Eine Zeitreise durch die Evolution

Der Rostocker Zoo, über den ich hier schon als Urlaubstipp für Ostsee-Urlauber geschrieben habe, hat jetzt eine neue Attraktion: Das Darwineum wurde eröffnet. Bei der feierlichen Zeremonie war auch der Ururenkel von Charles Darwin dabei: Felix Padel (siehe Foto), der anthropologische Forschungen betreibt.

Das Darwineum ist mit 29 Millionen Euro – eine Million haben die Rostocker Bürger gespendet – ein Riesenprojekt für den Zoo im Nordosten der Bundesrepublik: eine Erlebniswelt zum Thema Evolutionsgeschichte. Zu der Halle gehören auch Experimentierstationen und Tagungsräume. Und für Schulklassen wird es bald Unterrichtsangebote geben.

Dank der neuen Einrichtung ist endlich Schluss mit der schlechten, längst nicht mehr zeitgemäßen Unterbringung der Menschenaffen im Zoo Rostock. Ihre Haltungsbedingungen waren zu Recht kritisiert worden. Im Darwineum steht den Gorillas und Orang-Utans jetzt eine Tropenhalle zur Verfügung, in der sie mit Zwergseidenäffchen und Spitzhörnchen zusammenleben.

Das Darwineum will den Zoobesuchern anhand von Tierbeispielen erklären, wie sich das Leben auf der Erde herausgebildet hat: zum Beispiel mit Quallen, die im Meer der Urzeit lebten, und mit Pfeilschwanzkrebsen, Seepferdchen und Schlammspringern, die den Übergang der Lebewesen vom Wasser zum Land bildeten. Stellvertretend für Saurier ist ein Nashornleguan, die ersten Säugetiere im Tertiär werden durch Antilopenziesel und Schnabeligel repräsentiert. Am Ende der Zeitreise gelangt man dann in die Tropenhalle mit den Menschenaffen. Insgesamt sind 40 Tierarten im Darwineum untergebracht.

Durch das Darwineum wurde allerdings der Eintritt in den Zoo teurer: Die Preise stiegen für Erwachsene von 11,50 Euro auf 16 Euro; für Kinder bis zu sieben Jahren ist der Eintritt frei.

Abenteuer Evolution

Letzten Sommer habe ich hier schon einmal über den Zoo Rostock geschrieben. In dem Ostsee-Zoo entsteht das „Darwineum“: Die Besucher sollen dort das Abenteuer Evolution nacherleben können. In der 5000 Quadratmeter großen Halle werden künftig Gorillas und Orang-Utans untergebracht. Die Menschenaffen müssen in Rostock derzeit noch mit altertümlich anmutenden, längst nicht mehr zeitgemäßen Käfigen vorliebnehmen.

Aber wenn das Darwineum im Spätherbst dieses Jahres eröffnet wird, kann der Zoo mit einer echten Attraktion aufwarten, die viele neue Besucher anlocken dürfte. Der Rohbau der Anlage steht bereits, im Augenblick sind Maler mit der Ausgestaltung der Innenräume beschäftigt. Engagiert wurde dafür ein echter Fachmann: der Illusionsmaler Uwe Thürnau. Der gelernte Maler und Grafiker hat sich auf die Dekoration von Tiergehegen in Zoos spezialisiert. Der 60-Jährige hat auch die Entwicklung mitbekommen, die Zoologische Gärten in den vergangenen Jahrzehnten durchlaufen haben: weg von Betonkäfigen mit dicken Gitterstäben, hin zu Anlagen, die der natürlichen Umgebung der Tiere nachempfunden sind.

Auch im Darwineum soll es keine Gitter geben, sondern Aussichtsplattformen und Glasfronten, die den Besuchern möglichst viel Einblick in die Gehege gewähren. Uwe Thürnau und seine Kollegen sind auf große Wandbilder und Dioramen spezialisiert. Auf die beiden Giebelwände des Darwineums haben sie tropische Landschaften gezaubert, und für den Betrachter sieht es so aus, als würde sich der Urwald tief ins Hinterland erstrecken. Dadurch, dass im Vordergrund echte Pflanzen wachsen, soll die Illusion perfekt werden.

Zoo-Interessierte dürfen also gespannt sein auf die neue Einrichtung in Rostock, die bestimmt eine große Bereicherung für die deutsche Zoolandschaft darstellen wird.

Sie wurde beinahe selbst zum Tier

Heute würde eine Frau 80 Jahre alt, die Tiere so liebte, dass sie ihr Leben für sie opferte: Dian Fossey, die Autorin des berühmten Buchs „Gorillas im Nebel“, das Michael Apted 1988 mit Sigourney Weaver in der Hauptrolle verfilmt hat (siehe Foto).

Fossey wurde am 16. Januar 1932  in San Francisco geboren und wollte eigentlich Tierärztin werden. Aber ihre Noten in den naturwisenschaftlichen Fächern am College waren nicht gut genug. So wurde Fossey zunächst Bewegungstherapeutin. Ihr Leben veränderte sich, als sie 1963 erstmals einen Vortrag über Berggorillas hörte, den der berühmte Anthropologe Louis Leakey hielt. Fossey hatte Blut geleckt und reiste nach Ostafrika, um selbst bei Forschungen über diese Tiere mitzuarbeiten. Was sie dort sah, versetzte ihr einen regelrechten Schock: Gorillas wurden von Wilderern regelrecht abgeschlachtet, Gorilla-Babys waren wahre Goldgruben für die Wilderer, die sie für teures Geld weiterverkauften.

Fossey kämpfte für eine finanzielle Unterstützung, um ein Forschungsprojekt mit den faszinierenden Menschenaffen starten zu können und rief 1967 in den Virunga Mountains (Ruanda) ein Foschungszentrum ins Leben – in 3000 Metern Höhe, in einer unwirtlichen, nebligen Gegend, in die sich die Berggorillas zurückgezogen hatten.

Fossey machte sich an die Beobachtung der Tiere, und es gelang ihr schließlich, direkt in Kontakt mit ihnen zu kommen. Sie lebte mit den Tieren zusammen und imitierte ihr Verhalten, bis die Gorillas sie schließlich in ihrem Verband akzeptierten. Im Laufe von 18 Jahren entwickelte sie tiefe Gefühle für die Tiere und entfernte sich gleichzeitig immer mehr von den Menschen.

Fossey konte nachweisen, dass Berggorillas mitnichten die grausamen Bestien waren, als die sie verschrieen waren, sondern vielmehr in sozialen Verbänden friedlich zusammenleben und sich besonders liebevoll um die Aufzucht ihres Nachwuchses kümmern. Das alles legte sie 1983 in ihrem Buch „Gorillas im Nebel“ dar; 1974 hatte sie bereits den Doktor in Zoologie an der Universität von Cambridge gemacht.

Doch trotz ihrer neuen wissenschftlichen Erkenntnisse schaffte Fossey es nicht, der Wilderei ein Ende zu bereiten – obwohl sie mit aggressiven Mitteln dagegen vorzugehen versuchte. Fossey machte sich damit äußerst unbeliebt, auch bei den Einwohnern in der Gegend ihrer Forschungsstation, weil sie sich weigerte, dort den Weg für Öko-Tourismus zu ebnen, der Geld ins Land gebracht hätte. Sie wurde immer wieder bedroht, nahm die Drohungen aber im Kampf für die Gorillas in Kauf. Am 27. Dezember 1985 wurde Dian Fossey von einem Mitarbeiter ihrer Station mit zertrümmertem Schädel neben ihrem Bett liegend tot aufgefunden. Der Mord wurde nie ganz aufgeklärt.

Dian Fossey hatte verfügt, auf dem Gorillafriedhof begraben zu werden. Dort liegt sie – neben ihrem einstigen Lieblingsgorilla, dem Gorilla-Mädchen Digit, zu dem sie eine besonders enge Beziehung entwickelt hatte.

 

Glück und Pech im Jahr 2011

Weihnachtsgans gut verdaut, unpassende Geschenke umgetauscht? Gut, dann können wir ja wieder zum Alltag übergehen. Das heißt, so ganz alltäglich ist diese Zeit zwischen den Jahren ja nicht. Man macht sich Gedanken über Vergangenes und Zukünftiges, zieht Bilanz, blickt nach vorne. Das habe ich in den Vorjahren in meinem Blog ebenfalls getan und möchte auch zu diesem Jahreswechsel nicht darauf verzichten.

Für einige Tierarten ist das zu Ende gehende Jahr alles andere als ein gutes gewesen. Ganz besonders schlecht verlief es zum Beispiel für Grauwale: Die werden sowieso schon immer weniger, und die letzten 130 Exemplare vor der russischen Insel Sachalin sind auch noch durch Ölförderprojekte bedroht.  Wie schlimm es um Nashörner steht, habe ich erst im November geschrieben. Übel ist auch der Irawadi-Delfin in Südostasien dran: 85 Tiere gibt es nach Angaben des WWF noch im Mekong. Die Jungtier-Sterblichkeit ist ungewöhnlich hoch, und die Fischerei tut ein Übriges, um die lächerliche Bestandszahl weiter zu dezimieren.

Aber wir brauchen gar nicht so weit weg zu gehen: Auch in unseren Breiten sind Tiere beinahe ausgerottet, weil der Mensch nur an sich denkt. In der Donau waren zum Beispiel einmal sechs verschiedene Störarten vertreten – jetzt ist es nur noch eine. Das kommt mir irgendwie vor wie bei den „Zehn kleinen Negerlein“. Schuld an der Entwicklung ist vor allem der illegale Handel mit Kaviar. Mittlerweile gibt es in der EU nur noch in Rumänien und Bulgarien wildlebende Störe.

Damit das Jahr in meinem Blog nicht nur mit solch traurigen Tier-Meldungen zu Ende geht, hier auch noch die eine oder andere positive Nachricht:

Es geht aufwärts mit den Berggorillas, die schon einmal kurz vorm Aussterben standen. Der WWF kommt bei seiner neuesten Zählung auf  insgesamt 780 Exemplare in teils grenzüberschreitenden afrikanischen Nationalparks in Uganda, in Ruanda und im Kongo. Aufatmen dürfen wir auch beim Europäischen Luchs: Man geht davon aus, dass im Bayerischen Wald und im angrenzenden Böhmerwald heute wieder etwa 25 Exemplare leben.

Beenden möchte ich die erfreulichen Entwicklungen mit den Przewalski-Wildpferden, die vor 15 Jahren als ausgestorben galten. Seit sie in der Monoglei ausgewildert werden, gibt es nun in freier Natur wieder rund 300 dieser Urwildpferde. Der Tiergarten Nürnberg hat mit seiner erfolgreichen Zucht einen nicht unwesentlichen Anteil an diesem Erfolg. Im Tiergarten kann man nach wie vor eine Przewalski-Herde beobachten, ebenso wie im Naturschutzgebiet Tennenloher Forst. Obwohl – ich kenne Leute, die dort schon öfter waren und die Tiere noch nie zu Gesicht bekommen haben. Denen kann ich versichern: Die Urwildpferde sind dort, man muss aber schon ein wenig Glück und Geduld haben, sie zwischen Bäumen und Sträuchern in der weitläufigen Anlage zu entdecken.

 

Neue Hoffnung für den Artenschutz

Über Artenschutz habe ich in diesem Blog immer wieder geschrieben. Meist ging es dabei um Probleme bei der Umsetzung. Jetzt gibt es zu diesem Thema mal eine gute Nachricht.

Bisher haben Wissenschaftler eine sehr hohe Messlatte angelegt, wenn es darum ging, eine Zahlengrenze festzulegen, ab der sie gefährdeten Tierarten noch Überlebenschancen in der Zukunft einräumen. Die meisten Forscher haben sehr rigoros eine Meinung vertreten: Für Arten, bei denen es einen enormen Aufwand erfordern würde, eine Population von 5000 zu erreichen, gebe es keine Hoffnung mehr. Man sollte dann die für Artenschutzprojekte vorhandenen Gelder lieber für andere Tiere einsetzen.

Jetzt aber hat sich ein Team britischer Wissenschaftler der Uni Durham auf eine andere Aussage festgelegt: Die Anzahl von Tieren einer gefährdeten Art wirkt sich nicht unbedingt auf ihre Überlebenschancen aus. In einer neuen Studie haben sie herausgefunden, dass die Populationsgröße, die eine Art für ihr langfristiges Überleben benötigt, sowohl innerhalb einer Art als auch zwischen den Arten unterschiedlich sein kann. Ein wichtiger Faktor dabei sind etwa die Bedingungen, unter denen die Tiere leben. Wenn die Tiergruppen einigermaßen stabil sind, würden schon Hunderte von Einzeltieren genügen, damit die Art nicht ausstirbt. Die Ergebnisse der Untersuchung sind in der Zeitschrift „Trends in Ecology und Evolution“ veröffentlicht.

Da könnte man also direkt Hoffnung schöpfen für Arten, von denen es nur noch sehr wenige Exemplare gibt, zum Beispiel für die schätzungsweise noch 450 Sibirischen Tiger oder die rund 1000 Berggorillas – wenn nicht wieder andere Wissenschaftler zu einem ganz anderen Ergebnis kommen!

Ein Silberstreifen am Horizont

urn:newsml:dpa.com:20090101:101208-99-02602Sie zählen zu den Tierarten auf unserer Erde, die am stärksten vom Aussterben bedroht sind: die Berggorillas. In den letzten Jahren gab es eigentlich immer nur neue Hiobsbotschaften, wenn es um ihren Bestand ging. Der nahm nämlich stetig ab. Trotzdem ging die Jagd auf diese faszinierenden Tiere ebenso weiter wie die Zerstörung ihres Lebensraums durch Abholzen von Bäumen.

Jetzt können Tierschützer endlich einmal eine gute Nachricht über diese Menschenaffen vermelden: Bei der neuesten Zählung von afrikanischen Berggorillas im Grenzgebiet zwischen Kongo, Ruanda und Uganda sind sie auf 480 Exemplare gekommen – das sind immerhin 100 Tiere mehr als bei der letzten Zählung dort, die  im Jahr 2003 stattfand.

Solche Zählungen werden mit sehr großem Aufwand durchgeführt, so dass man von einem korrekten Ergebnis ausgehen kann. Diesmal haben sechs Gruppen von Experten die Regenwälder der Vulkanberge des Virunga-Massivs auf einer Strecke von über 1000 Kilometern durchkämmt. In das Ergebnis der Zählung sind außer den Tieren, die direkt gesichtet wurden, auch eingesammelte Dungproben eingegangen. Auf diese Weise konnte man mit Hilfe von DNA-Tests die Tiere identifizieren.

So positiv die neue Zählung von Tierschutz-Organisationen wie etwa dem WWF bewertet wird: Jetzt darf man sich nicht auf der etwas verbesserten Situation ausruhen. Nach wie vor muss alles Menschenmögliche unternommen werden, um Wilderei und Abholzung der Regenwälder einzudämmen, damit sich der Berggorilla-Bestand weiter erholen kann. Denn weltweit schätzt man die Zahl der Berggorillas gerade mal auf 780 Tiere. Mehr als der berühmte Silberstreifen am Horizont ist die neueste Gorilla-Zählung im Virunga-Massiv also nicht.

Fernsehtipp: Berggorillas – nicht im Nebel

berggorillaAb und zu gebe ich hier ja gerne einen Tipp, wenn im Fernsehen ein vielversprechender Tierfilm gezeigt wird. Ich hoffe, das ist bei folgendem Streifen auch der Fall: Morgen, 14. Februar, strahlt das SWR Fernsehen um 17.15 Uhr in der Reihe „Länder – Menschen – Abenteuer“ einen Beitrag aus über „Berggorillas, Ugandas sanfte Riesen“.

Die Gorillaforscherin Martha Robbins sagt über sich selbst, sie sei eher zufällig an die Promatenforschung geraten. Egal – immerhin hat sie es zu einer der anerkanntesten „Primatologinnen“ auf der Welt gebracht. Sie erforscht im Auftrag des Max-Planck-Instituts Berggorillas in Ostafrika – und zwar in einer der gefährlichsten Krisenregionen der Welt. Auf ugandischer Seite wurde in den ältesten Urwäldern unserer Erde ein Gorilla-Schutzgebiet eingerichtet. Dort leben derzeit um die 320 Berggorillas – das ist rund die Hälfte der überhaupt noch existierenden Exemplare dieser Art.

Martha Robbins hat seit zehn Jahren einen 15-köpfigen Gorillaverband beobachtet und alle Verhaltensmuster dokumentiert. Da spielen sich anscheinend Dramen ab wie in einer Doku-Soap, Freundschaften und Feindschaften entstehen in guten wie in schlechten Zeiten, es geht um Liebe und Hass, Leidenschaft, Leben und Tod.

In dem Gebiet leben aber auch Menschen: Waldbewohner wie zum Beispiel die Batwa. Martha Robbins versucht, sie in die Naturschutzprojekte mit einzubeziehen. All das soll in dem Film zu sehen sein. Ein Team von „Länder – Menschen – Abenteuer“ hat die berühmte Wissenschaftlerin bei ihrer Arbeit begleitet. Sind wir mal gespannt, wie das Ergebnis ist!

Das wünsche ich mir vom Christkind

NrnbergeNach altem polnischen Volksglauben können in der Nacht vom Heiligen Abend auf den ersten Weihnachtsfeiertag die Tiere sprechen. – Ich wünsche mir sehnlichst vom Christkind, dass dieser Glaube einmal in meinem Leben für mich Wirklichkeit wird.

Kein Auge würde ich in dieser Nacht zutun! Von der ersten bis zur letzten Sekunde würde ich sie im Nürnberger Tiergarten verbringen und mich mit all den Zoobewohnern unterhalten, über die ich während des ganzen Jahres hier in meinem Blog schreibe.

„Mensch, Fritz“, würde ich zum Gorilla-Mann im Affenhaus sagen, „sag mal, warum wird’s denn bei dir und deinen drei Weibern nichts mit dem Nachwuchs? Liegt’s an dir oder an denen? Oder wollt ihr einfach keine Babys in diese Welt setzen?“ Da könnte der alte Fritz endlich mal auspacken!

Gar zu gerne hätte ich auch mit der betagten Elefantendame Yvonne gesprochen. Leider ist das nicht mehr möglich – kurz nach ihrem Umzug in den Rostocker Zoo ist sie ja bekanntlich gestorben. Dafür würde ich den Dickhäutern, die jetzt im Elefantenhaus wohnen, einen Besuch abstatten: Familie Panzernashorn. Könnte mich mit Purana sozusagen von Frau zu Frau unterhalten – über Männer natürlich! Zum Beispiel über ihren Ropen, ob der’s genauso bringt wir ihr verblichener erster Mann Noël.

Meine nächtliche Runde würde mich weiterführen zum Delfinarium. Was Delfin-Methusalem Moby zur geplanten Lagune sagt, würde mich schon interessieren. Und auch, wie er mit seinen Trainern zufrieden ist und ob ihm das mit den vielen Frauen in seinem doch vorgerückten Alter nicht zu viel wird.

Am Ende dieser wunderbaren Nacht würde ich hinaufgehen in den Aquapark und ein Schwätzchen mit Flocke halten. Die Gelegenheit ergreifen, bevor sie aus dem Tiergarten wegzieht an die Côte d’Azur. Ich würde ihr erzählen, wie traurig die Nürnberger sind, dass ihre „Flogge“ bald nicht mehr da ist.

Nanu, was ist denn das, liebes Christkind? Ich kann plötzlich Flocke hören, die mir antwortet: „Ach, wisst ihr, ich geh’ auch nicht gern weg, aber ich will doch unbedingt mit meinem Freund Rasputin zusammenbleiben. Macht’s gut alle zusammen und kommt mich irgendwann in meinem neuen Zuhause in Antibes besuchen!“
Das kann ich Flocke gerade noch versprechen, da dämmert schon der Morgen des ersten Weihnachtstages. Und von Flocke vernehme ich nur noch ein leises Brummen.

Neue Chance für Gorilla "Gana" in Münster

Wir erinnern uns: Vor fast genau einem Jahr hatte der Allwetterzoo Münster Aufsehen erregt, als dort das Gorilla-Weibchen „Gana“ ihr totes Junges in ihrer Anlage herumgeschleppt hatte.

Nun gibt es gute Nachrichten aus Münster: Gana ist wieder Mutter geworden. Und es sieht so aus, als würde sie sich gut um ihr Baby – mit höchster Wahrscheinlichkeit ist es ein weibliches Gorillakind – kümmern. Hoffentlich bleibt das auch so. Schließlich hatte es im vergangenen Jahr bei Ganas kleinem Sohn „Claudio“ auch so ausgesehen, als würde mit der Aufzucht alles klappen. Dann hieß es, Gana würde ihren Sohn vernachlässigen, und er sei deshalb gestorben. Letztlich stellte es sich heraus, dass vermutlich eine Darmentzündung die Todesursache war und Gana keine Schuld am Tod ihres Babys traf.

Ihren ersten Nachwuchs, eine Tochter, hatte Gana nicht angenommen. Das Gorilla-Kind war deshalb an die Stuttgarter Wilhelma abgegeben worden, wo es eine eigene Aufzuchtstation für Menschenaffen gibt. Der Kleinen geht es dort nach wie vor gut.

Arten-Wirrwarr bei Gorillas?

Es sind schwere Vorwürfe, die „Pro Wildlife“ da erhebt: Der Verein, der sich für den Schutz von Wildtieren einsetzt und Missstände im Umgang mit Wildtieren aufdeckt, hat Stammbäume von in Zoos lebenden Gorillas durchforstet. Und kam zu einem alarmierenden Ergebnis: In vielen Zoologischen Gärten wurden anscheinend jahrzehntelang verschiedene Gorilla-Arten durcheinander gezüchtet – und zwar Westliche Flachlandgorillas (so einen zeigt dieses Foto)  mit Cross-River-Gorillas. Deshalb seien viele der 850 weltweit in Tierparks lebenden Gorillas Mischlinge dieser beiden Unterarten und damit nutzlos für den Artenschutz. Auswildern kann man solche Tiere natürlich auch nicht.

Und so soll das Ganze passiert sein: Bis in die 1980-er Jahre gelangten Gorilla-Wildfänge vor allem aus Kamerun in Zoos. Manche landeten auch nur mit dem Vermerk „Herkunftsland: Afrika“ in einem Tierpark. Um welche der beiden Unterarten es sich handelte, wurde oft nicht dokumentiert. Und so züchteten manche Zoos offenbar aus Unwissenheit die verschiedenen Gorillas-Unterarten durcheinander. Das Ziel, durch organisierte Nachzucht in Zoologischen Gärten eine Gorilla-Population zur Arterhaltung aufzubauen, weil die Tiere in freier Natur besonders stark bedroht sind, wäre in Frage gestellt, wenn sich die Vorwürfe von „Pro Wildlife“ als richtig erweisen.