Tag des internationalen Artenschutzes

Morgen, am 3. März, ist Tag des internationalen Artenschutzes. Dieses Thema nehme ich gern als Anstoß für einen Blog-Beitrag auf. Denn weltweit sind bereits über 5000 Tier- und etwa 30.000 Pflanzenarten in ihrem Bestand gefährdet – wenn nicht sogar vom Aussterben bedroht. Anlässlich von solchen Tagen äußern sich natürlich alle möglichen Verbände und Organisationen zum jeweiligen Thema. Diesmal ist der Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) vorgeprescht und macht auf die  Bedeutung der heimischen Tierwelt in unseren Wäldern aufmerksam, wo viele bedrohte Tierarten leben.

Ein Beispiel sind ist der Eurasische Luchs, der auf der nationalen Roten Liste des Bundesamts für Naturschutz als „stark gefährdet“ eingestuft ist. Diese Tierart war ja in Deutschland bekanntlich schon durch Jagd und Verlust des natürlichen Lebensraums weitgehend ausgerottet. Zum Glück kehrt der Luchs seit dem Jahr 2000 zu uns zurück: In Bayern, Baden Württemberg, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt gibt es inzwischen wieder kleine Populationen. Sie sind zum Teil auch den Auswilderungen von Nachzucht-Luchsen aus Zoologischen Gärten zu verdanken.

Im Nürnberger Tiergarten sind vor knapp drei Jahren Luchse in die frühere Anlage der Wölfe eingezogen und bewohnen damit ein großes Waldgelände, das ihnen jede Menge Rückzugsmöglichkeiten bietet. Auch andere Zoos legen wieder Wert auf die Haltung dieser Tiere, die ständig verbessert wird. Der Zoologische Stadtgarten Karlsruhe zum Beispiel setzt sich als „Tor zum Nationalpark Schwarzwald“ besonders für den Schutz der Luchse ein. Am Lauterberg entsteht gerade ein neues, naturnah gestaltetes, 1100 Quadratmeter großes Gehege. Dort werden die  Luchse künftig sogar Gelegenheit haben, ihr Futter selbst zu „erjagen“: Ein quer über die Anlage gebauter Beutezug, an den Fleischstücke gehängt werden, macht´s möglich.

Außerhalb von Zoologischen Gärten gibt es auch eine Reihe von Erfolgen bei Naturschutzmaßnahmen zu vermelden, etwa bei einigen Vogelarten: So haben sich beispielsweise die Bestände von Wanderfalken, Uhus und Weißstörchen erholt, seit sie ihre Jungen wieder hierzulande großziehen. Hingegen verzeichnen Naturschützer vor allem bei Rebhühnern, Feldlerchen und Rauchschwalben Rückgänge.

Internationaler Eisbärentag

Fast hätte ich es vergessen: Heute, am 27. Februar, ist ja Welt-Eisbärentag! Der darf natürlich nicht ohne Blog-Beitrag zu Ende gehen. Weil Eisbären in freier Wildbahn durch die Klimaerwärmung stark bedroht sind, sollte man an einem Datum wie dem heutigen daran erinnern, dass Zoos mit ihrer Eisbärenhaltung eine wichtige Rolle spielen. Der Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) weist denn auch darauf hin, dass in der Obhut von 15 der 69 wissenschaftlich geleiteten VdZ-Mitgliederzoos in Deutschland, Österreich und der Schweiz insgesamt 31 Eisbären leben. Im vergangenen Jahr sind auch wieder zwei Jungtiere zur Welt gekommen: im Tierpark Berlin und im Münchner Tierpark Hellabrunn (dort enstand auch das Foto).

Und: Zoos tun einiges, um so über die Situation und die Gefährdung der Eisbären im Nordpolargebiet zu informieren und dieses natürliche Verbreitungsgebiet wenn irgend möglich zu schützen. So unterstützen der Münchner Tierpark und die beiden Zoos von Berlin die Organisation „Polar Bears International“ bei der Besenderung von weiblichen Eisbären in der Hudson Bay (Kanada). Die Untersuchungsergebnisse liefern Langzeitdaten über den Lebensraum der Tiere dort, der sich ja ständig verändert, und über den Einfluss dieser Veränderung auf die Eisbärenpopulation. Die Weltnaturschutzunion IUCN schätzt, dass es weltweit noch zwischen 22.000 und 31.000 Eisbären in freier Wildbahn gibt. Eisbären werden als gefährdete Tierart eingestuft. Und die Aussichten für sie sind katastrophal schlecht: Der jetzige Bestand soll in den nächsten 45 Jahren noch einmal um mindestens 30 Prozent zurückgehen.

Den Zoos ist es ein wichtiges Anliegen, die Haltung von Eisbären immer weiter zu verbessern. So wurde im Tierpark Hellabrunn 2010 eine moderne Eisbärenanlage fertiggestellt, die viermal so groß ist wie die frühere. Im Tiergarten Nürnberg wurde schon 2001 im neuen Aquapark ein größerer Bereich mit einem abwechslungsreichen Land-Teil für die Polarbären geschaffen. Im Tierpark Berlin gingen die jüngste Eisbärengeburt und die Aufzucht noch in der alten Eisbärenanlage über die Bühne. Es gibt aber bereits einen Plan zur Umgestaltung. Mit der wurde nur deshalb noch nicht begonnen, um der Eisbärenmutter, die zum ersten Mal trächtig war, lieber ihre vertraute Umgebung zu bieten, damit alles glatt geht. In vielen Zoos gibt es für die Eisbären schon seit Jahren viele Ideen, mit denen die Tierpfleger ihre Tiere beschäftigen, damit sie sich nicht langweilen. Die Zucht klappt bei dieser Tierart recht gut, und Eisbären sind bei Zoobesuchern besonders beliebt. Trotzdem werden Tierrechtler und Tierschutzaktivisten wie PETA nicht müde, gegen die Haltung von Eisbären in Zoologischen Gärten zu protestieren und deren Verbot zu fordern. Die meisten Zoos haben sich aber auch schon gut auf solche Protestaktionen eingestellt.

Auf jeden Fall haben diese wunderbaren Tiere einen Tag im Jahr verdient, an dem man an sie und ihre Gefährdung erinnert. Und die Zoos leisten ihren Beitrag dazu.

Feiertag am 25. April!

Der 25. April – ein Feiertag? Ja, hier in Italien schon! Ich gebe zu, ich habe es auch nicht gewusst. Aber ich lerne nun während meines Aufenthaltes hier in Bolsena dazu: Italien fei­ert heute seine Be­frei­ung vom Fa­schis­mus. Aus diesem Grund tref­fen sich im ganzen Land Ve­te­ra­nen, Par­ti­sa­nen und An­ti­fa­schis­ten zu Demonstrationen und Feiern. Der größte Teil der Bevölkerung allerdings interessiert sich kaum noch für die Ereignisse am Ende des Zweiten Weltkriegs und freut sich einfach über einen weiteren Feiertag in der Woche nach Ostern. Für mich ist der Tag ein Anlass, eine Ausstellung in  Montefiascone (siehe Plakat) zu besuchen, die über die Geschichte des Faschismus in Italien und die Befreiung der Italiener informiert.

Am Gardasee hatte Mussolini am 23. September 1943 für das von deutschen Faschisten besetzte Norditalien die „Republik von Salò“ (auch „Italienische Sozialrepublik“ genannt) ausgerufen. Der „Duce“ war ei­ni­ge Tage zuvor von Deut­schen aus mon­ar­chis­ti­scher Ge­fan­gen­schaft in Gran Sasso (in den Abruz­zen) be­freit worden, wo er auf Befehl des italienischen Königs Viktor Emanuel III. gefangen gehalten worden war. Aufgrund der „Italienischen Sozialrepublik“ galten deut­sche Ge­set­ze auch in Nord­ita­li­en. Und so kam es ab Ok­to­ber 1943 auch zu De­por­ta­tio­nen ita­lie­ni­scher Juden in Ver­nich­tungs­la­ger.

Es bildete sich aber auch ganz schnell eine Widerstandsbewegung, die „Resistenza“, die noch im selben Jahr Streiks organisierte und so die italienische Rüstungsindustrie lähmte. Und auch die Angriffe von Par­ti­sa­nen auf deutsche Ver­sor­gungs­li­ni­en waren äußerst effektiv. Die Faschisten wiederum schlugen brutal gegen die zivile Bevölkerung zurück, mit Massenerschießungen und Massakern. Trotzdem schafften sie es nicht, den Widerstand der Resistenza zu brechen, die im Sommer 1944 im Piemont die erste Partisanenrepublik ausrief, die allerdings bald wieder von der Wehrmacht zerschlagen wurde. Es folgten verschiedene Freie Republiken, die damit endeten, dass Deutsche die Aufständischen hinrichteten. In die Geschichtsbücher eingegangen ist z.B. das SS-Massaker von Marzabatto. Aber nicht nur die Deutschen bekämpften den Widerstand der italienischen Zilvilbevölkerung, sondern auch paramilitärische Einheiten der Italiener, etwa die „Brigate Nere“ („Schwarze Brigaden“), die aus den „Camicie Nere“ („Schwarzhemden“) hervorgegangen waren.

Am 28. März 1945 wurde das Ende der faschistischen Republik durch einen Generalstreik in Mailand eingeläutet, Anfang April begannen die Alliierten mit ihrer Schlussoffensive. Außerdem machten die Partisanen in ganz Norditalien durch Angriffe Druck auf die Faschisten, die Ende April 1945 die wichtigsten großen Städte Norditaliens verloren geben mussten. Auch die Deutschen zogen sich zurück. Am 25. April wurde Mai­land be­freit, Mus­so­li­ni und die deut­schen Be­sat­zer verließen die Stadt. Der „Duce“ flüch­tete an den Comer See, wo er aber nur zwei Tage später von Partisanen erkannt wurde, während er – als Deutscher verkleidet – in die Schweiz fliehen wollte. Er wurde am 28. April zusammen mit seiner Geliebten Claretta Petacci erschossen. Auch die Partisanen gingen mit äußerster Brutalität vor: Sie stellten den Leichnam Mussolinis in Mailand auf der Piazzale Loreto zur Schau – an jenem Ort, wo der „Duce“ im Jahr vorher dassselbe mit Leichen von Antifaschisten gemacht hatte.

Am 29. April kapitulierte die deut­sche Wehr­macht in Ca­ser­ta (Süditalien), während im Nor­den des landes immer noch gekämpft wurde. Am 29. April rückten die Al­li­ier­ten nach Mai­land vor und be­setz­ten die Stadt, und der Sieg der Resistenza rückte näher: Am 30. April be­frei­en Ein­hei­ten der VII. Al­pi­nen Par­ti­sa­nen die Städ­te Bel­lu­no und Schio in Ve­ne­ti­en. Am 1. Mai wurden Udine und Tri­est von fri­uli­schen und ju­go­sla­wi­schen Par­ti­sa­nen be­freit.

Vater des gitterlosen Zoos starb vor 100 Jahren

Wer kennt dieses Tier nicht: Walross Antje, das jahrzehntelang als Markenzeichen für den NDR im Einsatz war. Antje starb im Jahr 2003, aber in den Köpfen vieler Menschen ist sie unsterblich. Sie machte nicht nur den NDR berühmt, sondern auch den Zoo, in dem sie lebte: den Hamburger Tierpark Hagenbeck.

Dessen Gründer wiederum, Carl Hagenbeck, starb am 14. April 1913, also vor 100 Jahren. Doch seine Idee lebt in vielen Zoologischen Gärten auf der ganzen Welt fort: Hagenbeck gründete als erster einen Zoo, in dem die Besucher das Gefühl hatten, als würden sie Tiere in freier Wildbahn beobachten. Hagenbeck schaffte Gitterkäfige, die vorher Zoos und Menagerien geprägt hatten, weitgehend ab. Er wollte Tiere nicht in engen Käfigen zur Schau stellen. Vielmehr ließ er für seinen Zoo Kulissen bauen, die Tiere in einer der Natur nachempfundenen Landschaft präsentierten.

Im 1907 eröffneten Tierpark Hagenbeck gab es von Anfang an künstliche Gebirge für Steinböcke oder Wildschafe, Steppentiere auf freiem Gelände oder Raubtiere in Schluchten, die nur durch einen Graben von den Besuchern getrennt waren. Nach diesen Hagenbeckschen Vorstellungen wurde später, im Jahr 1939,  beispielsweise auch der Nürnberger Tiergarten am Schmausenbuck angelegt. Heute mag der gitterlose Zoo nichts Aufsehenerregendes mehr sein – zu Hagenbecks Zeit kam diese Idee aber einer Revolution gleich. Hagenbeck hat das selbst erkannt und sich seine Panorama-Idee für Tierparks patentieren lassen. Er hat Maßstäbe für die Zoowelt gesetzt, die immer noch gelten.

Carl Hagenbeck war übrigens der Sohn eines Tierhändlers und stieg selbst schon als Jugendlicher in dieses Geschäft ein. Er lieferte exotische Tiere an Zoos und veranstaltete selbst Tierschauen, etwa mit Löwen, Affen oder Giraffen in „C. Hagenbeck´s Handlungs-Menagerie“ auf St. Pauli. Auch als die sogenannten Völkerschauen zum Ende des 19. Jahrhunderts in Mode kamen, mischte Hagenbeck mit: Er präsentierte mit großem Erfolg einem sensationslüsternen Publikum zum Beispiel echte Lappländer oder Eskimos. An dieser Zurschaustellung exotischer Völker störte sich damals niemand – erst später geriet sie in die Kritik.

Der Tierpark Hagenbeck in Hamburg ist nach wie vor einer der beliebtesten Zoos in Deutschland mit durchschnittlich 1,6 Millionen Besuchern im Jahr. Hagenbecks Nachfahren führen den Zoo weiter. Sie streiten sich derzeit allerdings vor Gericht um die Geschäftsführerposten. Gut, dass Carl Hagenbeck das nicht mehr miterleben muss!