Da kann man doch optimistisch sein!

Wie lang und beinahe schwarz die Zunge einer Giraffe doch ist! Davon konnte sich diese Besucherin des Tiergartens Nürnberg mit ihrem kleinen Sohn heute aus nächster Nähe überzeugen, als sie eine der Netzgiraffen mit Knäckebrot füttern durften. Mutter und Kind waren kurz vorher an der Zoo-Kasse überrascht worden, denn da hieß es plötzlich: Glückwunsch, Sie beide sind unsere millionsten Besucher des Jahres 2017! Es gab zunächst einige Geschenke – unter anderem eine 12 Monate gültige Dauerkarte für den Tiergarten. Der Nürnberger Bürgermeister Christian Vogel, der auch Tiergartenreferent ist, half dann bei der Giraffen-Fütterung (Foto: Roland Fengler).

Die Besucher-Millionengrenze in dem Zoo am Schmusenbuck wurde damit früher als im Jahr 2016 geknackt. Die Zooleitung hofft deshalb, heuer ein sehr gutes Besucher-Ergebnis zu erzielen und bis Dezember über 1,1 Millionen Gäste am Schmausenbuck verbuchen zu können. Bisher hat der Tiergarten 17 mal in seiner Geschichte die Jahresmarke von einer Million Besuchern überschritten. In jüngerer Vergangenheit lag die Zahl nur in den Jahren 2000, 2010 und 2013 unter einer Million. Abgesehen von diesen drei suboptimalen Werten waren es seit 1999 immer über eine Million. Der stellvertretende Tiergartendirektor Helmut Mägdefrau hat eine aufschlussreiche Liste mit Besucher-Mittelwerten für die vergangenen Jahrzehnte erstellt. weiter lesen

Giraffen brauchen dringend mehr Schutz!

Und wieder möchte ich meine Leser auf eine Veranstaltung im Nürnberger Tiergarten aufmerksam machen, die ich für äußerst interessant halte: Stephanie Fennessy, Ko-Direktorin der Giraffe Conservation Foundation kommt zu einem Vortrag dorthin. Am Donnerstag, 21. September, spricht sie um 19.30 Uhr im Naturkundehaus über Giraffen als Afrikas vergessene Riesen (Eintritt frei).

Giraffen rangieren bekanntlich unter Afrikas Tieren ganz weit oben in der Beliebtheit. Aber in den vergangenen Jahren ist ihr Bestand um schockierende 40 Prozent zurückgegangen. Mittlerweile leben nur noch rund 100 000 Tiere dieser Art auf dem schwarzen Kontinent. Die Giraffe Conservation Foundation (GCF) ist weltweit die einzige Organisation, die sich ausschließlich dem Schutz der Giraffen in ganz Afrika widmet. Sie arbeitet mit großem Einfluss für den Schutz der Giraffen mit lokalen und internationalen Partnern zusammen. weiter lesen

Tierisch gute Idee der Frankfurter Polizei

PolizeigiraffeBei all dem derzeitigen Gerede über verschärfte Sicherheitsmaßnahmen bei Großveranstaltungen und den Überlegungen, wie sie realisierbar wären, lässt diese Pressemitteilung der Frankfurter Polizei aufhorchen – einfach weil sie zeigt, dass man sich auch bei der aktuellen miesepetrigen Stimmung den Humor bewahren kann. Hier die Nachricht: Die Polizei in Frankfurt testet ab heute Giraffen für die Videoübertragung bei Großveranstaltungen. Das bietet sich in einer Stadt mit einem Traditions-Zoo wie dem Frankfurter eigentlich geradezu an – aber man muss doch erst mal drauf kommen!

Die erste Polizei-Giraffe – sie heißt Horst – ist ab heute  im Dienst. Künftig soll sie bei allen Großveranstaltungen – das sind in Frankfurt immerhin um die 1500 pro Jahr – zum Einsatz kommen, um ihre wesentlich kürzer geratenen menschlichen Polizeikollegen bei der Arbeit zu unterstützen. Durch ihren langen Hals ist die Giraffe geradezu prädestiniert für diese Aufgabe – sie hat ja von Natur aus den Überblick. Die Tiere bekommen bei ihrer Arbeit ein eigens für sie konstruiertes Kopf-Kamera-Geschirr. Über diese Vorrichtung werden die Bilder dann direkt in die Einsatzzentrale der Polizei übertragen.

„Es war ein langer Weg, bis wir die Giraffe in Dienst stellen konnten“, erzählt Giraffen-Führer POK Meerheim. Als erfahrener Hundeführer war es aus seiner Sicht nur logisch, dass die Polizei weiter in der Tierwelt nach geeigneter Unterstützung sucht, teilt die Frankfurter Polizei mit.

Ich finde die Idee gut – aber ich sehe es schon kommen, dass sich da wieder die altbekannten „Tierschützer“ dranhängen werden, weil Tierarbeit nicht mit den Tierschutzgesetzen vereinbar sei.

Augsburg hat kein Glück mit Giraffen

Der Augsburger Zoo kommt nach dem tragischen Tod einer Giraffe in diesen Tagen wieder ins Gerede. Diesmal handelt es sich um ein vierjähriges Weibchen mit dem Namen Luna. Das Tier stürzte und kam danach aus eigener Kraft nicht mehr auf die Beine. Als auch der Tierarzt nichts mehr für Luna  tun konnte, wurde sie eingeschläfert. Ungeklärt ist sowohl die Ursache für den Sturz als auch die Frage, ob und wie sich Luna dabei verletzte. Antworten werden vielleicht die Pathologen bei einer Obduktion des Kadavers in München finden. Wenn Giraffen in Zoologischen Gärten stürzen, endet das leider meist mit ihrem Tod. Sie sind nämlich zu schwer, als dass sie mit technischer Hilfe – etwa einem Kran – wieder aufgerichtet werden könnten.

Im Mai vergangenen Jahres war bereits die Giraffe Kiano in Augsburg durch einen Sturz umgekommen: Ein Zebra, das ins Giraffengehege gesprungen war, brachte Kiano völlig aus der Fassung, so dass er gegen eine Metallabsperrung rannte und einen Schädelbruch erlitt. Besonders traurig war ein Unfall im Augsburger Tierpark, der sich im Januar 2013 ereignete: Dabei verlor die trächtige Giraffe Lada ihr Leben. Drei Jahre zuvor wurde Giraffe Jamie wegen eines Knicks in der Halswirbelsäule eingeschläfert. 2007 starb ein Giraffenbaby zehn Tage nach der Geburt wegen einer Immunschwäche.

Nach dem Tod von Luna ist im Zoo von Augsburg jetzt nur noch das sechsjährige Weibchen Tanischa übrig geblieben. Die Zooleitung erwägt deshalb, die Giraffenhaltung einzustellen. Denn diese Tiere brauchen eigentlich den sozialen Verband einer Herde. Außerdem wurde das Augsburger Giraffenhaus 1985 erbaut und seitdem nie modernisiert. Tierschützer und Tierrechtler fordern ebenfalls, dieser Zoo  solle künftig keine Giraffen mehr halten. Ein Streit um diese Frage war schon bei früheren Giraffenstürzen entbrannt.

Giraffendrama im Zoo Dortmund

Giraffen leben gefährlich: Wenn sie umkippen, kann das ihren Tod bedeuten. Genau dieses Schicksal ereilte jetzt den Giraffenbullen Tamu im Dortmunder Zoo.

Das Drama ereignete sich in der vergangenen Nacht. Die Giraffen des Zoos schliefen wie üblich im Giraffenhaus – im Stehen, so wie Giraffen das immer tun. Als der fünf Jahre alte Tamu aufwachte, hatte er offenbar einen Krampf im Bein, verlor deshalb das Gleichgewicht und stürzte. Dabei zog er sich zunächst keine schweren Verletzungen zu.

Das Problem war aber, dass Tamu nicht mehr aus eigener Kraft aufstehen konnte. Zoomitarbeiter alarmierten daraufhin die Feuerwehr. Die Feuerwehrleute versuchten stundenlang gemeinsam mit Tierpflegern, das Tier mithilfe von Luftkissen und Bandschlingen wieder aufzurichten – aber ohne Erfolg. Und so blieb Tamu zu lange liegen.

Für Giraffen bedeutet langes Liegen in einer Position meistens das Todesurteil, denn ihr Kreislauf kann dabei zusammenbrechen. Wenn die bis zu einer Tonne schweren Tiere liegen, drückt ihr großes Gewicht nämlich auf die Nervenbahnen. Tamu stand bei der Rettungsaktion außerdem unter riesigem Stress – beides zusammen führte schließlich zu seinem Tod. Ein trauriger Tag für den Zoo Dortmund. Dort leben nun noch sechs Giraffen: fünf weibliche Tiere und ein Bulle.

Schließt diesen Zoo für immer!

Viele Tierfreunde lehnen Zoos ab und sind grundsätzlich gegen Tierhaltung „in Gefangenschaft“ des Menschen. Ich gehöre nicht dazu – das werden alle, die meine Blog-Beiträge schon länger verfolgen, wissen. Ein Zoo, der die Richtlinien von Tier- und Artenschutz berücksichtigt, ist in meinen Augen eine wichtige Einrichtung, um nicht nur Wissen über Tiere zu vermitteln, sondern auch sinnliche Eindrücke, die kein Buch, keine Zeitschrift, kein Fernsehen und kein Internet vermitteln kann.

Doch es gibt Zoos auf der Welt, die man lieber heute als morgen schließen sollte. Dazu gehört der Tierpark von Surabaya, der größte in Indonesien. Dort ist jetzt eine Giraffe jämmerlich zugrundegegangen. Bei der Obduktion fanden die Tierärzte im Magen einen 20 Kilo schweren Plastikklumpen. Anscheinend stammte das Kunststoffmaterial von Lebensmittelverpackungen, die Zoobesucher mitsamt den Lebensmitteln in den vergangenen Jahren in das Tiergehege geworfen hatten, um die Giraffe zu füttern.

Nun mag man einwenden, dass das nicht die Schuld des Zoos ist, wenn sich Besucher dermaßen unvernünftig verhalten. Meiner Meinung müssen Zoomitarbeiter diese Unvernunft aber zumindest immer wieder mal mitbekommen haben – und dann hätte man eben einschreiten müssen. Aber es kommt noch schlimmer: Bei der Untersuchung des Kadavers stellte sich heraus, dass die Giraffe an Tuberkulose erkrankt war – und höchstwahrscheinlich hat sich das Tier bei Zoomitarbeitern angesteckt; derzeit sind mehrere von ihnen an Tuberkulose erkrankt. Und dann wurde das Tier auch noch 13 Jahre lang als Einzeltier gehalten!

Nun soll beabsichtigt sein, zwei oder drei neue Giraffen zu kaufen. Hoffentlich kann irgendjemand diesen Kauf verhindern! Der Tierpark ist nämlich als schwarzes Schaf unter den Zoos bereits bekannt: In den letzten zwei Jahren sind dort zirka 500 Tiere eingegangen. Manche hätte man eigentlich retten können, denn sie litten unter Krankheiten, die bei tierärztlicher Behandlung durchaus heilbar sind, wie etwa Lungenentzündung oder Durchfall. Der früheren Zooleitung wurde 2011 auch schon die Lizenz entzogen, aber nun  ist eine neue Direktion am Ruder, die es offenbar auch nicht viel besser macht. Deshalb kann ich nur eines sagen: Schließt endlich diesen Zoo, bevor noch mehr Tiere leiden oder womöglich sterben müssen!

Giraffe auf der Speisekarte – na und?

Also, manchmal muss ich mich schon wundern, wie Agenturmeldungen kritiklos von den Medien übernommen werden.  „Giraffenbaby an Löwe verfüttert – Kinder entsetzt“, lautete eine solche Meldung vor ein paar Tagen.

Statt so etwas in den (virtuellen) Papierkorb zu werfen oder zu ignorieren, hat es leider auch die NZ gebracht – immerhin aber grammatikalisch richtig („an Löwen verfüttert“, hieß es dort). Doch inhaltlich wurde das Ganze dadurch auch nicht besser.

Um was ging es genau? Zoowärter in Kaliningrad haben ein bereits totes Giraffenbaby mit Haut und Haaren einem Löwen zum Fraß vorgeworfen. –  Ja und? Was soll schlimm daran sein? Etwa, dass zufällig gerade Kinder vor dem Gehege standen und zuschauten, wie sich der Löwe das Giraffenkind einverleibte? Dem Löwen hat diese Mahlzeit sicher besser geschmeckt als die faden Fleischbrocken, die er sonst serviert bekommt. Erwiesenermaßen stecken gerade im Fell und in den Knochen lebenswichtige Nährstoffe, die in Zoos sonst durch Futterzusatz verabreicht werden müssen. Und dass die Giraffe vorher nicht zerteilt wurde, dürfte ein guter Test für die Qualität des Löwen-Gebisses gewesen sein.

Aus diesen Gründen werden auch im Nürnberger Tiergarten immer wieder mal tote Zootiere an die Raubkatzen verfüttert (siehe Foto). Meist handelt es sich um Rinder, Hirsche oder Antilopen – ein totes Giraffenbaby kommt hierzulande nicht so häufig vor. Im Tiergarten bemüht man sich auch, die Besucher über den Sinn und Zweck der Ganzkörperverfütterung aufzuklären – und stößt dabei auf erstaunlich viel Verständnis. Raubkatzen sind nun mal keine Schmusetiere – davon müssten selbst Kinder schon einmal etwas gehört haben. Dass Fleisch aus ganzen Tieren herausgeschnitten wird – auch zur Verwendung durch den Menschen – wissen heute zwar viele Kinder nicht mehr; umso besser, dass sie es jetzt in dem Zoo einmal mitbekommen haben.

Dass die jungen Zoobesucher in Kaliningrad nun gar „traumatisiert“ sein sollen, halte ich für eine starke Übertreibung russischer Medien. Schließlich hat der Löwe die Giraffe ja nicht vor ihren Augen gerissen. Und was schauen sich die lieben Kleinen denn tagtäglich im Internet an? Da dürfte durchaus stärkerer Tobak dabei sein! Ganz abgesehen von dem, was russische Kinder immer wieder in ihrem Lebensumfeld mitbekommen und mit dem sie fertig werden müssen. Da gibt es eindeutig Schlimmeres als ein totes Giraffenbaby!

Bald soll die Bahn wieder bimmeln

Am 30. Juli wird im Tiergarten die Delfinlagune eröffnet. Und Anfang August soll es dann gleich noch eine Einweihung geben: Dann nämlich wird auf einer knapp 700 Meter langen Strecke zwischen Giraffengehege und Kinder-Zoo  der „Kleine Adler“, die Tiergarten-Bahnlinie, wieder unterwegs sein.  Gerade mit den Giraffen kommen die Bahnfahrer in engen Kontakt – wie bei einer Safari werde man direkt an ihnen vorbeifahren, sagte Michael Adler vom Planungsbüro bei der Vorstellung des Konzepts.

Rund 800 000 Euro hat der Aufbau der Strecke gekostet, die Stadt übernahm den Löwenanteil. Aber auch die Bürger griffen in die Tasche: In die Spendenlok vor dem Giraffengehege warfen die Tiergarten-Besucher 10 000 Euro. Die Bimmelbahn beförderte ab 1964 in über 40 Jahren 5,1 Millionen Menschen, bis ihr Betrieb wegen des Baus der Lagune stillgelegt wurde.

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Mein Tipp: Der Tiergarten im Winter

KamelEs gibt Menschen, die gehen nur im Sommer bei Sonnenschein in den Zoo und nehmen es in Kauf,  dass sie sich vor den Tiergehegen drängeln müssen. Der wahre Kenner aber weiß: Landschaftszoos wie der Nürnberger Tiergarten haben im Winter ihren ganz besonderen Reiz, vor allem, wenn sie so schön verschneit sind wie jetzt. Wer in diesen Tagen Zeit hat, sollte die Gelegenheit nutzen und einen Tiergartenbesuch einplanen.

Viele Tierarten, die im Zoo leben, sind Eis und Schnee von ihrer natürlichen Heimat her gewohnt und fühlen sich bei den derzeitigen Wetterverhältnissen durchaus wohl. Dazu gehören zum Beispiel Eisbären, Braunbären, Bartgeier, Kamele, Wisente oder auch Kulane.

giraffenTiere, die eigentlich aus wärmeren Ursprungsländern stammen – wie Giraffen, Geparde, Paviane oder Zebras –, bieten in der verschneiten Landschaft am Schmausenbuck ein eher ungewöhnliches Bild. Verblüffend ist, wie viele von diesen Tieren Spaß am Schnee haben und ihn sogar fressen, zum Beispiel die Paviane oder Giraffen. Die Tierpfleger lassen ihre kälteempfindlichen Schützlinge allerdings immer nur für kürzere Zeit nach draußen ins Freigehege und achten darauf, dass der Boden nicht vereist ist und keine Rutschgefahr besteht.

Tierarten, die Kälte überhaupt nicht vertragen – dazu zählen alle Reptilien und Amphibien – sind in klimatisierten Terrarien untergebracht oder verbringen die kalte Jahreszeit in Winterruhe im Gehege.

Carlo: In memoriam Charly

KibaliCarloGiraffenbulle Charly im Tiergarten Nürnberg ist zwar schon seit Januar 2009 tot, trotzdem ist er jetzt posthum noch Vater geworden: Am vergangenen Donnerstag brachte Giraffen-Dame Kibali ein Baby von Charly zur Welt – es ist bereits sein fünftes und leider das zweite, das er selbst nicht mehr erleben durfte. Im vergangenen Jahr wurde schon Lubaya geboren, die Charly mit Lilly gezeugt hatte. Der neueste Nachwuchs am Schmausenbuck mit dem flotten Netzmuster auf dem Fell wurde zu Ehren von Charly auf den Namen Carlo getauft. Carlo ist zwar eher zart gebaut, aber äußerst selbstbewusst. Bald schon soll er aus dem Giraffenhaus in die Freianlage hinausdürfen.
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