Gepardin Kelly ist tot

Geparden im Tiergarten Nürnberg sind schon wieder ein aktuelles Thema. Nach dem Ausbüxen des Katers mit dem vielsagenden Namen Turbo im Januar vergangenen Jahres und eines seiner Babys im darauffolgeden Sommer kommt nun eine traurige Meldung aus dem Zoo am Schmausenbuck: Die sieben Jahre alte Gepardin Kelly ist tot; sie starb bereits im September. Die Tiergartenleitung macht das Ereignis erst jetzt öffentlich, weil sie vorher die Todesursache herausfinden lassen wollte.

Zwar hatte Kelly wochenlang unter Störungen im Verdauungstrakt gelitten. Doch die tiermedizinischen Untersuchungen ergaben weder einen eindeutigen Befund noch einen Hinweis auf eine Infektion. Bei der pathologischen Untersuchung des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen stellte man eine Gastritis (Magenschleimhautentzündung) und eine Blutung im Brustbereich fest. Doch was nun eigentlich die Todesursache bei der aus Irland stammenden Großkatze war, bleibt weiterhin ungeklärt. Kelly war im Dezember 2008 nach Nürnberg gekommen. Mit  Turbo, der seit März 2006 am Schmausenbuck lebte, sorgte Kelly erfolgreich für Nachwuchs. Die Raubkatze brachte im April 2010 vier männliche Jungtiere zur Welt, und im März 2012 gab es schon wieder Nachwuchs – diesmal gleich im „Fünferpack“ (drei Kater und zwei Katzen). Beide Male zog Kelly ihre Babys liebevoll auf.

Von Kellys letztem Wurf ist nur noch ein Männchen im Tiergarten; das wird in ein paar Wochen an den Zoo von Aachen abgegeben. Dann bleibt also vorläufig nur noch Turbo übrig. Für ihn sucht der Tiergarten eine neue „Frau“ über das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP).

Das war das Tiergarten-Jahr 2012

Einen tierischen Rückblick aufs Jahr 2012 gab es in meinem Blog ja hier schon zu lesen. Zum Jahreswechsel möchte ich aber auch noch einmal die wichtigsten Ereignisse im Tiergarten Nürnberg Revue passieren lassen.

Wir erinnern uns: Der Tiergarten hat im Mai sein 100-jähriges Bestehen gefeiert. Der Alte Nürnberger Tiergarten war am 11. Mai 1912 im Luitpoldhain eröffnet worden. Er musste 1939 an den Schmausenbuck umziehen, als die NS-Machthaber Platz für das Reichsparteitagsgelände brauchten.

Vor allem die Geparden sorgten dafür, dass das Jubiläumsjahr recht stürmisch verlief. Gepard Turbo brach im Januar aus seinem Gehege aus und sprang auf ein Shetlandpony los, das mit seiner Pflegerin am Gehege vorbeispazierte. Doch das Pony – die vier Jahre alte Graciella – wehrte sich, versetzte der geschmeidigen Raubkatze Tritte mit den Hufen und schlug sie in die Flucht. Nach zwei Stunden wurde Turbo mit leichten Verletzungen wieder eingefangen. (Mehr dazu hier)

Im März durfte Turbo dann Vaterfreuden genießen. Seine Partnerin Kelly brachte Fünflinge zur Welt, drei Kater und zwei Katzen. (Mehr dazu hier) Teilweise scheinen die Jungen den Freiheitsdrang von Turbo geerbt zu haben: Im Juni gelang es einem von ihnen, die Mauer, die das Gehege umgibt, und die Stromsicherung zu überwinden. Eineinhalb Tage dauerte der Ausflug des kleinen Ausreißers, dann ging er seinen Fängern ins Netz. Zum Glück, denn sonst wäre er wohl verhungert. (Mehr dazu hier)

Zu den traurigen Nachrichten dieses Tiergarten-Jahres gehörte der Tod von Tiger Cornelius im Oktober. Der Sibirische Tiger und sein Bruder Claudius sind eigentlich in Straubing zu Hause und nur vorübergehend in Nürnberg untergebracht, während in ihrem Heimatzoo eine moderne Raubtieranlage gebaut wird. Obwohl die sechs Jahre alten Zwillinge seit ihrer Geburt zusammenlebten und sich gut verstanden, kam es zwischen ihnen zu einer Rauferei, die nicht wie sonst spielerisch ablief. Vielmehr trug Cornelius schwere Verletzungen davon, die er nicht überlebte. (Mehr dazu hier)

Abschied nehmen hieß es im November auch von Purana, der 20-jährigen Panzernashorndame. Sie erholte sich nicht mehr von einer Fehlgeburt, die zu einer schweren Infektion führte. Während ihrer 19 Jahre am Schmausenbuck hatte sich Purana zu einem der beliebtesten Zootiere entwickelt – vor allem, weil sie drei gesunde Babys zur Welt brachte und liebevoll großzog: Die beiden Söhne Albrecht und Hans sowie eine Tochter, die wegen ihres heller gefärbten linken Vorderbeins Seto Paitala heißt. Das bedeutet auf Nepalesisch so viel wie „Weißer Fuß“. (Mehr dazu hier)

Ausgebüxtes Gepardenbaby wieder eingefangen

Was ist nur in die Geparden im Nürnberger Tiergarten gefahren? Erst vor knapp einem halben Jahr machte Kater Turbo seinem Namen alle Ehre und sprang über die Mauer seines Geheges auf ein Pony los. Die Sache ging glimpflich aus, Turbo wurde nach zwei Stunden wieder eingefangen. Die Sicherheitsmaßnahmen am Gepardengehege wurden erhöht.

Und jetzt? Man mag es kaum glauben, aber nun ist einer der fünf kleinen Geparden, die erst im März geboren wurden, über Mauer und Zaun entkommen. Dazu muss man wissen, dass junge Geparden besser klettern können als erwachsene und diese große Geschicklichkeit mit dem Heranwachsen langsam verlieren. Der kleine Gepard ist offenbar senkrecht an der Mauer und am Zaun hochgeklettert und hat die Stromsicherung überwunden.

Im Gegensatz zu Turbo wollte er aber kein Pony jagen. Der Ausreißer war vielmehr auf der Flucht, nachdem sich im Gepardengehege eine turbulente Rettungsaktion abgespielt hatte. Ein anderes der fünf Gepardenjungen hatte sich zwischen den Ästen eines Holunderbuschs innerhalb des Geheges eingeklemmt und kam nicht mehr aus eigener Kraft frei. Da eilten ihm Tierpfleger zu Hilfe. Doch aus der Befreiungsaktion wurde nichts: Gepardenmutter Kelly interpretierte das Hilfsangebot offenbar als Angriff auf ihr Baby und begann, es zu verteidigen. Da gerieten die anderen vier Jungen in Panik und rannten nach allen Seiten davon. Drei versteckten sich an geschützten Stellen im Gehege, aber eines suchte sein Heil in der Flucht.

Die Pfleger konnten zwar das Jungtier aus dem Holunderbusch befreien – die kleine Gepardin hatte sich bei dem Unfall ein Vorderbein gebrochen. Die Tierärzte legten einen Gipsverband an. Aber als sie den anderen kleinen Geparden außerhalb des Geheges entdeckten und einfangen wollten, verschwand der im dichten Buschwerk und ward nicht mehr gesehen.

Tierpfleger und andere Zoomitarbeiter suchten das Tiergartengelände eineinhalb Tage lang nach dem kleinen Ausreißer ab – dann gelang es, ihn wieder einzufangen. Für Zoobesucher bestand kein Anlass zur Sorge – der Gepard ist gerade mal sechs Kilo schwer und nicht gefährlicher als eine Katze.

Übrigens: Auch in den Zoos von Salzburg und Köln sind in den letzten Wochen insgesamt drei Geparden aus ihrem Gehege entkommen. Tierschutzaktivisten wie zum Beispiel die Organisation PETA fordern jetzt erneut, keine Geparden in Zoos zu halten.

 

Die Nürnberger Kelly-Family

Angeblich sollen wir ja jetzt die Eisheiligen überstanden haben, und es wird endlich wieder wärmer. Wie wäre es da mit einem Ausflug in den Nürnberger Tiergarten? Dort gibt es jetzt eine neue Attraktion: Nachwuchs bei den Geparden.

Kelly, die Gepardendame, die aus Irland nach Franken kam, hat dem Zoo am Schmausenbuck Babys gleich im Fünferpack geschenkt: drei Jungs und zwei Mädels. Sie hören auf die schönen, afrikanisch klingenden, Namen Thabo, Kalungu, Kigali (das sind die Männchen) und Kiara und Kya (die Weibchen). Geboren wurden sie schon am 21. März, aber erst jetzt können Tiergartenbesucher sie auch sehen. Denn bisher waren sie in einem Gehege hinter den Kulissen untergebracht, damit sie bei der Aufzucht nicht gestört wurden. Inzwischen hat der Tierarzt die Kleinen gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen geimpft und sie entwurmt.

Gepardenmutter Kelly ist knapp sechs Jahre alt, und der Vater der Jungen ist Turbo, der im September zwölf wird. (Turbo ist übrigens der, der im Januar aus dem Gehege ausgebrochen war, weil er ein Pony jagen wollte. Ich habe hier darüber geschrieben.) Kelly und Turbo sind jetzt zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren Eltern geworden. Die Tiergartenmitarbeiter führen das auf ihr erfolgreiches Zuchtkonzept zurück: Sie halten Kelly und Turbo in Gehegen, die räumlich voneinander getrennt sind und in denen sich die beiden nicht sehen können. Das soll dazu dienen, dass die Partner ihr Interesse füreinander aufrecht erhalten. Man lässt die zwei nur dann zusammen, wenn Kelly rollig wird.  – Scheint ganz gut  zu funktionieren.

Noch sind die Kleinen sehr drollig, mit ihrem langen Fell am Nacken und auf dem Rücken, das sie verlieren, wenn sie größer werden. Obwohl sie bisher nur Milchzähne haben, beginnen sie schon, feste Nahrung zu sich zu nehmen und knabbern ein bisschen am Fleisch herum, das ihnen serviert wird. Der Gepardennachwuchs wird eineinhalb bis zwei Jahre in Nürnberg bei der Mutter bleiben, dann muss er in einen anderen Zoo umziehen. Denn in diesem Alter fangen die Auseinandersetzungen zwischen Mutter und Kind an, und da gehen sie dann auch in der Natur getrennte Wege. Die letzten Jungen von Kelly – das waren vier Jungs – sind an die Zoos von Prag und Köln abgegeben worden. Dort leben sie in reinen Männergruppen.

Wer im Glashaus sitzt…

Eine wahrhaft dramatische Woche geht in Nürnberg zu Ende: Gepard Turbo hat mit dem Ausbruch aus seinem Gehege Angst und Schrecken verbreitet, die Medien haben daraufhin den Tiergarten gestürmt, und nun auch das noch: Tierschutzaktivisten von PETA Deutschland geißeln den lebensgefährlichen Vorfall.

Ein echter Skandal sei das Ganze, schließlich sei der Tiergarten ja „einschlägig vorbelastet“: PETA erinnert an den Ausbruch der Eisbären im Jahr 2000, bei dem sogar ein Eisbär erschossen worden sei. Liebe PETA-Leute, der Skandal ist noch viel schlimmer: Damals wurden nämlich alle vier Eisbären getötet!

Zugleich zweifelt PETA an der „fachlichen Zuverlässigkeit“ der Tiergarten-Verantwortlichen. Dazu kann ich nur eines sagen: Wer im Glashaus sitzt…

Ein beherzter Sprung und die Folgen

Das war keine schlechte Nummer, die Gepard Turbo da im Tiergarten Nürnberg geboten hat: Der Gepard brach aus seinem Gehege aus und sprang auf ein Shetlandpony los, das routinemäßig mit einer Gruppe von Ponys und der zuständigen Tierpflegerin am Gehege vorbeispazierte. Doch das Pony – die vier Jahre alte Graciella – wehrte sich, versetzte der geschmeidigen Raubkatze Tritte mit den Hufen und schlug es in die Flucht. Gepard Turbo verkroch sich in einem Gebüsch  und verharrte dort, bis er von der Zootierärztin mit einem Narkosegewehr außer Gefecht gesetzt wurde.

An dem eiskalten Tag waren nur wenige Besucher so weit hinten in dem weitläufigen Zoogelände unterwegs. Die Zooleitung betont, dass diese Menschen zu keinem Zeitpunkt wirklich in Gefahr waren, auch weil innerhalb von wenigen Minuten Mitarbeiter des Tiergartens zur Stelle waren. Außerdem hatte das Pony bereits ganze Arbeit geleistet und den Kampf gegen den Geparden gewonnen. Turbo trug immerhin Hämatome davon, von denen er sich noch immer erholen muss. Währenddessen stolziert Graciella schon wieder an der Seite ihrer Pflegerin durch den Kinderzoo, hinkt zwar noch ein wenig, hat aber sonst nur einige Kratzer abbekommen und scheint zu wissen, dass sie die Oberhand behalten hat.

Nun wurde Kritik laut, der Tiergarten sei nicht sicher. Turbo hatte die 2,70 Meter hohe Sandsteinmauer an der niedrigsten Stelle überwunden. Die Mauer ist größtenteils 3,10 Meter hoch, vorgeschrieben ist eine zwei Meter hohe Einfriedung mit Überhang. Mit seinem beherzten Sprung hat Turbo auch den Elektrozaun hinter sich gelassen. Ein Adrenalinschub hat ihm wohl diese Kräfte verliehen, denn der Jagdtrieb hatte Turbo gepackt, als er die Silhouette des Ponys und seinen Geruch wahrnahm.

Heute lag Turbo im Stall und leckte im wahrsten Sinne des Wortes seine Wunden. Die ganze Aufregung um seinen Jagdausflug hat ihm offensichtlich zugesetzt. Uns Menschen aber hat der Vorfall wieder mal gezeigt, dass Zootiere keine Streicheltiere sind. Die Mauer um das Gepardengehege soll nun noch etwas höher und eventuell mit einem Überhang-Gitter ausgestattet werden. Das sieht zwar für die Tiergartenbesucher nicht so gut aus – aber Sicherheit geht vor.

Tiergartendirektor Dag Encke hat außerdem aus der Sache gelernt, dass er die Öffentlichkeit früher über solche Vorfälle informieren sollte, auch wenn für ihn das Ganze zunächst unspektakulär aussah und kein Besucher zu Schaden kam. Er hatte keine Sekunde lang geglaubt, der Vorfall könnte für die Medien interessant sein. Er musste sich eines Besseren belehren lassen, als ihm nach Publikwerden der Geschichte Fernsehsender und Journalisten die Bude einrannten.

 

Es gibt auch noch gute Tierfotos

Glücklicherweise kommt es (noch?) selten vor, dass so schlechte Tierfotos in den Medien verbreitet werden wie das mit dem Löwenbaby aus dem Tiergarten Nürnberg.

GepardenHeute kann ich aus diesem Zoo ein gelungenes Foto zeigen, das NZ-Fotograf Hagen Gerullis gemacht hat: Geparden-Dame Kelly mit ihren acht Wochen alten Vierlingen. Die vier Jungs haben schon am 5. April das Licht der Welt erblickt, waren aber zusammen mit ihrer Mutter bis vor zwei Tagen in einem für Besucher nicht einsehbaren Gehege untergebracht. Die Familie sollte nicht gestört werden, bis die Babys aus dem Gröbsten heraus sind. Schließlich hat Kelly zum ersten Mal Junge, und es ist zehn Jahre her, seit dem Tiergarten ein Zuchterfolg bei dieser Tierart gelungen ist.
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Nehmen wir uns ein Beispiel an Florida!

An folgendem Beispiel kann man wieder mal sehen, wie Deutschland und die USA unterschiedlich mit ihren Bürgern umspringen. Es geht dabei natürlich um Tiere, und zwar um solche, die Menschen bei sich zu Hause halten, obwohl es keine Haustiere sind, sondern Exoten oder gefährliche Tiere. Keiner weiß, warum sich jemand einbildet, er müsse eine Raubkatze im Garten oder eine Riesenechse in der Badewanne halten. Aber es gibt diese Fälle immer wieder.

In Niedersachsen hat der Besitzer eines Geparden jetzt deutsche Behörder-Gründlichkeit erleben dürfen. Er hatte die Raubkatze großgezogen und seit eineinhalb Jahren in einem großen Gehege in seinem Garten untergebracht, nachts holte er sie immer ins Haus. Das Tier ist gesund, Nachbarn haben sich nie beschwert. Doch der Mann kannte wohl das deutsche Baurecht nicht: Das erlaubt die Haltung eines Raubtiers in einer Wohnsiedlung halt einfach nicht – das niedersächsische Verwaltungsgericht hat das dem Tierhalter nun noch einmal per Urteil bestätigt.

Die Gepardin wurde an einen ebenfalls privaten Züchter in Sachsen-Anhalt abgegeben. Der beteiligt sich nach eigenen Angaben ebenso wie der bisherige Besitzer an einem Arterhaltungszuchtprogramm, denn Geparden zählen zu den bedrohten Arten.

Auch wenn es zu Verstößen gegen Tierschutzgesetze kommt, greifen die Behörden bei uns hart durch. In den meisten Fällen wahrscheinlich zum Wohl der Tiere, aber kaum einmal zum Wohl der Menschen.  Wie es besser funktionieren könnte, führen uns die USA vor. In Florida hat man zum Beispiel einen „Amnestie-Tag“ für Tierbesitzer eingeführt und jetzt schon zum fünften Mal angeboten: Tierhalter,  die mit ihren exotischen Mitbewohnern nicht mehr zurechtkommen, werden nicht rechtlich verfolgt, sondern können ihre Tiere einfach im Zoo von Miami abgeben. Tun sie das, droht ihnen keine Strafe. Und die armen Viecher werden nicht einfach irgendwo ausgesetzt, sondern kommen in fachmännische Betreuung.

Ein nachahmenswertes Beispiel, das aber eine gewisse Flexibilität und Lockerheit der Behörden voraussetzt. Aber danach sucht man in Deutschland leider meist vergeblich.

Gefangen in der Zeitschleife

Und wieder einmal waren die „Schnauzen“-Gucker in der Zeitschleife gefangen: Kürzlich wurde in der täglichen ZDF-Sendung nämlich wieder fleißig darüber spekuliert, ob denn der Nachwuchs von Eisbärin Vera durchkommt und diesmal auch eine Naturaufzucht möglich ist. Freilich müssen die Sendungen vorproduziert werden – aber wenn es um Tod und Leben geht, ist diese Inaktualität, die Ute kürzlich ja erst zu Recht beklagte, einfach nervig. Immerhin sind die beiden Jungtiere schon vor zwei Monaten gestorben. Schade, dass zumindest in diesen Fragen vom Sender nicht nochmals aktuell nachgefragt wird, um solche Pannen zu vermeiden.  Zumal die ZDF-Leute ja gebrannte Kinder sind, haben sie doch in der ersten Staffel 2008 zum Beispiel ein schon lange vorher  verschiedenes Gepardenweibchen wieder zum Leben erweckt…

Aber – das muss auch mal gesagt werden – es macht dennoch Spaß, die Sendung zu sehen. Ein Höhepunkt der vergangenen Woche: Die ausführliche Darstellung des Delfintrainings mit der stellvertretenden Revierleiterin Christiane Thiere und der jungen Delfinkuh Sunny.

Turbos "Neue" aus Irland erwartet

gepard.JPGImmer wieder wundern sich Besucher im Nürnberger Tiergarten: Im schönen weitläufigen Geparden-Gehege „tigert“ ein einzelnes Tier allein umher: der sechsjährige Gepardenmann Turbo.

Im letzten Jahr war seine Partnerin Lulu an FSE (Feline spongiforme Enzephalopathie) gestorben, im Volksmund besser als „Katzenwahnsinn“ bekannt. Turbo hatte sie vorher mehrmals gedeckt, und zwar mit Erfolg: Lulu war tragend, das ergab die Obduktion.

Im Tiergarten hatte man sich große Hoffnungen gemacht, mit Turbo und Lulu an frühere Erfolge bei der Nachzucht von Geparden anknüpfen zu können. Die Nachzucht in Gefangenschaft gilt als nicht ganz einfach, aber in Nürnberg klappte sie früher ganz gut. So gab es im Jahr 2000 gleich Vierlinge am Schmausenbuck. Eines der Kleinen war ein „Königsgepard“: Durch eine genetische Veranlagung der Eltern bilden sich nicht die für Geparden typischen Punkte im Fell, sondern lange, schwarze Streifen auf dem Rücken und dunkle Flecken an den Seiten.

Um für Turbo nach dem Tod von Lulu eine neue Gefährtin zu finden, konnte die Tiergartenleitung nicht einfach so auf Partnersuche gehen. Denn Geparden gehören dem Europäischen Erhaltungszucht-Programm (EEP) an. Ein spezieller EEP-Koordinator musste deshalb eingeschaltet werden.

Der fand schließlich im „Fota Wildlife Park“ von Cork in Irland eine passende Dame für Turbo. Es waren aber einige bürokratische Hürden zu überwinden, so dass es – länger als ursprünglich gedacht – dauert, bis Turbos „Neue“ in Nürnberg eintrifft. Nun soll es im Herbst so weit sein. Hoffentlich funkt es zwischen den beiden dann auch. Bei Geparden ist es nämlich nicht selbstverständlich, dass jedes Männchen mit jedem Weibchen auch kann. Die Chemie muss da erst einmal stimmen.