Der Killer der Wale

Kürzlich war ja das Stranden und die anschließende Rettung von Grindwalen an der neuseeländischen Küste ein großes Thema. Um einen Wal geht es auch im folgenden, allerdings um einen Cuvier-Schnabelwal, den norwegische Forscher an Land gezogen haben (Foto: Universität Bergen/dpa). Zunächst freuten Sie sich noch über die Sensation, dass das Tier so weit nach Norden – bis zur Insel Sotra westlich von Bergen -gezogen war, was diese Wale sonst nicht tun. Die Freude währte allerdings nur kurze Zeit, denn es folgte eine grausige Entdeckung: 30 Plastiktüten und massenhaft Mikroplastik waren im Magen des Wals.

Der Meeressäuger musste getötet werden – er schwamm immer wieder in Richtung Land. Cuvier-Schnabelwale kommen in nördlichen Gewässern normalerweise nicht vor, deshalb sollte der über zwei Tonnen schwere Kadaver für das Naturhistorische Museum in Bergen präpariert werden. In der marinebiologischen Station der Universität, wo die Obduktion vorgenommen wurde, entdeckten die Wissenschaftler den tödlichen Mageninhalt: Riesenmengen von Plastikmüll. Dafür war die Speckschicht des Wales auffallend dünn und sein Darm so gut wie leer. Das Tier war regelrecht abgemagert. Durch das viele Plastik war offenbar ein Pfropfen im Magen entstanden. Das Tier dürfte schreckliche Quälen gelitten haben.

Plastikmüll entwickelt sich langsam, aber sicher zum Fluch der Meere und zum Killer von Walen. Schon vor gut einem Jahr waren immer wieder Pottwale an der Nordseeküste gestrandet, von denen 30 zugrundegingen. In den Mägen der Meeressäuger befand sich ebenfalls massenhaft Plastik. Millionen Tonnen Plastikmüll verpesten jedes Jahr die Meere der Welt und sind für den Tod sowohl von Seevögeln als auch von Meeresbewohnern verantwortlich. Laut der Tierschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation rufen die giftigen Inhaltsstoffe im Plastik zum Beispiel Immunschwächen hervor. Möglicherweise sind sie auch an der Unfruchtbarkeit der Meeressäuger schuld. Wenn nicht bald etwas geschieht, werden wir alle unter dem zu leiden haben, was der Mensch ins Meer schmeißt und was davon zurückkommt.

Also: Keine Rede von Killerwalen, sondern vom Killer der Wale – dem Menschen.

Igel nicht gleich ins Haus holen!

igelJetzt ist sie wieder da, die Jahreszeit, in der so mancher Tierfreund meint, schwache oder vermeintlich kranke Igel ins Haus holen zu müssen, um sie noch vor dem Wintereinbruch zu retten und dann über den Winter zu bringen. Der Deutsche Tierschutzbund warnt vor Überaktionismus in Sachen Igel: Bevor man ein soloches Tier in Obhut nimmt, sollte man es genau beobachten. Meist sind die Igel nämlich in ihrer natürlichen Umgebung am besten aufgehoben. Nur wenn sie tatsächlich verletzt, krank oder stark von Parasiten befallen sind, brauchen sie die Hilfe des Menschen. Dann ist es jedoch am besten, sie Fachleuten zu überlassen.

Woran erkennt man nun, ob ein Igel Hilfe braucht? Deutlich zu sehen ist es zum Beispiel, wenn er abgemagert ist. Doch wenn man in diesen Wochen einen Igel bei sich im Garten findet, muss er deshalb noch nicht unbedingt gleich in menschliche Pflege genommen werden. Vielmehr ist es normal, dass Igel zu dieser Jahreszeit in Gärten und Parks auf Nahrungssuche sind, um sich eine ausreichende Fettschicht für den Winterschlaf anzufressen. Wenn der Garten ausreichend Rückzugsmöglichkeiten bietet, etwa in Form von Kompost- oder Blätterhaufen, kann man der Igel ruhig dort lassen und muss ihn nicht ins Haus holen.

Nur Igel, die wirklich krank, verletzt oder bei Wintereinbruch stark abgemagert sind, brauchen Hilfe von Fachleuten. Unbedingt notwendig ist das, wenn man beobachtet, dass der Igel sich apathisch verhält. Dann sollte man auf jeden Fall Rat beim Tierarzt oder beim Tierschutzverein einholen. Handelt es sich um einen jungen Igel, kann eine Zufütterung sinnvoll sein, beispielsweise mit Katzenfutter aus der Dose, das man mit Haferflocken oder Weizenkleie mischt. Wichtig ist auch, dem Tier Wasser zum Trinken anzubieten. Achtung: Keinesfalls Milch oder Essensreste geben! Damit kann man den Tieren ernsthaft schaden.

Australier schon wieder beim Tieretöten

WildpferdeIn diesem Blog habe ich mich schon öfter über die Australier aufgeregt, die, was die Tötung von Tieren angeht, unglaublich schnell bei der Sache sind. Jetzt ist es wieder mal so weit. Die australischen Behörden schieben die Schuld für schwere Umweltschäden in einer Region südwestlich von Sydney den dort lebenden rund 6000 Wildpferden – „Brumbies“ genannt – in die Schuhe. Die Herde soll deshalb „drastisch reduziert werden“, wie es im Amtsdeutsch (respektive im Behörden-Englisch 😉 ) heißt. Gemeint ist: Hunderte von Tieren sollen abgeknallt werden.

Mit dieser Ankündigung hat man natürlich die Tierfreunde auf den Plan gerufen. Der Vorsitzende der Organisation „Rettet die Brumbies“ durfte seinem Unmut in der Zeitung „Sydney Morning Herald“ freien Lauf lassen. Er appelliert an die Verantwortlichen, diese Tiere zu schützen und artgerecht zu behandeln, weil sie in dieser Region zur Kultur gehören. Sogar als „Ikonen“ hat er sie bezeichnet.

Aber die Regierung des Bundesstaates New South Wales will im
Kosciuszko-Nationalpark in 20 Jahren höchstens noch 600 Wildpferde
dulden. Angeblich zerstören die Brumbies die alpine Landschaft. Als Gegenmaßnahmen wollen die Behörden Wildpferde einfangen, umsiedeln, Maßnahmen zur Geburtenkontrolle ergreifen, Zäune errichten – aber auch Tiere erschießen. Die Regierung hat nun die Öffentlichkeit um Stellungnahmen dazu gebeten. Aber eines wage ich hier mal zu prophezeien: Die Stellungnahme von Tierschützern wird kaum berücksichtigt werden.

Die Vorfahren der in Australien lebenden Wildpferde – man geht von einer Zahl von bis zu einer Million aus! – wurden einst von den weißen Siedlern auf den fünften Kontinent gebracht. Und nun ist es wie beim Kampf gegen die wilden Kamele vor einiger Zeit in Down Under: Erst bringt der Mensch die Tiere dorthin, und wenn sie sich dann stärker vermehren als erwünscht, bringt sie der Mensch eben mal kurz um die Ecke. Sind ja bloß Tiere! Ich weiß gar nicht, wie die Leute dort drauf sind!

Tierheime brauchen mehr Unterstützung!

TierheimBerlinSie leisten unheimlich wertvolle Arbeit, wissen aber oft nicht, wie sie das alles bezahlen sollen und bewegen sich häufig am Rande des Existenzminimums: die Tierheime (das Foto zeigt das Katzenhaus des Tierheims Berlin). Oft können sie fehlende finanzielle Mittel nur durch Spenden ausgleichen. Trotz dieser Probleme setzen sich die Tierheime für in Not geratene Tiere ein und sorgen für eine artgerechte Pflege und Betreuung.

Deshalb fordert der Deutsche Tierschutzbund jetzt von den Kommunen eine angemessene finanzielle Unterstützung von Tierheimen. Schließlich, so heißt es zur Begründung, sei die Betreuung von herrenlosen Tieren eine Pflichtaufgabe der Städte und Gemeinden. Bisher werden den Tierheimen die hohen anfallenden Kosten nur sehr unzureichend erstattet. Der Präsident des Tierschutzbundes, Thomas Schröder, ist mit seiner Geduld am Ende und macht den Städten und Gemeinden schwere Vorwürfe: „Schuld sind die Kommunen, die sich ihrer Pflichtaufgabe nicht stellen, den karitativen Tierschutz als Ausputzer des eigenen Versagens benutzen und damit den praktischen Tierschutz in der Fläche ausbluten lassen“, schimpft er zurecht.

Ob er damit bei den Kommunen auf Gehör stößt, wage ich allerdings zu bezweifeln.

Löwen sterben leise

Löwe ZDFAls „König der Tiere“ gilt er seit langer Zeit. Doch wenn es schlimm kommt – und danach sieht es derzeit leider aus – werden wir uns ein anderes Tier als König suchen müssen. Denn noch nie stand es um den Bestand er Löwen so schlecht wie heute. Die niederschmetternden Ergebnisse eines internationalen Forscherteams, das in Afrika in Sachen Löwen unterwegs war, sind am kommenden Sonntag, 31. Januar, um 14.55 Uhr im ZDF zu sehen, in der „planet e.“-Dokumentation „Das leise Sterben der Löwen“.

Der deutsche Zoologe und Löwen-Forscher Philipp Henschel arbeitet bei der Wildkatzen-Schutzorganisation „Panthera“ mit. Nach seinen Angaben ist die Zahl der Löwen seit Mitte des letzten Jahrhunderts um rund 90 Prozent zurückgegangen, er geht von aktuell noch rund 20.000 wild lebenden Löwen aus. Experten schätzen außerdem, dass diese Tiere nur noch in etwa acht Prozent ihres einstigen Verbreitungsgebietes leben. Diese wirklich dramatische Entwicklung hat sich still und leise vollzogen. Wahrscheinlich auch deshalb, weil in den großen afrikanischen Nationalparks Löwen immer noch leicht zu beobachten sind. Dieser Eindruck täuscht jedoch über die Realität hinweg: Außerhalb von Schutzgebieten geht der Bestand der Raubkatzen besorgniserregend zurück – und das hat verschiedene Ursachen:

  • Große Flächen werden in Acker- und Nutzland umgewandelt, weil die Bevölkerung ständig wächst. Dadurch werden Gebiete, in denen Löwen leben, zerschnitten. Es bleiben kleinere Gruppen übrig, in denen es zu Inzucht kommt.
  • Wenn noch genügend Lebensraum  vorhanden ist, finden Löwen oft nicht mehr ausreichend Nahrung. Denn Menschen sind auch Nahrungs-Konkurrenten der Löwen und jagen deren Beute zum Teil für den eigenen Kochtopf.
  • Rinder- und Ziegenherden in menschlicher Obhut fressen den wild lebenden Artgenossen das Futter weg. Deshalb reißen die Großkatzen immer wieder Nutztiere. Die Bauern töten dann manchmal Löwen aus Rache.

Die schwedische Löwenforscherin Ingela Jansson versucht, da gegenzusteuern und erforscht im Ngorongoro-Schutzgebiet in Tansania, wie die Nachbarschaft von Löwen und Menschen sowie deren Vieh abläuft. Auch darüber berichtet  die Sendung „planet e.“

Ein gutes Vorhaben fürs neue Jahr

WaldrappDas neue Jahr ist schon fast drei Tage alt. Manche haben da vielleicht ihre guten Vorsätze für 2016 bereits wieder vergessen. Ich finde aber, man kann sich nach dem vielen Feiern jetzt erst ernsthaft Gedanken darüber machen, was man in den kommenden Monaten unbedingt angehen beziehungsweise schaffen möchte oder auch darüber, was man unterstützen will. Das hier ist so ein Projekt: Der Waldrapp (Geronticus eremita) soll in Mitteleuropa und auch in Deutschland endlich wieder heimisch werden. Eine gute Sache, finde ich.

Mag sein, dass er nicht der schönste Vogel ist, mit seiner Fast-Glatze, die nicht etwa von der Mauser herrührt. Auch ein Farbtupfer wie viele andere Vögel ist er mit seinem dunklen Gefieder nicht. Der Waldrapp, der zu den Ibissen gehört und etwa so groß wie eine Gans wird, ist aber als äußerst gesellig und zutraulich bekannt. Eine Eigenschaft, die ihm schließlich gefährlich wurde. Bis ins 17. Jahrhundert lebte er im Alpen- und Mittelmeerraum, doch weil er die Menschen zu wenig scheute, hatten Vogelfänger und -jäger ein leichtes Spiel. Inzwischen kommt er in freier Natur so gut wie nicht mehr vor; in verschiedenen Zoos kann man ihn allerdings noch beobachten.

Jetzt gibt es ein EU-Projekt namens LIFE+Biodiversity, mit dessen Hilfe diese Zugvögel bis zum Jahr 2020 wieder in unseren Breiten heimisch werden sollen. Die für das Wiederansiedlungsvorhaben zuständigen Biologen haben Überlingen am Bodensee dafür ausgewählt. Ganz in der Nähe befindet sich das Max-Planck-Institut für Ornithologie in Radolfzell, außerdem gibt es für diese Vogelart zwischen Überlingen und Sipplingen gute Brutmöglichkeiten in den Sandsteinfelsen – deshalb hält ja auch der Nürnberger Tiergarten mit seinen Felden am Schmausenbuck Waldrappe. Das Projekt wird von der Heinz-Sielmann-Stiftung betreut.

In den Jahren 2017 und 2018 sollen jeweils 30 im Wiener Tierpark Schönbrunn aufgezogene Küken mit Hilfe von Leichtflugzeugen über die Alpen in die südliche Toskana geleitet werden, zum Überwintern. Man hofft, dass die Waldrappe dann im darauffolgenden Frühjahr an den Bodensee zurückkehren. Bis zur Landesgartenschau 2020 soll sich der Waldrapp in Überlingen wieder angesiedelt haben und in den Felsnischen brüten. Dafür gibt es natürlich auch öffentliche Gelder, die das Projekt gut brauchen kann.

Das Max-Planck-Institut für Ornithologie hat übrigens Solarsender entwickelt, mit denen man die Position der Vögel bestimmen kann. Die Daten werden auf die Internetplattform Movebank übertragen. So können Vogelfreunde die Flugstrecken der bayerischen und österreichischen Waldrappe verfolgen.

Weihnachtstrend: Tierpatenschaften

Tierpatenschaft
Na, wie wär´s? Das oben abgebildete Orang-Utan-Baby Bayat (Foto: Orangutan Foundation International) sucht einen Paten. Das Affen-Waisenkind hat trotz seines zarten Alters schon ein schweres Schicksal hinter sich. Das kleine Bündel Menschenaffe habe eine „aufgeweckte Persönlichkeit und langes
orangefarbenes Haar“, wirbt die Organisation „Orangutan Foundation International“ (OFI) auf ihrer Website.

In der Weihnachtszeit haben Tierpatenschaften Hochsaison. Ihre Zahl hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Eine Tierpatenschaft zu verschenken, liegt voll im Trend. Wer Pate wird, bekommt als Gegenleistung meist eine Urkunde, Informationen und Fotos des jeweiligen „Patenkinds“, manchmal gibt es sogar ein Plüschtier als Dreingabe. Auch der Tiergarten Nürnberg bietet Tierpatenschaften an. Abgesehen von den Möglichkeiten im Nürnberger Zoo haben Tierpaten inzwischen die Qual der Wahl. Ob exotische Tiere wie Orang-Utans, Löwen, Meeresschildkröten und Giraffen oder einheimische Tiere wie zum Beispiel Igel wird von verschiedenen Organisationen alles mögliche angeboten. SANCCOB etwa, eine Organisation, die in Südafrika Pinguine aufpäppelt, hat sich voll auf Weihnachten eingeschossen und folgenden Slogan kreiert: „Adopt a Christmas Chick“.

Die „Born Free Foundation“ engagiert sich sich seit über 30 Jahren für den Schutz von wilden Tieren. Die Mitarbeiter vergeben von jährlich 10 000 neuen Patenschaften  die Hälfte im November und Dezember. „Born Free“ vermittelt 15 verschiedene Tierarten in mehreren Ländern. Bei dieser Organisation ist der Löwe „Dolo“ der absolute Renner: Er war jahrelang im Awash-Nationalpark (Äthiopien) in einem winzigen Käfig an einer Kette gehalten worden. Weil die dauernd über seinen Hals rieb, konnte sich die Löwenmähne fast nicht herausbilden. Außerdem wurde Dolo fast blind, weil er unter Mangelernährung litt. Im Jahr 2012 retteten Born-Free-Mitarbeiter den Löwen; seitdem lebt er mit der fünfjährigen Löwin Safia zusammen in einem mit Pflanzen begrünten Gehege.

Immer wider taucht die Frage auf, was genau mit dem Geld geschieht, das für eine solche Tierpatenschaft eingezahlt wird. Die Summe kommt in erster Linie dem adoptierten Tier zugute, bei Bedarf wird sie aber auch für andere Tiere mit verwendet, die ebenfalls versorgt werden müssen. Manchmal ist die „Patenschaft“ auch eher symbolisch zu verstehen. Bei OFI zum Beispiel werden die 100 Dollar (etwa 95 Euro), die eine einjährige Patenschaft kostet, für „allgemeine Operationen“ verwendet und gehen dahin, wo das Geld für Tiere im Reha-Zentrum am dringendsten gebraucht wird. Die Tierpaten werden aber über ihren Schützling informiert. In manchen Fällen entsteht so eine sehr enge Bindung zu einem Tier: Die „Paten“ schicken dann zu Weihnachten Lebensmittel oder Spielzeug für ihr „Patenkind“.

…da waren´s nur noch drei

BreitmaulnashornDa waren´s nur noch drei: Mit dem Tod von Nashorndame Nola im Zoo von San Diego gibt es jetzt weltweit lediglich noch drei (!) Exemplare Nördlicher Breitmaulnashörner. Sie leben nach Angaben der Umweltorganisation WWF im Ol-Pejeta-Reservat in Kenia. Ursprünglich kamen diese Dickhäuter in einem riesigen Gebiet vor: vom Kongo über Uganda und den Sudan bis hinein in den Tschad. Nola wurde im Alter von 41 Jahren eingeschläfert, nachdem sie vor wenigen Monaten wegen eines Hüftleidens operiert werden musste. Im Juli war in einem tschechischen Zoo ebenfalls ein Tier dieser Art gestorben.

Das Nördliche Breitmaulnashorn (Ceratotherium simum cottoni) wird als das seltenste Großsäugetier der Welt eingestuft und ist unmittelbar vom Aussterben bedroht. Vor allem die starke Nachfrage aus Asien nach dem Horn dieser Tiere hat die Bestände ausbluten lassen. Dieses Horn besteht aus Keratinfasern und wird in Asien zur Herstellung traditioneller Medizin und einiger Wundermittelchen verwendet. Für ein Kilo Nashorn legen Vietnamesen Preise von bis zu 20.000 Euro auf den Tisch.

Breitmaulnashörner besitzen übrigens zwei Hörner; das vordere kann bei den Weibchen bis zu 165 Zentimeter lang werden. Sie sind die drittgrößten Landsäugetiere der Erde. Bei den Männchen kann die  Schulterhöhe bis zu 1,90 Meter betragen, und sie bringen ein Gewicht von bis zu 3,6 Tonnen auf die Waage. Breitmaulnashörner werden etwa 40 Jahre alt – insofern hatte Nola zumindest ein stolzes Alter erreicht. Aber dass die Art von der Erde verschwindet, lässt sich nicht mehr ändern.

Im Gegensatz zum Nördlichen Breitmaulnashorn sieht es für das Südliche Breitmaulnashorn ganz gut aus: Laut WWF haben Schutzmaßnahmen dazu beigetragen, dass der Bestand wieder auf über 20.000 Tiere angewachsen ist.

Das ist brandgefährlich für Orang-Utans!

OrangSie gehören sowieso schon zu den bedrohten Tierarten. Jetzt wurden Orang-Utans in Indonesien auch noch durch verheerende Waldbrände gefährdet, sowohl in Schutzgebieten als auch in freier Wildbahn. Eine Feuerwalze hat das Land mit beißendem Rauch überzogen und ganze Lebensräume der Menschenaffen praktisch zerstört. Auf der Insel Borneo kämpfen Tierschützer in einer Rettungsstation seit Tagen um das Überleben ihrer Schützlinge. Inzwischen haben zwar Regenfälle wenigstens den Smog gemindert, der durch die Waldbrände entstanden war, auch die Luft wurde etwas besser. Aber über 500 Orang-Utans sind mit Atemwegserkrankuungen in einem Reha-Zentrum in der Provinz Kalimantan in Behandlung.

Ein solches Phänomen ist für uns hierzulande kaum vorstellbar: In Indonesien wüten seit zwei Monaten Tausende von Bränden. Zum großen Teil wurden sie  von Menschen gelegt: zum Zweck der Brandrodung. Damit entsteht Platz für neue Ölpalmen- oder Industrieholz-Plantagen. In Kalimantan und auf der benachbarten Insel Sumatra zerstörten die Wald- und Torffeuer bisher 1,7 Millionen Hektar Wald. Auf Sumatra sind auch andere Tiere wie Sumatra-Tiger und Sumatra-Elefanten bedroht. Zwar treten dort jedes Jahr während der Trockenzeit Brände auf, heuer ist es aber wegen El Nino besonders schlimm – die diesjährige Katastrophe wird als die verheerendste seit 1997 eingeschätzt.

Man befürchtet, dass in den Wäldern auch Orang-Utans verbrannt sind. Veterinäre, Kletterer und Techniker mit Betäubungspfeilen sind nun im Einsatz, um in Not geratene Affen aufzuspüren. Orangs, die aus dem Feuer gerettet wurden, sind oft unterernährt, dehydriert und haben panische Angst vor Menschen. Die Mitarbeiter der Orang-Utan-Station können nicht verstehen, dass es immer noch kaum Fortschritte bei der Brandbekämpfung gibt, obwohl diese Feuer seit rund 20 Jahren etwa zur gleichen Zeit wieder ausbrechen.

Dieser Frage kann ich mich nur anschließen. Ich frage mich auch, warum die vielen Brandrodungen nicht gestoppt werden können. Aber vielleicht will man das ja gar nicht wirklich, aus wirtschaftlichen Gründen?

Rettungspläne für den König der Tiere

LöwenIch habe hier schon vor fast zwei Jahren darüber geschrieben, nun gibt es neue Erkenntnisse in Form einer aktuellen Studie – niederschmetternde Erkenntnisse, muss man leider sagen: In einer ganzen Reihe von afrikanischen Regionen sind Löwen vom Aussterben bedroht. Es gibt nur einen winzigen Hoffnungsschimmer: In Schutzgebieten im südlichen Afrika steigt die Zahl der Tiere. Das hat eine internationale Forschergruppe um Hans Bauer von der Universität Oxford herausgefunden.

Die Wissenschaftler haben Studien aus 47 verschiedenen Regionen Afrikas aus den letzten 25 Jahren verglichen und festgestellt, dass  es große regionale Unterschiede gibt. Alarmierend ist – wie in meinem Beitrag vom Januar letzten Jahres schon beschrieben – die Situation in West- und Zentralafrika. Die Forscher gehen davon aus, dass dort in den nächsten 20 Jahren die Hälfte der Löwen verschwunden sein wird. Schlimm sieht es außerdem in Ostafrika aus, wo die Löwenpopulationen ebenfalls abnehmen.

Immerhin: In Botsuana, Namibia, Südafrika und Simbabwe verzeichnen die Forscher eine steigende Zahl der Raubkatzen. Allerdings leben die Löwen dort in eingezäunten Schutzgebieten. Was zumindest zeigt, dass Reservate unverzichtbar sind, um den Bestand dieser Tiere zu retten.

Die Wissenschaftler um Hans Bauer kommen auch zu der Erkenntnis, dass der beängstigend schnelle Rückgang der Raubkatzen in großen Teilen Afrikas auf eine deutliche ökologische Verschiebung hinweise: Löwen spielen demnach nicht mehr die Schlüsselrolle des obersten Räubers.

Der WWF Deutschland beklagt, dass Löwen unter dem zunehmenden Verlust ihrer Lebensräume durch den Menschen leiden und die Konflikte mit Siedlern und Bauern dem Bestand schaden. Außerdem führe die menschliche Jagd dazu, dass es immer weniger Beutetiere für die Löwen gibt. Und der Handel mit Körperteilen von Löwen für medizinische Zwecke gibt dem „König der Tiere“ dann den Rest. Der WWF setzt sich deshalb dafür ein, die Beutetiere der Löwen zu schützen und Schutzgebiete durch Wildtier-Korridore miteinander zu verbinden.