und ließen sie dort fliegen –  mit trockenem Fell, mit feuchtem Fell und bei künstlichem leichten Regen. Dabei bestimmten die Wissenschaftler jeweils den Energieverbrauch der Tiere durch Messung des Kohlenstoff-Isotops C13 in der Atemluft. Mit nassem Fell brauchten die Fledermäuse doppelt so viel Energie fürs Fliegen wie mit trockenem – höchstwahrscheinlich, weil sie mit nassem Fell so viel Körperwärme verlieren, dass sie zusätzliche Energie aufbringen müssen, um ihre Körpertemperatur auf gleichem Niveau zu halten.

Letztlich rentiert es sich für die Fledermäuse also nur dann, bei Regen zu fliegen, wenn sie genügend Futter finden oder jagen, um den höheren Bedarf an Energie wieder auszugleichen.