Macht Manati-Mann Mandillo Mara zur Mutter?

Er hört auf den klangvollen Namen „Mandillo“ und macht das Trio mit seinen Artgenossen Mara und Zorro wieder perfekt: der neue Manati-Mann, der am vergangenen Freitag im Nürnberger Tiergarten ankam. Gut 14 Stunden hat der Transport des Seekuh-Bullen nach Nürnberg gedauert. Startpunkt war der französische Zoo Beauval, St. Aignan. Gemanagt wurde das Unternehmen Mandillo von einer auf Tiertransfers spezialisierten Firma aus den Niederlanden. Tiergarten-Veterinärin Katrin Baumgartner und Tierpfleger Armin Fritz begleiteten die Reise und betreuten Mandillo auf seiner großen Fahrt sowohl medizinisch als auch pflegerisch.

Kurz nach Ankunft am Schmausenbuck platzierten Zoomitarbeiter die Transportkiste mit dem künftigen Bewohner des Manatihauses am Rand des Seekuhbeckens. Mandillo flutschte geradezu von seiner Isoliermatte herunter. Um jede Verletzungsgefahr auszuschließen, musste das Tempo sogar ein wenig gedrosselt werden. Ob es am Wasser lag, das die Matte glitschig machte, oder an Mandillos überschäumendem Temperament ;-), das ihn möglichst schnell zu einer „Herde“ trieb, ist nicht offiziell verbrieft. Der Bulle brauchte nur ganz wenig Zeit, um sich in seinem neuen Zuhause zu orientieren. Deshalb wurden auch die Absperrschieber zu seinen beiden Artgenossen schnell geöffnet. Sofort begann Mandillo das gesamte Becken zu erkunden und – besonders wichtig! – mit den beiden anderen Seekühen Kontakt aufzunehmen. weiter lesen

Leben wie Gott in Frankreich

Wer jetzt im Urlaub in Frankreich unterwegs ist und in die Gegend südwestlich von Paris kommt, kann unter Umständen eine Begegnung der besonderen Art erleben. Mitten in freier Natur hüpfen dort Kangurus umher. Sie bevölkern den Wald von Rambouillet in der Nähe von Paris. Es handelt sich um Bennett-Kängurus, die auch Rotnackenwallabys genannt werden. Vor Jahrzehnten haben sie sich selbst „ausgewildert“: In den 1970er Jahren sind sie durch ein Loch im Zaun aus einem Tierpark der Gemeinde Emancé ausgebüxt. Sie fühlen sich sozusagen sauwohl in ihrer neuen Heimat in der Ile-de-France. Das sieht man auch daran, dass sich die eigentlich aus Tasmanien stammenden Tiere regelmäßig vermehren; mittlerweile schätzt man ihre Zahl auf 100 bis 150.

Die Bewohner der Gegend haben sich längst an die Exoten in ihrem Wald gewöhnt – aber wer als Tourist dort hinkommt, wundert sich natürlich erst mal. Die Kängurus leben dort unter für sie äußerst günstigen Bedingungen: Der dichte Wald ist ein sicheres Rückzugsgebiet mit genügend Nahrung. Die Tiere ernähren sich von Blättern, Beeren und jungen Trieben. Das Klima in der Region bekommt ihnen ebenfalls bestens, denn es ähnelt ziemlich dem in Tasmanien. Die Kängurus haben in ihrer neuen Heimat außerdem keine natürlichen Feinde – und: Sie dürfen nicht gejagt werden. Also leben sie tatsächlich wie Gott in Frankreich! Nur eine Gefahr lauert auf sie: Autos. Eine ganze Reihe von den Kängurus ist schon angefahren worden. Schätzungen zufolge verlieren in dem Gebiet jährlich 15 bis 20 Bennett-Kängurus ihr Leben, weil sie vor ein Auto laufen.

Übrigens gibt es Kängurus in freier Wildbahn auch in Deutschland: Im Jahr 2001 entkamen mehrere Kängurus aus einem Tierpark in Mecklenburg-Vorpommern. Auch sie leben dort frei nach dem Motto „Wachset und mehret euch…“.

 

„Flogge“ ist jetzt Mama

FloggeMamaIch hatte es unserer „Flogge“ – berühmter Eisbär und einstiger „Star“ des Nürnberger Tiergartens – schon zum sechsten Geburtstag im Dezember 2013 gewünscht. Inzwischen ist aus dem Wunsch Wirklichkeit geworden: Flocke ist Mutter. Sie hat im „Marineland“ Antibes (Südfrankreich) zusammen mit ihrem Gefährten Rasputin für Nachwuchs gesorgt. Die Geburt ging am 26. November 2014 über die Bühne, alles lief glatt. Die Bärin erfüllt die Erwartungen ihrer Fans und nimmt ihre Mutterpflichten sehr genau, obwohl sie zum ersten Mal Mama geworden ist. Sie widerlegt damit alle Skeptiker, die gemunkelt hatten, das in den ersten Lebenswochen von vier Pflegern aufgezogene Zootier werde später nie ein „normales“ Eisbärenleben führen können. Und der so oft gescholtene Zoopark „Marineland“ scheint unserem „Madla“ Flocke und Rasputin, ihrem Jugendfreund noch aus der Nürnberger Zeit, nicht so schlecht zu bekommen, wie manche gerne behaupten…

Einfach süß: Mayotte-Maki-Baby

Zugegeben: Ich wusste auch nicht, warum diese Tiere „Mayotte-Makis“ heißen. Gut, dass Makis Halbaffen sind und zu den Lemuren gehören, das war mir schon klar. Aber was bedeutet „Mayotte“? – Seit ich heute im Nürnberger Tiergarten den Nachwuchs der Mayotte-Makis bewundern durfte, kann ich die Frage beantworten: Mayotte ist eine Inselgruppe vor Madagaskar. Die Mayotte-Makis kommen in freier Wildbahn ausschließlich auf diesen Inseln vor und haben daher ihren Namen.

Im Nürnberger Tiergarten gibt es zum ersten Mal Nachwuchs bei den Mayotte-Makis. Die Tierart wird seit 1999 in Nürnberg gehalten, damals hat der Zoo eine vierköpfige Gruppe aus Beauval in Frankreich übernommen. Doch die vier waren untereinander verwandt, und so blieb die Vermehrung aus. Halbaffen, die zu den Primaten gehören, entwickeln bei verwandten Tieren eine natürliche Inzucht-Sperre. Deshalb holte man einen zusätzlichen Mayotte-Maki-Mann aus dem französischen Zoo Asson. Seine Pfleger nennen ihn Kiki. Und nachdem es zwischen Kiki und der Maki-Dame Paka gefunkt hatte, kam im April ihr erstes Baby zur Welt.

Das Maki-Gehege befindet sich direkt am Menschenaffenhaus, aber man muss ein bisschen Geduld mitbringen, wenn man das Kleine (Geschlecht noch unbekannt) beobachten will. Seine Mutter Paka trägt es huckepack auf dem Rücken und turnt so mit einem sprichwörtlichen Affenzahn durch die Anlage. Paka ist derzeit etwas gereizt und duldet nur Kiki, den Vater des Babys, in ihrer Nähe. Manchmal muss sich auch Kiki um das Kleine kümmern. Paka säugt ihr Baby noch. Aber Makis sind spätestens im Alter von einem halben Jahr selbstständig. Schon jetzt knabbert das Junge an Blättern und Gräsern. Auch Leckerbissen wie Rosinen, Weintrauben und Bananenstückchen, mit denen Paka und das Kleine für die Fotografen und Kameraleute angelockt wurden, lässt sich der kleine Halbaffe schon schmecken.

Der Bestand der Mayotte-Makis in freier Wildbahn ist glücklicherweise nicht gefährdet. Doch der Mensch hat es geschafft, ein Drittel der auf Madagaskar vorkommenden Lemurenarten auszurotten. Selbst fast alle übriggebliebenen Arten stehen auf der Liste der bedrohten Tiere. Denn der Mensch zerstört nach wie vor ihren natürlichen Lebensraum.

 

Reh auf der Vogelinsel, Seehund an der Loire

Immer wieder mal gibt es skurrile Geschichten aus der Welt der Tiere zu erzählen. In dieser Woche haben mich folgende zwei Begebenheiten zum Schmunzeln gebracht:

Auf der Nordseeinsel Trischen, die als Vogelinsel bekannt ist, tauchte plötzlich ein Reh auf. Noch nie zuvor wurde auf dem Eiland mitten im Wattenmeer ein solches Tier gesichtet. Ein Ornithologe des Naturschutzbundes (NABU) hat es entdeckt. Nun fragt sich nicht nur er, wie das Reh die zwölf Kilometer zwischen dem Festland – wo es eindeutig herstammt – und der Insel überwunden hat: Zu Lande (als Ebbe herrschte) oder zu Wasser (während der Flut). Rehe können angeblich sehr gut schwimmen… Da auf der Insel sonst nur Vögel leben, dürfte das Reh sich aber wohl schnell einsam fühlen und wieder aufs Festland zurückkehren.

Unerklärlich bleibt auch, was ein Seehund beim Sonnenbaden am Ufer der Loire in Frankreich zu suchen hat. Dort haben Spaziergänger die Robbe entdeckt: an einer Stelle am Flussufer bei Tours, immerhin 250 Kilometer vom Atlantik entfernt. Der Seehund muss diese Strecke die Loire aufwärts geschwommen sein. Nun wissen wir zwar von Seehunden definitiv, dass sie gut schwimmen können, auch Hunderte von Kilometern. Doch was wollte das Tier in Tours? Man vermutet, dass es einen Schwarm von Meerbarben verfolgt hat. Die Jagd auf diese Fische soll im Fluss einfacher sein als im Meer. Es handelt sich auch mit Sicherheit um keinen verspäteten Aprilscherz, sondern um eine seriöse Meldung. Die wird noch dadurch erhärtet, dass bereits im dritten Jahr in Folge Seehunde in der Loire beobachtet werden. Übrigens: Der Feuerwehr gelang es nicht, den Seehund einzufangen. Die Robbe sprang schnell ins Wasser und verschwand, als die Feuerwehr eintraf.

Mal sehen, was bei uns in der Pegnitz demnächst so alles angeschwommen kommt.

 

 

Jungtiger leben jetzt in Frankreich

In letzter Zeit gehörten sie – abgesehen von Eisbärin Flocke – zu den großen Attraktionen des Nürnberger Tiergartens, die drei jungen Tiger Rangar, Khan und Domur. Nach ihrer Geburt im August 2009 hatten alle Tierfreunde in der Region wochenlang mitgefiebert: Würden die knuddeligen Tigerbabys durchkommen, nachdem von den ursprünglich fünf Kleinen, die Tigermama Sigena zur Welt gebracht hatte,  zwei nicht überlebten?

Als die drei es geschafft hatten, gehörten sie natürlich zu den absoluten Lieblingen der Zoobesucher. Hunderte von Fotografen harrten in den ersten Monaten stundenlang am Raubtierhaus aus, um gute Bilder von den drei Tiger-Katern zu schießen. Mit ihrer wunderbaren Fellzeichnung waren sie auch wirklich tolle Fotomotive.

Jetzt hat das Tigertrio Nürnberg verlassen, ebenso wie Flocke in Richtung Frankreich. Allerdings nicht wie die berühmte Eisbärin an die Côte d´Azur, sondern nach Westfrankreich. Ihre neue Heimat haben sie im Tierpark „Planète Sauvage“ in Port-Saint-Père gefunden, zwischen Nantes und der Atlantikküste: Ein über 100 Hektar großes Parkgelände mit kleinen Waldgebieten, in dem rund 2000 Tiere leben, u.a. Elefanten, Löwen, Nashörner, Flusspferde, Wölfe, Geparden, Giraffen, Bisons, Zebras, Watussi-Rinder und Wallabys.

TigerRangar, Khan und Domur sind mit einem aufwändigen Tiertransport nach Frankreich gereist. Bevor sie verladen wurden, hat die Tierärztin die drei jungen Sibirischen Tiger betäubt, um sie noch einmal gründlich zu untersuchen. Im Tierpark „Planète Sauvage“ will man schließlich sicher gehen, dass man gesunde neue Bewohner aus Nürnberg bekommt. Rangar, Khan und Domur wurden im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms EEP für den westfranzösischen Zoo ausgesucht.

Und in Nürnberg? Da ist im Raubtierhaus des Tiergartens jetzt wieder Platz für neuen Nachwuchs, egal, ob Löwe oder Tiger… Man darf gespannt sein.

Paul II. ist inthronisiert

Krake Paul, der so treffsichere Tipps bei der Fußball-Weltmeisterschaft abgegeben hat und damit zum tierischen Star avancierte, ist in der vergangenen Woche gestorben. Darüber hat ja auch Greuther-Weib Kiki einen Beitrag aus fußballerischer Sicht geschrieben.

urn:newsml:dpa.com:20090101:101103-10-11033Nun konnte es gar nicht schnell genug gehen, einen Nachfolger für Paul zu finden. Und tatsächlich: In Oberhausen wurde heute, begleitet von großem Medienrummel, im Sealife Aquarium Paul II. vorgestellt. Paul II. ist erst fünf Monate alt und stammt von einem südfranzösischen Züchter. Ob er mit dieser Herkunft ein Gespür für die deutsche Fußballnationalmannschaft entwickeln kann? Seine Pfleger jedenfalls sind begeistert von dem jungen Kraken. Vorwitzig und aufgeweckt finden sie ihn, und ein Klischee wird auch gleich bedient: Paul II. soll sehr charmant sein – ein typischer Franzose eben.

Der junge Oktopus präsentierte sich jedenfalls äußerst selbstbewusst den Fotografen und Kameraleuten. Ganz ohne Scheu schwamm er sofort aus dem Tonkrug heraus, in dem er in sein Becken gesetzt worden war, und schaute sich sein neues Zuhause ganz genau an. Französischer Charme hin oder her – das Sealife Aquarium wird es sicherlich verstehen, auch mit Pauls Nachfolger in die Schlagzeilen zu kommen. Egal, ob er nun mit seinen Tipps richtig liegt oder nicht.

Stand da Flocke Modell?

Tja, der schönste Urlaub geht mal zu Ende. So auch meiner. Im Médoc war es einfach toll: Nicht nur der Rotwein, auch das Essen war ein Genuss, außerdem natürlich der Atlantik mit seinen herrlich langen und sauberen Sandstränden an der Côte d´Argent und die riesigen Pinienwälder dahinter, durch die wunderbare Fahrradwege führen.

Danke für die Anregung von „Dumba“ und „HeidiH“ zu meinem Abschieds-Beitrag vor dem Urlaub, einen Umweg zu machen und mal bei Flocke im „Marineland“ in Antibes vorbeizuschauen. Das wären allerdings Hunderte von Kilometern Umweg gewesen, vom äußersten Westen Frankreichs an die Côte d´Azur im Südosten. So weit geht meine Tierliebe denn doch nicht. (Und umwelttechnisch gesehen, wäre das ja auch höchst verwerflich!)

BlayeSo ein weiter Weg war auch gar nicht nötig: Bei einem meiner Ausflüge in die kleinen Dörfer und Städte des Médoc bin ich in Blaye eisbärenmäßig voll auf meine Kosten gekommen – nicht etwa in einem Zoo, sondern in einer Kunstausstellung, die auf der berühmten historischen Festungsanlage von Blaye noch bis zum 8. August zu sehen ist. Was – ist Flocke in so kurzer Zeit schon so bekannt geworden in ihrer neuen Heimat, dass sie bereits Künstlern Modell steht?,  dachte ich mir. Das Gemälde von Thierry Bisch fand ich jedenfalls sehr gelungen, und so habe ich mich eben damit ablichten lassen. Zugegeben, kein richtiger Ersatz für Flocke – aber immerhin!

Ich bin dann mal im Médoc

Wenn ich in den letzten Jahren in den Urlaub gefahren bin, habe ich mich meist bei Flocke, unserer berühmten Nürnberger Eisbärin, „abgemeldet“ – schließlich hatte ich sie seit ihrer Geburt im Nürnberger Tiergarten journalistisch begleitet, und man sorgt sich ja um so ein Tier, wenn man für einige Zeit weg ist. Jetzt ist Flocke weg, in Südfrankreich. Also melde ich mich bei meinen Lesern ab und kündige schon mal an, dass mein Kollege Marco Puschner ab und zu einen Beitrag für mein Blog schreiben wird – wenn er denn dazukommt: Er hat nämlich in der Lokalredaktion der NZ sozusagen die Fußball-WM am Hals. Je weiter die deutsche Nationalmannschaft kommt, umso mehr Arbeit hat Marco.

Also habe ich selbst schon ein bisschen vorgesorgt und einige Beiträge „auf Vorrat“ geschrieben, die dann nach und nach veröffentlicht werden. Denn ich will mir meine Leser ja nicht vergraulen, sondern bei der Stange halten.

Buch 001Zum Abschied habe ich mir auch noch etwas überlegt: Ich habe wieder mal einen Buchtipp für Tierfreunde. „Kamasutra kopfüber“ heißt der Band von Tobias Niemann, erschienen ist er bei C.H. Beck. Keine Sorge, „Achtung, Wolf!“ mutiert jetzt nicht zum Erotik-Blog, das überlasse ich weiterhin anderen Autoren. Alles, was bei mir erscheint, hat etwas mit Tieren zu tun – wie auch dieses Buch.

Es geht darin um „Die 77 originellsten Formen der Fortpflanzung“ im Tierreich, die der Diplombiologe Tobias Niemann zusammengestellt hat. Unheimlich witzig geschrieben, mit Zeichnungen des bekannten Illustrators Günter Mattei garniert, bietet die Lektüre jede Menge Spaß und gleichzeitig interessante Informationen über ein Kapitel der Biologie, das den meisten unbekannt sein dürfte. Oder haben Sie schon mal was von „Ganzkörperoralverkehr“ gehört, von weiblichen Tieren, die zwei Vaginae besitzen, oder von männlichen Tieren mit einem zweizipfeligen Penis? Auch die Jungfernzeugung ist im Tierreich – im Gegensatz zur Bibel – wissenschaftlich nachweisbar.

Mehr will ich nicht verraten. Wer mehr über solche beinahe unglaublichen Dinge wissen will, muss das Buch selber lesen.

So, und jetzt fahre ich in die Ferien. Nach Südwestfrankreich geht es diesmal. Nicht an die Côte d´Azur zu Flocke, sondern ins Médoc, eines der berühmtesten Rotwein-Gebiete der Welt. Au revoir!