Grundrechte für Menschenaffen?

Das Thema kehrt in regelmäßigen Abständen immer wieder auf die Tagesordnung zurück. Es geht um die Frage, ob Menschenaffen – also Schimpansen, Gorillas, Orang-Utans und Bonobos – Grundrechte zugestanden werden sollten. Nun hat eine Initiative beim zuständigen Ausschuss des Deutschen Bundestages eine Petition eingereicht, weil sie für diese Rechte eintritt. Die Menschenaffen seien, so argumentiert die Gruppe, ähnlich empfindungs- und leidensfähig wie Menschen. Daher müsse ihnen ein Rechtsstatus zustehen, der der Menschenwürde gleichkomme. Diese Tiere müssten auch durch Gesetze mit Verfassungsrang geschützt werden. Der Petitionsausschuss hat das Anliegen nun zu prüfen – was aber ziemlich lange dauern dürfte, denn in dieser Frage gehen die Meinungen naturgemäß weit auseinander.

Bisher unterliegen Menschenaffen, wie andere Tiere auch, im deutschen Grundgesetz dem Tierschutz. Deutschland ist damit im Vergleich zu anderen Ländern sehr fortschrittlich, es hat im Jahr 2002 in der Europäischen Union die Vorreiterrolle übernommen, als es dem Tierschutz Verfassungsrang eingeräumt hat. Der Staat muss demnach laut Artikel 20a im Grundgesetz die natürlichen Lebensgrundlagen der Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung schützen. Weitere Regelungen laufen über das Tierschutzgesetz, in dem es Ordnungswidrigkeiten gibt, aber auch Tatbestände, die als Straftat geahndet werden. Das gilt zum Beispiel in Fällen, in denen Wirbeltiere „ohne vernünftigen Grund“ getötet werden oder ihnen „aus Rohheit erhebliche Schmerzen“ zugefügt werden. Bei solchen Delikten können saftige Strafen die Folge sein oder sogar eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren.

Reicht das deutsche Tierschutzgesetz damit aus, oder brauchen manche Tiere tatsächlich Grundrechte, die an die der Menschenwürde heranreichen? – Ich bezweifle, dass der Petitionsausschuss überhaupt zu einer klaren Entscheidung kommen wird. Aber die Begründungen dürften interessant werden.

Die "Mille Miglia" in Bolsena

Ich habe viele Bekannte, die glänzende Augen bekommen und völlig verzückt sind, wenn sie diesen Begriff hören: „Mille Miglia“, auf Italienisch „Tausend Meilen“. Dieses Autorennen war von 1927 bis 1957 der Klassiker unter den Langstrecken-Straßenrennen schlechthin, und eines der härtesten obendrein. 1977 wurde es als Neuauflage beziehungsweise als Hommage an das Original wieder eingeführt. Diese „Mille Miglia Storica“  ist wohl der spektakulärste Oldtimer-Event der Welt und findet einmal im Jahr in Italien statt, und zwar immer im Frühjahr. An diesem Wochenende ist es wieder so weit: Über 450 historische Rennwagen nehmen an der Tour teil, die von Brescia in Norditalien nach Rom und wieder zurück führt. Ich habe Glück: Die Route geht durch das Latium, und heute Vormittag kamen die Autos auch durch meine derzeitige Wahlheimat Bolsena.

Die Straße war dicht gesäumt von Schaulustigen, die den Fahrern zujubelten, alles fotografierten und filmten. Die Motoren der Wagen ließen den ganzen Ort erbeben. Für jeden, der Oldtimer liebt, war es eine echte Offenbarung. Es sind Fahrzeuge unterwegs, die in ähnlicher Form auch bei den Rennen zwischen 1927 und 1957 dabei waren. Da sind Mercedes Flügeltürer ebenso zu sehen wie der BMW 328, der Porsche 356 oder der Bugatti 35A. Heute geht es aber nicht mehr um Höchstgeschwindigkeit, sondern hauptsächlich um die Zuverlässigkeit der historischen Boliden. Und das Ganze ist ein gesellschaftliches Ereignis höchsten Ranges. Die Teilnehmer müssen tief in die Tasche greifen. Denn abgesehen davon, was sie für ihr Fahrzeug finanziell schon aufgebracht haben, kostet es rund 10 000 Euro, bei diesem „Rennen“ überhaupt mitfahren zu dürfen. In diesem Jahr gibt es übrigens eine Neuerung. Während die insgesamt 1708 Kilometer der „Mille Miglia“ bisher in drei Etappen zurückgelegt wurden, sind es nun vier: Von Brescia über Therme Abano Montegrotto, Rom und Bologna zurück nach Brescia.

Herbe Niederlage für den Tierschutz!

Ich habe über das Thema schon mehrmals in meinem Blog geschrieben, zuletzt hier: über die umstrittene Haijagd vor der australischen Westküste. Proteste und Klagen von Tierschützern und Teilen der Bevölkerung gegen die Jagd haben offenbar nichts genützt. Das Fischereiministerium hat sich über all das hinweggesetzt und nun gemeldet, dass 172 Haie gefangen und 50 von ihnen getötet wurden. Außerdem hat man 90 Haie gekennzeichnet, bevor sie man sie wieder ins Meer zurückgelassen hat.

Die australische Regierung hatte im Januar nach mehreren tödlichen Hai-Angriffen auf Schwimmer und Surfer in den vergangenen Jahren beschlossen, bestimmte Arten von Haien – darunter Weiße Haie, Tiger- und Bullenhaie –  bzw. Haie, die größer sind als drei Meter, zu töten. An den acht beliebtesten Badestränden der Westküste wurden 60 Köderleinen ausgelegt und nun, nach drei Monaten, Ende April wieder eingeholt. Die Politiker verweisen stolz darauf, dass der größte Hai, der viereinhalb Meter lang ist, am Floreat Beach angebissen hat. Aus dem Fischereiministrium verlautet, es habe sich bei den Köderleinen um eine behutsam umgesetzte Maßnahme gehandelt. Nun würden sich Schwimmer, Surfer und Taucher an den Stränden von Perth und im Südwesten wieder sicher fühlen.

Ich glaube aber nicht, dass es da eine absolute Sicherheit geben kann. Die genannten Haiarten haben einfach ihren angestammten Lebensraum in diesen Küstengewässern. Sie müssen sterben, damit Menschen ihrem ungetrübten Freizeitvergnügen nachgehen können und damit die vielen Touristen, die an diese Strände drängen, nicht verschreckt werden. Wer aber in solchen Gegenden unbedingt seinen Sport ausüben will, muss meiner Meinung nach ein gewisses Risiko in Kauf nehmen. Profitgier und der Irrglaube des Menschen, uneingeschränkt über die Natur herrschen zu können, haben wieder einmal gesiegt – leider. Eine herbe Niederlage für den Tierschutz!

Bolsena als Filmkulisse

In diesen Wochen um Ostern herum sieht man in Bolsena jede Menge Pilger aus allen möglichen Gegenden Italiens. Man gewöhnt sich an den Anblick dieser Gruppen, die in riesigen Bussen anreisen und meist von Priestern begleitet beziehungsweise geführt werden. Aber vor ein paar Tagen habe ich doch gestockt, als ich auf dem Weg zum Einkaufen diese Szene gesehen habe: Junge Männer in Priestergewändern filmten im Stadtteil Santa Cristina mit Videokameras eigenwillig kostümierte Gestalten. Zum Glück hatten Freunde, die gerade in Bolsena zu Besuch waren, einen Fotoapparat dabei und haben das Ganze für mich erst mal im Bild festgehalten.

Dann waren wir natürlich neugierig und sprachen die „Priester“ an. Sie erzählten uns, sie seien Mitglieder beim „Institut des fleischgewordenen Wortes“, einer Ordensgemeinschaft, die 1984 in Argentinien unter dem Namen „Instituto del Verbo Encarnado“ – abgekürzt IVE – gegründet wurde. Die Mitglieder sind Ordenspriester. Der Name IVE bezieht isch auf das Johannes-Evangelium, in dem es heißt: „Und das Wort ist Fleisch geworden…“ Ziel des Ordens ist es, mit allen Kräften das Evangelium zu verkünden. Die Mitglieder der Gemeinschaft sind in Pfarreien tätig, aber auch in Bildungszentren und anderen Weiterbildungseinrichtungen. Sie arbeiten außerdem mit Kindern und Jugendllichen und unterstützen ökumenische Projekte. Im Jahr 2001 wurde das „Internationale Seminar San Vitaliano Papa“ in Segni (Provinz Rom) eingerichtet, das zur Ausbildung von Priestern dient. 2012 ist das Seminar nach Montefiascone – ganz in der Nähe von Bolsena – umgezogen.

Das Video, das in Bolsena gedreht wurde, soll bei einer Veranstaltung morgen, am 1. Mai, der hier in Italien groß gefeiert wird, vorgeführt werden. Wir haben allerdings nicht ganz herausfinden können, worum es sich inhaltlich genau handelt. Aber jede Menge Spaß gemacht hat es allen Beteiligten auf jeden Fall – auch uns!

 

Auch das noch: Fitness-Center für Vierbeiner!

Schön, dass so vielen Lesern mein Tiergarten-Rückblick auf 2013 gefallen hat – da schreibt man doch gleich viel lieber den nächsten Beitrag! – Also, auf geht´s, in ein neues Jahr, das sicher in Sachen Tiere viel Interessantes bringen wird. Auch 2014 werde ich das eine oder andere Thema für dieses Blog aufgreifen – und damit auch wieder die eine oder andere Diskussion anstoßen.

Abspecken ist ja in diesen Nachfeiertagen bei so manchem Zeitgenossen angesagt – die Pfunde, die man in den letzten Wochen zugelegt hat, sollen möglichst schnell wieder runter. Doch nicht nur bei Menschen machen sich die Leckereien von Weihnachten und Silvester auf der Waage bemerkbar – auch unsere Haustiere sind zum Teil sehr verwöhnt worden und tragen nun ebenfalls Fettpölsterchen mit sich herum. Das sollte normalerweise kein Problem sein, schließlich haben wir ja noch ein paar freie Tage, um mit dem Hund längere Touren als sonst zu gehen und vielleicht eine Extra-Spielrunde einzulegen.

So schlimm wie bei den Haustieren in den USA ist es bei uns wohl noch nicht. Dort legten 80 Millionen Hunde und Katzen in den letzten Jahren extrem zu: 55 Prozent von ihnen haben Übergewicht oder sind sogar fettleibig. Der Verband zur Verhinderung von Fettleibigkeit unter Tieren (Association for Pet Obesity Prevention/APOP) ist alarmiert. Die Folgen: Vor allem Hunde leiden verstärkt unter Arthritis, Diabetes, Gelenk- und Herzproblemen.

Und nun? – Typisch Amerika: Immer mehr Hundebesitzer schicken ihre Lieblinge ins Fitness-Center oder (siehe Foto) in den Fitness-Pool. Kein Witz: In Kalifornien sind solche Einrichtungen aus dem Boden geschossen. Auf Laufbändern und mit Trainingsgewichten um den Bauch sollen die Hunde abspecken. Das lassen sich Herrchen und Frauchen bis zu 100 Dollar im Monat kosten. Eine andere gern genutze Möglichkeit: Hundesitter, die mit den Vierbeinern nicht einfach spazierengehen, sondern sie beim Joggen oder gar beim Rollerskaten auf Trab bringen. Für eine Stunde legen die Besitzer schon mal 60 Dollar hin.

Und im US-Bundesstaat Oregon hat ein spezielles Trainingscamp für fette Hunde seit ein paar Jahren schon großen Erfolg. Wer seinen Hund dort für vier Wochen unterbringt und ihn ein Diät- und Sportprogramm absolvieren lässt, blättert dafür 800 Dollar hin. Wie wir das von der Werbung für Schlankheits-Mittel für Menschen gewohnt sind, macht das Camp mit «Vorher/Nachher»-Fotos der Hunde auf seiner Webseite Reklame. Es gibt Hunde, die gleich für mehrere Monate dort zur Kur sind. – Sicher ist es nur eine Frage der Zeit, bis bei uns ähnliche Angebote kommen.

Ich habe da meine eigene Meinung: Man könnte ja selbst mit dem Hund zusammen laufen oder ihn mit Spielzeug locken, in einen Fluss oder einen Weiher zu springen, wo er überflüssige Pfunde beim Schwimmen abtrainieren könnte. Doch da müsste man sich halt intensiv mit seinem Tier beschäftigen. Lieber schmeißt man mit Geldscheinen um sich und lädt das Problem bei anderen ab. – Traurig, oder?

Angst vor dem Islamischen Opferfest

Das Islamische Opferfest steht wieder einmal bevor. Was für Muslime ein wichtiger Feiertag ist, bedeutet für viele Tiere die reinste Qual. Denn gläubige Muslime bringen dieses „Opfer“ auf eine wirklich unmenschliche Art und Weise dar: Sie schächten Rinder und Schafe – und vor dem Durchtrennen von Halsschlagader, Luft- und Speiseröhre werden die Opfertiere nicht einmal betäubt. Das bedeutet Höllenqualen vor dem Tod, mit Schmerzen, wie man sie sich überhaupt nicht vorstellen kann – und das minutenlang, denn die Tiere sterben bei dieser Schlacht-Methode beileibe nicht sofort.

Auch dieses Jahr haben Tierschützer Muslime dazu aufgefordret, die Opfertiere vor dem Schächten wenigstens zu betäuben, um ihnen das Schlimmste zu ersparen. Zwar ist in Deutschland rituelles Schlachten sowieso verboten – doch Traditionalisten in den Religionsgemeinschaften halten sich nicht daran; vielleicht wissen sie nicht einmal etwas von diesem Verbot. Es gibt außerdem die Möglichkeit, Ausnahmegenehmigungen zu beantragen.

Das Opferfest, das in diesem Jahr zwischen dem 15. und 18. Oktober stattfindet, sollte für Muslime auch Anlass sein, den Tieren gegenüber Barmherzigkeit walten zu lassen. Wenn das Schächten aus religiösen Gründen schon sein muss – was spricht dann bitteschön gegen das Betäuben (außer, dass das natürlich etwas kostet)? Die Tierschützer führen als Argument für eine Betäubung auch an, dass weder im Koran noch in der Sunna des Propheten das Schlachten von Tieren ohne Betäubung verlangt wird.

Trotz des Appells von Tierschutzorganisationen werden sicherlich in Hinterhöfen, Garagen oder Lagerräumen auch in diesem Jahr wieder unzählige Tiere am Opferfest dran glauben müssen. Wer so etwas mitbekommt, sollte sich allerdings nicht einfach nur abwende und sich in Mitleid für die Tiere ergehen – und das war´s dann. Vielmehr ist jeder Tierfreund aufgefordert, etwas dagegen zu unternehmen. Es gibt immerhin die Möglichkeit, die Polizei zu informieren – denn das Schächten ohne Betäubung ist in Deutschland ganz klar ein Verstoß gegen geltende Gesetze. Und an die hat sich jeder zu halten, der bei uns lebt – egal, welcher Religion er angehört!

Droht Polizeihunden die Arbeitslosigkeit?

Die Niederlande sind ja in manchen Dingen äußerst fortschrittlich: Man denke etwa an ihr gut ausgebautes Radwegenetz, an Mitbestimmungsrechte von Studenten, als diese hierzulande dafür noch auf die Straße gehen mussten, oder an die Ehe unter Gleichgeschlechtlichen, die in Holland als erstem Land der Welt schon seit 2001 möglich ist.

Nun tun sich unsere Nachbarn in einem weiteren Gebiet hervor: Als erste richtet die Polizei dort Ratten für ihre Ermittlungsarbeit ab. Die Nagetiere werden darauf trainiert, zum Beispiel Drogen oder Rückstände von Schießpulver zu erschnüffeln. Auf diese innovative Idee kam man durch eine Hilfsorganisation, die Ratten in Tansania bei der Suche von Landminen einsetzt.

Gegenüber Spürhunden haben die Nager entscheidende Vorteile, vor allem sind sie weitaus billiger. Kostet die Anschaffung und Ausbildung eines Polizeihundes Zehntausende von Euro, so sind es bei den Ratten nur zehn Euro. Und sie lernen sehr fix – in nur zehn bis 15 Tagen können sie Gerüche voneinander unterscheiden. Trainiert werden die Tiere nach dem Belohnungssystem, ähnlich wie Delfine: Absolvieren sie eine Trainingseinheit richtig, ertönt ein Klick, und sie bekommen einen Sonnenblumenkern (auch viel kostengünstiger als Leckerlis für Hunde!).

Noch laufen die Tests mit den Nagetieren, doch schon im nächsten Jahr sollen sie ernsthaft zum Einsatz kommen, wenn alles nach Plan läuft. Es gibt nur ein Problem: Im Gegensatz zu den Hunden haben Ratten eine gewisse Scheu vor einer ungewohnten Umgebung. Aber dafür hat man bereits eine Lösung gefunden. Man bringt die Geruchsproben eben zu ihnen, statt die Tiere an den Tatort zu schaffen. Auf diesem Gebiet haben Hunde den Nagern einiges voraus, denn sie begleiten die Polizisten ohne Zögern zu jedem Ort, an dem sich Verbrechen ereignen. Deshalb werden Ratten trotz des Spareffekts die Polizeihunde auch nicht ganz ablösen – trotzdem dürften künftig weniger Hunde als „Polizisten“ arbeiten als bisher. – Und wenn die Niederlande wieder einmal die Vorreiterrolle übernehmen, dann wird es europaweit weniger „Arbeitsplätze“ für Hunde bei der Polizei geben als bisher, denn gespart werden muss schließlich überall.

Irans "arme Hunde"

Es ist unglaublich, welch seltsame Blüten ideologischer Fanatismus  und religiöse Eiferei mitunter treiben können. Das kann man derzeit zum Beispiel im Iran beobachten. Dort hat der Kampf der Behörden gegen jede Form von westlichem Lebensstil mittlerweile völlig skurrile Formen erreicht: Im „Gottesstaat“ dürfen Hundebesitzer nicht mit ihren Lieblingen Gassi gehen. Wenn sie trotzdem dabei erwischt werden, drohen dem Herrchen oder Frauchen saftige Geldstrafen und den Hunden manchmal sogar der Tod.

Nach traditionellem islamischen Glauben gelten Hunde als unrein. Deshalb gab es früher im Iran kaum Hunde als Haustiere – allenfalls als Wach-, Hüte- oder Jagdhunde wurden sie geduldet. Doch seit einiger Zeit haben auch die Iraner die Liebe zum treuesten Begleiter des Menschen entdeckt. Für wohlhabende Bürger sind Hunde sogar zum Statussymbol geworden, ähnlich wie Luxuskarossen. Und viele Hundebesitzer haben sich – in diesem Fall muss man meiner Meinung nach sagen: leider! – dem westlichen Vorbild angepasst und statten ihre Lieblinge mit Designer-Hundeklamotten aus, um sie dann durch die Nobelviertel von Teheran spazieren zu führen. Das erzürnt natürlich die konservative Geistlichkeit des Landes. Sie schimpfen über die blinde Nachahmung der dekadenten westlichen Kultur.

Die Regierung hat bereits die Regelung eingeführt, dass Hundehaltung mit Geldstrafen zu ahnden ist. Auch jegliche Werbung für Haustiere in den Medien ist verboten. Und es gibt regelrechte Hunde-Razzien gegen alle, die ihre Hunde öffentlich Gassi führen. Sogar Autos, in denen Hunde sitzen, werden beschlagnahmt. Die Beschlagnahme ist aber eigentlich nur rechtens, wenn Hundehalter gegen Hygienevorschriften verstoßen.

Gegen die Razzien gehen wiederum Tierschützer auf die Barrikaden. Sie vertreten die Auffassung, dass kein Gesetz existiere, das Haltung und Transport von Hunden untersagt. Sie haben auch schon gegen die Massenfestahme von Hunden protestiert, aber keine Reaktion darauf erhalten. Hundebesitzer erzählen, dass bei Razzien Beamte die Tiere verschleppen – an unbekannte Orte, wo man sie dann häufig verhungern lasse. Bisherige Praxis war es, Hundebesitzer zu einer Strafgebühr zu verdonnern und sie zu dem Versprechen zu verpflichten, nicht mehr gegen die Moral zu verstoßen und Hunde nicht mehr in der Öffentlichkeit auzuführen. Mittlerweile kommt es aber immer wieder vor, dass den Besitzern gesagt wird, ihr Hund werde getötet. Deshalb trauen sich viele Halter nur noch nachts mit ihrem Tier auf die Straße, oder sie führen es in abgelegene Ecken, wo es niemand mitbekommt.