Marco, übernimm bitte!

Es ist endlich wieder mal so weit: Ich bin im Urlaub – wie immer während der letzten Jahre im Winter geht es auch heuer nach Ramsau am Dachstein. Dort, wo ich 2009 die unvergessliche Pferdeschlittenfahrt gemacht habe und mit dem Vermieter unserer Ferienwohnung zur Fütterung des Rotwilds  mitgehen durfte.

Und ebenfalls wie immer, wenn ich verreise, wird mich in den nächsten Tagen mein Kollege Marco Puschner von der NZ-Lokalredaktion in meinem Tier-Blog vertreten – er ist auch ein großer Tierfreund. Ich hoffe, er schreibt den einen oder anderen Beitrag, und ich wünsche ihm, dass er auch so viele Klicks bekommt, wie sie „Achtung, Wolf!“ im vergangenen Monat beschert waren. Noch nie zuvor haben so viele Leser mein Blog besucht. Das freut mich unheimlich, und ich möchte mich bei allen bedanken! So genießt man den Aufenthalt  in den Bergen gleich doppelt!

Nicht meine letzte Pferdeschlittenfahrt!

Gerade sichte ich die Fotos aus meinem Winterurlaub vor zwei Wochen, da entdecke ich eines, das sich gut für dieses Blog eignet. Natürlich hat es etwas mit Tieren zu tun, wie auch schon das hier.

Eine Pferdeschlittenfahrt durch die unvergleichliche Winterlandschaft am Dachstein war schon seit Jahren mein Traum – aber bis vor kurzem eben nur ein Traum. Jetzt wurde er Wirklichkeit, und das unter den besten Voraussetzungen: Strahlende Wintersonne, frischer Schnee, soweit das Auge reichte, tolle Sicht auf das Dachstein-Massiv, krachige Minustemperaturen. Wenn der Schlitten richtig in Fahrt kam, staubte der eiskalte Schnee zu uns nach hinten hoch.

Und erst die beiden Haflinger, die unseren Schlitten zogen! Sie sind unglaublich kräftig und mussten von der Frau auf dem Kutschbock immer wieder gebremst werden, damit wir nicht zu schnell wurden. Während wir regelrecht dahinflogen, bekamen wir nicht nur Schneekristalle ab, sondern auch jede Menge Pferedehaare. Die setzten sich im Gesicht, auf den Lippen, aber auch auf dem Anorak fest, so dass man noch Tage später an das herrliche Erlebnis erinnert wurde. Auch der Geruch wird mir unvergesslich bleiben: streng, nach frischem Pferdeschweiß – nicht jedermanns Geschmack, aber meiner schon!

Ich hatte großes Glück, weil ich direkt neben der Kutscherin sitzen durfte. So hat sie mir während der Fahrt einiges über die Pferde erzählen können. Zum Beispiel, dass die beiden Haflinger deshalb so stark haaren, weil sie schon langsam ihr Frühlingsfell bekommen. Im Stall werden sie deshalb nicht nur gestriegelt, sondern regelmäßig mit dem Spezial-Staubsauger abgesaugt.

Beim letzten Stück der Schlittentour mussten sich unsere „Pferdestärken“ ziemlich sputen, weil die Haflinger nach unserer Runde noch eine zweite zu absolvieren hatten – sie sind nämlich äußerst ausdauernd und zäh.  Bei einer anderen Kutsche vor uns waren Holsteiner eingespannt, die längst nicht so viel wie die Haflinger schaffen und wesentlich langsamer sind.

Es war zwar meine erste, sicherlich aber nicht meine letzte Fahrt auf einem Pferdeschlitten – ich habe sozusagen Blut geleckt!