Habibu ist auf einem guten Weg

Über das Gorillaweibchen Habibu im Tiergarten Nürnberg habe ich hier schon geschrieben. Sie ist leider ein echtes Sorgenkind – aber so etwas kommt eben auch unter Zootieren vor. Nach monatelangen gesundheitlichen Problemen, wegen derer das Tier von seinen Artgenossen getrennt wurde, scheint nun aber das Schlimmste überstanden: Habibu konnte endlich wieder in die Gorillagruppe im Affenhaus zurückkehren. Dieser Erfolg ist nicht nur den Nürnberger Tierpflegern und Tierärzten zu verdanken – die Veterinäre haben Kollegen aus ganz Europa und auch Humanmediziner in diesem schwierigen Fall hinzugezogen.

Habibu wird im Juli neun Jahre alt und kam aus dem Zoo Zürich, wo sie auch geboren wurde, im September 2014 nach Nürnberg. Am Anfang sah alles gut aus: Sie integrierte sich schnell in ihrer neuen Gruppe. Doch mit einer Verletzung am Fuß, genauer gesagt: an der rechten Ferse, im Frühjahr 2015 nahm das Unglück seinen Lauf. Denn die Wunde heilte äußerst langsam. Außerdem bekam Habibu offenbar Kopfschmerzen und reagierte manchmal aggressiv gegenüber ihren Artgenossen. Weitere Verletzungen an der rechten Ferse machten die Sache nicht besser, vor allem, weil die Heilung einfach nicht vorankam.

So wurde Habibu in Narkose gelegt und gründlich untersucht – Diagnose: Pfeiffersches Drüsenfieber und Borreliose. Sorgen machte den Zoomitarbeitern auch, dass Habibus Körpergewicht von 56 auf 52,5 Kilogramm gesunken war. Also wurde Habibu zu weiteren medizinischen Behandlungen und aus Sicherheitsgründen von der Gruppe durch Gitter abgetrennt. Sie verlor immer noch weiter an Gewicht. Die Gorilladame machte aber zum Glück gut beim medizinischen Training mit und erholte sich – langsam, aber immerhin. Den Verdacht auf eine Autoimmunkrankheit als eventuell zusätzliche Ursache für die schlechte Wundheilung können die Tierärzte nicht ausschließen.

Inzwischen sind die Wunden weitgehend abgeheilt, Habibu ist etwas gewachsen und hat deutlich zugenommen; sie wiegt inzwischen 76,4 Kilo. Auch die Medikamente konnten abgesetzt werden. Als sie in die Gruppe zurückkehrte, wurde sie von den vier anderen Gorillas (Lena, Bianca, Louna und Fritz) freudig begrüßt. Da zeigte sich, wie gut die sozialen Strukturen in dieser Gruppe funktionieren: Es gab viele herzliche, ja fast schon zärtliche Körperkontakte. Nun muss man sehen, wie sich Habibu gesundheitlich weiterentwickelt. Ich hoffe, sie ist auf einem guten Weg!

Pro und contra „Barfen“

BarfenQuizfrage: Wer weiß, was „Barfen“ ist und wofür die Abkürung steht? – Also: „Barf“ ist die Abkürzung für „Bones and raw foods“ und bezieht sich auf die Verfütterung von Rohkost an Hunde und Katzen. Klar, mag man denken, das ist ja ganz natürlich und viel besser als Fertigfutter. Doch es gibt auch Gegner, die das „Barfen“ für gefährlich halten.

„Barfen“ ist ein Trend, der – wie könnte es anders sein? – aus den USA nach Europa herüberschwappt. Das Konzept: Futter für Hunde und Katzen sollte möglichst naturnah sein, also zum Beispiel rohes Fleisch und Innereien, aber auch Fell und Knochen, dazu Gemüse und Obst. Nur Schweinefleisch ist „verboten“ (wegen der Gefahr des Befalls mit den für die Tiere tödlichen Aujeszky-Viren). „Barfer“ stellen die Nahrung ihrer Vierbeiner meist selbst zusammen. Längst existieren auch „Barf-Shops“, teils mit Internet-Versand, wobei das Fleisch tiefgefroren geliefert wird. In gut sortieren Futterhäusern sind außerdem fix und fertig zusammengestellte Rationen mit Fleisch, Gemüse und Zusätzen erhältlich.

Ob und was das „Barfen“ für Hunde bringt, ist umstritten. Befürworter glauben, dass es gut ist für Zähne, Fell und Organe ihrer Lieblinge. Die Gegner bezweifeln, ob Haushunde genauso ernährt werden sollten wie ein Wolf. Denn der Verdauungstrakt von Hunden hat sich durch das Leben in menschlicher Obhut verändert. Einige tierärztliche Vereinigungen und Ernährungswissenschaftler raten ebenfalls davon ab, weil es viele Risiken gebe. Zum Beispiel die Übertragung von Krankheiten durch rohes Fleisch – auf Hund und Besitzer. Falsche Dosierung kann außerdem Ursache für Nährstoffmangel sein, deshalb müssen die einzelnen Dinge im richtigen Maß verfüttert werden.

„Barfen“ bedeutet für den Tierhalten auf jeden Fall mehr Aufwand als Fertigfutter. Man muss sich gut informieren und am besten von einem Fachmann berechnen lassen, wie die Rationen zu berechnen sind. Das hängt von Alter, Geschlecht, Haltungsform und Rasse des Tiers ab. Und noch eins muss man abwägen: die Kosten. Fertigfutter ist teuer, aber beim „Barfen“ kommt auch einiges zusammen. Offenbar haben „gebarfte“ Hunde selten Übergewicht. Studien, die belegen, dass diese Tiere gesünder sind als mit Fertigfutter ernährte, gibt es jedenfalls noch nicht. Nur eines ist sicher: „Barfen“ wird immer beliebter. Fachleute schätzen, dass fünf Prozent der Hundebesitzer diesen Weg gewählt haben.

Einfach nur Wahnsinns-Wut!

Geflügelhof13 000 Tiere werden getötet – einfach mal so auf Verdacht: Legehennen, Enten, Gäse und Puten in einem Geflügelbetrieb in Roding mussten dran glauben, weil der Verdacht (!!!) bestand, dass dort die Geflügelpest ausgebrochen sein könnte. Ja, drehen wir denn jetzt komplett durch?, dachte ich, als ich am Wochenende davon gehört habe. Bloggen wollte ich aber erst, wenn mehr über die Sache bekannt wird.

Heute lese ich, dass ich mit meiner Wut zumindest nicht allein bin. Der Deutsche Tierschutzbund hat die Tötung des Geflügels jetzt auch kritisiert. Bei der Organisation spricht man von „Aktionismus“. Da kann ich nur beipflichten, denn eine Tötung sollte – wie der Tierschutzbund klarstellt – immer nur das letzte Mittel sein: dann nämlich, wenn eine Infektion mit einem gefährlichen Geflügelpest-Erreger nachgewiesen wurde. Im aktuellen Fall in der Oberpfalz ist allerdings noch gar nicht klar, ob es sich um ein für die Vögel gefährliches Influenzavirus oder um eine ungefährliche Form handelt.

„Wer so rasch Tötungen ohne klaren Befund anordnet, der handelt nach dem Prinzip: aus den Augen, aus dem Sinn“, hat der Tierschutzbund-Präsident Thomas Schröder erklärt. Mit dem Tierschutz sei ein solches Vorgehen nicht zu vereinbaren. Dem kann ich nur beipflichten. Ich finde aber auch, dass diejenigen zur Verantwortung gezogen werden müssten, die das Ganze angeordnet haben, wenn sich herausstellen sollte, dass die Massentötung dieser Tiere gar nicht nötig gewesen wäre. Allerdings vermute ich folgendes: In diesem Fall würde man es so hindrehen, dass kein richtig Verantwortlicher gefunden werden kann. Wetten, dass?
P.S.: Und jetzt auch noch diese aktutelle Meldung der Deutschen Presse-Agentur!

Nach dem Alarm auf einem Geflügelbetrieb im oberpfälzischen Roding hat das Landratsamt weitestgehend Entwarnung gegeben. Laboruntersuchungen hätten gezeigt, dass es sich bei dem festgestellten Erreger um eine niedrigpathogene – also nicht krank machende – Variante von H5N2 handele, teilte das Landratsamt am Montag mit. Weil aber auch bei dieser Variante der Vogelgrippe die Gefahr einer Weiterentwicklung zu einer für Vögel ansteckenden Krankheit bestehe, wurde die Tötung der rund 12 900 betroffenen Tiere nicht gestoppt.

Es wird immer schlimmer!

Wer kann das bezahlen?

Haustiere werden – ähnlich wie wir Menschen – immer älter. Doch damit steigt auch bei Hund, Katze & Co die Zahl der Alterserkrankungen; vor allem Krebs nimmt bei Tieren deutlich zu.

Bei den Behandlungsmöglichkeiten von Krebs profitieren unsere vierbeinigen Freunde aber immerhin von der Humanmedizin. Veterinäre wenden bei ihren Patienten zunehmend Methoden an, die bei Menschen erfolgreich sind – längst nicht mehr nur Tumor-Operationen, sondern vor allem auch Chemotherapie. Und da gibt es eine wirklich gute Nachricht: Tiere scheinen Chemotherapie besser zu vertragen als die meisten Menschen, sie erholen sich schneller davon und leiden nicht so stark unter Nebenwirkungen wie etwa Haarausfall. Deutsche Tiermediziner, die sich am Wochenende zu einem großen Kongress in Berlin getroffen haben, betonen, dass die Überlebenschancen bei Tieren, die an Krebs erkranken, deutlich gestiegen sind. Dazu haben auch die ständig verbesserten Möglichkeiten der Vorsorge beigetragen – auf obigem Foto wird zum Beispiel das Herz einer Katze mit Hilfe von Ultraschall untersucht.

Bei dem Kongress ging es außerdem um Krankheiten wie den Grauen und Grünen Star, die bei Tieren ebenfalls öfter vorkommen als früher. Veterinäre operieren mittlerweile sogar getrübte Linsen, damit ihre Patienten wieder besser sehen können. Eine weitere typische Alterserscheinung, die abgenutzte Hüfte, wird längst auch in der Tiermedizin durch ein künstliches Pendant ersetzt. In Zukunft sollen noch mehr künstliche Gelenke wie Ellbogen und Knie bei Tieren eingesetzt werden.

Tiere sind allerdings im Vergleich zu uns Menschen in einer Hinsicht benachteiligt: Sie sind immer Privatpatienten, das heißt, ihre Behandlung hängt von den finanziellen Möglichkeiten ihres Herrchens oder Frauchens ab. Für eine künstliche Hüfte bei Hunden etwa muss man bis zu 3000 Euro hinblättern – das kann sich längst nicht jeder Tierbesitzer leisten.

Die Reise kann beginnen!

Der große Regen ist vorüber, die Sonne hat ihren Platz am Himmel zurückerobert, es ist Wochenende, und im Land macht sich langsam aber sicher Ferienstimmung breit. Endlich, endlich beginnt ein Sommer, der seinen Namen auch verdient hat. Mit ihm kommt aber auch das Fernweh.

Einige Tierhalter dürften die Reiselust allerdings eher gedämpft verspüren. Denn wenn sie ihre Schützlinge in den Urlaub mitnehmen wollen, müssen sie womöglich schon Wochen vorher mit den Vorbereitungen beginnen: Bei Reisen ins Ausland werden vor allem für Hunde und Katzen Impfnachweise verlangt. Man verplempert dafür viel wertvolle Zeit (und Geld!) in Veterinärpraxen.

Die Impfvorschriften wurden jetzt durch eine Neuregelung gelockert, und zwar für Hunde und Katzen, die ihren Urlaub mit Herrchen und Frauchen innerhalb der EU-Grenzen verbringen. In diesem Bereich wurde das Reisen mit Haustieren erleichtert; das Europaparlament hat eine entsprechende Verordnung erlassen. Jetzt gilt folgendes: Sind Rex und Mikesch gechippt und besitzen sie den europaweit einheitlichen Tierausweis, so brauchen sie keine Tollwutimpfung mehr, wenn die Reise innerhalb von Gebieten stattfindet, die als tollwutfrei gelten.

Und worauf ist diese Erleichterung zurückzuführen? – Man glaubt es kaum: Auf die Einsicht von Beamten, die den Amtsschimmel endlich mal ein wenig leiser wiehern lassen wollen. Außerdem begründet man die Verordnung mit spürbaren Erfolgen bei der Tollwutbekämpfung in Europa. In einigen EU-Staaten schafft man sogar lange Quarantäne-Aufenthalte für Haustiere ab, zum Beispiel in Großbritannien. Menschen dürfen ihre Tiere außerdem für Sportveranstaltungen, Wettbewerbe oder Ausstellungen ins Ausland bringen, ohne gleich verdächtigt zu werden, Tierhändler zu sein. Das gilt jedoch nicht für Welpen unter sechs Monaten. Sonst würde man wohl den – leider expandierenden – illegalen Handel mit Hundewelpen oder anderen Tierbabys noch fördern.

Um die Neuregelung tierisch zu würdigen, rufe ich in Richtung Straßburg: Gut gebrüllt, Löwe!!

Kampf gegen Straßenhunde

In Mexiko-Stadt sind die Behörden ratlos: Dort machen verwilderte Straßenhunde Riesenprobleme. In einem Park hat man in den letzten Tagen vier grausam zugerichtete Leichen gefunden, die angeblich von einer Hundemeute zerfleischt wurden. Wobei in dieser Frage die Meinungen auseinandergehen: Tierschützer bezweifeln, dass Hunde diese Taten angerichtet haben können, während es von tierärztlicher Seite heißt, Hunde wären sehr wohl dazu fähig – sie würden nämlich wie Löwen ihr Opfer in der Gruppe jagen.

Tatsache ist: In Mexiko Stadt leben 1,2 Millionen Hunde. Zehn Prozent davon sind herrenlos und verwildert und müssen selbst zusehen, wie sie an Futter herankommen, um zu überleben. Und ihre Zahl wird immer größer. Im vergangenen Jahr wurden rund 11 500 Hundebisse registriert; die Opfer waren zum Teil so schwer verletzt, dass sie plastische Operationen brauchten.

Unabhängig davon, ob die Hunde Menschen jetzt tatsächlich getötet haben, haben die Behörden eine Kampagne gestartet: Sie appellieren an Hundehalter, ihre Haustiere kastrieren bzw. sterilisieren zu lassen, um die Flut von Hundebabys, die nach einiger Zeit meist auf der Straße landen, einzudämmen. Die Aktion wurde nun verstärkt und auf arme Stadtteile ausgeweitet. Dort arbeiten Tierärzte zum Beispiel auf Fußballplätzen an mehreren Dutzend Operationstischen, um den Eingriff bei den Tieren vorzunehmen. Und Hunderte von Besitzern stehen stundenlang Schlange, bis ihr Tier drankommt. Die Operation wird in diesen Vierteln kostenlos durchgeführt, weil sie für die Hundehalter zu teuer wäre.

Die Gesundheitsbehörde will mit diesem Angebot nun von einem Armenviertel ins nächste gehen, um zu verhindern, dass sich die Hunde dort weiter unkontrolliert vermehren und dann ausgesetzt oder misshandelt werden. Das dürfte eine Mammutaufgabe werden, für die organisatorisch und finanziell ein Riesenaufwand nötig ist – hoffentlich keine Sisyphusarbeit!