Alles Gute zum Zehnten, Hennes!

Nach dem traurigen Thema meines letzten Beitrags hier mal wieder was zum Schmunzeln. Es geht um den Geißbock Hennes, der in Köln ebenso Kult ist wie Willy Millowitsch oder der Dom. Angeblich reagiert Hennes sogar auf den rheinischen Dialekt seiner Tierpflegerin im Kölner Zoo. Am 10. März wird Hennes VIII. zehn Jahre alt. Auch wenn ich als Greuther-Weib und Fan der SpVgg Greuther Fürth Hennes als Maskottchen des 1. FC Köln nicht hundertprozentig toll finden kann, muss ich als Tierfreundin doch zugeben: Der Geißbock ist ein sehr sympathisches Wahrzeichen sowohl seines Vereins als auch seiner Stadt.

Der jetzige Hennes hat seinen Zusatz „VIII.“ nicht von ungefähr. Es war im Jahr 1950, als der 1. FC Köln auf den Geißbock kam. Der erste Hennes soll allerdings nur zur Hälfte ein „kölsche Jong“ gewesen sein: Seine Mutter stammte aus Thüringen. Die Geiß kam über einen Kölner Zirkus, der in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs in Thüringen seine Zelte aufgeschlagen hatte, an den Rhein. Mitarbeiter hatten das völlig verängstigte Tier gefunden und nach Hause mitgenommen. 1949 brachte die Ziege einen Bock zur Welt, den der Zirkus dem Verein ein Jahr später zum Geschenk machte – wie sich das für Köln gehört, bei einer Karnevalssitzung. Der damalige Trainer Hennes Weisweiler wurde Namenspate. Damit konnte Hennes I. sozusagen inthronisert werden. Es waren noch lustige Zeiten damals im Profi-Fußball: Hennes war höchstpersönlich bei fast allen Auswärtsspielen dabei und reiste manchmal sogar im Mannschaftsbus mit. Später – und das ist so bis zum heutigen Tag – durfte er nur noch bei Heimspielen dabei sein.

Da die Lebenszeit von Geißböcken begrenzt ist, folgte bald Hennes II., der III. und so weiter. Glück brachte dem Verein vor allem Hennes IV. Als er „regierte“, schaffte der FC Köln das Double: Er wurde Deutscher Meister und holte den DFB-Pokal. Unter Hennes VII. stieg der Verein viermal auf und ab. Kein Wunder, wenn man weiß, dass er bei zwei Heimspielen gar nicht persönlich ins Stadion durfte, weil gerade die Maul- und Klauenseuche grassierte. Das Hennes-Double aus Pappe konnte das Original eben nicht ersetzen.

Das heutige Geburtstagskind Hennes VIII. hat dem Verein bisher sportliche Stabilität beschert. Er ist das erste Maskottchen in der Vereinsgeschichte, das ein eigenes Häuschen im Kölner Zoo bewohnen darf. Und er bekam sogar eine Partnerin: Anneliese. Hennes ist allerdings gar kein richtiger „Bock“ – er ist kastriert. Als Anneliese trotzdem eines Tages trächtig war, hat Hennes Größe bewiesen und die Sache so genommen, wie sie eben war. Warum sollte es nicht auch bei Tieren Patchwork-Familien geben? Doch Anneliese starb vor kurzem – jetzt ist Hennes also auch noch alleinerziehender Vater. Und so endet die Geschichte leider doch nicht so lustig, wie sie begonnen hat.

Jawohl: der Wolf hat´s gemacht!

Dass Tiere sich beim Publikum äußerster Beliebtheit erfreuen, ist bekannt. Ob in Zeitungen oder im Fernsehen – Tiere gehören zu den größten Zugpferden bei Lesern oder Zuschauern. Das zeigt sich auch hier in meinem Blog: Meine Geschichten über Tiere im Nürnberger Tiergarten und Tiere im allgemeinen erreichen fast jeden Monat die höchsten Klickzahlen unter den Blogs von NZ und NN. Immer wieder habe ich hier auch über Tiere geschrieben, die zu Maskottchen für sportliche Großereignisse auserkoren werden. Wie etwa das Gürteltier „Fuleco“ bei der Fußball-WM 2014 oder der Bär „Berlino“ bei der Leichtathletik-WM 2009 in Berlin.

zabivakaNun schickt sich ein weiteres Tier an, zum Star einer wichtigen Sportveranstaltung zu werden. Diesmal ist es – und das freut mich persönlich natürlich ganz besonders! – ein Wolf. „Zabivaka“ (oder auch „Sabiwaka“) heißt er, und er soll als Sympathieträger für die Fußball-WM 2018 in Russland fungieren. Frei aus dem Russischen übersetzt, bedeutet Zabiwaka so viel wie „kleiner Torschütze“. Die Figur wurde in einer großen Show im russischen Staatsfernsehen zum offiziellen WM-Maskottchen auserwählt und setzte sich mit fast 53 Prozent gegen ihre Mitbewerber durch, nämlich eine Katze und einen Tiger im Raumfahreranzug. Zabiwaka sieht wirklich zum Knuddeln aus, finde ich. Er trägt eine Skibrille, ein weißes Shirt mit blauen Ärmeln und eine rote Hose. Und dass er der deutschen Nationalmannschaft Glück bringen wird – da bin ich mir hundertprozentig sicher!

Eisbär Felix macht Platz für Charlotte und Vera

Als Greuther-Weib sehe ich da durchaus Parallelen zum Fußball: So, wie sich jedes Jahr zu einem bestimmten Zeitpunkt das Spieler-Karussell in der Bundesliga zu drehen beginnt, so setzt ziemlich regelmäßig auch der Austausch von Eisbären unter europäischen Zoos ein. Dabei sind allerdings nicht zig Millionen im Spiel, und es dreht sich nicht alles ums Toreschießen oder die Champions League. Vielmehr geht es nur um das Eine: Die Polarbären sollen sich im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms EEP fortpflanzen, ihr Bestand in den Zoologischen- und Tiergärten soll nicht schrumpfen wie in freier Wildbahn, sondern im Gegenteil größer werden.
Kistentraining_Felix_2015Eisbär Felix hat gestern den Tiergarten Nürnberg in einer Transportkiste verlassen, und zwar in Richtung Stuttgart bzw. Wilhelma. Dort soll er für die Eisbärendame Corinna nicht nur während der Frühlings- und Sommerzeit als Gefährte fungieren, sondern könnte sie auch decken. Felix steht mit seinen 13 Jahren voll im Saft, Corinna ist mit 25 allerdings nicht mehr die Jüngste und möglicherweise nicht mehr empfängnisbereit, vielleicht auch gar nicht mehr an Nachwuchs interessiert. Einem Partner wie Felix kann sie unter Umständen trotzdem nicht widerstehen, denn der gilt als echter Frauenversteher. Obendrein ist der in Wien geborene Bär schon weitgereist. Die Fahrten zu verschiedenen Zoos in Europa nimmt er immer gelassen hin und verschwindet jedesmal routiniert und ohne großes Tamtam in seiner Transportkiste, an die er sich längst gewöhnt hat.
Felix lebt seit 2004 am Schmausenbuck – jedoch mit Unterbrechungen: Zwischendurch besuchte er Eisbärinnen in Gelsenkirchen und Aalborg, um sich mit ihnen zu paaren – in dem dänischen Zoo auch mit Erfolg. Er ist außerdem der Papa von Flocke, die im Dezember 2007 geboren wurde und inzwischen selbst Mutter ist, von den Eisbärenzwillingen Gregor und Aleut (geboren 2010) und vom neuesten Jungtier Charlotte: Sie kam im November vergangenen Jahres zur Welt.
Ungefähr sechs Monate soll Felix, der bärige Charmeur, in Stuttgart bleiben. Wenn Vera  jetzt mit ihrer jüngsten Tochter Charlotte aus der Geburtshöhle auf die Freianlage herauskommt, haben die Beiden mehr Platz zum Kuscheln, Schwimmen, Spielen und Verstecken, denn sie können den von Felix vorübergehend nicht bewohnten Teil des Geheges mit nutzen. Bestimmt wird Charlotte genau so wie Flocke, ihre große, in Südfrankreich lebende Schwester, ein richtiger Besucherliebling!

Was Ameisenbären mit Fußball zu tun haben

Das ist eine Geschichte, die mir als Tierfreundin und Fußball-Fan von A bis Z gefällt: Im Bergzoo Halle wurde jetzt der im vergangenen November geborene Ameisenbär auf den Namen Eusébio getauft. Auf dem Foto sieht man, wie sich der Kleine gerade im Fell seiner Mama Stella festkrallt. Er bringt inzwischen etwa vier Kilo auf die Waage. Für die Zoobesucher ist er im Augenblick allerdings nur per Videokamera auf einem Bildschirm zu sehen. Im Frühjahr wollen ihn die Tierpfleger dann auf die Freianlage lassen, auf der man derzeit Eusébios Papa Pépe beobachten kann. Der sachsen-anhaltinische Zoo hatte einen Aufruf gestartet und um Namensvorschläge für das lustige Tierbaby gebeten. Die Zucht der Ameisenbären im Bergzoo Halle klappt sehr gut. In den letzten Jahren haben dort Alice, Bonito, Cara und Dolores das Licht der Welt erblickt – alles Nachwuchs von Stella.

Nun war also ein Name gesucht, der mit dem Buchstaben E beginnt. Da lag Eusébio als Reminiszenz an den weltberühmten portugiesischen Fußballspieler nahe, der vor ein paar Wochen, am 5. Januar, gestorben ist. Eusébio, der 1942 im heutigen Maputo (damals portugiesische Kolonie) geborene Starfußballer, war Torschützenkönig der Fußball-WM von 1966 – eine echte Fußball-Legende, ähnlich wie der Brasilianer Pelé. Wegen seiner katzenartigen Bewegungen auf dem Spielfeld hatte Eusébio den Spitznamen Schwarzer Panther verpasst bekommen. Diese Raubkatzen gehören zwar nicht zu den Verwandten der Ameisenbären, aber ich bin sicher: Hätte Eusébio den kleinen Ameistenbären in Halle kennengelernt, hätte er sich bestimmt gern als Namensgeber zur Verfügung gestellt.

Bei der Ameisenfamilie in Halle handelt es sich um Große Ameisenbären, Tiere, die als „gefährdet“ gelistet sind. In freier Wildbahn leben sie in Mittel- und Südamerika. Sie sind mit den Faultieren verwandt; ihre rüsselartige Schnauze erinnert mich ein wenig an Tapire. Bei ihrer Ernährung haben sich Ameisenbären – der Name weist schon darauf hin – auf Insekten spezialisiert, hauptsächlich auf Ameisen und Termiten. Von diesen Tieren verdrücken sie pro Tag eine imposante Menge: bis zu 35 000 Stück.

Marienkäfer-Alarm beim KSC

Beim Karlsruher SC müsste derzeit eigentlich aus sportlichen Gründen Alarmstimmung herrschen: Der Verein kämpft in der Zweiten Bundesliga gegen den Abstieg. Nun haben aber nicht schlechte Leistungen beim KSC Alarm ausgelöst, sondern Tiere, und ausgerechnet ganz kleine. Ein Schwarm von Marienkäfern war auf einem Sportplatz des Fußballclubs eingeflogen. Und diesen Tierchen fiel nichts Besseres ein, als sich in riesigen Scharen treffsicher auf dem Bewegungsmelder einer Sprecherkabine niederzulassen. Dadurch löste ein Bewegungsmelder automatisch Alarm aus. Das führte dann auch tatsächlich dazu, dass die Polizei anrückte. Sie unternahm allerdings nichts gegen die geflügelten Eindringlinge – vielleicht sind die Beamten ja KSC-Fans und hoffen, dass die als Glücksbringer geltenen Marienkäfer dem KSC beim Abstiegskampf aus der Patsche helfen.