Tierisch gute Idee der Frankfurter Polizei

PolizeigiraffeBei all dem derzeitigen Gerede über verschärfte Sicherheitsmaßnahmen bei Großveranstaltungen und den Überlegungen, wie sie realisierbar wären, lässt diese Pressemitteilung der Frankfurter Polizei aufhorchen – einfach weil sie zeigt, dass man sich auch bei der aktuellen miesepetrigen Stimmung den Humor bewahren kann. Hier die Nachricht: Die Polizei in Frankfurt testet ab heute Giraffen für die Videoübertragung bei Großveranstaltungen. Das bietet sich in einer Stadt mit einem Traditions-Zoo wie dem Frankfurter eigentlich geradezu an – aber man muss doch erst mal drauf kommen!

Die erste Polizei-Giraffe – sie heißt Horst – ist ab heute  im Dienst. Künftig soll sie bei allen Großveranstaltungen – das sind in Frankfurt immerhin um die 1500 pro Jahr – zum Einsatz kommen, um ihre wesentlich kürzer geratenen menschlichen Polizeikollegen bei der Arbeit zu unterstützen. Durch ihren langen Hals ist die Giraffe geradezu prädestiniert für diese Aufgabe – sie hat ja von Natur aus den Überblick. Die Tiere bekommen bei ihrer Arbeit ein eigens für sie konstruiertes Kopf-Kamera-Geschirr. Über diese Vorrichtung werden die Bilder dann direkt in die Einsatzzentrale der Polizei übertragen.

„Es war ein langer Weg, bis wir die Giraffe in Dienst stellen konnten“, erzählt Giraffen-Führer POK Meerheim. Als erfahrener Hundeführer war es aus seiner Sicht nur logisch, dass die Polizei weiter in der Tierwelt nach geeigneter Unterstützung sucht, teilt die Frankfurter Polizei mit.

Ich finde die Idee gut – aber ich sehe es schon kommen, dass sich da wieder die altbekannten „Tierschützer“ dranhängen werden, weil Tierarbeit nicht mit den Tierschutzgesetzen vereinbar sei.

Hat diese Art bei uns eine Zukunft?

AufSie galt eigentlich schon als ausgestorben, doch nun gibt es einen Hoffnungsschimmer: Die Europäische Sumpfschildkröte, die von der Deutschen Gesellschaft für Hepterologie und Terrarienkunde zum „Reptil des Jahres 2015“ erklärt wurde, scheint gerettet. Forscher sehen für sie eine Zukunft, wenn ihre Gelegeplätze und ihr Gewässerumfeld gezielt geschützt werden – sie braucht also miteinander verbundene Biotope in großräumigen Landschaften ohne Verkehr. Die schwarzgrünen Tiere mit ihren gelben Sprenkeln und Strichen werden meist um 20 Zentimeter groß (Panzerlänge). Sie bevorzugen flache, stehende Gewässer mit vielen Pflanzen im Wasser und im Uferbereich. Diese Schildkröten benötigen frostfreie Quartiere zum Überwintern und Ablegen ihrer Eier. Die Jungtiere müssen in ihrem Bereich vor Feinden wie Füchsen, Wildschweinen oder Waschbären geschützt sein. Europäischen Sumpfschildkröten fressen Wasserinsekten, Würmer, Fische, Kaulquappen und Aas.

Es gibt sechs regionalspezifische Unterarten; ob die an ihren originalen Verbreitungsgebieten noch gerettet werden können, hängt auch vom Verantwortungsbewusstsein von Reptilienhaltern ab. Wenn sie ihre Tiere nämlich eigenmächtig einfach auswildern, kommt es zu einer genetischen Vermischung, zum Beispiel der mitteleuropäischen mit einer süd- oder westeuropäischen Unterart. Solche Aktionen sind nur im Zuge wissenschaftlich kontrollierter Projekte zulässig, wie sie etwa der Frankfurter Zoo durchführt: Dort wachsen junge Schildkröten ungefährdet ein paar Jahre heran und werden dann in den Rheinauen frei gelassen.

Diese Tierart hatte es schon seit dem Mittelalter nicht leicht, denn da kam sie während der Fastenzeit häufig auf den Tisch. Mit der traurigen Folge, dass sie schon im 18. und 19. Jahrhundert deutlich dezimiert war. Und dann ging´s weiter bergab mit ihren Beständen. Zuletzt war die Europäische Sumpfschildkröte nur noch in Brandenburg vertreten. Danach wurden auch im Westen und Südwesten Deutschlands wieder vereinzelt Exemplare gesichtet. Allerdings lässt sich nicht immer hundertprozentig sagen, ob es sich um Originale oder ausgewilderte Haustiere handelt. Sicher ist man bei Schildkröten, die in den hessischen Rheinauen und im Raum Germersheim entdeckt wurden, weil bei ihnen der genetische Nachweis erbracht werden konnte.

Hommage an Bernhard Grzimek

Wenige Wochen vor seinem 106. Geburtstag – geboren wurde er am 24. April 1909 – kehrt er ins Fernsehen zurück: der  große Bernhard Grzimek. Natürlich nicht er selbst, schließlich ist er schon 1987 gestorben. Grzimek ist in Person des Schauspielers Ulrich Tukur zu sehen (Foto unten). Die ARD drehte einen zweiteiligen Fernsehfilm über das Leben des berühmten Tierarztes, Frankfurter Zoodirektors und Tierfilmers Bernhard Grzimek. Ausgestrahlt wird das Werk auf einen Rutsch am Karfreitag, 3. April, ab 20.15 Uhr. Wer nach 165 Minuten noch immer nicht genug hat, kann sich danach noch eine halbstündige Doku über das Leben und Wirken von Grzimek reinziehen. Beide Sendungen tragen den schnörkellosen Titel „Grzimek“.
GrzimekVor sechs Jahren, zum 100. Geburtstag des großen Tierfreunds, habe ich ihn hier schon einmal gewürdigt. Sein Leben lang hat er sich unermüdlich für Tiere, Natur und Umwelt eingesetzt. Die Sendung „Ein Platz für Tiere“ – die mittlerweile Kult ist – hat ihn fast 30 Jahre lang direkt in die deutschen Wohnzimmer gebracht, immer zusammen mit einem lebendigen Tier, das bei seiner Moderation dabei sein durfte  – oder, aus heutiger Sicht, eher musste. „Ein Platz für Tiere“ startete in den 1950er Jahren, lief also in einer Zeit, als man noch nicht zwischen -zig Fernsehkanälen wählen konnte. Deshalb sah ihn praktisch jeder Zuschauer, der den Apparat an diesem Abend einschaltete.
Als Themen wie Tier-, Arten- und Naturschutz bei uns noch niemanden sonst interessierten, war Grzimek schon Vorkämpfer für die Erhaltung der natürlichen Lebensräume von Tieren, vor allem auf dem afrikanischen Kontinet. Er engagierte sich dort für die Einrichtung von Naturreservaten und setzte sich mit seinem Film „Serengeti darf nicht sterben“ selbst ein Denkmal: Als erste deutsche Produktion nach dem Zweiten Weltkrieg  wurde sie 1960 mit einem Oscar ausgezeichnet. Aber Grzimeks Freude darüber dürfte sich in Grenzen gehalten haben, denn ausgerechnet bei den Dreharbeiten zu diesem Werk kam sein Sohn Michael durch einen Flugzeugabsturz ums Leben; er wurde nicht einmal 25 Jahre alt. Ein weiterer schwerer Schicksalsschlag traf Grzimek, als sein Adoptivsohn Thmoas 1980 Selbstmord beging.
Die Drehbuchautoren mussten in Grzimeks Fall nicht allzu viel Phantasie mitbringen. Denn das Leben dieses Mannes war gespickt mit privaten Höhen und Tiefen und bietet so jede Menge Stoff für großes Kino, oder besser gesagt: für großes Fernsehen. Regisseur Roland Suso Richter und die Besetzung der Person Grzimeks mit Ulrich Tukur sowie seiner Frau Hilde mit Barbara Auer lassen auf einen packenden Fernsehabend hoffen!

Glückliche Meeresschildkröten

Nach meinen letzten Beiträgen hier und hier zur Abwechslung mal wieder eine Tiergeschichte mit glücklichem Ausgang.

In Frankfurt sind aus Eiern einer äußerst seltenen Meeresschildkrötenart fünf Junge geschlüpft. Die Eier hatte eine Urlauberin als Souvenir von den Seychellen illegal mit nach Hause nehmen wollen. Die Frau wurde aber am Frankfurter Flughafen erwischt, die Schildkröteneier wurden beschlagnahmt und in den Frankfurter Zoo gebracht. Dort legte man sie in den Brutkasten.

urn:newsml:dpa.com:20090101:091216-99-04318Nur vier Tage später schlüpften die jungen Karettschildkröten. Sie waren gesund und munter und sind mittlerweile 20 Zentimeter groß und 800 Gramm schwer. Man weiß nicht, wie viele Exemplare dieser bedrohten Art heute noch in freier Natur vorkommen. Die Tiere waren wegen ihres Panzers, aus dem Brillengestelle, Kämme u.ä. hergestellt wurden, beinahe ausgerottet worden. Deshalb beschlossen die Zoofachleute, die kleinen Schildkröten auf die Seychellen, in ihr natürliches Umfeld, zurückzubringen. Man wollte diese seltene Gelegenheit nutzen -normalerweise ist bei solchen Fällen von Schmuggel nämlich der genaue Herkunftsort der Tiere nicht bekannt.

Nun sollen die Schildkrötenkinder an ihrem Heimatstrand, wo die Eier eingesammelt wurden,  wieder freigelassen werden. Sie haben laut den Fachleuten vom Frankfurter Zoo beste Chancen, zu überleben. Für die Transportkosten kommt die Fluggesellschaft Condor auf. Karettschildkröten können übrigens über 70 Kilo schwer und bis zu 100 Jahre alt werden, ihr Panzer kann die Länge von einem Meter erreichen.

Barack Obama und die Welt der Tiere

Er ist bald der mächtigste Mann der Welt: Barack Obama, der künftige Präsident der USA. Aber selbst er hat nicht so viel Macht, dass er oder seine Familie allein darüber entscheiden könnte, was für einen Hund seine beiden Töchter zum Einzug ins Weiße Haus bekommen sollen. Wer wird First Dog?, lautet eine der in diesen Tagen am häufigsten gestellten Fragen auf dieser Welt.

Zunächst hatte sich Obama für eine Golden-Retriever-Pudel-Kreuzung, „Goldendoodle“, entschieden. Doch damit eckte er gleich bei vielen Amerikanern an. Sie halten dies für eine zu „reinrassige“ und damit zu elitäre Lösung, die zu Obama so gar nicht passt.  Bei der Aktion eines Tiervereins haben 50000 Menschen unterschrieben, dass Mr President seinen Staatshund nicht von einem Hundezüchter holen sollte, sondern lieber aus dem Tierheim. Ein benachteiligter Hund soll „First Dog“ werden. So viel zur Macht des mächtigsten Mannes der Welt.

Obama wäre aber nicht Obama, wenn er nicht geschickt auf den Zug aufgesprungen wäre. Er hat inzwischen verkündet, dass er einen Hund aus einem Tierheim „retten“ werde.

Alpaka.JPGAndererseits reicht die Macht Barack Obamas bis in die Welt der deutschen Zoos hinein. Am Tag, als Obama zum neuen US-Präsidenten gewählt wurde, erblickte im Frankfurter Zoo ein Alpaka-Baby das Licht der Welt. Tja, dreimal dürfen die Leser dieses Blogs raten, auf welchen Namen der Kleine wohl getauft wurde…