Weltältester Gorilla stirbt mit 60 Jahren

Colo, das älteste Gorillaweibchen der Welt, ist im Zoo von Ohio im Schlaf gestorben. Letzten Dezember hatte der Zoo noch ihren 60. Geburtstag gefeiert (Foto: Grahm S. Jones/Columbus Zoo and Aquarium/dpa). 60 Jahre – das passt hervorragend zu der Studie, über die ich hier schon geschrieben habe: Zootiere leben länger – auch wenn Zoogegner das nicht wahr haben wollen. Colo ist etwa 20 Jahre älter geworden als Gorillas sonst. Und: Sie hat noch einen weiteren Superlativ erreicht, denn sie war der erste Gorilla, der auch in einem Zoo geboren wurde. Ihr Name setzt sich aus den ersten Buchstaben von Columbus und Ohio zusammen. Colo galt als Botschafterin für diese Menschenaffenart, die in der Natur stark gefährdet ist. Laut dem Zoo-Verband AZA  werden 350 Gorillas in Zoos gehalten.

Die Gorilladame hat auch für ausreichend Nachkommen gesorgt: Sie selbst hat drei Junge geboren – Emmy, Oscar und Toni –,  woraus nicht weniger  als 16 Enkel, 12 Urenkel und drei Ur-Urenkel hervorgegangen sind. Woran genau Colo gestorben ist, will der Zoo noch herausfinden. Danach soll ihre Asche beigesetzt werden.

Der älteste Gorilla im Nürnberger Tiergarten ist übrigens Fritz, der 1963 geboren wurde und noch ein Wildfang ist; er stammt aus Kamerun. Und die Gorilla-Dame Fatou im Berliner Zoo wird in diesem Jahr 60.

Zootiere leben länger!

gorilla_aeltester_berlin_zooJetzt gibt es einen wissenschaftlichen Nachweis, der Zoogegner mal wieder auf die Palme bringen dürfte: Viele Säugetiere leben in Zoologischen Gärten länger als in freier Wildbahn. Ein internationales Forscherteam unter Beteiligung der Universitäten Zürich und Lyon sowie des Zoologischen Gartens Halle hat dieses Phänomen bei über 50 Säugetierarten untersucht.

Klar: Bei Tieren, die nicht in Menschenobhut leben, ist es schwierig, Geburts- und Todesdaten zu bestimmen. In Zoos dagegen wird darüber lückenlos Buch geführt. Mittlerweile gibt es aber verschiedene Studien über freilebende Tiere mit genauen Altersangaben, um Vergleichsdaten zu erstellen. Die Wissenschaftler haben jetzt herausgefunden, dass über 80 Prozent der in Zoos lebenden Säugetiere länger leben als in „Freiheit“. Dazu gehören zum Beispiel Kaffernbüffel, Rentiere, Zebras, Biber oder Löwen. Bei Raubtieren ist es sogar so, dass alle 15 untersuchten Arten in Tiergärten eine höhere Lebensdauer erreicht haben. Der Verband der Zoologischen Gärten (VdZ), der im deutschsprachigen Raum 70 wissenschaftlich geleitete Zoos vertritt, ist naturgemäß hocherfreut über dieses Forschungsergebnis – straft es doch die wie ein Mantra immer wieder vorgetragene Kritik von Zoogegnern Lügen, die Sterblichkeitsrate von Zootieren sei besonders hoch. Allerdings ist die Lebensdauer von Tieren nur ein Indikator unter mehreren zur Beurteilung von Tierhaltung.

Die Studie belegt außerdem, dass ein paar besonders langlebige Arten in der Natur älter werden als im Zoo, beispielsweise Schimpansen. Weil die meisten Zoos in letzter Zeit aber gerade bei den Anlagen für Menschenaffen aufwändig um- oder neugebaut haben, dürfte in einiger Zeit auch bei den Primaten die Altersstatistik eine andere Sprache sprechen. Einige Menschenaffen erreichen auch jetzt schon in Menschenobhut ein biblisches Alter, etwa der auf obigem Foto abgebildete älteste Gorilla des Berliner Zoos (Foto: Zoo Berlin) oder der im Tiergarten Nürnberg lebende Silberrücken Fritz. (Wie heidi_z vorhin in ihrem Kommentar zu diesem Beitrag geschrieben hat, kennt sie die alte Gorilladame auf dem Bild: Es handelt sich um Fatou, die nächstes Jahr hoffentlich auch noch ihren 60. Geburtstag feiern kann. Vielen Dank für den Hinweis!)

Wetten, dass die Zoogegner auch hier wieder ein Haar in der Suppe finden und die Studie für unglaubwürdig oder unsinnig hinstellen? Diese Wette gewinne ich – hundertprozentig!`

Habibu ist auf einem guten Weg

Über das Gorillaweibchen Habibu im Tiergarten Nürnberg habe ich hier schon geschrieben. Sie ist leider ein echtes Sorgenkind – aber so etwas kommt eben auch unter Zootieren vor. Nach monatelangen gesundheitlichen Problemen, wegen derer das Tier von seinen Artgenossen getrennt wurde, scheint nun aber das Schlimmste überstanden: Habibu konnte endlich wieder in die Gorillagruppe im Affenhaus zurückkehren. Dieser Erfolg ist nicht nur den Nürnberger Tierpflegern und Tierärzten zu verdanken – die Veterinäre haben Kollegen aus ganz Europa und auch Humanmediziner in diesem schwierigen Fall hinzugezogen.

Habibu wird im Juli neun Jahre alt und kam aus dem Zoo Zürich, wo sie auch geboren wurde, im September 2014 nach Nürnberg. Am Anfang sah alles gut aus: Sie integrierte sich schnell in ihrer neuen Gruppe. Doch mit einer Verletzung am Fuß, genauer gesagt: an der rechten Ferse, im Frühjahr 2015 nahm das Unglück seinen Lauf. Denn die Wunde heilte äußerst langsam. Außerdem bekam Habibu offenbar Kopfschmerzen und reagierte manchmal aggressiv gegenüber ihren Artgenossen. Weitere Verletzungen an der rechten Ferse machten die Sache nicht besser, vor allem, weil die Heilung einfach nicht vorankam.

So wurde Habibu in Narkose gelegt und gründlich untersucht – Diagnose: Pfeiffersches Drüsenfieber und Borreliose. Sorgen machte den Zoomitarbeitern auch, dass Habibus Körpergewicht von 56 auf 52,5 Kilogramm gesunken war. Also wurde Habibu zu weiteren medizinischen Behandlungen und aus Sicherheitsgründen von der Gruppe durch Gitter abgetrennt. Sie verlor immer noch weiter an Gewicht. Die Gorilladame machte aber zum Glück gut beim medizinischen Training mit und erholte sich – langsam, aber immerhin. Den Verdacht auf eine Autoimmunkrankheit als eventuell zusätzliche Ursache für die schlechte Wundheilung können die Tierärzte nicht ausschließen.

Inzwischen sind die Wunden weitgehend abgeheilt, Habibu ist etwas gewachsen und hat deutlich zugenommen; sie wiegt inzwischen 76,4 Kilo. Auch die Medikamente konnten abgesetzt werden. Als sie in die Gruppe zurückkehrte, wurde sie von den vier anderen Gorillas (Lena, Bianca, Louna und Fritz) freudig begrüßt. Da zeigte sich, wie gut die sozialen Strukturen in dieser Gruppe funktionieren: Es gab viele herzliche, ja fast schon zärtliche Körperkontakte. Nun muss man sehen, wie sich Habibu gesundheitlich weiterentwickelt. Ich hoffe, sie ist auf einem guten Weg!

Glück in Frankfurt, Entsetzen in Breslau

Herzlichen Glückwunsch an den Frankfurter Zoo! Dort hat die  Gorilladame Dian Zwillinge bekommen – die erste Zwillingsgeburt bei diesen Menschenaffen in Frankfurt seit fast 50 Jahren. Noch ist das Geschlecht der Gorillababys nicht bekannt, weil Dian ihre Kleinen ganz eng am Körper hält, so dass die Pfleger nicht sehen können, ob es sich um Männchen oder Weibchen handelt. Die beiden Kleinen sind das zweite und dritte Baby von Dian. Vater der Zwillinge ist der Silberrücken Viatu. Nachdem die Geburt unter den Augen einer Pflegerin problemlos abgelaufen war, macht man sich im Zoo inzwischen Sorgen um eines der Zwillingsbabys, das sehr schwach wirkt. Die Pfleger kommen aber nicht an die Gorillamutter und ihren Nachwuchs heran, um das Kleine zu untersuchen. Besorgt sind die Zoomitarbeiter vor allem deshalb, weil erst im Juli das Baby des Gorillaweibchens Shira aus bisher unbekannten Gründen gestorben war.

So sehr man sich in Frankfurt über die Gorilla-Zwillingsgeburt freut, so groß ist das Entsetzen im Zoo von Breslau: Ein Sumatra-Tiger hat in seinem Außengehege einen Pfleger tödlich verletzt, der dort anscheinend den Rasen mähte. Schockierte Kollegen des 57-jährigen Mannes haben angegeben, dass er ein sehr erfahrener Tierpfleger gewesen sei. Wie es zu dem Unglück kommen konnte, weiß man noch nicht. Der schreckliche Vorfall überschattet die Jahreskonferenz des europäischen Zooverbands EAZA, die noch bis zum 19. September im Breslauer Tierpark stattfindet und zu der über 700 Teilnehmer aus aller Welt angereist sind.

Nachtrag: Wie ich oben angedeutet hatte, sorgten sich die Tierpfleger in Frankfurt gestern schon um eines der beiden Gorillababys. Nun ist das Kleine tatsächlich gestorben, die Todesursache ist noch unklar. Gorillamutter Dian trägt immer noch beide Babys mit sich herum. Die Pfleger wollen ihr das tote Baby nicht wegnehmen, sondern warten, bis sie es von selbst ablegt. Dem Geschwisterchen geht es aber – Gott sei Dank! – nach wie vor gut.

Schon wieder haltlose Vorwürfe

gorillafbZugegeben: Dieses Foto vom verletzten Fuß der Gorilladame Habibu im Tiergarten Nürnberg sieht schrecklich aus. Es wurde von der Tierrechtsorganisation Great Ape Project im Internet verbreitet, die dem Zoo eine mangelnde medizinische Versorgung des achtjährigen Gorillaweibchens vorwirft. Auf Facebook erschienen dazu die üblichen Kommentare, etwa „Dieser Zoo gehört angezeigt!“. In einem Beitrag wird behauptet, die Tierärzte seien untätig und würden wohl lieber in den Biergarten sitzen, statt etwas zu unternehmen.

Und das ist das, was mich genauso aufregt wie die Verantwortlichen im Tiergarten oder in anderen Zoos: Irgendwelche Behauptungen oder Unwahrheiten lassen sich kinderleicht über das Netz verbreiten. Die Zoos geraten jedesmal in Zugzwang und müssen sich verteidigen. Am Ende bleibt immer der Eindruck, dass wohl schon was dran sein wird an den Vorwürfen.

Dabei könnte man vieles durch einfaches Nachfragen klären. Das hat in diesem Fall eine Kommentatorin auf Facebook auch getan. Sie hat Antwort vom Tiergarten bekommen und diese ebenfalls gepostet. Doch manche interessiert die Antwort gar nicht. Sie werfen dieser Kommentatorin lieber Naivität und was weiß ich noch alles vor.

Ich habe für die „Nürnberger Zeitung“ bei Zootierärztin Katrin Baumgartner nachgefragt, was mit Habibu los ist. Die Veterinärin hat mir erzählt, dass die Fußverletzung schon einige Zeit her ist und ganz gut verheilt war, aber Habibu kratzt sie sich immer wieder auf. Weil das Tier auch immer wieder Magen- und Darmprobleme hat, wurde es vor kurzem für eine umfangreiche Untersuchung, bei der ein Humanmediziner und ein Zahnarzt hinzugezogen wurden, in Narkose gelegt. Es wurde eine Gastroskopie gemacht, außerdem Ultraschall, und Habibu wurde Blut abgenommen. Bisher konnte aber noch keine Ursache für die instabile Gesundheit des Gorillas gefunden werden. Derzeit wird Habibu mit Antibiotika behandelt.

Eine neue "Haremsdame"

Diese junge Gorilladame heißt Louna. Sie ist heute im Tiergarten Nürnberg angekommen und soll dort in die Gorillagruppe eingewöhnt werden.

Louna ist sechs Jahre alt und kommt aus dem „Pongoland“ im Zoo Leipzig. Ihre Eltern Gorgo und Bebe leben mittlerweile im Darwineum des Rostocker Zoos. In Leipzig stimmte die Chemie zwischen Louna und dem neuen Haremschef der dortigen Gorillagruppe nicht. Nun soll Louna im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms EEP langfristig in die Zuchtpläne des Tiergartens Nürnberg integriert werden.

Derzeit ist das Gorillaweibchen allerdings noch nicht geschlechtsreif. Sie soll aber den Grundstein für einen neuen Harem bilden, der später einmal am Schmausenbuck für Nachwuchs sorgen soll. Chef der Nürnberger Gorillas ist der alte Silberrücken Fritz, der in diesem Jahr 50 Jahre alt wird. Mit dem Weibchen Hakuna Matata, mit dem Fritz eigentlich Nachwuchs in die Welt setzen sollte, paart sich Fritz schon seit einigen Jahren nicht mehr – er hat vielmehr eine Art „Vater-Tochter-Beziehung“ zu ihr entwickelt. Hakuna wird deshalb bald in eine Zuchtgruppe in einem anderen Zoo umziehen. Im Tiergarten leben außerdem noch die beiden älteren Gorillaweibchen Lena und Bianca.

Die Besucher des Nürnberger Tiergartens können die neue Gorilladame aus Leipzig zunächst noch nicht sehen. Sie muss sich in Ruhe und hinter den Kulissen an ihre neue Umgebung gewöhnen. Als sie heute aus der Transportkiste kletterte, inspizierte sie gleich ihr neues Zuhause. Sie entwickelte auf jeden Fall schon einmal einen gesunden Appetit und ließ sich das Gemüse schmecken, mit dem sie nach der Reise belohnt wurde.

 

 

Eine Zeitreise durch die Evolution

Der Rostocker Zoo, über den ich hier schon als Urlaubstipp für Ostsee-Urlauber geschrieben habe, hat jetzt eine neue Attraktion: Das Darwineum wurde eröffnet. Bei der feierlichen Zeremonie war auch der Ururenkel von Charles Darwin dabei: Felix Padel (siehe Foto), der anthropologische Forschungen betreibt.

Das Darwineum ist mit 29 Millionen Euro – eine Million haben die Rostocker Bürger gespendet – ein Riesenprojekt für den Zoo im Nordosten der Bundesrepublik: eine Erlebniswelt zum Thema Evolutionsgeschichte. Zu der Halle gehören auch Experimentierstationen und Tagungsräume. Und für Schulklassen wird es bald Unterrichtsangebote geben.

Dank der neuen Einrichtung ist endlich Schluss mit der schlechten, längst nicht mehr zeitgemäßen Unterbringung der Menschenaffen im Zoo Rostock. Ihre Haltungsbedingungen waren zu Recht kritisiert worden. Im Darwineum steht den Gorillas und Orang-Utans jetzt eine Tropenhalle zur Verfügung, in der sie mit Zwergseidenäffchen und Spitzhörnchen zusammenleben.

Das Darwineum will den Zoobesuchern anhand von Tierbeispielen erklären, wie sich das Leben auf der Erde herausgebildet hat: zum Beispiel mit Quallen, die im Meer der Urzeit lebten, und mit Pfeilschwanzkrebsen, Seepferdchen und Schlammspringern, die den Übergang der Lebewesen vom Wasser zum Land bildeten. Stellvertretend für Saurier ist ein Nashornleguan, die ersten Säugetiere im Tertiär werden durch Antilopenziesel und Schnabeligel repräsentiert. Am Ende der Zeitreise gelangt man dann in die Tropenhalle mit den Menschenaffen. Insgesamt sind 40 Tierarten im Darwineum untergebracht.

Durch das Darwineum wurde allerdings der Eintritt in den Zoo teurer: Die Preise stiegen für Erwachsene von 11,50 Euro auf 16 Euro; für Kinder bis zu sieben Jahren ist der Eintritt frei.

Abenteuer Evolution

Letzten Sommer habe ich hier schon einmal über den Zoo Rostock geschrieben. In dem Ostsee-Zoo entsteht das „Darwineum“: Die Besucher sollen dort das Abenteuer Evolution nacherleben können. In der 5000 Quadratmeter großen Halle werden künftig Gorillas und Orang-Utans untergebracht. Die Menschenaffen müssen in Rostock derzeit noch mit altertümlich anmutenden, längst nicht mehr zeitgemäßen Käfigen vorliebnehmen.

Aber wenn das Darwineum im Spätherbst dieses Jahres eröffnet wird, kann der Zoo mit einer echten Attraktion aufwarten, die viele neue Besucher anlocken dürfte. Der Rohbau der Anlage steht bereits, im Augenblick sind Maler mit der Ausgestaltung der Innenräume beschäftigt. Engagiert wurde dafür ein echter Fachmann: der Illusionsmaler Uwe Thürnau. Der gelernte Maler und Grafiker hat sich auf die Dekoration von Tiergehegen in Zoos spezialisiert. Der 60-Jährige hat auch die Entwicklung mitbekommen, die Zoologische Gärten in den vergangenen Jahrzehnten durchlaufen haben: weg von Betonkäfigen mit dicken Gitterstäben, hin zu Anlagen, die der natürlichen Umgebung der Tiere nachempfunden sind.

Auch im Darwineum soll es keine Gitter geben, sondern Aussichtsplattformen und Glasfronten, die den Besuchern möglichst viel Einblick in die Gehege gewähren. Uwe Thürnau und seine Kollegen sind auf große Wandbilder und Dioramen spezialisiert. Auf die beiden Giebelwände des Darwineums haben sie tropische Landschaften gezaubert, und für den Betrachter sieht es so aus, als würde sich der Urwald tief ins Hinterland erstrecken. Dadurch, dass im Vordergrund echte Pflanzen wachsen, soll die Illusion perfekt werden.

Zoo-Interessierte dürfen also gespannt sein auf die neue Einrichtung in Rostock, die bestimmt eine große Bereicherung für die deutsche Zoolandschaft darstellen wird.

Sie wurde beinahe selbst zum Tier

Heute würde eine Frau 80 Jahre alt, die Tiere so liebte, dass sie ihr Leben für sie opferte: Dian Fossey, die Autorin des berühmten Buchs „Gorillas im Nebel“, das Michael Apted 1988 mit Sigourney Weaver in der Hauptrolle verfilmt hat (siehe Foto).

Fossey wurde am 16. Januar 1932  in San Francisco geboren und wollte eigentlich Tierärztin werden. Aber ihre Noten in den naturwisenschaftlichen Fächern am College waren nicht gut genug. So wurde Fossey zunächst Bewegungstherapeutin. Ihr Leben veränderte sich, als sie 1963 erstmals einen Vortrag über Berggorillas hörte, den der berühmte Anthropologe Louis Leakey hielt. Fossey hatte Blut geleckt und reiste nach Ostafrika, um selbst bei Forschungen über diese Tiere mitzuarbeiten. Was sie dort sah, versetzte ihr einen regelrechten Schock: Gorillas wurden von Wilderern regelrecht abgeschlachtet, Gorilla-Babys waren wahre Goldgruben für die Wilderer, die sie für teures Geld weiterverkauften.

Fossey kämpfte für eine finanzielle Unterstützung, um ein Forschungsprojekt mit den faszinierenden Menschenaffen starten zu können und rief 1967 in den Virunga Mountains (Ruanda) ein Foschungszentrum ins Leben – in 3000 Metern Höhe, in einer unwirtlichen, nebligen Gegend, in die sich die Berggorillas zurückgezogen hatten.

Fossey machte sich an die Beobachtung der Tiere, und es gelang ihr schließlich, direkt in Kontakt mit ihnen zu kommen. Sie lebte mit den Tieren zusammen und imitierte ihr Verhalten, bis die Gorillas sie schließlich in ihrem Verband akzeptierten. Im Laufe von 18 Jahren entwickelte sie tiefe Gefühle für die Tiere und entfernte sich gleichzeitig immer mehr von den Menschen.

Fossey konte nachweisen, dass Berggorillas mitnichten die grausamen Bestien waren, als die sie verschrieen waren, sondern vielmehr in sozialen Verbänden friedlich zusammenleben und sich besonders liebevoll um die Aufzucht ihres Nachwuchses kümmern. Das alles legte sie 1983 in ihrem Buch „Gorillas im Nebel“ dar; 1974 hatte sie bereits den Doktor in Zoologie an der Universität von Cambridge gemacht.

Doch trotz ihrer neuen wissenschftlichen Erkenntnisse schaffte Fossey es nicht, der Wilderei ein Ende zu bereiten – obwohl sie mit aggressiven Mitteln dagegen vorzugehen versuchte. Fossey machte sich damit äußerst unbeliebt, auch bei den Einwohnern in der Gegend ihrer Forschungsstation, weil sie sich weigerte, dort den Weg für Öko-Tourismus zu ebnen, der Geld ins Land gebracht hätte. Sie wurde immer wieder bedroht, nahm die Drohungen aber im Kampf für die Gorillas in Kauf. Am 27. Dezember 1985 wurde Dian Fossey von einem Mitarbeiter ihrer Station mit zertrümmertem Schädel neben ihrem Bett liegend tot aufgefunden. Der Mord wurde nie ganz aufgeklärt.

Dian Fossey hatte verfügt, auf dem Gorillafriedhof begraben zu werden. Dort liegt sie – neben ihrem einstigen Lieblingsgorilla, dem Gorilla-Mädchen Digit, zu dem sie eine besonders enge Beziehung entwickelt hatte.

 

Glück und Pech im Jahr 2011

Weihnachtsgans gut verdaut, unpassende Geschenke umgetauscht? Gut, dann können wir ja wieder zum Alltag übergehen. Das heißt, so ganz alltäglich ist diese Zeit zwischen den Jahren ja nicht. Man macht sich Gedanken über Vergangenes und Zukünftiges, zieht Bilanz, blickt nach vorne. Das habe ich in den Vorjahren in meinem Blog ebenfalls getan und möchte auch zu diesem Jahreswechsel nicht darauf verzichten.

Für einige Tierarten ist das zu Ende gehende Jahr alles andere als ein gutes gewesen. Ganz besonders schlecht verlief es zum Beispiel für Grauwale: Die werden sowieso schon immer weniger, und die letzten 130 Exemplare vor der russischen Insel Sachalin sind auch noch durch Ölförderprojekte bedroht.  Wie schlimm es um Nashörner steht, habe ich erst im November geschrieben. Übel ist auch der Irawadi-Delfin in Südostasien dran: 85 Tiere gibt es nach Angaben des WWF noch im Mekong. Die Jungtier-Sterblichkeit ist ungewöhnlich hoch, und die Fischerei tut ein Übriges, um die lächerliche Bestandszahl weiter zu dezimieren.

Aber wir brauchen gar nicht so weit weg zu gehen: Auch in unseren Breiten sind Tiere beinahe ausgerottet, weil der Mensch nur an sich denkt. In der Donau waren zum Beispiel einmal sechs verschiedene Störarten vertreten – jetzt ist es nur noch eine. Das kommt mir irgendwie vor wie bei den „Zehn kleinen Negerlein“. Schuld an der Entwicklung ist vor allem der illegale Handel mit Kaviar. Mittlerweile gibt es in der EU nur noch in Rumänien und Bulgarien wildlebende Störe.

Damit das Jahr in meinem Blog nicht nur mit solch traurigen Tier-Meldungen zu Ende geht, hier auch noch die eine oder andere positive Nachricht:

Es geht aufwärts mit den Berggorillas, die schon einmal kurz vorm Aussterben standen. Der WWF kommt bei seiner neuesten Zählung auf  insgesamt 780 Exemplare in teils grenzüberschreitenden afrikanischen Nationalparks in Uganda, in Ruanda und im Kongo. Aufatmen dürfen wir auch beim Europäischen Luchs: Man geht davon aus, dass im Bayerischen Wald und im angrenzenden Böhmerwald heute wieder etwa 25 Exemplare leben.

Beenden möchte ich die erfreulichen Entwicklungen mit den Przewalski-Wildpferden, die vor 15 Jahren als ausgestorben galten. Seit sie in der Monoglei ausgewildert werden, gibt es nun in freier Natur wieder rund 300 dieser Urwildpferde. Der Tiergarten Nürnberg hat mit seiner erfolgreichen Zucht einen nicht unwesentlichen Anteil an diesem Erfolg. Im Tiergarten kann man nach wie vor eine Przewalski-Herde beobachten, ebenso wie im Naturschutzgebiet Tennenloher Forst. Obwohl – ich kenne Leute, die dort schon öfter waren und die Tiere noch nie zu Gesicht bekommen haben. Denen kann ich versichern: Die Urwildpferde sind dort, man muss aber schon ein wenig Glück und Geduld haben, sie zwischen Bäumen und Sträuchern in der weitläufigen Anlage zu entdecken.